Beiträge von kruenta

    Hallo Thomas,


    ich wollte doch nur darauf hinweisen, dass Mehl lediglich eine Form beschreibt, aber keinen Geruch. Dass man dazu sagen muss, welche Substanz mehlförmig vorliegend ist - der Geruch stammt von der Substanz, nicht von der Form. Die Idee, als Geruchsnorm Weizenmehl zu nehmen, ist ja nicht schlecht, denn das riecht halt überall mehr oder weniger gleich und die meisten Leute haben Weizenmehl zu hause oder unschwer Zugang dazu, um eine Nase davon zu nehmen. Und ich gehe davon aus, das Weizenmehl auch vor 200 Jahren schon wie Weizenmehl gerochen hat. Man muss aber schon dazu sagen, dass es um WEIZENmehl gehen soll, und nicht etwa um Buchweizenmehl oder gar Fischmehl ...


    Wie oft hat man mit nassem, ranzigen Mehl zu tun?


    LG, Bernd

    Hallo Oehrling,


    also wenn in der Beschreibung steht "riecht nach Mehl", bedeutet das, dass etwas keinesfalls nach Mehl riecht? Deswegen schreibt man ja auch bei allen roten Pilzen, dass die blau sind? Wenn das bedeutet "riecht wie Mairitterling" - was hindert daran, zu schreiben "riecht wie Mairitterling"?


    Wie die vielen Beispiele zeigen, verstehen viele Mitforisten den Begriff durchaus abweichend

    - Teig, der ein paar Tage steht [das ergibt nur bei Sauerteig Sinn, also wohl Roggen - das Weizenmehl kommt erst später in den Mischbrotteig]

    - Mehl im Haushalt [Weizen]

    - Bäckerei [Weizen, Roggen ...]

    - Mühle, frisches warmes Mehl

    - altes, feuchtes, ranziges Mehl


    Gerüche zu beschreiben ist meist schwieriger als das Beschreiben von Farben, wo man zum Beispiel Farbtafeln verwenden kann.


    LG, Bernd

    och sind das viele Beiträge ... meine Urgroßeltern waren Bäcker in Burgstaden - Ulla sollte das kennen


    Wie ich gelegentlich erwähnte habe ich einen Hof, wir mahlen unser Mehl selbst aus eigenem Getreide und backen u.a. auch Brot selber. Deswegen finde ich die Kategorie "Mehl" als Geruchsbeschreibung ja so nichtssagend, wenn man nicht dazu sagt, woraus das Mehl denn zu sein hat und in welchem Feinheitsgrad.



    LG, Bernd

    Hallo Stefan,


    nein, das sind sekundäre Assoziationen eines bestimmten Geruchs zu einer Farbe (etwa Viola odorata, →Veilchenduft und →violett). Es gibt keine Möglichkeit, mit der Nase die Frequenz elektromagnetischer Wellen zu erfassen (das Hirn kann das vielleicht noch, aber nicht in dem Spektralbereich). Theoretisch könnte man Substanzen haben, die unter der Einwirkung von Licht bestimmter Wellenlängen einen spezifischen Duft absondern, der dann gerochen werden kann. Aber das ist wohl ncht gemeint.


    Um auf das Ausgangsthema zurückzukommen, Mehl, das frisch gemahlen und warm ist (Mühle), riecht anders als das gleiche Mehl einen Tag später (Bäcker) kalt und ausgedünstet.



    LG, Bernd

    Hallo Oehrling. Das war eigentlich keine Frage, sondern eine Feststellung, dass die Bezeichnung sprachlicher Nonsens ist. Bzw. zur Kategorie "Siemens-Lufthaken", "Müllsäcke für den Spannungsabfall" oder "17er Linksschlüssel" gehört, die der Ausgrenzung Nichteingeweihter dienen (Sprache hat viele Funktionen). Das was Du nun einbringst, wäre "Teiggeruch", der wiederum sehr von der Art der Zutaten abhängt, zumal der mykologische Begriff hinreichend alt ist, und aus einer Zeit stammte als noch jedes Dorf Bäcker hatte, wenn nicht gar im Haushalt gebackenes Brot.


    LG, Bernd

    Hallo,


    immer wieder stolpere ich über den "mehligen Geruch". Ich gehe davon aus, das damit "Geruch wie Weizenmehl" Typ 405 gemeint ist.


