Beiträge von ogni volta

    Bei Gallerttränen gibt es die Besonderheit, daß die Sporen nur dann ihre wahre Septierung zeigen, wenn sie beim Abwurf auch in Kontakt zum Hymenium stehen. Wenn man einfach einen normalen Abwurf macht, hat man fast nur unseptierte Sporen.

    Wie stellt man denn das an? muss man die FK auf dem OT mit irgendetwas beschweren?


    Ich denke deshalb, dass Polytrichum piliferum hier das Wirtsmoos ist und dass es sich bei Deinen Mossbecherlingen um die häufige und in sandigen Heidelandschaften fast überall zu findende Octospora humosa handelt. Die Sporen sind zwar etwas klein (evtl. noch nicht ganz reif), ansonsten passt aber alles.

    Hallo Ingo, ich danke Dir für die Moosbenennung und Deinen Vorschlag zur Octospora, soweit ich das beurteilen kann passen die Merkmale gut zu dem was ich im Netz zu O. humosa finde. Evtl sind sie in der Entwicklung stehen geblieben als einmal Frost gab.


    VG Ingo

    Hallo Pablo und Björn, ihr seid ja schnell! Danke für eure Kommentare.

    Btw gibt es eigentlich eine „Entwurf speichern“ Option hier im Forum? Das wär praktisch, ich hatte nämlich Angst dass wenn ich den Tab einfach offen lasse um ein paar Stunden später weiter zu schreiben ich irgendwann rausgekickt werde und alles nochmal neu schreiben darf..

    Oben haben sich ja noch ein paar Fehler eingeschlichen und auch die Bebilderung würde ich nochmal ändern später..


    Egal jedenfalls hab ich mich über die Dakryomyces auch gewundert, denn ich fand auch nach langem Suchen keine Basidien (Pommesgabeln) wie ich sie von anderen Heterobasidiomyceten kenne. Allerdings muss ich zugeben zuvor noch nie eine Gallertträne mikroskopiert zu haben und dachte mir vielleicht sind die halt besonders..

    Man geht zur Hauptsaison ja gerne an sowas vorbei.. :whistling:

    Die Sporenträger die ich fand waren unseptierte Stiele mit straussartigem Sporenansatz, wogegen die Sporen aus dem Abwurf, wie ihr bemerkt habt einen deutlichen Apikulus haben. Mysteriös, denn ich habe den FK des Abwurfs mikroskopiert:/

    Übrigens in Kongo, das Bild war schlecht ausgesucht stammt wohl irgendwo aus der Mitte die kaum Farbe angenommen hat, ich füge später noch bessere ein.
    Bis denne, Ingo

    Servus zusammen, trotz wechselhaften Wetters musste ich mal wieder raus, zu lange war ich nicht im geliebten Wald. Es ging ein kleines Stück entlang des fränkisches Dünenwegs, einer postglazialen Binnendüne. Auf Pilzliches hatte ich gar nicht gehofft, sondern wolle eigentlich mal ein paar bunte Flechten näher betrachten (dazu werd ich irgendwann noch meinen Erstbeitrag im Unterforum versuchen) dennoch gab es überraschend sogar auch einige -für mich- besondere Pilze zu bestaunen.


    unter wenigen Zentimetern Boden kommt der Sand, daher die charakteristische äußerst karge Vegetation


    1) Zunächst fand ich an Kiefer diesen hübschen gehirnigen Zitterling, der sich nach dem Durchschneiden auch als solcher bestätigen ließ. Weil er auch im Innersten ganz ansehnlich ist habe ich ihn trotzdem auch noch unters Glas gelegt.


    Tremella encephala



    2) Nicht weit enfernt stachen mir diese knall orangen Gallerttränen ins Auge, ebenfalls an Kiefer, überraschend knackige fast schon harte Konsistenz, wahrscheinlich noch ganz jung.

    Dakryomyces spec.



    da sie überraschend eine Menge Sporen abgegeben haben, traute ich mich sie doch noch zu mikroskopieren in der Hoffnung sie wären reif


    das sieht eher wie Konidiophore aus?

    Sporen:

    (13.8) 14.2 - 16.3 (16.4) × (5.2) 5.6 - 6.3 (6.4) µm

    Q = (2.4) 2.5 - 2.8 (3.1) ; N = 22


    Makroskopisch hätte ich auf D. chrysospermus gehofft, aber dafür sind die Sporen zu klein, vielleicht was aus der D.stillatus Gruppe, aber ob man da weiterkommen kann und ob die Sporen dann doch überhaupt reif sind weiß ich nicht.


