Beiträge von Schrumz

    Ich sehe gerade, dass alle Sarcodon-Arten, die nicht der Fichtenhabicht sind, in Baden-Württemberg laut Pilze-Deutschlands richtig selten sein sollen, vom Kiefernhabicht kennt die Seite gerade mal einen einzigen Fund! Hätte mir den wohl näher anschauen sollen, aber mit der starken Hutschuppung wird das schon squamosus sein oder? Irgendwie hatte ich Stachelinge heute gar nicht auf dem Schirm, der Fund war im Schönbuch. Keine Fichte weit und breit.

    Viele Grüße

    Danke,

    den habe ich zwar auch kurz in Erwägung gezogen (einfach mit der Kombination Ring und Lamellen), aber ich hatte den noch nie und muss sagen den habe ich mir irgendwie ganz anders vorgestellt. Darf der so stark schuppig und im Kalkbuchenwald?

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    ich habe mich heute und Ende letzter Woche nochmal in den Laubwald begeben, um nach den rechten zu sehen und eventuell noch ein paar Totentrompeten abzustauben.

    1. Fangen wir mal mit denen an: Die hatten hier an einigen Stellen echt kein gutes Jahr. An einer meiner eigentlich guten Stellen im Hauswald, an der ich mindestens wöchentlich vorbeikomme, habe ich insgesamt lächerliche 15 Exemplare gezählt von denen die meisten recht klein blieben.

    Dann steige ich heute an einer anderen Stelle als sonst über den fast ausgetrockneten (!) Bach und entdecke dort die Mutter aller Totentrompeten-Stellen. Es stand einfach ALLES voll, auf einer Fläche von vielleicht 100 qm wirklich tausende Exemplare. Ich habe knapp ein Kilo eingesammelt und danach sah es kaum so aus als ob dort gerade

    jemand gesammelt hätte.

    2. Heute in einem neuen Wald viele Exemplare eines hübschen Pilzes, leider ein katastrophales Foto von Hygrophorus russula:

    3. Das dürfte wohl Tricholoma sejunctum sein, mich irritieren aber etwas die sehr dunklen Hutschuppen

    4. Es gab überraschend viele Amaniten zum Beispiel noch A. phalloides

    5. A. pantherina

    6. Ein ganz frischer A. strobiliformis

    7. Hübsche A. ceciliae

    8. Und auch noch einige graue Scheidenstreiflinge

    9. Es standen viele ältere Täublinge rum wie R. cyanoxantha

    10. R. olivacea

    11. Und einer der Stinker

    12. Wohl an einem Sprödblatt in einem Nadelwaldabschnitt ein toller Erstfund, Hypomyces viridis

    13. Und bei dem hier bin ich ehrlich gesagt völlig überfragt, bei Buche, Kiefer und Eiche auf Kalk

    Der Ring und die komische Hutschuppung in Kombination mit den bräunlichen Lamellen lässt mich hier etwas ratlos dastehen. Ich lasse ihn gerade sporen, was hoffentlich klappt bei dem Schneckenfraß. Bei den Braunsporern finde ich gar nichts was passt, aktuell bin ich irgendwo bei einem Körnchenschirmling.

    14. Die Kiefer ist mir erst aufgefallen bei diesem Fund und dem Gedanken: Hä was machen die Kollegen denn im Kalkbuchenwald??? Gut die Kiefer hab ich noch gefunden aber ich habe gehört der Kiefernhabichtspilz mag stocksaure Böden? Hier standen überall Kalkzeiger.

    15. Ebenfalls in der Nähe der Kiefer und direkt neben Tr. sejunctum ein Einzelexemplar dieses Schnecklings:

    Auch den lasse ich gerade sporen, die Hutfarbe war eher bräunlich als rosalich.

    16. Und dann gabs noch ein paar schöne Totholzbewohner:

    Gyromitra ambigua am Verfallen

    17. Sparassis brevipes an Laubholz

    18. Pluteus nanus

    19. Pluteus salicinus

    20. Und diesen hübschen blauen Porling

    Die hunderten Erdritterlinge und Exemplare von H. discoxanthus erspare ich euch mal. Tolle Tour eigentlich, ein paar Phlegmacien des Kalklaubwalds wären noch toll gewesen, die sind aber wohl schon durch. Wenn ihr etwas zu meinen Unklaren sagen könnt sehr gerne her damit, sonst freue ich mich über jede Ergänzung/Korrektur und hoffe euch hat meine kleine Runde gefallen.

