Beiträge von kruenta

    Moin zusammen,


    diesen Pilz habe ich gestern gefunden, nachdem die Schafe von dem Stück umgezogen sind. Vor Ort hatte ich nichts zum Fotos machen, deswegen nur einen mitgenommen. Die Bilder also nicht aus dem Biotop.

    Die Bilder von gestern, im trockenen Zustand relativ dunkelbrauner Hut.

    Auffällig, wie die Lamellen sich lösen. Ob die jetzt als frei oder als buchtig angewachsen zu bezeichnen sind?


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    Bilder von heute, die Büschel sind deutlich größer geworden und gehen komplett raus beim Versuch, einen zu lösen. Ständiger Lendregen. Deutlich heller im feuchten Zustand, allerdings hätte ich den Weißabgleich der Kamera auf "Wolken bis zum Boden" umstellen müssen, so ganz trifft es das nicht

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    der gestrige Pilz im heutigen Zustand, Hut immer noch dunkel und Lamellen deutlich rötend, womit ich bei Entoloma ankomme und die Ideen in Richtung Lyophyllum verwerfen muss.

    die Huthaut lässt sich zwar abziehen, aber in dicker Schicht mit einem Teil des Fleisches. Geruch und Geschmack sind unauffällig, allerdings ist das Fleisch von fester Konsistenz, vielleicht wie junger Steinpilz.


    Und nein, Mikroskopbilder kann ich nicht liefern. ggf. aber Bilder von morgen und übermorgen usw.


    Danke fürs Anschauen und ggf. sachdienliche Hinweise. Evtl. welche Arten noch in Frage kämen.

    LG, Bernd

    Moin,


    vor einigen Tagen habe ich am mageren Waldrand winzige Borstenbecher gefunden und auf dem Foto dann noch grüne Murmeln.

    Heute sind die Becher etwas weiter offen, aber nicht wesentlich größer.

    Mein Arbeitsname ist Trichophaea cf. gregaria, der laut heimischer Literatur 2-8 mm groß werden soll. Was dann am unteren Ende der Skala läge. Alle anderen evtl. noch in Frage kommenden Arten wären Erstfunde für die Gegend.

    Gleich daneben finden sich noch grüne Murmeln, die entweder bei Collema, evtl. C. auriforme, anzusiedeln sind, oder, da ich keine weiteren Flechtenstrukturen erkennen kann, es ist eine Nostoc Art ganz ohne pilziges Zubehör.

    LG, Bernd

    Moin Sebastian,


    tolle Funde.

    kannst Du was zur Bewirtschaftung sagen? Das sieht ja aus wie relativ späte Mahd. Anzeichen von Beweidung?


    Oder ist das mit "auf kleinem Raum" eher eine Rasenmähergrünfläche?


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    ich habe mir das Stück Publikation im DGfM Forum durchgelesen. So richtig überzeugen tut mich die Artabgrenzung mit überlappenden Sporenmaßen 12,5 * 8 vs. 10,5 * 7,5 nicht.


    Die alte E. incanum war (Fr.) Hesters 1967, das wäre jetzt s.l. Heißt die neue s.str. immer noch so? Deren Beschreibung müsste doch aktualisiert worden sein mit der Aufspaltung? Und dazu müsste man den Holotypus der Art neu untersuchen? Das wäre immer noch der von Agaricus incanus Fr. 1821. Stelle ich mir schwierig vor. Oder tut man einfach so, als wäre es keine Aufspaltung, sondern eine neue Art, weil der Holytypus in der Originalbeschreibung Sporen der genannten Größe hatte?



    LG, Bernd

    Hallo Rika, dass der Eichenwirrling normalerweise flach ist und mit eher ausgeprägter Kante, da stimme ich zu. Aber hier haben wir doch Pilze mit stark ausgeprägtem Wachstumswulst, und das Wachstum erfolgt ja nicht in der Dicke, sondern in der horizontalen Ausdehnung, so dass man nach erfolgtem Wachstum schon auf normale Formen kommen kann. Ich hab' leider kein Bild von jungen Eichenwirrlingen zum Vergleich.


