Beiträge von Argross

    Hallo Harald,

    ich kann dir hier nicht viel weiterhelfen. Vielleicht kannst du noch einmal mikroskopieren. Schau dir die Zystiden näher an, Wenn du vereinzelt apikale Inkrustationen siehst, könntest du mit Hyphoderma praetermissum vergleichen. Der sollte dann aber auch Stephanozysten haben, die aber schwierig zu finden und zu sehen sind.

    Gruß Armin

    Hallo Harald,

    vor ein paar Wochen hatte ich mich in der Hyphoderma roeocremeum Gruppe auch mit H. occidentale (subdefinitum) beschäftigt.

    Was mich an deinem Sporenfoto etwas stört, ist die Sporenform. Im Vergleich mit CoNE und Bernicchia müssten deine Sporen eigentlich etwas schmaler bzw. länglicher sein?

    Ich kenne mich da nicht wirklich aus, war nur so mein erster Eindruck.

    Gruß Armin

    Hallo Martin

    Ich hoffe der Link funktioniert:


    Gruß Armin

    Hallo Frank,

    Dein Link zu aphyllo.net hat mich überzeugt.

    Makroskopisch creme-ocker, zwar ohne den optionalen rosa Schimmer, Hyphidienform, Leptozystiden i.O., Sp. schmal ellipsoid bis subzylindrisch, mit abgeflachter Adaxialseite oder selten leicht konkav, passt alles.

    Die Sporenskizze überzeugt mich nicht sofort, jedoch nach der Beschreibung der Sporenbreite, von normal nur 3-4 ym bis max 4,5-5,5 (6) habe ich keinen Zweifel mehr. Diese max Sporenbreite ist, wie du schon gesagt hast, in der normalen Literatur oft nicht nachlesbar.

    Auch bei Mycobank https://www.mycobank.org/MB/298778 werden auf Skizze Record #14732 die roseocremeum Sporen genauso breitelliptisch-zylindrisch um 5µm dargestellt wie meine Sporen. Auch das Makrofoto passt.

    Ich denke ein cf.zum H. roseocremeum kann ich mir hier schenken. Danke für dein Angebot zur Überprüfung, aber ich denke es ist jetzt nicht mehr notwendig.


    Was mich trotzdem noch interessiert ist die Oberfläche u. Farbe von H. obtusiforme, zur Vervollständigung meiner Literatur. Gibt es dazu Fotos ?


    Auch wenn Fragen noch offen gewesen wären, hätte ich mein Stöckchen als Hyphoderma spec., mit den entsprechenden Angaben abgespeichert. Der Weg ist das Ziel, wobei ich leider durch die Hinweisschilder (3-4µm) zu früh falsch abgebogen bin. Vielleicht mit einem +- typischen Rosa Schimmer hätte ich mich wahrscheinlich länger mit meinem „Streichkandidat“ beschäftigt. Zum Glück, habe ich noch 2 Ortskundige gefunden, die mir wieder den richtigen Weg zeigten, so dass ich mit etwas Verspätung doch noch zum Ziel kam. Vielen Dank

    Gruß Armin

    Hallo Pablo!

    Vielen Dank für deine Einschätzung.

    Interessant sind deine Angaben zu den Abweichungen im Größenbereich. Dass man in gewissen Grenzen von einer Variabilität ausgehen muss, ist klar, aber in welcher Größenordnung man die Längen-Breiten Abweichungen akzeptieren kann, konnte ich nicht richtig einschätzen. Auch dass die Abweichungen bzgl. der Breite relativ wenig sind gegenüber der Länge ist interessant. D.h. dann aber auch, dass sich durch den Q Faktor die Sporenform relativ stark verändern kann.

    Vielleicht kann Frank Dämmrich noch etwas zu den Trennmerkmalen zu H.subdefinitum und obtusiforme etwas sagen. Über das makroskopische Aussehen, bzgl des Farbbereiches, habe ich kaum etwas gefunden.

    Jetzt kenne ich wenigstens auch einmal die korrekten Abkürzungen CoNE und FE12.

    Gruß Armin

    Bestimmungsversuch Rindenpilz

    Zur Reduzierung der Texte, habe ich hier einiges nur in Stichworte festgehalten.


    Ein Rindenpilz, den ich nach E+Ryv. Cort. North Vol3 im Umfeld der Hyphoderma roseocremeum Gruppe vermute.