    Viele Grüße

    Hi,

    nein ich meine Fomitopsis pulvina, der wohl gerne an alten Eichen parasitiert. Ich dachte wegen der Zungenform ein wenig an diese sehr seltene Art, war wohl eine solide Portion Wunschdenken dabei :haue:

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    ich weiß die Antwort auf meine Frage wahrscheinlich, aber ist es irgendwie möglich zu sagen, ob das eine Eichenzunge sein könnte? Große Fruchtkörper in etwa 5m Höhe an einer großen alten Eiche.

    Viele Grüße

    Aber danke dir für den Link, wenn die Sporen nicht reichen sollten, muss ich wohl nachlesen, wie ich ein Präparat anfertige auf dem die Paraphysen gut zu sehen sind.

    Viele Grüße

    Hi,

    Ich bin leider mit dem Mikroskop noch nicht so versiert aber infula sollte auch nie so große Sporen haben oder täusche ich mich da?

    Viele Grüße

    Hi nochmal,

    die Sporen sind zwar wohl noch immer nicht ganz reif, ich habe aber einige deutlich über 25 um gefunden und lege das damit als Gyromitra ambigua ab. Nebenbei: weiß jemand, warum es die auf Pilze Deutschlands nicht gibt?

    Viele Grüße

    Danke dir,

    du hast bestimmt recht, dass das die richtige Vorhergehensweise ist. Aber irgendwie strebt sich alles in mir dagegen, den einzigen Fruchtkörper einer seltenen bis sehr seltenen Art, der an der einzigen mir (und auch den PSVs aus der Gegend) bekannten Fundstelle in meinem Gebiet etwa alle zwei Jahre erscheint, vor der Sporenreife zu entnehmen. Ich habe jetzt nochmal ein Stück abgeschnitten und werde das reifen/sporen lassen, wenn das nicht klappt gehe ich nochmal hin wenn der Fruchtkörper völlig am Zerfallen ist.

    Viele Grüße

    Hi nochmal,

    kann zu der keiner was sagen? Würde die echt gerne als G. ambigua ablegen aber es fehlen die letzten 5% Sicherheit.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    an dem einizigen mir bekannten Standort ist wieder eine Bischofsmütze aufgetaucht und diesmal möchte ich bestimmen, ob es G. ambigua oder G. infula ist. Fundort war direkt an einem Stamm im Laubwald, wahrscheinlich an Espe. Ich hänge auch mal die Bilder von 2022 (selber Stamm) mit an.

    Die aktuellen Bilder:

    Die von 2022

    Ich hielt den Fruchtkörper für reif, wollte ihn aber nicht entnehmen und habe daher nur ein Stückchen abgeschnitten um vielleicht Sporen rauszukitzeln. Die sahen so aus:

    Ich habe 22-24 x 9-10 um gemessen was wohl auf ambigua hindeutet aber geraaaaaade noch so infula sein könnte wie ich gelesen habe. Kann das jemand, der vielleicht beide Arten gesehen hat nochmal anschauen? Tendiere ja zu ambigua, die hier in der Gegend wohl recht selten ist.

    Viele Grüße

    Hi nochmal,

    ich glaube ich habe jetzt eine gefunden, das Präparieren muss ich selbstverständlich noch üben.

    Wo ich da beim Schlüsseln hinkomme weiß ich immer noch nicht, nach Justo et al. wahrscheinlich am ehesten auf Pluteus brunneidiscus? Vielleicht auch einfach ein ein wenig ausgebleichter salicinus auch wenn Justo et al. bei beiden meint "clamp connections common and easy to spot on pileipellis hyphae". Aber mit dem Grünen bleibt sonst irgendwie nicht viel.

    Viele Grüße

    Hi,

    das wird ein Butyriboletus sein. Du kannst ja ein Schnittbild machen, ich tippe aber mal auf B. subappendiculatus. Den finde ich bei mir sehr regelmäßig rausgedreht oder abgeschnitten und liegengelassen in Wald. Ich gehe davon aus, dass das der Fall ist weil er bei mir an sehr guten Steinpilzstellen wächst und die Leute ihn von oben für letzteren halten, dann aber beim Umdrehen das kräftige gelb sehen und ihn deshalb im Wald lassen.