    3) Ähnlich wirds mir mit diesem Moosbecherling auf Drehzahnmoos Hornzahnmoos (Ceratodon purpureus) und Frauenhaarmoos (Polytrichum piliferum) (Danke Ingo!) gehen, für mich ist die Gattung in jedem Fall bereits ein Erstfund, sodass ich mir sehr gefreut habe.

    IMG_3710.JPG


    Rand schwach definiert? eher keine Haare?


    Paraphysen mit feinen roten Granula, aufgeschwollenes Endknöpfchen, leicht gekrümmt


    interessanterweise färbt sich in Lugol alles graublau an- ist das typisch für Oktopspora?



    Sporen mit großem Öltropfen, in bwb erhitzt 1000x lässt sich ein sehr diskretes feines Ornament gerade erahnen (kein Foto geglückt)

    (17.1) 17.2 - 20.6 (20.7) × (10.9) 12.1 - 13.7 (14.5) µm

    Q = (1.3) 1.4 - 1.57 (1.6) ; N = 21


    Bei schlappen 90 Arten komm ich ohne Erfahrung hier nicht weiter, mit dem Schlüssel auf octospora.de komme ich am ehesten zu cf O. gyalectoides aber ich vermute da kommen noch mehrere in Frage.. ;)


    // jetzt werd ich unterbrochen, damit nicht alles verloren geht schick ichs trotzdem schon mal ab und ergänze hoffentlich heute Abend, bis dahin! Ingo


    4) So jetzt gehts weiter, ein Letzter fehlt nämlich noch. Mitten im Sand hätte ich die nicht vermutet.. doch da standen diese büschelig wachsenden Clavariae.

    Nachdem ich oben schon meine Unkenntnis der Moose bewiesen habe, konntet ihr mir hier schon helfen, denn die ursprünglich in Erwägung gezogene C. sphagnicola wirds damit nicht sein, denn das Moos sollte wenn ich die Bilder mit denen der Oktospora vergleiche kein Sphagnum sondern ebenfalls Polytrichum piliferum sein. Dazu hätte auch der SporenQ nicht gepasst. Besser passt C. argillacea, die allerdings mit Krähenbeeren assoziiert sein soll, die ich zumindest auf meinen Fotos nicht erkenne; im Feld habe ich mangels Wissen darum nicht darauf geachtet. Was meint ihr?



    IMG_3726.JPG



    Basidien 4-sporig


    ob das wirklich Schnallen sind oder nicht eher kleine Knospen weiß ich nicht



    Sporen allantoid mit großem Öltropfen (evtl auch nur ein Zeichen der Überständigkeit?)

    (8.7) 9.6 - 11.5 (13.6) × (4.3) 4.6 - 5.49 (5.5) µm

    Q = (1.7) 1.8 - 2.4 (2.5) ; N = 23


    Danke fürs Mitkommen und für eure Kommentare,

    alles Gute fürs kommende Jahr!

    Ingo

    Hallo Till, an ein Graublatt musste ich vor Ort auch denken wegen des auffällig starken Geruchs, aber dazu habe ich keine Literatur und außer Th. rancidum auch noch nie welche in der Hand gehabt- so habe ich auch von L. platypus noch nicht gehört. Im Netz fand ich diese Dokumentation aus Frankreich, die makroskopisch gut damit vereinbar ist, jedoch mikroskopisch schlankere Sporen hat.

    Na vielleicht verschlägts mich nochmal in die Ecke, wenn es noch brauchbares Material hat werde ich versuchen nochmal die notwendigen mikroskopischen Daten (Zystiden etc) nachzuliefern.

    Viele Grüße und danke für Deinen Kommentar,

    Ingo

    Das wär was durchgefroren auf einer Wintertour.. vielleicht sollte ich einen Waldkiosk aufmachen- „Ogni‘s Baum Boazn“ oder „Das Trameten Eck“? „Zum Goldenen Zitterling“?
    Da gibts dann auch Flammkuchlinas, wem der Mettwurschtomyces zu deftig ist. Mahlzeit!

