Beiträge von Steigerwaldpilzchen

    Hallo,


    danke für eure Antworten. Ich bin auch eher nach dem Ausschlussprinzip vorgegangen. ;)


    Eine Hasel/Hainbuche/Birke (allg. Betulaceae) war weit und breit nicht zu sehen. Den Beißenden Hasel-Milchling kann ich aber schon allein deshalb ausschließen, weil dessen Milch mit KOH gelb anläuft, wie ich erst bei einem kürzlichen Fund eigens verifiziert habe. Ansonsten hast du schon recht, der ähnelt makroskopisch durchaus dem gezeigtem, ist tendentiell aber auch zerbrechlicher, gerade im Stiel.


    LG Thiemo

    Hallo,


    ich hätte gern eure Meinung zu folgedem Milchling, der mich seit Jahren beschäftigt.


    - Gefunden bei Fichte, Kiefer, Buche auf saurem Boden - Begleitpilz Lactarius helvus
    - Milch bleibend weiß, mit KOH keine Reaktion

    - Geschmack der Milch: Nach wenigen Sekunden deutlich bitter, zusammenziehend und auch scharf, aber keineswegs extrem scharf

    - Geruch: Wenig charakteristisch

    - Hut: Angedeutet zoniert am Hutrand

    - Lamellen: Realtiv entfernt stehend

    - Stiel: festfleischig


    24.09.20



    Gleiche Stelle vor über 3 Jahren (15.08.17)



    Sporen aus Abwurf in MELZER (x1000[Öl])

    Unter 8 Mikrometer Länge: ~6-8x 5-6, mit unvollständigem Netz, Ornament maximal ~1 Mikrometer





    Lamellenfläche mit Pleuros in SV (x400)


    Pleuros in Wasser (x1000[Öl])

    Fusiform ~70x9 Mikrometer


    Einzelne Pleuro in SV (x1000[Öl])


    Ich sehe keine wirkliche Alternative zum Verbogenen Milchling. Nur der nicht sehr scharfe Geschmack irritiert mich. Gibt's noch andere Ideen?


    LG Thiemo

    Hallo Christoph,


    danke für deine ausführliche Antwort. Das grünen der Hutoberfläche mit NH3 und der im Vergleich zum P. validus vom letzten Jahr schmächtigere Habitus sind mir bei diesem Fund auch aufgefallen.


    Nun, ich werde die ganzen Krempling zukünftig testen um zu schauen wie variabel die Reaktion ist und warte bei den Unsicherheiten hier mit der Kartierung ab.


    Eine Bonusfrage hätte ich noch :): Wie bekommt man von den Fruchtkörpern ein Rhizomorphen-Präparat hin? An der Stielbasis war bisher bei jedem Exemplar so viel Moos/Gras/Erdpartikel festgebacken, dass ich nie eine Chance gesehen habe ein Präparat zum Nachweis der Kristalle anzufertigen.

    LG Thiemo

    Hallo,


    es gibt sicherlich Überschneidungen in der ökologischen Amplitude, aber ja so ist mein Stand. Ich finde zumindest in unseren sauren Wäldern den Edel-Reizker ausschließlich an geschotterten Wegrändern, sonst nirgends. :)


    LG Thiemo

    Hallo,

    Die verfärbung (Zeit des Umschlagens von orange- nach weinrot) taugt aber in der Tat nicht zur trennung von Lactarius deliciosus. Das ist bei beiden Arten ungefähr gleich.

    Da kann ich mich nur anschließen, um eine weitere Beobachtung/Meinung einzubringen. Die Milch bleibt lange karottenrot und blasst schließlich aus. Und L.quieticolor ist bei uns häufig, da saure Böden vorherrschen sogar häufiger als der kalkliebende L.deliciosus.