    (subdefinitum (=occidentale) /obtusiforme /roseocremeu /definitum und medioburiense)


    W. Dämon in OestZPilzk_5_0095-0129: "Spezifische Kennzeichen (in dieser Gruppe) sind jeweils vorrangig in Details der Größe und Form von Sporen und Leptozystiden zu suchen".

    Größe und Form meiner Sporen und Leptozystiden liegen im Überlappungsbereich, je nach Literatur bzw. Schlüssel.


    Literatur

    E+Ryv = Erikson & Ryvarden Cort. North Vol3 / Bernicchia = Bernicchia Fungi Europaei / Dämon = OestZPilzk_5_0095-0129 / BK = Pilze d. Schweiz Bd2/ Jül. = Walter Jülich, Kleine Kryptogamenflora


    Fund: 23.02.22 /St. Wendel (Wurzelbach) MTB 6508.234 / Armin Groß/Dirk Gerstner

    Überzug auf fingerdickem Laubholzästchen (Weide oder Birke): cremefarben-ockerlich 1*, dünn, weich, eng verwachsen, matt, schwach wachsartig -porös, Rand fein weißlich auslaufend. Dieser Text, frei nach BK-2, Nr130 Hyphoderma subdefinitum (=occidentale), beschreibt meinen Fund sehr gut inkl. Leptozystiden aber mit Abstrichen bei den Sporen. Die Sporenform (Abwurf in Wasser) ist nicht suballantoid wie beschrieben und abgebildet bei BK /Eriksson-Ryvarden /Bernicchia.

    1* von weißlich dünn (inkl. Rand) nach creme übergehend, später etwas dickerer Überzug nach Ocker verfärbend.


    Mikrodaten:

    Sporen:(9)10 -12,5 (13) x 4,5-5,5(6) µm, Q =2,1 + 2,3 / Durchschnitt 10-12 x 4,5-5,5 / Q=2,2

    Form variabel, überwiegend elliptisch bis zylindrisch, aber nicht suballantoid gebogen, manche +-konkav mit vielen kleinen und größeren Öltropfen. Ermittlung der Sporengröße durch 3 Messreihen anhand Sp.-Abwurf in Wasser.


    Leptozystiden: (30)50-70(90) x 7-10(11) µm, ca. 20-45 µm herausragend, glatt ohne Inkrustationen, apikal abgerundet, zylindrisch, mittig etwas eingeschnürt, unterhalb mittig manchmal verbreitert, einige verbogen. Apikal manchmal schwach matt lichtbrechend.


    Bas: 30-40 x 6-8 µm, clavat, mittig oft eingeschnürt und oder etwas verbogen, mit Basalschnallen und oft mit Inhalt (Öltropfen?).


    Auffällig:

    Sporen nicht suballantoid, mit vielen großen und- oder kleinen Öltropfen. Leptozystiden im Durchschnitt 7-8µm breit (max. bis 10-(11) µm im unteren Bereich), oft zylindrisch, aber auch wellig. Makroskopisch cremefarben-ockerlich.


    Streichkandidaten:


    > H. roseocremeum und defenitum entfallen, weil für beide überwiegend nur 3-4µm breite Sporen angegeben werden.

    > H. medioburiense nach Ber. u. E+Ryv.: Sp. sehr schlank bis 17-18µm lang (Jül.: 8-11x4-5µm ???)


    Bleiben noch subdefinitum (=occidentale) und H. obtusiforme

    subdefinitum: E+Ryv= 11-14 x 4,5-5,5 (6) / Bernicchia= 12-14 x 4,5-5(5,5) / Q > 2,2 (Bernicchia) obtusiforme: E+Ryv= 10-14 x 5-7 / Bernicchia= 10-12 (14) x 5-6 (7) / Q = 2 (Bernicchia)


    Mein Fund:(9)10 -12,5 (13) x 4,5-5,5(6) µm, Q =2,1 + 2,3 (10-12 x 4,5-5,5 Q=2,2)

    >> Bezgl. Sporen- Größe und Form ergibt sich keine optimale Übereinstimmung


    Prämisse: Sporenform relevanter als absolute Größe (in Grenze)

    > Ergebnis (Tendenz) H. obtusiforme, weil meine Sporen nicht suballantoid,

    wobei die Sporen bei Bernicchia etwas breiter „erscheinen“ (Q=2) als bei E+Ryv.


