Naturschutzthemen – Landwirtschaft – Deutschlands Natur
Ja, das Problem ist multidimensional wie so oft. Vom Prinzip ist auch der Verbraucher hauptsächlich daran Schuld. Das Problem ist aber, dass die meisten Menschen in der Bevölkerung gar kein Bewusstsein dafür haben wie ihr Konsumverhalten unsere Umwelt negativ beeinflusst. Bestes Beispiel kürzlich: ein Wal strandet, ein Einzelfall wird zum Politikum und emotionalisiert, Wal tot, Bevölkerung traurig, schwamm drüber. Die Fischindustrie wird trotzdem so weiter machen weil alle Fischstäbchen essen.
Eigentlich müsste die Politik als oberste Instanz Aufklärung im großen Stil betreiben und Auflagen für die Betriebe schaffen aber hier sind die finanziellen Interessen zu groß.
Die Großindustrielle Agrar-Lobby hat anscheinend sehr viel Einfluss eben weil sie mit den großen Händlern Verträge machen und das Gro der Bevölkerung dort kauft.
Ich bekomme hier im Münsterland regelmäßig Wutanfälle, weil hier viele agroindustrielle Betriebe deutlich negative Einflüsse auf die wenigen intakten Wälder, Moore und Flusslandschaften nehmen. Was hier stellenweise an Aufwand betrieben wird um die Flächen für die Landwirtschaft nutzbar zu machen geht auf keine Kuhhaut mehr (pun intended). Hier waren früher, bevor die Landwirtschaft industrialisiert wurde, viele Heideflächen. Davon ist nicht mehr viel übrig und das was übrig ist, wird von Brombeere, Knoblauchrauke, Springkraut und anderen Stickstoffindikator Pflanzen durchzogen. Kurzum: Wälder sind bis auf wenige Mikrostandorte im Arsch. Und den Landwirten, denen die Wälder stellenweise gehören, ist das anscheinend total wumpe.
Ich bin auch nicht zwangsläufig Fan davon Pflanzen genetisch zu manipulieren. Im Optimalfall sollten wir wieder eine Kehrtwende schaffen, was unser aller Konsumverhalten betrifft.
Aber das ist leider eine Mammut-Aufgabe und wohl utopisch. So sehr ich die Gänge in die Natur genieße blutet mir gleichzeitig das Herz.