Nachtrag / Berichtigung 02.03.26
Nach Rücksprache mit Frank Dämmrich, hat er darauf hingewiesen, dass er keine „braun inkrustierten Basalhyphen“, erkennen kann, die für Leptosporomyces fuscostratus bestimmungsrelevant sind. Nach Überprüfung kann ich das bestätigen und stimme auch seinem Vorschlag
Leptosporomyces mutabilis zu, was nun auch besser zu meinen minimal größeren Sporen passt.
Ich war hier durch die sehr auffälligen gelben Rhizomorphen mit den braungelblichen, inkrustierten Hyphenbündel im Bernicchia-Schlüssel (Basalhyphen pale brown) falsch abgebogen, die direkt zu L. fuscostratus führen. Aber L. mutabilis ist später im Schlüssel auch mit +/- Rhizomorphen beschrieben (wenn auch schwächer).
Meine nachfolgende ursprüngliche Fundbeschreibung habe ich nicht verändert bis auf die mit rot gekennzeichneten Textstellen.
-diese Richtigstellung muss sein, danke Frank
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Gruß Armin
Hallo zusammen,
ein atheloider Rindenpilz mit auffälligen, gelben, dicken, (bestimmungsrelevanten) Rhizomorphen.
Mit den passenden Sporen* und Hyphen inkl. Schnallen etc. war mein Ergebnis:
Leptosporomyces fuscostratus bzw. Confertobasidium olivaceoalbum (BK2 Nr.56).
07.02.26 (Daniel Groß) Rubenheim / Saarland an morschem Nadelholz mit Braunfäule.
Dünn, locker, leicht ablösbar, cremefarben. Auffällig sind die bis über 0,2mm dicken gelben Rhizomorphen, umgeben von dünnen, weißen, spinnwebenartigen Hyphen, die tief das Substrat durchdringen.
Foto1
Mikro
Basidien 4sp. ca. 13-17x4µm, mit Basalschnalle.
Sporen-Abwurf in Wasser: elliptisch bis subzylindrisch 4-5 x 2-2.3µm [(3,5) 4-5(5.5) x 1,8-2,5 (2,8)]
*siehe auch Bemerkung zu den Sporen (am Schluss)
Foto2/3
Hyphen:
Gerade, lange Hyphen 2-4µm dünn- dickwandig (?) mit kräftigen Schnallen und, dünnwandige Hyphen ca. 2-3µm.
Rhizomorphen aus gelbbräunlichen Hyphen bis 4µm mit körnigen Auflagerungen und jungen dünnen hyalinen Hyphen.
Ob der gelbbräunliche Farbstoff in oder an den Hyphen bzw. sich an den Auflagerungen befindet, kann ich nicht sicher beurteilen.
Hyphenauflagerungen und der gelbe Farbstoff werden mit 3% KOH rel. schnell ab-, bzw. ausgewaschen (siehe Foto). Einen Hinweis in der Literatur habe ich dazu nicht gesehen.
Foto4/5/6
*Bemerkung zu den Sporen in der Literatur zu L.fuscostratus:
In der Literatur werden die Sporen oft etwas kleiner angegeben:
z.B. Bernicchia und FTE: 3,5- 4 x 1,5-2(-2,5), BK2 Nr. 56 als C. olivaceoalbum: 3,5-4,5x 2-2,5.
Aber Elia Martini (aphyllo.net): gibt mit: 3,5-5 x 1,7-2,5µm, größere Sporen an, also in etwa die gleiche Größe wie meine.
Auch die Sporen in der Skizze bei E. Martini entsprechen sehr gut meinem Sporenbild vom Abwurf in Wasser.
Zur Vollständigkeit:
Es soll noch einen Leptosporomyces montanus mit größeren Sporen von 5-6,5 µm geben, der jedoch nicht in Frage kommt, auch wenn ich selten eine Spore bis 5,5 und sogar einen Ausreißer bis 6ym µm gemessen habe.
>> Sporen i.o. wie angegeben in der Lit. zu Leptosporomyces mutabilis !
Wenn kein Veto kommt, werde ich den Fund als Leptosporomyces fuscostratus mutabilis ablegen, aber auch Zustimmung oder Hinweise nehme ich dankend an. ![]()
Gruß Armin