    Prämisse: Sporengröße relevanter als Abweichung in der Form (hier speziell suballantoid)

    > Ergebnis (Tendenz): ~ subdefinitum




    W. Dämon (>Lit Dämon) beschreibt einen H. subdefinitum mit kleineren Sporen (8-)10- 11 x 4-5 ( X = 10,5 x 4,5 (, Q = 2,4), mit variablen Sporenformen, die recht gut zu meinen Sporen passen (inkl. Leptozystiden). Aber auch Dämon erwähnt und zeichnet auch „sogar leicht suballantoide“ Sporen.


    Zum optischen Vergleich habe ich im Sporenbild 1 einen Teilausschnitt (jeweils 3 Sporen) aus E+Ryv. und Bernicchia meinen Sporen zugefügt. (ich hoffe das ist rechtlich noch zu verkraften).

    Die Sporenform spricht eher für H. obtusiforme



    Leptozystiden


    Die Zystidenlänge bei E+Ryv u. Bernicchia zu obtusiforme + subdefinitum unterscheiden sich kaum.

    Die Zystidenbreite bei obtusiforme mit bis zu 12µm, ist eindeutig breiter als bei subdefinitum.

    Meine Messung: Im Durchschnitt 7-9 (max10/11)µm, wobei die max. Angaben sich auf den unteren Teil der Leptozystiden beziehen (siehe Fotos). So akkurat breitzylindrisch, wie gezeichnet bei Bernicchia zu obtusiforme mit 8-10(12)µm, sind meine Leptozystiden eher nicht.

    Tendenz: unklar (subdefinitum?)

    Stereolupe: kleine herausragende Zystiden erkennbar, apikal mit einem winzigen, glänzenden „Wassertropfen?“, der recht gut zur Beschreibung H. obtusiforme bei E+Ryv. (glittering pearl with a lens but dissolved in the slides) passen würde.



    Anmerkungen zu Makro Vergleiche


    Ich habe kaum Bilder/Fotos zu H. obtusiforme und H. subdefinitum gefunden.

    Creme-ockerlich würde gut zur Abb. bei BK2-130 H. subdefinitum passen, jedoch Grosse -Brauckmann beschreibt Fruchtkörper mit „grauweißem (nie ockerfarbenem oder gar rosafleckigem) Hymenium“ und zweifelt die Art bei BK nicht nur wegen der Farbe an. (>Dämon = OestZPilzk_5_0095-0129). In diesem Beitrag, mit einer Fundbeschreibung H. subdefinitum, beschreibt Dämon das Hymenium als grauweiß- kalkweiß, mit ockerfarbe am Exsikkat. Bei Bernicchia und E+Ryv. werden zu beiden Arten weiß-creme aber kein ockerfarbene aufgeführt.


    Im pilzforum eu habe ich keine Beiträge zu den beiden Hyphoderma Arten gefunden. Dass bei Pablos schöner Art-Präsentation zu H. roseocremeum bei den 6 Vergleichsvorschlägen meine beide angesprochenen Arten nicht auftauchen, gibt mir schon zu denken, dass ich hier etwas wichtiges bzgl. Art oder sogar Gattung übersehen habe. Makroskopisch (creme-ocker) passt mein Rindenpilz zu den Fotos von Pablo recht gut (abgesehen von den rosaockerlichen Flecken). Auch habe ich vereinzelt hyphidienähnliche (?) Elemente gefunden (siehe letztes Foto), jedoch die von Pablo gezeigten schmaleren Sporen von „3- 4,5µm mit Q deutlich über 2“, passen nicht zu meinem Fund.


    …………………………..


    Ich muss dem Fund nicht unbedingt einen Namen verpassen aber für mich geht die Tendenz zu:

    H. obtusiforme (cf) mit etwas kleineren Sporen.


    Argumente gibt es für beide Arten. Gibt es ausschlaggebende Merkmale für ein Ergebnis, oder habe ich eine andere Art/Gattung übersehen?

    Die technische Qualität meiner Sporenbilder (und Makros) ist nicht zufriedenstellend.