    Mehl bezeichnet die Konsistenz von etwas, das gemahlen wurde. Es gibt Roggenmehl, Reismehl, Maismehl, Fischmehl, Kreidemehl ... Die Konsistenz ist Gegenstand der Haptik, die kann man nicht riechen. Sowenig wie man "blau" riechen kann.


    LG, Bernd

    Hallo Hu, das Exemplar vom 29.10. war ein ganz vorzüglich junges Exemplar mit noch halbkugeligem Hut (wenige Tage vorher waren die Lepista noch nicht zu sehen), der beim Ernten auch noch ganz normal roch. Erst auf dem Tisch muffelte der. An Lepista besteht hier kein Zweifel, eher ob L. nuda nicht vielleicht ein Aggregat ist.


    Meine Bemerkung zu fehlenden Schleiern bezogen sich auf die Ausgangsfrage ganz oben von Jasmin.


    LG, Bernd

    Hallo allerseits,


    ich hab ja nun mehrere der Rötelritterlinge auf dem Hof oder angrenzend, darunter im jungen Kiefernwald solche, die ich für L. nuda halte. Da hatte ich neulich diesen einen mitgenommen, um ihn der Pfanne aus L. personata + C. virgineum beizumengen. Der Standort ist bekannt und der ist jedes Jahr dort, zumeist in mehr oder weniger ausgeprägten Hexenringen anzutreffen. Dieses Exemplar (bei geringem Frost eingesammelt) roch dann aber so muffig, dass ich es verbannt habe.

    29.10.

    warum der so farbig im Schnitt wurde, keine Ahnung

    12.11. aus der gleichen Kollektion

    16.11. ebenda


    Den gelblichen Ton der Hüte in den Bildern im Eröffnungspost des Threads sehe ich in Kunstlicht + Weißabgleich der Kamera. Ich halte nach wie vor Röttelritterling für plausibel. Die Pilze sind ja ungeputzt und da sollte man doch wenigstens irgendwo Spuren des Schleiers sehen, wenn es denn ein Schleierling sein soll.


    LG, Bernd

    Hallo Felli, hallo Anna,


    Anbei Fotos von den eingetrockneten Exemplaren mit Bemaßung. Geschrumpelt sind die beim Trocknen so auf 60-70% der ursprünglichen Größe. [Die Unterlage ist tatsächlich grellblau, das verhindert, dass der Weißabgleich zusätzliches Blau reinmischt - primitiv, aber funktioniert.]

    Und ja, die Farbreaktion auf KOH ist kraß (die Konzentration weiß ich nicht, das ist einfach filtrierte Lösung von Holzasche, aber kaum mehr als 5%). Damit kann man die Gattung wohl auf Ionomidotis festnageln?

    Danke und beste Grüße,

    Bernd

    Hallo Martin, das sieht als Biotop doch ganz einladend aus. Wenn selbst bei mir noch Erdzungen vorhanden sind, hast Du im nicht so arg sonnigen Süden bestimmt noch ein paar Wochen Zeit, welche zu finden.


    LG, Bernd

    n'Abend,


    da es hier ohnehin OT gegangen ist, folge ich dem Trend und melde Zweifel an Claudias These an

    ist das Wissen um die Heilkraft der Pilze mit der Hexenverbrennung ausgestorben

    ja, ich weiß, das wird immer wieder kolportiert, wird dadurch aber nicht richtiger


    mitnichten ging es bei den Hexenprozessen um die Auslöschung irgendwelchen alten Wissens. Wenn man sich mit den Prozessunterlagen befasst, findet man meistens ganz banale Streitigkeiten, dass das Getreide durch Wetterzauber zerhagelt wurde, die Kuh durch den bösen Blick krank geworden oder ein eigenes Leiden vom fiesen Nachbarn durch Fluchen verursacht wurde. Das Problem bei der Geschichte war, dass die Beweislast meistens beim Beschuldigten lag. Oder dass die Schuld durch ein Gottesurteil ermittelt wurde, wer ertrank war unschuldig und damit rehabilitiert - meistens aber leider tot. Wenn sich wer weigerte zu ertrinken, dann wurde nachgeholfen.



    LG, Bernd

    n'Abend allerseits,


    im Auwald auf Hasel habe ich diesen Pilz gefunden, aus dem ich mir keinen Reim machen kann. Der wächst relativ unregelmäßig in der Form, aber vom Ansatz her oft wie ein Öhrling zusammengerollt, um dann im oberen Teil nach außen umgekrempelt zu werden. Vom Substrat her könnte man Kleiebecherlinge vermuten, aber die habe ich dieser Tage noch mal zum Vergleich aufgesucht - ne, da passt so ziemlich gar nichts.