    Das sind ja tolle Ornamente, Andreas, da wird ja die Ming Vase neidisch! Vielleicht könnte die fehlende Färbefreudigkeit meiner Becher auch daran liegen, dass sie doch mal Frost abbekommen haben.. oder eben der Torschlusspanik-Sporenabwurf. Am bwb liegt es jedenfalls nicht, wie man an den Sporen des ersten Beitrags sehen kann die nur wenige Sekunden gefärbt und nicht erhitzt worden sind. Falls da im Frühjahr wieder welche wachsen werde ich sie mir nochmal vorknüpfen.

    Danke für Deine Kommentare,

    Ingo

    Hallo Andreas, an diese Möglichkeit habe ich ja noch gar nicht gedacht, das könnte natürlich auch sein und alles über den Haufen werfen. Werden denn auch unreife Sporen abgeworfen? die Bilder stammen von einem Sporenabwurf, ich hatte gehofft das würde mich vor unreifen bewahren...

    LG Ingo

    Servus, also ich hab mal ein bisschen Sporen in bwb geköchelt das geht ja leichter als gedacht. Durchs Erhitzen kommt das Ornament wirklich etwas besser raus. Die Sporenhülle hat sich nicht abgelöst, ich habe in drei Stufen erwärmt: von leichter Vergrößerung der vorhandenen Bläschen bis zum sprudelnden Kochen (geht schneller als gedacht, also aufpassen in Zukunft!). Erstaunlicherweise hat das kurze Aufkochen die Sporen auch noch nicht zerstört. Da habe ich ihnen wohl zu wenig zugetraut. Weiter in der Bestimmung bringt mich das natürlich nicht sonderlich (außer dass ganz andere Arten damit auszuschließen wären). Da werd ich aufgrund der Wurzeln und kurzen Haare bei cf. kerguelensis bleiben.



    Viele Grüße und noch schöne Feiertage

    Ingo

    Hi Pablo, Danke dass du dir ein Herz genommen hast auf so eine greuliche Anfrage überhaupt zu antworten! und sorry für meine späte Reaktion. Mettwurstomyces soll leicht säuerlich/rettichartig riechen, das hier war schon recht eindeutig gurkig, also nicht essiggurkig. Aber was leider noch viel eindeutiger war, ist der Sporenabwurf. Der war nämlich weiss =O damit und weil ich leider nicht dazu gekommen bin sie rechtzeitig zu verwursten wirds leider auch nicht mehr rauszubekommen sein. Lediglich der Sporenabwurf hat sich gehalten, aber es sind halt auch so Allerweltssporen, inamyloid. Schnallen konnte ich noch finden in der Lamellentrama, der Rest war verschimmelt.



    (5.1) 5.5 - 6.5 (6.7) × (3.3) 3.9 - 4.8 (5) µm

    Q = (1.1) 1.3 - 1.5 (1.6) ; N = 33


    Aber zumindest kann ich so den schönen fettigglänzenden Pappelblattscheinschüppling weiter jagen :P

    Viele Grüße Ingo

    Servus Andreas, ich stimme Beli zu, definitiv Mistelsamen! Der Schuss ging allerdings daneben, der hätte auf einem Ast landen müssen. Durch die schwer oder gar unverdauliche, stark klebrige Hülle haftet der ausge*** Samen im Idealfall auf einem Ast des Baumes auf dem sich das Vögelchen niedergelassen hat, keimt dort und versenkt seine „Wurzeln“ in dessen Fleisch. Misteln kannte ich bevor ich nach Franken zog vor allem von großen Weiden oder Pappeln in Flussnähe, aber hier besiedeln sie in großer Zahl auch die allgegenwärtigen Kiefern, sodass die grünen Schleimbatzen ein häufiger Anblick sind. Ich hoffe nur nicht irgendwann mal davon getroffen zu werden<X

    Lg Ingo

    Hallo Martin, schön dass du nochmal dort warst, ich finde das hat sich gelohnt! Tolle Bilder, insbesondere auch die Mikrofotos:thumbup:

    Du hast schon makroskopisch durch gutes Beobachten einen Treffer gelandet und eine spannende Diskussion hat sich entwickelt, was willst du mehr :gzwinkern:

    LG Ingo




    Servus Martin, toller Pilz! Ich kenne ihn nicht, daher kann ich auch nur sagen, könnte ich mir vorstellen..;) aber was ich mir auch vorstellen könnte ist dass er hübsch unter den Mikroskop ausschaut. Falls du ihn mitgenommen hast kratz doch mal mit einer Nadel ein paar Perithecien (die Punkte) raus und guck sie dir mal an. (Und zeig sie uns! ;) LG Ingo