    Lydia, vielleicht ist ein Bild vom aktuellen Zustand möglich?


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang,


    ICN ist da nicht sonderlich konsequent, und "other neuter words, are neuter" ist natürlich ein Zirkel. Ich bin ja durchaus für das Konservieren von Erstbeschreibungen, die daraus resultierten, dass die klassische Wissenschaftssprache Altgriechisch+Latein war. Dann sollte man aber auch Konservierung vor Generalität stellen.


    Insbesondere Prinzip V

    "Scientific names of taxonomic groups are treated as Latin regardless of their derivation." steht dem entgegen. Wobei dieses Prinzip ohnehin anmaßend ist. Man hätte es wenigstens "... sind gemäß der lateinischen Grammatik zu behandeln ..." formulieren können (damit man die Namen in einer lateinischen Beschreibung ordnungsgemäß verwenden kann).


    So wie es da steht, ist eine Gruppe von Personen übereingekommen, dass etwas Latein zu sein hat, ohne dass dies Muttersprachler, Sprecher oder Kenner der Sprache wären - von gelegentlicher oberflächlicher Nutzung abgesehen.

    Das ist so, als würde ein Rudel von Linguisten beschließen, dass die Banane ein Baum zu sein hat, schließlich hat jeder der Beteiligten schon Bananen gegessen und ist daher kompetent.


    Botanisch-mykologisch nach ICN ist eine Fachsprache (die in jeder Sprache gleich ist), die als solche Bestandteil jeder anderen Sprache, in der sie verwendet wird, als Soziolekt ist. So wie C6H7N oder Zeh-Oh-Zwei durchaus ein Teil des Deutschen, Fachsprache Chemie und angrenzend, sind, ohne dass man diese deutsch K6W7S oder KS2 nennen würde. Worauf ich hinaus will, es ist völlig unsinnig, die Namen nach ICN als Latein zu bezeichnen - es sind Namen nach ICN. Und da man derzeit Englisch als dominante Publikationssprache hat, ist Gender in Namen ohnehin hinfällig. Dann bleibt nur noch "Erstbeschreibung war E. incanum" - das wäre ein schlüssiges Argument.


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang,


    nein, mikroskopisch habe ich das nicht abgegrenzt (geht das überhaupt ohne Sequenzen?), aber man kann den Namen ja immer noch im antiken Sinne von vor der Abspaltung verwenden - ich weiß, dazu gehört dann die korrekte Autorenbezeichnung um das kenntlich zu machen. Aber Autorenbezeichnungen sind im Forum ja selten verwendet.

    Zum Neutrum - ich weiß, dass meistens incanum verwendet wird. Aber: es gibt im Lateinischen kein Neutrum mit -a. Es gibt nur Femina (der Normalfall) und spezielle Maskulina. Das Neutrum kommt von dem sehr seltenen altgriechischen λῶμα [https://lsj.gr/wiki/%CE%BB%E1%BF%B6%CE%BC%CE%B1], das sich in normalen altgriechischen Wörterbüchern nicht findet, sondern nur in linguistischer Hardcore-Literatur speziell zur Etymologie. Wird dadurch das aus griechischen Fragmenten zusammengesetzte Entoloma im Lateinischen zu einem Neutrum? Nein. Denn ICN sagt ja selbst aus, dass alle Taxa ungeachtet ihrer Herkunft (grammatikalisch) wie Latein zu behandeln sind. Folglich ist Entoloma als "lateinisches" Wort feminin, da keine Argumente vorgebracht wurden, warum es das auch noch mögliche Maskulinum sein muss. Ein Neutrum kann es auf keinen Fall sein.


    LG, Bernd

    Moin,


    noch ein paar Arten von der Wiese, die in den letzten Tagen dazugekommen sind


    1) eine kleine weiße Keulenkoralle, vermutlich irgendwas aus dem Umfeld von Ramariopsis subtilis agg.