    LG Thiemo

    Hallo Phillip,

    Der Fleischrote Speisetäubling ist da farblich sehr variabel und rotbraun ist auch möglich. Bilder geben das oft schlecht wieder. Das dürfte ungefähr deine Farbe sein:


    Russula vesca



    Das andere Extrem:


    Weitere Pro-Argumente sind die Y-förmig gegabelten Lamellen und die ockerlichen Flecken an der Stielbasis, was man auf deinen Bildern auch erkennen kann. Jetzt schau'n wir mal ob sein Sporenpulver rein weiß ist. :)


    LG Thiemo

    Hallo,


    #1 hätte ich jetzt mit dem bereiften, matten Hut als Harten Zinnober-Täubling Russula lepida angesprochen. Die Lamellen/Sporenpulver sind mir für R.olivacea auch zu hell.

    #2 ist sicher kein Ockertäubling. Was es sonst sein kann fällt mir auswendig gerade nichts ein.

    #3 seiht nach dem Fleischroten Speise-Täubling Russula vesca aus.

    #4 wie riecht der denn am nächten Tag?

    #5 auch hier glaube ich nicht an R.olivacea. So richtig rein, leuchtend rot kenne ich die Art nicht.


    LG Thiemo

    Hallo,


    nachdem ich letztes Jahr hier meinen Fund des Großen Kreplings Paxillus validus eingestellt hatte, möchte ich euch erneut einen Krempling zeigen.

    Ob man jetzt P.validus mit P.ammoniavirescnes synonymisieren kann muss man spekulieren, jedoch habe ich bei diesem Kremplingsfund die Hutoberflöche mit Konzentrierter Ammoniaklösung betropft und siehe da, es ergibt sich eine graugrüne Färbung. Diese entsteht nicht direkt an der Berührungsstelle mit der Base, sondern durch den flüchtigen Ammoniak. Nach wenigen Sekunden verblasst das Graugrün schon in ein schmutziges Grau-Violettbraun.


    Wuchs unter alten Birken und Buchen am Rande eines Friedhofgeländes. Hutdurchmesser des größten, ausgewachsenen Frkp. 12cm.





    Ist eine derartige Reaktion bei den anderen Kremplingen auch bekannt? Hat das jemand schon getestet?


    LG Thiemo

    Hallo,


    Danke für eure Antworten.Ich hatte fast schon befürchtet, dass da nichts genaues rauskommen wird. Dass es schon so weit ist, das Ganze nur noch nach Sequenzen zu schlüsseln ist schade. Als Hobbymykologe ist man da außen vor.


    Selbst wenn du dem Gröger folgst, brauchst du ein Mikro um weiter zu kommen.


    Das habe ich, daher die Angaben zur Sporengröße. Arg viel mehr Mikromerkmale fragt GRÖGER bei den (in Frage kommenden Arten) nicht ab. Bei Arten die ich ausschließen kann (Ökologie, andere abweichende Merkmale) bloß noch Cheilo-Maße.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,

    in unserem Garten erblicke dieses putzige Kerlchen das Licht der Welt. Mein erster Fund eines Zwergchampigons. Gern hätte ich ihn bestimmt gesehen, wohl wissend dass diese Gattung dafür schlecht geeignet ist ... :whistling:


    Hut: 2cm, +/- bis zum Rand mit rotbäunlichen Fasern, auf Druck gilbend

    Lamellen: blass graurosa, frei
    Stiel: weißlich, Basis deutlich knollig verdickt, auf Druck gilbend, mit KOH deutlich gelb färbend

    Geruch: deutlich mandelartig

    Sporen: unter 5 Mikrometer lang (~4-5 x 3-4 Mikrometer)


    Nach GRÖGER sind die wahrscheinlichsten Kandidaten Agaricus purpurellus / Agaricus dulcidulus. Entscheidende Merkmale: Knollige Stielbasis, gilbend, mandelgeruch, rotbraun faseriger Hut, Sporen unter 5 Mikrometer.


    Hat jemand mehr Erfahrung mit den Kleinen und mag sie mit mir teilen?








    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    ich habe seit ein paar Tagen änliche Probleme. Nutze gleichen Computer und Einstellungen wie immer. (Firefox 80.0 64-bit.)