    Viele Grüße

    Ja das war für mich auch nicht leicht zu verstehen, aber anscheinend liegen sowohl P. cyanescens aus Nord Amerika und Europa, als auch P. azurescens genetisch zwischen geographisch getrennten Populationen von P. subaeruginosa in Australien. Da für P. cyanescens meines Wissens nach auch noch kein natürliches Habitat in Nordamerika gefunden wurde, scheint es tatsächlich im Bereich des möglichen, dass das alles P. subaeruginosa ist, die (absichtlich oder unabsichtlich) verbreitet wurden.

    Viele Grüße

    Hallo zusammen,

    ich versuche mir gerade etwas autodidaktisch das Mikroskopieren beizubringen und Dachpilze sollen da ja ganz gut geeignet sein. Dieses Exemplar habe ich mir heute mal angeschaut, ich hielt das für etwas aus dem P. cervinus Aggregat.

    Die Pleurozystiden mit Haken zu finden erwies sich auch als recht einfach, hübsche Gestalten.

    Und dann bin ich in der HDS auf Schnallensuche gegangen. Ich habe mit der Rasierklinge ein Stück Huthaut rausgeschnitten, in einen Wassertropfen auf dem Objektträger, gequetscht und habe das dann auf 400x mikroskopiert. Wenn ich es richtig verstanden habe, wäre das folgende eine Stelle an der ich nach Schnallen suchen müsste oder?

    Najut Pluteus cervinus agg. soll ja auch keine Schnallen haben, aber der Pilz machte nach etwa einer Stunde folgendes (zwar Kunstlicht aber unter einer Tageslichtlampe und daher recht farbecht):

    Und die Arten die das tun (salicinus clade und brunneidiscus clade) sollten doch eigentlich Schnallen haben. Was hab ich da falsch gemacht?

    Viele Grüße

    Hi,

    schicke Funde. Interessant, dass Psilocybe cyanescens bei dir auf dem Boden wächst, ich dachte den gibts hier nur auf Holzchips. Ich habe neulich ein unheimliches interessantes Paper zur Evolution dieser Art gelesen. Ich muss mich da nochmal durcharbeiten, aber wenn ich es richtig verstanden habe, gehen die nach Sequenzanalysen davon aus, dass Psilocybe cyanescens und P. azurescens aus Nordamerika mit der aus Australien eingeschleppten Art Psilocybe subaeruginosa sehr nah verwandt sind, von dieser abstammen oder sogar alle die gleiche Spezies sind. Dann wäre Psilocybe cyanescens eventuell eine Art die von Australien nach Amerika und von dort dann zu uns eingeschleppt wurde und sich auch hier immer weiter ausbreitet. Das Paper ist "Wood loving magic mushrooms from Australia are saprotrophic invaders in the Northern Hemisphere", McTaggart et al., 2024. Faszinierende Sache.

    Viele Grüße

    Hi,

    Schöner Fund, ich habe den in Deutschland tatsächlich noch nie gesehen. Witzigerweise war er, obwohl er ja als wärmeliebend gilt, in York, Nordengland recht häufig, sogar bis weit in den Oktober hinein.

    Viele Grüße

    Hallo,

    ich habe gerade das Thema gefunden und finde es recht interessant. Ich finde nämlich gerade des öfteren Dachpilze mit überwiegenden Grau- als auch leichten Brauntönen im Wald. Der Wald ist ein recht trockener Kalkblaubwald am Südhang, daher finde ich das Habitat etwas komisch für salicinus. Außerdem sind die recht zierlich und wenig gefasert am Hut, was wohl auch gegen salicinus spricht. Mikroskopisch sind aber Hakenzystiden da und vor allem werden die über Nacht am Stiel teilweise recht stark grün. Ich habe gelesen P. brunneidiscus kann diese Färbung auch haben, könnte das auch in die Richtung gehen? P. cyanopus sollte ja makroskopisch rausfallen, meine Bücher kennen mit der Färbung aber sonst nur salicinus. Ich finde zu brunneidiscus fast gar nix, außer dass es eine Amerikanische Art ist, die schon in Europa gesehen wurde und den für die Grünfärbung verantwortlichen Stoff enthält.

    Hier die deutlichen Grüntöne bei eingetrockneten Fruchtkörpern.

    Viele Grüße