    2) Clavaria gracilis

    3) eine relativ helle Zunge, die im Makro haarig aussieht, also wohl eher Trichoglossum - die Färbung kann natürlich auch vom Befall kommen

    4) Hodophilus foetens (s.l.), ziemlich klein, ~1 cm, mit der üblichen Duftnote


    5) Entoloma incana


    LG, Bernd

    Hallo Ulla,


    an den Papagei hatte ich auch gedacht, sonst die einzige hygrophane Art der Gattung auf meiner Wiese, allerdings sind alle anderen Kollektionen von dem viel kleiner und filigraner, mit flachem Hut und ohne rote Töne. Diese hier sind mindestens doppelt so groß.

    außerdem habe ich noch an punicea gedacht, dann aber eher am unteren Ende der Skala - den habe ich aber noch nie gesehen


    LG, Bernd

    Moin, Neuzugänge von heute,


    1) da wäre zunächst ein mittelgroßer hygrophaner Saftling mit von rosa ins gelbliche übergehenden Lamellen

    2) dann ein ziemlich großer Saftling, der aussieht, als ob er schwärzen müsste, stattdessen aber heller wird, 1 älteres Exemplar, die kleinen Gelben mit dem sehr langen&spitzen Hut gehören vielleicht dazu

    3) eine weiße Koralle, ob hier vielleicht der von Karl ins Spiel gebrachte Clavulinopsis dichotoma vorliegt?

    4) und eine gelborangeocker Keule, die vielleicht auf Clavulinopsis luteoalba hört (die hatte ich vor zwei Jahren und die war von Matthias Reul bestätigt worden), ob das mit dem Querschnitt und der Brüchigkeit aber hinhaut?

    LG, Bernd

    Hallo Karl, vielen Dank, eine Hypomyces, klingt plausibel.


    Aus der auch sehr ergiebigen Saison von vor zwei Jahren hatte ich etliche Belege von Erdzungen an Kucera geschickt. Davon war ein Einzelexemplar (ohne Foto) von etwa +/- 10 m der gleichen Stelle wie der heutige Fund. Dazu schrieb Kucera

    "

    But the second specimen is not G. umbratile.

    Your species has spores with 0, 7, 8, 9 septa and G. umbratile has usualy regular 7 septa.

    I don't know what is it. I think it is one member from Geoglossum fallax group. This group today counts cca 5 undescribed and not recognised taxa.

    "


    Dazu könnte dieses Exemplar gehören. Ob er da was hat sequenziert weiß ich aber nicht. Müsste ich mal nachhaken. Er hatte ja auch um weitere Exemplare gebeten.


    LG, Bernd

    Hallo Andy, gerade diese Wiese fällt eigentlich nicht unter unberührt. Die wurde zu Sowjetzeiten "melioriert" - also trockengelegt mit Tonrohren aller 15 m und einem Graben am Rand. Eigentlich gab es da nicht so viel zum trockenlegen, der Flecken mit Torf ist nicht groß. Da wo die Rohre verlegt sind ist der Boden natürlich vermauschelt und der Wuchs ist üppiger, insbesondere Schachtelhalme. Dann Kulturwiese. Erst seit den frühen 90ern wieder extensiv genutzt als Wiese/Weide. Gerade deswegen erstaunt es mich ja, dass die in Sachen Pilze so viel hergibt. Bei CHEGD bin ich so um 34 Arten, für die es mindestens einen Arbeitsnamen gibt.


    Deutlich natürlicher geht es im benachbarten Moor zu Hochmoor, Inseln im Moor und Schwingrasen


    LG, Bernd

    Moin,


    eigentlich wollte ich nur kurz nach der verzweigten weißen Clavaria/Clavulinopsis gucken ...