    Zumindest eine kurze Nachricht wäre super, um zu wissen ob man die Warnung ignorieren kann. Vielleicht sitzt Christoph ja auch schon dran.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,

    So einen eher seltenen Fund könnte man molekular absichern - hast Du noch ein Exsikkat?


    Das ist ein tolles ein Angebot, danke. Ja ich habe ein Exikat von einem weiteren Fruchtkörper. Wenn es möglich wäre würde ich das gerne zuschicken. Da ich so etwas noch nicht gemacht habe wäre eine kurze Anleitung zur idealen Verpackung gut.


    Christoph: Ja das ist mir ausch schon aufgefallen, dass die Farbe des Sporenpulver sich verändert. Die Angabe IIb hier ist vom nächsten Tag nach zusammenschieben und fixieren zwischen zwei Objektträgern.
    Fernab diesen Fundes habe ich auch eine kleine Sporenpulversammlung von verschiedenen, häufigen Russulas angelegt. Da musste ich aber feststellen, dass trotz lichtgeschützer Lagerung die Farben über längere Zeit nicht ganz konstant bleiben.


    Bei R. faustiana stört mich das auschließliche Vorkommen unter Fagus - da waren bei mir sicher keine. Sonst auch ein guter Kandidat.


    LG Thiemo

    Hallo,


    beim nächsten Täubling, wo ich Karbolfuchsin brauche wird das getestet. Danke für euren Hinweis!


    Die allgemeinen Tipps zur Bestimmung von Griseinae im Nachbarthread habe ich bereits durchgelesen. Natürlich musst du das nicht noch mal schreiben. Ein paar Griseinae kann ich wegen der tönnchenförmigen Elemente der HDS ausschließen. Aufgrund der deutlichen Gabelung der Lamellen vor dem Stiel wäre R. subterfurcata oder auch R. galochroa denkbar, welche auch ein etwas gratig verbundenes Sporenornament haben dürfen. Marxmüller schreibt zudem bei Beiden von einer ocker-orangegelblichen Eisen(II)sulfat-Reaktion. Allerdings sind diese wohl durchweg selten, daher ist das Ganze mehr wie unsicher. Aber spannend sind die Täublinge doch immer! :)


    LG Thiemo

    Hallo,


    Matthias hat ja schon ein paar Zeilen geschrieben, aber einen Punkt möchte ich noch mal betonen.


    Die Art Perlpilz Amanita rubescens (=rötend) heist auch Rötender Wulstling. Das kann kein anderer heimischer Wulstling. Nie wird ein Pantherpilz im Fleisch röten! Wenn die Rötung fehlt oder nur schwach ist, müssen auf jeden Fall die anderen Merkmale gecheckt werden, v.a. rübenartige Knollenform, geriefte Manschette.

    LG Thiemo

    Hallo,


    erst eimmal danke für euer Feedback.


    Bei der Angabe des Sporenpulvers habe ich wohl geschlampt, da hast du Recht Oerling. Das ist das Problem von Copy&Paste aus alten Beiträgen ;).

    Weiß ist es natürlich nicht sondern cremfarben IIb. Also sicher kein R. vesca. Sry wegen der Verwirrung.


    SV mische ich immer frisch auf dem Objektträger aus Vanillin und 70% Schweelsäure, daran kann es also nicht liegen. Dahe rbin ich heute noch mal losgezogen jund konnte noch einen nicht mumifizierten Fruchtkörper bergen und erneut unter die Linse legen. Siehe da, dieses mal hat die Färbung besser geklappt. Keine Ahnung was da beim ersten Versuch schief gelaufen ist:


    HDS in SV x1000(Öl)




    Sporen in Melzer x1000(Öl)


    Das mit dem EIsensulfat ist komisch. Ich habe die grünlichen Kristalle von Eisen(II)-sulfat Heptahydrat und die funktionieren normalerweise immer wie beabsichtigt. Letztes Jahr auch noch bombig bei R. heterophylla = lachsorange.


    Auch denke ich, dass vom Karbolfuchsin nach 1 min(!) Waschen in HCl sich auch jede Inkrustation wieder entfärbt hat (ich wasche eher so 2 sek., und dann schnell mit Wasser hinterher).