    Grüß dich, letztens hatte ich A. retrigurga auf Moos, ebenfalls ohne Adern, was mich stutzig gemacht hat und da hab ich auch einen Schichtpilz in Erwägung gezogen (zB Muscinupta laevis) aber durch den deutlichen Apiculus den ich meine auf Deinen Bildern zu sehen glaub ich hier schon eher an Arrhenia. Die Adern kommen halt erst im Alter raus..;)

    Liebe Grüße Ingo

    Servus zusammen, gestern fand ich im Auwald folgende saprotroph auf Linden und Eschenblättern wachsenden recht kleinen Winterpilze. Auffallend war ein starker Mehlgeruch. Die Huthaut war graubraun (auf dem Foto zu braun, im Orignial mehr grau), faserig eingewachsen und eher trocken, dennoch hygrophan. Hutdurchmesser ca 1-2cm. Die Lamellen standen untermischt, breit bis ausgebuchtet angewachsen und kaum herablaufend. Der Stiel war längsfaserig und hohl mit deutlichem basalen weissen Myzelfilz. Ich tue mich hier mit der Gattung schwer. Von Ferne hatte ich auf Meottomyces gehofft weil ich den schon länger mal finden wollte, aber dafür ist er natürlich viel zu hell, zu klein und auch sonst passt nix;). Aber auch bei Collybia oder Clitocybe kann ich ihn nicht wirklich unterbringen. Abwurf läuft und im Laufe der Woche werde ich nochmal genauer reinschauen hoffentlich, aber vielleicht hat ja von euch schon jemand makroskopisch eine Idee?





    Viele Grüße Ingo

    Servus Jan! Schöner Fund die Crinula/Holwaya! Die Hauptfruchtform hast du sogar schon, nur vermutlich wegen der Begeisterung über die Streichölzler übersehen. Ich markier sie mal wenn’s recht ist:



    Das sind mit meine Lieblingspilze :love:
    Liebe Grüße

    Ingo

    Moing Felli, danke für Deinen Kommentar und den Tip mit bwb, ich hatte bei anderen Ascos oft die Erfahrung gemacht dass das die Sporen sehr schnell verunstaltet, aber eigentlich ist das ja egal wenn es einem nur um das Ornament geht! Das Erhitzen hatte ich gelesen, da besorg ich mir mal eine Holz Wäscheklammer von einem Nachbarn, dann probier ich das noch.
    Bzgl crinita sollten sich doch mehrfach verzweigte Wurzeln finden lassen - oder kann die auch mit „Pfahlwurzel“? das war zumindest der Grund warum ich sie eingangs ausgeschlossen hatte.
    Aber ich glaube der Running Gag bei Scutellinia ist dass es immer auch crinita sein könnte :D

    Servus derweil,

    Ingo

    Servus liebe Freunde der kleinen Becher, als Beifang auf der Schwarzbechersuche habe ich letzte Woche die folgenden Scutellinias eingesteckt. Um nicht die Allgemeinheit mit makroskopisch fast gleich aussehenden Haarbecherchen zu langweilen hänge ich das mal hier an- wer sich dafür interessiert findet das dann schon. Fundort war ein Erlenbruch auf einem sehr stark vermorschten Erlen- oder Eschenstamm. Die Farbe war ein etwas blasseres orange und auffällig waren die makroskopisch bei manchen FK kaum zu sehenden Randhaare, sodass ich zunächst mit der Gattung gar nicht mal so sicher war. Mikrosopisch hat sich aber dann doch schnell Scutellinia bestätigt. Überraschenderweise bin ich mir bei dieser Art sogar relativ sicher, da die Merkmale eigentlich alle sehr gut zu S. kerguelensis passen. Trotzdem möchte ich sie euch gerne vorstellen, erstens weil ich mir als Anfänger nie wirklich sicher sein kann und zweitens weil ich im Forum noch keinen bestätigten Eintrag dazu gefanden habe, falls es denn eine sein sollte.


    So sahen sie aus:

    l

    Leider bereits recht düster, neben verschimmelten Lycogalla epidendrum. Das Holz war weich wie pulled pork; entnommen wurden mittig und oben rechts.