    Im Gestrüpp der Wiese gab es dann unter anderem

    1) eine gestielte sehr schlanke sattgelbe Keule, vielleicht in Richtung Clavaria flavipes oder Clavaria flavostellifera, die 2015 beschrieben wurde. Die scheinen erst zu kommen, aktuell sehr winzig und schwer ranzukommen, ohne die zu beschädigen. Beim nächsten Termin muss die Pinzette mit.



    2) eine braune Zunge, bei der ich zunächst auch braune Korallen/Keulen in Betracht gezogen hab, da die Abgrenzung von Löffel zu Stiel in der Form gar nicht passiert und in der Farbe nur sehr schwach, bei guter Beleuchtung. Gesehen habe ich zunächst nur die weißen (alt, jung oder schimmelig?) Exemplare

    Dazwischen eins ohne weiß

    und nach einigem Suchen noch ein großes Exemplar

    beim Ausgraben ist es aber trotzdem abgebrochen, hier die Bruchstelle

    hier sieht man endlich den Farbunterschied zwischen Löffel und Stiel

    Ach ja, der Hotspot mit den meisten Arten ist dieses Cluster aus (mit) Sandreitgras. Da sind aktuell vielleicht 15 CHEG auf ~150 m2 anzutreffen.


    LG, Bernd

    Hallo Rainer,


    1) C. militaris ist unverkennbar.

    2) und 3) die Richtung ist OK, irgendwas aus deren Dunstkreis

    4) Das ist einer aus der Gattung Thelephora (Erdwarzenpilze oder so), vermutlich terrestris. Waren da Bäume in der Nähe oder Totholz in der Nähe? Der kommt eigentlich nicht mitten auf Wiesen vor (glaube ich zumindest)


    LG, Bernd

    Hallo Wolfgang,


    danke - noch nie gehört von dieser Art. Leider scheint das nur ein Einzelexemplar zu sein - bisher jedenfalls. Den Standort gesichtet habe ich heute schon - also das mit dem Wiederfinden ist geklärt.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    anbei ein paar Funde von der Wiese der letzten Tage. Vermutlich eher nicht zu bestimmen und explizit keine Bestimmungsanfrage, aber Vorschläge sind natürlich gern gesehen. Und das Forum ist ja auch nicht gerade überlastet, jahreszeituntypisch.


    1) Hier bin ich bei Hygrocybe cantharellus, [EDIT: wurde zu H. constrictospora bestimmt (R. Irsenaite)]

    2) Aus dem schwärzenden Aggregat mit irgendwas blauschimmeligen, der interessanten Farbkonstraste wegen gezeigt

    3) kleiner Saftling mit orangen, herablaufenden Lamellen

    ein Baby am Fuße des "Großen":

    4) die sieht von der Form her ähnlich wie cantharellus aus, hat aber einen feinschuppigen, samtigen Hut, also keine Idee. Kann man cantharellus damit ausschließen?

    [EDIT: da komme ich mit dem Boertmann-Schlüssel schon makroskopisch zu cantharellus, und Sporen (ellipsoid bis bohnenförmig, ~10*6 µm) passen auch]

    anderes Exemplar, aber wohl die gleiche Art


    5) ein Einzelstück, das einstweilen weiterwachsen darf, blassgelb, also vielleicht H. chlorophana

    6) und eine Keule mit Stiel, bei der ich mir Clavaria falcata vorstellen kann, darf die auch an der Spitze so verzeigt sein? beide Bilder stammen von verschiedenen Stellen, das könnten also auch verschiedene Arten sein ...


    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    eine Entoloma, die einerseits so aussieht und andererseits auch bläuliche Töne an jungen Lamellen hat, habe ich gestern auch gefunden. Wenn ich dem Schlüssel (1999) der hiesigen Funga folge, was bei 15 Arten in der Sektion Lepiota eher nicht vollständig ist, komme ich zu E. chalybaeum var. luzulina. Ich gehe mal davon aus, dass E. chalybaeum zumindest ein plausibler Arbeitsname ist.

    Bei den beiden ist die Hutform wie in Thorbens Bild Nr. 5.

    LG, Bernd