    Vielleicht hat wer 'ne Idee, was das sein könnte?

    Danke für's Anschauen,

    LG, Bernd

    Hallo Ingo, kannst Du was dazu sagen, wie die sich entwickelt und wie lange die erkennbar ist/war? Ich hatte die ja vor zwei Jahren auf meiner Wiese (von Matthias Reul mikroskopisch abgesichert), aber die dann nicht mehr gefunden - sodass ich von ausgeprägter Kurzlebigkeit ausgehe. Ähnlich wie bei Clavaria rosea in diesem Jahr, die am Folgetag schon welk war.


    LG, Bernd

    n'abend miteinander,


    im Mischwald, überwiegend Fichte, steht ein Cluster dieser Pilze. Auffällig die Ringe auf dem Hut. Daneben reinweiße Pilze mit Marzipanduft, die ich für H. agathosmus halte und an der Stelle schon öfter gefunden habe. Es besteht zwar eine gewissen Ähnlichkeit, aber die grauen haben keinen Geruch und sind in der Konsistenz wie Schmalz. Die weißen sind außerdem mittig nicht vertieft und die Lamellen wirken dicker. Clitocybe martiorum hat einige Ähnlichkeit.


    Zudem habe ich auf dem Hof, auch bei Fichten, ein Batzen von grauen Pilzen deren Hüte sich ellerlingsartig hochkrempeln, allerdings sind hier die herablaufenden Lamellen klar abgesetzt. Auch der von breiiger Konsistenz, ohne Geschmack. Als Auffälligkeit vielleicht noch, dass der Stiel recht tief in den Boden reicht.

    LG, Bernd

    Hallo Claudia,


    es ganz erschließt sich mir nicht, warum man Mist auf Wiesen ausbringen sollte. Mist gehört auf Äcker, um dann zügig untergepflügt zu werden. Ansonsten geht doch alles wertvolle im Mist stiften. Jauche vielleicht. Vielleicht ging es aber auch nur um Flächen, damit der Mist entsorgt werden kann? Der klassische Hof hatte Vieh und Pflanzenbau, womit sich Futter, Streu und Mist im Kreislauf ergänzten.


    Wenn die EU naturfreundlichere Viehwirtschaft haben würde wollen, dann könnte sie die Auszahlungen entsprechend gestalten. Für Vieh nur in der Höhe, wie auch angemessen Weide und Wiesen vorhanden ist. Auszahlungen gestaffelt nach Größe, je mehr Vieh desto geringer der Betrag pro Tier usw. usf. Da mit Verboten beim Verbraucher anfangen zu wollen ist absurd. Und in der Landwirtschaft gibt es ohnehin keine Marktwirtschaft, nicht in der EU. Da ist die EU Politik viel zu dominant, sehr regulierend, ohne indessen Planungssicherheit zu geben. Doch, die Idee ist genau die, die kleinen Höfe plattzumachen [dazu braucht man nur Politikern zuzuhören oder EU paper zur CAP zu lesen - in Neusprech heißt plattmachen dann natürlich "Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit"]. Irgendwann wird es aber auch den größeren Höfen an den Kragen gehen, damit die in irgendwelche börsennotierten Zockerfirmen aufgehen können. Dann ist der Landwirt nur noch Pächter einer Franchise ...


    Und was Lobby angeht, in manchen Ländern heißt das Korruption und ist ganz böse, in anderen Ländern heißt das Lobby und ist voll demokratisch.


    LG, Bernd

    Hallo Claudia,


    hat Dich schon mal jemand nach dieser Ausnahmegenehmigung gefragt? Meinst Du, dass die Leute, die Dich von Amts wegen danach fragen dürften, in der Lage sind, einen Saftling zu erkennen? Betrifft diese super-duper-totale Verbot nicht nur die Gattung Hygrocybe? Von der man, mit etwas gutem Willen und Literaturstudium fast alle Arten wegbewegen kann in neu kreierte Gattungen?