    FK ca 4mm



    Haar jung gestreckt, alt leicht S förmig, mit 6-12 Septen, 354-458µm lang, 20-31µm breit


    Wurzeln meist abrupt endend, selten bifurcat (s. links)


    Paraphysen: Zytoplasma orange, mit erweiterten Endschlegeln


    Asci um 270-300µm Länge


    Sporen breitellipsoid, dickwandig, wirkten ohne Färbung für mich glatt (cave nicht mit den groben zytopl. Granula verwechseln)


    erst mit Bwb zeigten sich in höherer Konzentration (normalerweise nehme ich die Standardlsg 50:50 um die Toxizität etwas zu vermindern und mehr als 10 Sek. zur Begutachtung zu haben bis nur noch Kaffeebohnen zu sehen sind..) sehr feine punktförmige Warzen. Schwer zu sehen und noch schwerer zu dokumentieren (s. Pfeil)

    (21.3) 21.8 - 24 (25) × (14) 14.9 - 16.1 (16.2) µm Q = 1.4 - 1.5 (1.6) ; N = 28


    Damit lande ich bei Scutellinia kerguelensis


    für kritische Kommetare bin ich wie immer dankbar,

    schöne Woche euch,

    Ingo

    Servus Felli, es gab keine Reaktion auf Iod, die Zwiebel hab ich nicht mit KOH gebeizt- macht man das so mit Zwiebeln? :P was kann man damit unterscheiden?


    Hypocrea passt doch wunderbar!
    … gibt aber nur 75 Arten mit Teleomorphen in Europa- da wird mir wohl die Gattung reichen. Cool dass du die erkannt hast! Merci!
    Ingo


    edit: cool ich sehe grad dass ich mit meiner irrsinnigen Vermutung es könnte irgendetwas aus der weiteren Trollhand Verwandtschaft sein gar nicht soo weit weg gelegen bin, die heißt immerhin Hypocreopsis. Hypocrea wird dagegen in keinem meiner Bücher aufgeführt.. Es wird doch langsam Zeit mir einen Ellis zuzulegen glaub ich;)

    Servus zusammen, vor 2 Wochen habe ich einen kleinen abgebrochenen Erlen- oder Kirschenast aus einem Entwässerungsgraben am Rande eines Erlenbruchs mitgenommen. Darauf befanden sich mehrere braune, kissenförmige, derbe jedoch nicht solide Fruchtkörper von 1-6mm Größe. Im Schnitt waren sie innen hohl und ungestielt. Eine Seitaufnahme ist mir nicht geglückt. Man kann sich das aber vielleicht so vorstellen als würde man in ein Fensterleder von unten eine Hand hineindrücken und von oben drauf schauen. Die Asci befinden sich wiederum in kleinen zwiebelförmigen Perithecien, wie man sie beispielsweise von Epichloe oder Cordyceps kennt. Leider wollten sie in den letzten 2 Wochen nicht nachreifen, sodass ich nur unreife Strukturen präsentieren kann. Vielleicht hat dennoch jemand von euch schon mal sowas gesehen? Meine Recherche ließ mich planlos zurück.



    beim Menschen würde ich sagen "Alterswarzen" ;)



    Quetschpräparat, die zwiebelförmigen Ascuslager (Perithecien) haben ihren Inhalt ausgespuckt


    "Zwiebel"


    Stroma


    (noch die reifesten) Asci



    ob das eine Spore ist oder was anderes kann ich nicht sagen, es war ein Einzelfund, ein Abwurf hat nicht geklappt


    Edit: Felli brachte die Gattung Hyopcrea Spiel, damit ist klar, dass das obige Bild keine Spore ist, zumindest nicht von den obigen FK, das untere jedoch schon eher...

    Ich war also mangels Erfahrung auf der vollkommen falschen Fährte:haue:

    und habe meinen Sporenabwurf in die Tonne gekloppt weil da nur Hyphen und winzige runde Sporen zu sehen waren, die ich für Schimmel-Konidien hielt- schliesslich war der Abwurf leider auch einige Tage zu lang im Kühlschrank und beim Öffnen der Tupper kam mir ein vertrauter Geruch von Biotonne entgegen...