    Über Antworten würde ich mich freuen



    Armin Groß

    Hallo Frank,

    von der Ökologie her ist es schon so, dass Ph. livescens zu ca. 95 % an Laubhölzern vorkommt und Ph. sordida zu ca. 90 % an Nadelhölzern.

    Die Zystiden ragen bei meinen neuen Präparaten in Wasser ungequetscht (siehe 3 Fotos vorher)) ca 30-50 (60) µm aus dem Hymenium heraus. Auch sind sie nicht gerade üppig inkrustiert und die Form ist in etwa subulat (>Andreas). Auch wirken sie nicht wie echte Lamprozystiden.

    Gibt es nun bzgl. der Ökologie Zweifel an P. sordida s.str. oder könnte man das Ergebnis so stehen lassen ?

    Gruß Armin

    Ich habe nun zur Überprüfung der Zystiden mehrere Präperate in Wasser ungequetscht von frischem Material angefertigt, wie von Andreas angeregt

    Ergebnis (siehe Fotos 13-15):

    Teilweise mit stärkeren Inkrustatioen aber auch glatt ohne Inkrustationen.

    Die Zystiden ragen (25) 30-50 (60) µm aus dem Hymenium.

    Sie ragen sind eindeutig länger aus dem Hymenium als man sie P. livescens zuschreibt (max 25µm, siehe Hinweis von Frank und Andreas)

    Ich denke das bekräftigt das Ergebnis Phanerochaete sordida s. str.

    Eine Frage hätte ich noch zu Foto 12. Diese gelbe "Elemente" habe ich bei mehreren Präparaten im Bereich Subikulum gesehen.

    Gehören sie zum Substrat Holz? Ist nicht wichtig, aber vielleicht hat jemand ein Idee was es sein könnte.

    Gruß Armin

    Hallo zusammen vielen Dank.

    Meine Vorstellung der makroskopische Bandbreite von sordia hat sich nun erweitert,

    vor allem auch bzgl. glattem bis warzigem Hymenophor.

    Mikroskopisch ist die Zusammenfassung in Kurzform von Frank zum sordida-Komplex sehr hilfreich -danke-

    Der Fund von Pablo passt wirklich ganz gut zu meinem, lediglich sind bei meinen Zystiden die Inkrustationen etwas dürftiger, was vielleicht doch mit Kongo zusammenhängt. Wie man in der Zusammenstellung von Frank sieht passen jedoch die schwächere Inkrustationen gut in das Bild von sordida s.str

    Was die Zystiden betrifft werde ich heute Mittag ein frisches Stück besorgen. Ich hoffe, dass mir noch ein aussagefähiger Schnitt gelingt.

    @ Andreas: die pdf würde ich mir gerne ansehen. Die Abb.in Corticiaceae of Northern Europe werde beim neuen "Schnitt" nochmals vergleichen.

    Gruß Armin

    Hallo Maren und Andreas,

    danke für eure Beiträge.

    Was die herausragende Zystiden ungequetscht in Wasser betrifft, kann ich wahrscheinlich nachlegen. Vor ein paar Tagen war das Material am Baum noch relativ frisch. Ich komme aber heute nicht mehr dazu.

    Von Phanerochaete livescens habe ich noch nichts gehört, zumindest bei Bernicchia und Eriksson/Ryvarden in Cortinaceae of North Europe Vol-5* nichts gesehen. Bei Jülich ist eine Grandinella livescens als Syn. für sordida aufgeführt, die auch im Index Fung. bei P. livescens aufgeführt ist. Gibt es darüber eine Abhandlung wo man dies nachlesen kann? Der Hinweis von Maren auf dickwandig bis apikal ist interessant. Auf jeden Fall sind solche Zystiden neben den +- dickwandigen auch vorhanden (ist auch in Bild 8+9 recht gut zu sehen.

    Ich sehe meine Zystiden ungefähr zwischen sordida und laevis, bzgl. Bernicchia und Cortinaceae of North Europe.

    Muss mal sehen, was ich im Internet über P. livescens finde.

    *Nachtrag: P. livescens ist Cortinaceae of North Europe bei sordida doch kurz erwähnt.


    Gruß Armin

    Hallo zusammen, nach längerer Zeit wieder ein Gruß aus dem Saarland.

    Ein Phanerochaete (denke ich) auf einem fast abgestorbenen, endrindeten Stamm eines Apfelbaumes, neben meiner Gartenwiese, kann ich nicht richtig zuordnen und hoffe auf Bestimmungshilfe.