    Das ist interessant, Wolfgang. Die Färbung mit Karbolfuchsin mache ich nach den Angaben in "The Genus Russula in Great Britain" von G. Kibby. Dort steht unmissverständlich "exactly one minute" für die 3% Salzsäure. Zumindest bei R. turci & amethystina hat das geklappt und ich konnte die Inkrustierungen sehen .... Das nächste mal probiere ich auch mal deine Methode.


    LG Thiemo

    Hallo zusammen,


    "Nicht noch eine Täubling" ist hoffentlich nicht die Reaktion auf meine Anfrage, da momentan ja bereits Einige diskutiert werden.

    Dieses Mal habe ich keine konkrete Idee zur Art und würde mir Input erbitten. ==Pilz26

    Nach den Merkmalen fallen mir nur noch GRISEINAE als Möglichkeit ein und da sehe ich nicht nur aufgrund der unklaren Taxonomie, sondern auch aufgrund mangelnder praktischer Erfahrung kein Land.


    01.07.2020

    Ökologie: Friedhofsgelände mit vielen alten Eichen und wenigen Kiefern

    Hut: Durchmesser 6 cm, vorwiegend blass cremefarben mit Mischfarben, bei einigen Exemplaren mit gemischen graulila am Hutrand, Huthaut ~ zu knapp 1/2 des Radius abziehbar, Fleisch unter der Huthaut ungefärbt

    Lamellen: cremefarben, vor dem Stiel bei einigen Exemplaren mit Gabelung, spröde

    Stiel: weiß, zur Basis ockerfleckig

    Fleisch: recht fest, keinesfalls weichlich

    Geruch: typisch schwach obstartig-täublingsartig

    Geschmack: mild

    Sporenpulver: Weiß Creme IIb (MARXMÜLLER), (EDIT*23.06.21): knapp einen Tag nach aussporen dunkel Creme IIc-d

    Sporen: recht klein 5,5-7 x 5-6,5, mit isolierten, ca. 0,5 Mikrometer hohen, abgerundete Warzen, welche nur selten einzelne Verbinungen, selten auch Gabelungen haben

    HDS: Ohne inkrustierte Elemente, In SV kaum anfärbbare Zystiden, tönnchenförmige Zellstrukturen vorhanden

    Guajak: negativ (langsame Reaktion in 20 Sekunden), (EDIT*23.06.21): bei frischen Frkp. schwach (nach 5-10 Sekunden beginnt langsam der Farbumschlag)

    Eisen(II)sulfat (EDIT*23.06.21): zügig ockergelb bis aprikosenfarben, am nächsten Tag schmutzig schiefergrau mit ockerton und blass rosa Rand


    Was ich ausschließe:

    R. parazurea: Sporen mit netzartigem Ornament

    R. aeruginea: Violetttöne der Huthaut und fehlende Grüntöne

    R. medullata: Sporenpulver dunkler

    R. sublevispora: Ornament schwächer


    Vielleicht doch R. ionochlora, oder etwas richtig ausgefallenes oder doch keine GRISEINAE?



    Sporen in Melzer x1000(Öl)


    HDS in Leitungswasser x1000 (Öl) (für alle Puristen ;))


    HDS in Kongorot gefärbt x1000(Öl)


    HDS nach Behandlung, nach Karbolfuchsin 10min - 1min HCL 3% waschen - Leitungswasser x1000(Öl)


    In SV habe ich keine Bilder gemacht, weil ich effektiv nichts gesehen habe. Wobei auch kein Ergebis ein Ergebnis ist - ich gelobe Besserung. :)


    Mit Glück gibt's auch noch frische Fruchtkörper am Fundort, falls noch etwas zu erheben wäre.


    LG Thiemo

    Hallo Jörg,


    ich wünsche Dir natürlich Gute Besserung und dass das nicht die letzte Parkrunde in diesem Jahr war. Du zeigst immer so viele, schöne Funde, wie auch dieses Mal. Einige der seltenen Röhrlinge wollen von mir noch gefunden werden.


    LG Thiemo