    Zum Glück bin ich außerdem aber auch sehr faul und habe den Objektträger noch nicht abgewaschen sondern nur zu den anderen in ein Cocktailglas geworfen. (das gibt dann auch eine leckere Brühe wenn man das zulange stehen lässt) Naja, in dem Fall hatte ich tatsächlich Glück und konnte das richtige wieder herausfischen - und tatsächlich war noch alles da! Der Abwurf hat also doch geklappt:giggle:


    Ich hätte mir nicht vorstellen können dass das Ascosporen sein sollen- aber auch hier hats Felli durchschaut: es sind Teilsporen (60/100x10):


    P1012030.JPG



    Toll, ich freu mich sehr über die Auflösung!


    Viele Grüße,

    Ingo

    Hallo Martin, schön dass du da dran geblieben bist! Wenn der Geruch bei alten FK auftritt, könnte es natürlich auch ein Saprobiont sein der für den Geruch verantwortlich ist.

    Zu deinen kleinen Objekten (12): das sind Konidiosporen, wie du richtig vermutet hast, die hier als Sekundärsporen abgeschnürt werden. Wenn du dir gezielt die Sporenenden ansiehst wirst du bestimmt welche finden an denen sie noch anhängen.
    schönen Abend, Ingo


    edit W war schneller;)

    Servus Felli, für S cejpii passen die Sporenmasse in der Tat besser! die Apothecien sind zwar dafür recht klein gewesen (bei mir bis 3mm), die Haare sind auch etwas zu kurz und die Basis dürfte noch mehr Wurzeln haben aber im Endeffekt ist das eine Frage der Gewichtung der Merkmale und der möglicherweise variablen individuellen Ausprägung sodass da wahrscheinlich die Sporenmasse etwas stärker zu werten sind. (Abwurf in isotoner Lsg eines reifen FK vorausgesetzt). Ich belasse es mal wie nicht anders erwartet bei einem cf ;) LG Ingo

    Hallo Malone und Nobi, danke für Eure Kommentare! So richtig passt das ja nicht von der Sporenform, aber mit subhirtella haben sie zumindest die meisten Merkmale gemein. Was ich vergaß zu erwähnen war, dass einige wenige auch auf dem Erdboden direkt vor dem Stamm wuchsen- aber ich vermute dass sich dort auch abgewitterte Rinden/Holzbestandteile im Sandboden befanden.

    LG Ingo

    Servus liebe Becherfreunde,

    im September entdeckte ich erstmals diese Schildborstlinge auf einem teilentrindeten Kiefernstubben. Zunächst habe ich sie geflissentlich ignoriert... :gpfeiffen: Dann habe ich irgendwann doch mal aus Versehen welche eingesteckt. Erstaunlicherweise haben sie mindestens 6 Wochen im Kühlschrank überlebt bevor sie endlich geschimmelt sind!! Wow :thumbup:

    Letzte Woche kam ich wieder daran vorbei und habe all meinem Mut zusammengenommen und wieder welche eingesteckt, diesmal mit der festen Abmachung sie nicht wieder verschimmeln zu lassen. Ich finde sie ja so schön- aber leider halt auch nicht soo einfach für einen Beginner wie mich. Naja man wächst an seinen Aufgaben :gkopfkratz:

    Ich danke euch wie immer für euren Senf! und egal wie falsch ich lieg, ich freu mich dass ichs zumindest mal durchgezogen habe:)


    So wohnten sie (ich weiss... das krustige wär bestimmt noch spannender... aber nene, vergesst!!! es!!!)



    Haare 237-414 µm x 22-33µm mit 1-3 furcaten Wurzeln



    Paraphysen


    Sporen eher mittel bis großwarzig (?) relativ homogen verteilt, bis 1,2µm hoch und bis ca 2,2µm breit


    hier kann man die Höhe der Warzen abschätzen


    mit schiefem Finger

    (21.1) 21.3 - 23.8 (23.9) × (11.2) 11.6 - 12.9 (13.3) µm

    Q = (1.7) 1.8 - 1.9 (2) ; N = 16


    Aufgrund der kurzen Haare, den ellipsoiden, grobwarzigen, relativ gleichmäßig verteilten, nicht netzigen Sporen und 1-3 furcaten Wurzel lande ich am ehesten bei S. subhirtella? wenngleich die Sporen dafür etwas schlank sind und die Haare noch länger sein dürften... :grolleyes: jaja... oder halt doch eine gewöhnliche S.crinita mit Kurzhaarschnitt.


    viele Grüße Ingo