    ach ja, die bösen Landwirte mit ihrem Mist. Anstatt sich über den einen Landwirt zu freuen, der bisher anscheinend alles richtig gemacht hat, kommt gleich wieder das Ärgern über all die anderen. In vielen Fällen braucht ein Landwirt schon ein sehr dickes Fell, um immernoch kleinteilige Wiesen zu bewirtschaften und einen kleinen Viehhof zu führen. Die GAP möchte alle Höfe industrialisieren, konsolidieren - also die kleinen weg und die großen so groß, dass das Vieh auf keine Weide mehr passt. Dann hat man reine Stallhaltung mit Sojafutter aus dem Amzonasgebiet. Und es braucht gar keine Wiesen und Weiden mehr. Zudem möchte die EU ja das fleischfressen am liebsten ganz abschaffen, dann gibt es gar kein Vieh mehr. Der Umwelt zuliebe sozusagen


    LG, Bernd

    Hallo Sebastian, wie auch gerade wieder in dem Saftlingstreffen zu sehen war, hilft Mikroskop oft genug auch nicht weiter. Die letzte Keule Nr. 5 hatte ich im vorigen Jahr an BILAS gegeben, da gibt es Mikroskope, aber viel zu wenig Leute und sowieso niemanden für Wiesenpilze. Von dort ging der zum Sequenzieren - ergebnislos (keine Ahnung wo, und warum ohne Ergebnis).

    Um ein Wiesenbiotop zu haben, bedarf es zunächst der Verfügung darüber, dann braucht man Vieh und landwirtschaftliches Gerät, ein bissel Arbeit ist auch dabei, dann kann man da Wiesenpilze suchen und fotografieren und so weiter ... Diesen ersten Teil ignorieren die meisten Wiesenpilzfreunde ja gern oder nehmen es als selbstverständlich an, dass irgendwer sich darum kümmert und ihnen die Pilze bereitstellt. Das mag bei Parks und Friedhöfen gegeben sein, aber bei Wiesen nicht mehr so selbstverständlich.

    Aktuell steht auf der Liste sehr weit vor einem Mikroskop ein neuer Trecker (mein aktueller muss ein Montagsmodell gewesen sein, von vorm Frühstück),

    LG, Bernd

    'abend,


    ein paar Keulchen der letzten Tage,


    1)

    2)

    3) evtl. identisch mit 1)

    4) vermutlich irgendeine Typhula

    5) das könnte in Richtung C. kriegsleineri/daulnoye gehen, die steht da schon seit mindestens 2..3 Wochen, und war auch im letzten Jahr da

    LG, Bernd

    Ja, P. hymenina kann man ebenfalls nicht ausschließen.


    Das was mit Adern gemeint ist, gibt es nur auf der Unterseite. Die beigefarbenen erhabenen Strukturen sind die Adern/veins.

    Oberseits hat man nur Trockenrisse oder manchmal aderähnliche Vertiefungen, die aber diagnostisch nicht so wichtig sind. Die sind jedenfalls nicht gemeint.

    LG, Bernd

    Hallo Marcel,


    es ist eine Peltigera. Aber eine ganz kleine, man sieht kaum was. Die wachsen sonst gern formatfüllend. Vom Biotop her, kann man P. membranacea wohl ausschließen, die mag es deutlich feuchter als "Kiesgrube". Was man nicht sieht, ob es Adern gibt (unterseitig), und ob die Oberseite glatt ist oder leicht filzig - sie sieht glatt aus, aber wenn man nur so ein kleines Stück hat, ist das schwer zu beurteilen. Die Rhizine würde ich vom Typ her als büschelförmig (fascicular), am Ende auffasernd ansehen. Man erkennt, dass Apothecien wachsen, aber die eine die etwas größer ist, zeigst Du nur von der Rückseite (Bild 1, links am Rand). Jedenfalls welche vom sattelförmigen Typ.


    Vom Biotop her kämen einige Arten in Frage, davon würde ich didactyla ausschließen, die hat eigentlich nur zusammengerollte Apothecien. P. canina hat ganz andere Rhizinen.

    Bleiben P. rufescens (die sollte eigentlich andere Rhizinen haben), P. ponojensis (sehe ich noch nichts, was dagegen spricht), P. monticola (von der ich noch nicht genau weiß, was das ist) und eventuell P. malacea (die hätte unten keine Adern und wäre dunkel, die kenne ich auch nicht).


    Ein Bild mit den Adern könnte weiterhelfen. Und Peltigeras entsprechen selten den Vorstellungen, die diverse Schlüssel von ihnen suggerieren ...


    LG, Bernd