Beiträge von kruenta

    Hallo, es ist kalt geworden und die Spätherbstpilze sind da


    1) büschelig wachsend, marmoriert, Lamellen leicht abtrennbar, Zwischenlamellen, Stiel auffasernd brechend, Geschmack und Geruch unauffällig pilzig, hier komme ich zu Lepista panaeolus.

    2) ein Stäubling auf einem diesjährigen Maulwürfshügel, an einer der fetteren Stellen der Wiese, die Stacheln lassen sich abwischen, aber nicht sonderlich leicht, mit Wurzeldingsda - hatten wir schon öfters im Forum und daher ohne Mikro Stäubling sp.

    3) am Wiesenrand, in Grabenähe mit Salix fragilis etc. ein Cortinarius

    4) Phaeolepiota aurea, schon von den Schafen (die sind heute umgezogen) teils niedergetrampelt, mit Lyophyllum

    5) 20 m weiter Geoglossum cf. cookeianum

    6) eine der vielen weißlichen kleinen Trichterlinge duftet ganz angenehm, mit Anisnote, vielleicht Clitocybe fragrans

    7) und schließlich noch eine Entoloma, eventuell E. infula, der hier auch früher im Herbst zu sehen war, dazwischen Jungfernellerlinge



    LG, Bernd

    Hallo,


    bei der Nr. 25 werfe ich mal Thelephora penicillata als Verdacht in die Runde. Wobei der genannte Polsterpilz auch nicht schlecht aussieht.


    Für "noch nie in den Pilzen" gewesen zu sein, sind die Bestimmungen schon recht beachtlich.


    LG, Bernd

    Moin,


    an einer Fichte, die auf der wind- und lichtabgewandten Seite eine alte Verletzung hat, wächst in Augenhöhe auf dem Totholz seit Jahren eine der "Nagelflechten". Leider grenzwertig für mein Makro. Auf den gestrigen Fotos ist aber mehr zu erkennen, als mir bisher bekannt war.

    Einerseits ist klar erkennbar, dass der Stiel aus einem Lager wächst

    und dass die älteren Exemplare (oder was ich dafür halte) am Apothecium ein neues Lager bilden und von da aus neue Nägel wachsen. Sowas ist ja von einigen Cladonien bekannt, aber von Chaenotheca habe ich derartiges noch auf keinem Foto gesehen.

    LG, Bernd

    n'abend,


    "ich geh' eine Rauchen" ist für jeden verständlich und bedarf keiner weiteren Rechtfertigung oder Erläuterung. Allerdings kann man die Zeit dafür viel besser verwenden. Zum Beispiel, um auf dem Boden rumzukrabbeln und Zeugs zu fotografieren :D


    1) weiße Becher auf Kiefernnadeln, die mit einer Suche nach Kiefernnadel im Forum zu diesem Beitrag Kiefernnadeln wo Matthias den vorgestellt hat Cyclaneusa minus

    nass

    nahezu trocken


    2) ein Glibberbecher, vielleicht Cudonia/Cudoniella, bis 3 mm groß, auf vermutlich diesjährigen Blättern

    3) auf Peltigera didactyla wächst ein anderer Pilz, keine Ahnung

    4) richtige Pilze gibt es natürlich auch viele (die Steinpilze und Pfifferlinge sind glücklicherweise vorbei und damit die Schwemme an Pilzesammlern). Ein roter Schleierling, vermutlich ein Hautkopf aus der Gegend von C. sanguineus, allerdings auf Sand bei Fichte und Birke, evtl. noch Kiefer

    5) ein einzelner Lappen von einer auffälligen Peltigera, beim Betrachten der Fotos sieht man den rechts oben davon viele dunkle Becher auf dem Moos - das muss ich mir morgen genauer anschauen

    6) ansonsten wachsen zwischen den Peltigeras (die hier auf den Namen "Bärentatzen" hören) Trichterlinge (?)

    und Rißpilze

    7) und diese Cladonia, die vor Altersschwäche umgefallen ist, fängt von den Apothecien her an, ein neues Lager auszubilden - wenn ich das richtig interpretiere


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    weil Corne gerade aus Schneeberg das Goldblatt gepostet hat - könnte meine Nr. 3 aus dem Eingangsthread und aus Post #3 nicht auch ein Goldblatt sein? Das wäre zwar außerhalb des bekannten Verbreitungsgebiets (für Polen kann man die Karte hier einsehen https://ffgp.botany.pl/pdf-120…t%20distribution%20of.pdf) aber nicht weit. Die gängigen Biotopbeschreibungen scheinen durchaus zu passen.


    Ob es Querlamellen gibt, habe ich leider nicht geprüft, so stark wie im Profil (Phylloporus pelletieri = Goldblatt) sind die jedenfalls nicht, das wäre auf dem Schnittbild zu sehen.


