Hallo Feinschmecker!
Zunächst einmal vielen Dank für die detaillierten und fachkundigen Ausführungen. Das ist ja interessant und kompliziert zugleich ...
Im Schnelldurchgang werde ich mir das Wissen nicht aneignen können, soviel steht fest. Ob es sich hier um eine interessante bzw. erhaltenswerte Sorte handelt, können also allenfalls einige wenige Experten beurteilen.
Hier im Forum habe ich schonmal über Teile meiner Plantagen berichtet:
Thema
Der Traum von meiner eigenen Trüffelplantage ...
... soll möglichst bald im Landkreis Gießen Realität werden.
Auf so eine Schnapsidee kann man nur kommen, wenn man berauscht oder verzweifelt ist. Letzteres war bei mir 2020 der Fall, Pandemie-bedingt war ich praktisch arbeitslos und es war einfach kein Licht am Ende des Pandemie-Tunnels sichtbar.
Um die Freizeit sinnvoll zu nutzen, habe ich mich meinen seit Jahren brach liegenden landwirtschaftlichen Flächen zugewendet. Eine Obst- und Nussplantage anlegen wäre doch eine feine Sache,…
Allerdings ist das nur ein Teil. Neben den genannten Arten habe ich einen weiteren Teil mit ein paar Dutzend Obstbäumen bepflanzt, wobei auch vier verschiedene Quitten, einige schwarze Maulbeeren, Mehlbeeren (da wusste der Händler selber nicht so genau, was das ist
), Speierlinge etc. dabei sind.
Die größte Bandbreite habe ich jedoch bei den Juglandaceae zu bieten: Aus den Gattungen Juglans und Carya habe ich so ziemlich alles gepflanzt, was ich bekommen konnte: Neben der Walnuss und Schwarznuss auch Intermedia-Hybridnüsse, Butternuss J. cinerea, Felsennuss J. microcarpa, Arizona-Schwarznuss J. major, japanische Walnuss (Herznuss, J. ailantifolia var. cordiformis) und mandschurische Walnuss J. mandshurica. Letztere musste ich sogar molekulargenetisch bestimmen lassen, weil der Verkäufer eine augenscheinlich unzutreffende Bezeichnung verwendet hat.
Bei Carya sind es Schuppenrinden-Hickory, Pekannuss, Königsnuss und Hican-Hybridnuss (aus Hickory x Pecan). Das funktioniert mittlerweile angesichts des Klimawandels, die Jungbäume - zum großen Teil aus von mir aus Kanada importiertem Saatgut selber gezogen - haben den Winter gut überstanden. Nüsse werde ich allerdings erst im Rentenalter ernten können, denn das dauert so 10 - 15 Jahre. Neben der bekannten Pekannuss sollen die Nüsse von Hican und Königsnuss noch schmackhafter sein:
https://en.wikipedia.org/wiki/Burton_(nut)
Ein weiterer Nachteil der Hickories ist die starke Neigung zur Alternanz, weshalb das - wenns dumm läuft - zu sehr unregelmäßigen und unkalkulierbaren Erträgen führt. Schließlich bilden die Jungpflanzen zuerst eine wirklich extreme Pfahlwurzel aus, was die Anzucht und Verpflanzung nicht gerade einfach macht.
Carya ist eine Gattung für Liebhaber mit viel Geduld.
Aber sowas (Obst- und Nussplantage) ist ja sowieso generationenübergreifend zu planen, daher habe ich auch reichlich hitze- und trockenheitsverträgliche Arten gewählt. Für ganz junge und frisch angepflanzte Exemplare ist die schon als extrem zu bezeichnende aktuelle Hitze- und vor allem Trockenheitsperiode eine Bedrohung, deshalb fahre ich fast täglich tonnenweise Wasser zu meinen Bäumchen.
Standort meiner Plantagen ist Kreis Gießen in Mittelhessen. Wegen der Quitten werde ich dir noch eine PM schreiben, da habe ich Interesse.
Beste Grüße,
Frank