    Die Schlüssel zu Phanerochaete bei Bernicchia / Ryvarden/Eriksson /Jülich und Kr. BAWü1 führen zu P.sordida und P.laevis.

    P. laevis habe ich noch nicht gesehen. P. sordida habe ich schon bearbeitet und hoffentlich richtig bestimmt, jedoch kenne ich nicht seine ganze Bandbreite.


    Fundbeschreibung mit Mikromerkmale:

    15. Dez. 21 (Fotos bis 18.Jan.22) auf einem z.T. abgestorbenen, endrindeten Stamm eines Apfelbaumes. Resupinat ca. 10x20cm, schwach höckerig warzig, wachsartig (Foto3), später rissig und getrocknet gelb-orange (Foto 4). Mittig grau-ocker mit einem Hauch von rosa Anteilen (Fotos 3+4), Randbereich creme-weiß mit feinen Franzen aber deutlich abgegrenzt (Foto3)

    Der dünne ca. 0,5mm dicke Fruchtkörper (Foto 4) ist relativ fest am Substrat und nicht +/- lose wie ich es von P. sordida kenne.

    Sporen: glatt, inamyloid, 5-6,5(7) x 2,5-3µm öfters mit 1-3 Öltropfen (Foto 6). Basidien 4sp ca. 25-35 x 4-5µm

    Zystiden (Fotos7/8/9):50-80 (90) x 4-7 (8,5)µm, überwiegend mehr schmal zugespitzt als subzylindrisch. Sehr variabel inkrustiert von apikal schwach bis stark oder nur schwach im oberen Drittel und mit glatter abgerundeter "Spitze". Überwiegend aber glatte Zystiden, dünnwandig bis auch stark dickwandig, vor allem zur Basis hin. Keine Schnallen gesehen. Bei P. laevis soll man im Subikulum gelegentlich Schnallen finden. Subikulum Hyphen (Fotos 10/11) 4,5-6,5 µm, dickwandig, viele rechtwinkelige Abzweigungen, die oft auch eng zu parallelen Verbindungen führen.


    Überlegungen:

    P. sordida kenne ich nicht höckerig warzig sondern mehr häutig (+-lose), weiß bis creme, obwohl auch Frkp. in ocker beschrieben sind.

    Zu P. laevis passt die Beschreibung zum frischen Frkp. in Cortinaceae of North Europe Vol-5 Seite 1027 u. auch bei BK2-Nr 158 recht gut (warzig, höckerig, grau-ros-orange-ocker).

    Die Sporen bis 7µm gehen (+-) eher in Richtung P. sordida, jedoch werden auch Sporen von laevis bis knapp 7µm beschrieben, aber im Durchschnitt etwas kleiner.

    Meine inkrustierten aber auch glatten Zystiden erscheinen schmaler zugespitzt, als überwiegend bei sordida (breiter und mehr subzylindrisch) abgebildet und beschrieben. Eine sicher Zuordnung zu sordida oder laevis bzgl. der Inkrustationsstärke und Anordnung fällt mir schwer, vor allem wenn man die sehr variablen Ausbildungen der Zystidenarten zu P.sordida bei Ryvarden/Eriksson Vol 5 Seite 1031 Fig 121 betrachtet. Auch die +/- Dickwandigkeit der Zystiden helfen mir nicht wirklich weiter, weil sie für beide Arten beschrieben sind, wenn auch für P. laevis stärker.

    Als ein in wesentliches, konstantes Merkmal für P. sordida wird bei Ryvarden/Eriksson die stark dickwandigen Subikulumhyphen bis 2µm Wanddicke mit rechtwinkligen Abzweigungen beschrieben. Dies wäre dann bei meinem Fund der stärkste Hinweis für P. sordida (Fotos10/11).

    Dies relativiert sich wieder etwas wenn Bernicchia zu P.laevis auch Wandstärken bis 1(1,5)µm angibt.


    Irgendwie habe ich das Gefühl ich sehe hier nicht das Wesentliche zur Trennung der beiden Arten in Bezug zu meinem Fund.

    Vielleicht bin ich auch auf der falschen Fährte.


    Hinweise zur Auflösung würden mich freuen.