    LG, Bernd

    Hallo Thorben, Spinnenarten gibt es viele auf der Wiese. Das Objekt über alles ist nur 4 mm lang. Solch kleine Spinnen zu identifizieren ist recht schwer, selbst wenn man was davon sieht (Mikroskop und Genitalapparat präparieren). Und ich kann ehrlich gesagt gar nichts mehr von der Spinne erkennen. Vielleicht ist es ja auch eine Zeckenkeule, Käferkeule oder eine Zikadenkeule?



    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    die Wiesenpilzsaison scheint zu Ende zu gehen.


    1) reichlich vorhanden sind derzeit Cuphophyllus colemannianus, bis zu 8 cm groß

    2) noch zahlreicher Cuphophyllus virgineus, darunter in der Wiesenkeulenausgabe, keine Ahnung, was für ein Befall das verursacht

    3) Spinnenkeulchen, Torrubiella arachnophila/leiopus - die hatte ich letztes Jahr schon, wo nobi_† den richtigen Tipp hatte, diesmal von der Wiese (Beleg habe ich sichergestellt, thorben96 ggf. Interesse?)

    4) Auch im "Unterholz" der fetteren Stellen, ein behaarter Stielbecher, bei dem ich zu Crocicreas coronatum (cf.) komme.

    5) Und eine Puppenkernkeule

    LG, Bernd

    Hallo Michael,


    bei den Öhrlingen kommt man, wie ich immer wieder hören muss, eigentlich ohne Mikro oder Taschensequenzer nicht bis zu einer Art. Was man machen kann, um einen Überblick zu gewinnen, ist zum Beispiel pilze-deutschland aufzurufen, mit irgeneiner Art der Gattung, z.B. die hier https://www.pilze-deutschland.…kel-1870-unklares-taxon-1 - da finde ich "unklares taxon" schon eine sehr gute Artbeschreibung :D Und dann siehts Du unten links die Inventarliste, was es sonst in der Gattung gibt. Da kann man sich einen Überblick verschaffen, manchmal sind auch Fotos dabei, oder auf der Basis dieser Liste die Suchmaschine seiner Wahl befüllen und mit etwas Glück findet man Bilder aus einer Publikation oder anderweitig sicher bestimmte Bilder.


    LG, Bernd

    Hallo,


    (1) der Ellerling ist vielleicht Cuphophyllus colemannius


    (4) (7) und evtl. (8) gehören zu Entoloma serrulatum (oder Umfeld) mit den typischen gefärbten Lamellenkanten


    LG, Bernd

    Hallo Chris, danke für Deinen Vorschlag. Da bleibt mir wohl nichts übrig, als noch mal einen zu holen, um einen Sporenabwurf zu erzeugen. Das erste Exemplar wollte nicht so richtig, sah aber eher Richtung Braun aus. Wie ja auch die Lamellen oben an dem alten Exemplar. Deswegen habe ich ja Abstand von Lyophyllum genommen. Und dass genau das Büschel in der Mitte von ~10 solchen Bündeln eine andere Art ist, schon sehr unwahrscheinlich. Lepista sp. würde mit der vermuteten Sporenfarbe klarkommen, L. panaeolus kenne ich nicht, das war eher ein Platzhalter - und da gibt es ja noch ein paar exotischere Arten, wie L. multiformis ... Vermutlich wird es ohne Mikroskop bei Pilz sp. bleiben.


    LG, Bernd

    Hallo Martin,


    ein Stiel ist das nicht (Tulostoma hätte ich am ehesten hier erwartet, aber noch nie gefunden, nirgends).


    Das ist schon wurzelartig und läuft wohl auf eine der Arten hinaus, die kürzlich hier (Wer kennt Bovista furfuracea) erörtert wurden. Also Bovista pusilla/furfuracea/limosa, Bovistella radicata eher nicht. Da ich aber ohnehin keinen Beleg mitgenommen habe ... Womit B. cf. pusilla agg. bleibt.



    LG, Bernd

    Hallo, zur Nr. 3 habe ich noch ein Schnitt, bei Kunstlicht, aber nach einigen Versuchen mit dem Weißabgleich trifft dieses Foto die Farben ganz gut.


    Danke beli für die Rickenella fibula, die hatte ich schon öfters und war mir auch ziemlich sicher, dass ich die schon gesehen habe.


    LG, Bernd

    'nabend allerseits,


    heute war ich mal kurz einen sehr mageren Standort besuchen, also in kleineren Fragmenten sehr mager, da wechseln sich Hügel, von denen wenigstens einer in der Geokarte als Esker geführt wird, mit Bruchwald und nassen Carex-Beständen ab. Und die entsprechenden Übergänge dazwischen. Teils vielleicht auch Binnendüne. Also jedenfalls irgendwas Glaziales mit viel Sand.


    Mit Pilzen sah es aber eher dünn aus. Also jedenfalls in den Wiesenhabitaten. Und die im Wald habe ich großzügig ignoriert. Die Boviste könnten vielleicht interessant sein.


    0)

    Magerwiese

    Schwarzerlenbruch

    1) Peltigeras im Kollektiv, P. canina und P. rufescens


    auffällig behaarte Adern, was aber wohl trotzdem zu canina gehört

    2) diverse Cladonien

    3) ein Pilz, kann theoretisch auch ein Symbiosepilz sein, da am Waldrand (Fichte, Kiefer, Birke, Eiche), keine Ahnung, war ein Einzelstück. Auffällig die orangen Lamellen

    4) ein Bovist mit Wurzel, hatten wir glaub ich erst kürzlich im Forum?

    5) noch ein Bovist

    6) noch ein Pilz, am Moos wachsend, auch das ein Einzelstück

    7) irgend ein Ellerling oder so mit sehr charakteristischem Geruch, wo mir aber nicht eingefallen ist wonach. Dann noch die üblichen weißen Jungfern-Ellerlinge, schwärzende Saftlinge, einige Trichterlinge und Helmlinge in magerer Hanglage.

    8) das Nachbargrundstück wird seit ein paar Jahren vom Staat gepachtet, wiewohl bloß Sand, da werden EU-Subventionen angebaut. Die Parasole kommen immer noch trotz Pflügen.

    LG, Bernd

    Hallo Frank,


    ich hab den zwar selbst noch nie gefunden, aber was hältst du von Abortiporus biennis, in alt?


    LG, Bernd

    Hallo in die Runde,


    also ich würde Cornelius ja empfehlen, sich erstmals regional umzusehen und vielleicht seinen Standort zu outen. Wenn er auf Brandenburgs Sandwüsten sitzt, lohnt es sich wenig, ihm Almen, oder Flusshänge über Kalk zu empfehlen.


    Was man machen kann

    1) man sieht sich die Verbreitungskarten relevanter Arten auf pilze deutschland an, etwa die hier https://www.pilze-deutschland.…teoalba-rea-corner-1950-1 was auch auf Ebene des Bundeslands geht, damit bekommt man schon eine Vorstellung wo die Biotope liegen

    2) man sucht nach Biotopen die im Rahmen von FFH klassifiziert wurden, Lebensraumtypen 6210, 6230, 6240 und weitere (http://www.ffh-gebiete.de/lebensraumtypen/steckbriefe/) auch dazu gibt es Karten, und eine Liste von Arten - allerdings kennt die FFH Verordnung keine Pilze. Nach solchen Biotopen ("Lebensraumtypen") kann man auch in den umlegenden NSG suchen. Die Pflanzenlisten sind aber sehr speziell und unterscheiden sich von Land zu Land innerhalb der EU und natürlich auch innerhalb von Ländern sehr erheblich. Habe ich selbst teilgenommen an der Kartierung ...

    3) man nimmt an Pilzexkursionen teil und besucht Wiesenpilz- & Saftlingstreffen, die hier im Forum immer mal wieder offeriert werden


    Wolfgang hat einige Arten eingebracht, mein Kommentar dazu

    Sanguisorba minor (Wiesenknopf) - habe ich hier nirgends;

    Rhinantus (Klappertopf) - wächst bei mir nur in feuchten Bereichen, auf einer Wiese weiter weg, da sollte ich mal nachschauen;

    Betonica officinalis (Heilziest) - habe ich auf meiner Standardwiese, um die machen die Pilze aber einen relativ großen Bogen;

    Thymus - habe ich teilweise sehr reichlich, aber nahezu pilzfrei;

    Primula gibt es an Flusshängen, nicht mehr bewirtschaftet, verfilzt und kaum Pilze;

    Meum (Bärwurz) - gibt es hier gar nicht.


    Und da sieht man das Dilemma, dass die Arten, die an einer Stelle gut funktionieren, anderswo ins Leere führen. Deswegen meine Empfehlung, dies sehr regional anzugehen.


    LG, Bernd

    Hallo,

    also mit ganzen Gattungen als Zeiger funktioniert das nicht. Etwa gibt es vom Vergißmeinnicht auch Arten die extrem magere Standorte haben wie M. stricta oder M. ramosissima.


    Und gerade weil es auf solchen Standorten eine große Artenvielfalt gibt, nicht wegen der Magerkeit, sondern wegen der Bewirtschaftung, ist es schwierig dafür Zeigerpflanzen zu wählen. Es gibt auch artenreiche Fettwiesen in natürlichen Auen, wenn die nicht umgebrochen und statt dessen mäßig gemäht bzw. beweidet werden. Also Artenreichtum an sich ist kein Kriterium. Und dann geht Pilzvielfalt nicht unbedingt mit botanischer Vielfalt einher. Warum auch immer.


    Ich würde aber Hieracium pilosella in die Runde werfen, als eine Art wo man suchen kann.


    LG, Bernd