    Gruß Armin

    Hallo Pablo,

    Ich denke du liegst besser, ich habe mich wahrscheinlich zu viel von der Farbabstufung täuschen lassen.

    Die Struktur ist bei ochracea schon etwas grober, wie man dies auch bei deinem Beispiel gut sieht.

    Ich habe im Februar eine ochracea gefunden, die recht gut zu deinen Bildern passt. Ist halt oft eine enge Kiste, wenn man nicht schwarz-bläuliche Farbanteile hat, die dann klar für die Schmetterlingstramete sprechen.

    Gruß Armin

    Hallo Pablo,

    ja, genau die schwarz markierte, aber auch die rot markierte nur im rechten Bild.

    Ich habe leider keine Er.ahrung mit den Dendrohyphidien. Wenn ich mich richtig erinnere hatte ich sowas einmal bei Mycena (?) *1, dann aber eindeutiger.

    Vielleicht läuft mir einmal ein (richtiger) subabruptus über den Weg, wo dies dann besser zu beurteilen ist.

    Danke für deinen ersten Hinweis, dass meine Sp. für subabruptus eigentlich zu groß sind.

    Übrigens gibt es 4 alte liegende Buchenstämme im Umkreis von 20m mit diesem Crustomyces.

    Gruß Armin

    *1 berichtigt: es war bei Peniophora polygonia. Hier waren die Dendrohyphidien aber verästelt, ungefähr wie bei deiner roten Makierung Bild links und eher nicht wie sie bei subabruptus "sein sollen".

    Gruß Armin

    Dank Frank und Pablo bin ich jetzt ein großes Stück weitergekommen.


    Bisheriger Stand:

    Makroskopisch und Gloeozystiden passen, aber die Sporen (4)4,5-5 x (2,3) 2,5-2,8(3) µm

    waren etwas zu groß für Crustomyces subabruptus und etwas zu klein für C. heteromorphum.
    Vermutung von Frank und Pablo: Der Frkp. war eventuell zu jung und es könnte sich bei einem reifen Frkp. mit mehr reifen, größeren Sporen um C. heteromorphum handeln.

    …………………………………………………..


    Genau so war es nun: meine späteren Aufsammlungen haben eindeutig größere Sporen.


    24.02 u. 30.03.21.: Probe inkl. Sp. Abwurf in Wasser und mehrere Präparate:


    (4) 4,5 -6 (6,5) x (2,5 -3,5 (4) µm > siehe Fotos


    Bei allen Proben gab es viele Sporen, die sich paarweise, zu dritt oder sogar mit 4 gruppierten, wie auch skizziert in ZfM 57.1 (Kr/Grosse- Brauckmann/Maser)


    Die Ergebnisse passen gut zu C. heteromorphum (Hallenberg) Hjortstam in Zfm57.1:

    5-6(-7) x +/- 3-3,5(-4) Interessant ist auch der explizite Hinweis in Zfm 57.1 auf reife Sporen. Bernicchia: 5-6(-7) x 3-3,5(-4).


    Zusammen mit den vielgestaltigen Gloeozystiden (siehe Fotos 1. Bilderserie) mit gelbem ölig-harzigem Inhalt (=Beschreibung nach Zfm57.1), Schnallen, Basidien ca. 15-22x4-5µm, Sterigmen bis 5µm und auch skeletoide* Hyphen im Subiculum direkt am Holz (wie beschrieben in ZfM 57.1) passt dies alles gut zu Crustomyces heteromorphum.

    *Skeletoide Hyphen im Subiculum wahrscheinlich (> Foto mik4 nicht sehr aussagefähig).


    Fragezeichen:

    1) Bei meiner ersten Bilderserie dachte ich Dendrohyphidia zu erkennen (siehe erste Fotos), die für C. subabruptus beschrieben werden und bei heteromurphum fehlen sollen. Ob dies jetzt Dendrohyphidia sind oder eine Fehlinterpretation von mir lass ich mal dahingestellt.


    2) Sporen cyanophil, siehe erste Fotos und auch bei Nachprüfung am 20.04.21(Foto) am Exsikkat.

    Problem: ungutes Gefühl, da fast alles (Hym.Bas.) blau eingefärbt war (>Foto). Wo liegt mein Fehler? Überprüft mit 2 veschiedenen BW-blau-Milchsäure. In der Description Myko Data Base (>Link) sind die Sporen als not stained mit cottonblue beschrieben, wobei aber einige Strukturen im Hymenium als Baumwollblau tief gefärbt beschrieben werden.


    Description


    1. Cystostereum heteromorphum Hallenb. n. sp. (See fig. 2, 3) Fructificatio resupinata, effusa, ceracea - membranacea, pallide och...2. Cystostereum heteromorphum Hallenb.° n. sp. (See fig. 2, 3)



    Bis auf die Fragezeichen am Schluss (Ungenauigkeiten von mir?) passt alles gut zu Crustomyces heteromorphum. Stellen die beiden Punkte am Schluss das Ergebnis Crustomyces heteromorphum in Frage bzw. gibt es noch etwas anderes, das in Frage kommen könnte?


    Ich würde mich über eine Stellungnahme freuen


    Gruß Armin


    Anbei neue Sporen- und Makrobilder:

    Hallo zusammen,

    euer Hinweis auf C. heteromorphus hört sich gut an.

    Der Artikel in der Zmykol, der u.a. auch die am Rand glatten, weniger odontoiden Bereiche beschreibt, kommt

    bei meinem Fund gut hin. Auch der besondere Hinweis auf "reife" Sporen von 5-6(-7) x 3-3,5(-4)µm könnte für

    meinen Fund Sinn machen.

    Den Hinweis bei Kriegelsteiner im Band1, Seite 190 bzgl. C.subabruptus/ heteromorphus hatte ich gelesen,

    aber C. heteromorphus wegen der größeren Sporen ausgeschlossen.

    Das +/- Vorhandensein bzw. die Beurteilung von den sogenannten Dendro- Hyphidien muss ich mir noch zu Gemüte führen.

    Da fehlt mir die Erfahrung.

    Dann lassen wir das Ganze mal reifen und im Frühjahr nochmals untersuchen.

    Im Umkreis von 20m befindet sich die Art großflächig an 3 liegenden Stämmen.

    Ich werde mich auf jeden Fall dann wieder dazu melden.


    Ich hoffe, dass sich bis dahin mein "Hochladeproblem" erledigt hat. :(

    Vielen Dank an Pablo und Frank

    Gruß Armin

    Hallo zusammen,

    zuerst einmal danke Stefan, dass du wieder meinen Beitrag sichtbar gemacht hast.

    Ich weiß wirklich nicht, wo der (mein?)Fehler liegt. Mein Firefox ist auf dem aktuellen Stand.


    Zu meinem Fund und den Sporen.

    Pablo, ich habe nochmals mikroskopiert und komme zu keinem wesentlich anderen Ergebnis:

    (4)4,5-5 x (2,3) 2,5-2,8(3)µm. Die Sporen sind also im Durchschnitt etwas größer.



    Desweiteren habe ich ein Makro-und Mikrobild von meinem Fund 2010 (gleicher Wald) beigestellt, der bei einem Wochenenendeseminar in Abtsteinach

    bearbeitet und mit dem Ergebnis Cystostereum (=Crustomyces) subabruptus bestimmt wurde. Hier wurden Sporen sogar bis 5,5µm gemessen.

    P. Keth und Thomas Stein, die den Fund bestimmt haben, wollten den Fund von Fr. Dr. Hanna Maser absegnen lassen, was jedoch wegen Krankheit

    von Fr. Maser nicht mehr zustande kam.


    Ok, meine Sporen sind etwas größer als bei Ryvarden + Jülich, beide: (3,5-4,5 x 2-2,5 µm), sowie bei deinen Funden.

    Bei den Angaben BK2-95: 4-5 x2-2,5, / Bernicchia: 3,5-5 x 2-3µm würden sie zumindest im max Spektrum liegen.

    Im Internet findet man einige Bilder (nicht viele) aber kaum Sporenmaße zu C. subabruptus.

    D.h. außer den wenigen Literaturangaben findet man (zumindest ich) nicht viele Vergleichswerte bzgl. der Sporen.

    Gerade weil es jetzt schon der zweite, für mich gleiche Fund wie 2010 ist, möchte ich dem Kind einen Namen geben können.


    Da komme ich wieder zu meiner Ausgangsfrage: Wenn nicht C. subabruptus, was könnte noch in Frage kommen?

    Wenn jemand dazu eine Idee hat, würde mich freuen.


    Gruß Armin

    Hallo Pablo,

    erst mal Danke für deine Stellungnahme.

    -Gerne stelle ich mein Fund zur Nachprüfung zur Verfügung, Frischmaterial genug vorhanden-


    Zu den Sporen:

    Mein Sporencollage: 2 Bilder oben links und rechts Mitte haben 40er Maßstab.

    Das gibt natürlich auf dem ersten Blick eine Schieflage wenn die anderen 100er sind.

    Hätte ich kennzeichnen müssen.

    Aber:

    meine Sporen:*4,5-5 x 2,5-3 µm sind effektiv etwas größer als deine.

    *habe meine Aufzeichnungen überprüft: ja es sind kleinere vorhanden. Ich werde die Sporen neu mikroskopieren.

    Unabhängig davon habe ich doch Sporen bis 5ym.

    Bernicchia gibt: 3.5-5 x 2-3 µm an.

    In Cort. North: 3,5-4,5 x 2-2,5 µm. Übrigens skizziert Eriksson kleinere und größere Sporen.

    Gleoezystiden: wie du geschrieben hast: manche hyalin, manche mit +/- schwachem Inhalt (bräunliche Schattierung in Wasser),

    einige wie großer Öltropfen (in KOH), der aber schnell wieder verschwindet.

    Ich habe noch ein paar Mikro + Makrobilder beigestellt. die Art befindet sich auf dem Fundortbild auf allen der 3 Stämmen recht großflächig.

    Hyphidien: einige sind kaum, wenig aber auch stark verzweigt.

    Frage: das "rosettenartige" Gebilden auf meinem Hyphidienbild unten links (erste Fotos) sind das eventuell Hyphidien von oben gesehen oder einfachn nur Kristalle ? Beim Durchmikroskopieren sehen sie schon aus wie Hyphengebilden, aber mir ist das irgendwie unklar.

    >> Ich werde die Sporen heute Abend wieder in Ruhe mikroskopieren und mich melden.

    Gruß Armin

    .

    Hallo zusammen,

    zuerst einmal ein Gruß an alle.

    Ich bin neu hier und komme aus dem nördlichen Saarland.


    Ein Rindenpilz, den ich nun nach 2010 im selben Wald wieder gefunden habe, möchte ich gerne absichern,

    bzw. zur Diskussion stellen und kartieren, wenn nichts dagegen spricht.

    Crustomyces subabruptus, Dimitischer Krustenpilz ist mein Ergebnis.

    Der Erstfund 2010, 400m entfernt, wurde an einem Pilzwochenende 2010 mit gleichem Ergebnis bestimmt.

    Beschreibung:

    05.02.21, großflächig auf altem morschen Buchenstamm MTB 6508.32.

    Frk. resupinat, warzig-stachelig, eindeutig odontioid, am Rand mit +/- glatten Bereichen.

    Sporen: 4,5-5 x 2,5-3 µm, glatt, elliptisch, inamyolid, cyanophil.

    Vielgestaltige Gloeozystiden, Dendrohyphidien, Generativ- und Skeletthyphen

    Auch die bei Cort. of North Europe S 327 skizzierten Hyphenelemente an der "Zähnchenspitze" sind vorhanden.


    Meine Mikrobilder sind techn. nicht gut und vor allem das Foto von den verzweigten, verästelten Dendrohyphidien (ich denke mal, dass sie es sind).

    Sie sind schwierig zu sehen, und somit auch fototechnisch schwierig festzuhalten.


    Bestimmt mit: Bernniccha S247 / Cort. of North Europe S 327/ Bk2-95

    Abgrenzung:

    C. expallens und C.heteromorphus dürften nicht in Frage kommen

    Cystostereum murrayi:

    sehr ähnlich, fast gleiche Sporen, ähnliche, aber länglichere Gleoezystiden, keine Dendrohyphidien.

    Hymenphor mehr tuberculat weniger odontioid, d.h. keine Zähnchen, mehr uneben, höckerig warzig.

    > siehe dazu mein Stereolupenbild mit eindeutig odontioidem Hymenophor.


    Vielleicht gibt es noch etwas ähnliches, das ich nicht in Betracht gezogen habe.

    Für kritische Anmerkungen bin ich dankbar.

    Gruß Armin

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