Beiträge von frank2507

    Guten Abend allerseits,


    diese beiden Exemplare habe ich heute an einem noch recht vitalen Apfelbaum in 63939 Wörth am Main gefunden. Weinbauklima, keine 100 Meter vom Mainufer entfernt auf ca. 130 Meter über NN.


    Wenn der an Kiefer wachsen würde, hätte ich ihn mir gar nicht näher angeschaut.


    Daher meine Frage, ob es einen Doppelgänger gibt oder diese beiden Exemplare sich im Substrat geirrt haben.


    Beste Grüße,


    Frank


    Danke für´s Zeigen! Ich habe den noch nicht in Natura gesehen. Nach deinen Fotos und den Warzenbändern um die Stielknolle zu urteilen, ist das ein weiterer Verwechslungspartner für A. franchetii, zumal dessen gelbe Velumflöckchen ausbleichen können.

    Gruß,

    Frank

    Da möchte ich mich anschließen! Lieber Werner, du hast mir in den vergangenen Jahren schon so oft geholfen, vielen vielen Dank und alles Gute für das neue Lebensjahr! Ich hoffe sehr, dass du bald wieder öfter hier im Forum bist.


    Beste Grüße nach München,


    Frank

    Hallo Lockpicker!


    Hier ist noch eine interessante Diskussion:



    Eine Anmerkung möchte ich noch abschließend machen. Man sollte nicht allen Angaben und Fotos im Internet blind und uneingeschränkt vertrauen, auch wenn sie aus vermeintlich seriös-wissenschaftlichen Quellen stammen. Hier ist ein Beispiel aus einer wissenschaftlichen Publikation auf einer offiziellen Webseite der U.S. Regierung ("An official website of the United States government" - steht direkt unter der Adressenleiste im Browser!)


    Outbreak of fatal mushroom poisoning with Amanita franchetii and Ramaria rufescens - PubMed
    Mushroom poisoning continues to occur worldwide. We report a cluster of sudden death in two villages of the Gan County, Jiangxi Province, People's Republic of…
    pubmed.ncbi.nlm.nih.gov


    Schau dir nur die beiden Bilder der Publikation an. Ob das Foto links tatsächlich A. franchetii darstellt, darf zumindest bezweifelt werden. Bei dem rechten Foto ist die Sache dann klar, denn das kann nie und nimmer stimmen, weil Ramaria Korallenpilze sind.


    So haarsträubende und offensichtliche Fehler - ohne Worte!


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Lockpicker!


    Ein Wulstlingsexperte bin ich zwar nicht, hatte jedoch in den vergangenen Tagen etliche Exemplare von A. franchetii in meinen Händen.

    Eine intensive Rötung habe ich zwar nicht festgestellt, aber sehr wohl bei älteren Exemplaren bräunliche Verfärbungen. Auch ist die Bandbreite der Hut- und Flockenfarbe enorm. Von fast weiß bis schokoladenbraun, die Flocken von zitronengelb über diverse Grautöne bis weiß habe ich gesehen und gestaunt.


    Leider sind die Merkmale auch noch sehr vergänglich, ein strammer Regenguss genügt.


    Die geriefte Manschette des Perlpilzes hat leider auch der Raue Wulstling. An der Unterkante ist diese zwar (meistens) gelb, aber auch das ist ein fragiles Merkmal.


    Insgesamt ist die sichere Abgrenzung nicht trivial.




    Beste Grüße,

    Frank

    Hallo Georg! Also scheidet das als hartes Abgrenzungskriterium aus. Bei mir ist es wirklich zitronengelb, wird aber sofort (maximal eine oder zwei Sekunden) von der zunehmenden Blauverfärbung überlagert.


    Um wirklich belastbare Erkenntnisse zu gewinnen, bedarf es also noch weiterer Untersuchungen. Auch das Verblassen der Blauverfärbung ist bei den Arten ähnlich, lange hält das nicht:


    Hallo Frank,

    das nicht blauen in der Stielbasis bestätigt Rubroboletus legaliae,

    Viele Grüsse

    Matthias


    Hallo Frank,

    das nicht blauen in der Stielbasis bestätigt Rubroboletus legaliae,

    Viele Grüsse

    Matthias

    Hallo Matthias! Es ist absolut verrückt, aber bei mir ist es genau anders herum . Da ich in der glücklichen Lage bin, beide Arten gleichzeitig vor mir zu haben, hier eine Fotoserie vom praktisch gleichzeitigen Frischpilz-Anschnitt. Die Geschwindigkeit der Blauverfärbung unterscheidet sich nur wenig, R. satanas ist etwas langsamer-aber nicht viel! Als Abgrenzungskriterium m. E. unbrauchbar. Das Blauen von R. legaliae ist klar intensiver, aber auch nicht so viel mehr, dass es als "hartes" Abgrenzungskriterium taugt.
    Neben den Stielfarben ( bei R. legaliae etwas mehr orangerot, nicht so tiefdunkelrot wie bei satanas) sind es m.E. die dezenten rosaroten Flecken , die man an Druck- und Verletzungsstellen ausmachen kann und mit zunehmender Fruchtkörperreife dominanter werden .


    Ach ja, mir ist noch der Gelbstich vom ganz frisch angeschnittenen R. legaliae aufgefallen.


    Beste Grüße,


    Frank


    Hallo Steffen,


    vielen Dank für die Erweiterung bzw. Bereicherung mit zusätzlichen Fotos. Die Bandbreite ist augenscheinlich enorm, mit so hellem Hut habe ich die noch nicht gesehen.


    Wenn man sich jetzt noch die Velumflocken weg denkt, was nach ausgiebigen Regenfällen leicht passieren kann, kann man ganz schnell in die Irre geführt werden. Ich halte es für nicht ganz fern liegend, dass der Raue Wulstling vielleicht gar nicht soooo selten ist, sondern leicht verwechselt wird.


    Häufig ist er aber sicher nicht. Hinzu kommt, dass er in vielen Standard-Pilzbüchern gar nicht beschrieben oder erwähnt wird. Die Funde werden dann möglicherweise als Perlpilz oder Grauer Wulstling verbucht.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo!


    Nach dem persönlichen Erstfund vor zwei Jahren konnte ich gestern in Wiesbaden mehrere Fruchtkörper sichten. Dabei konnte ich feststellen, dass das markanteste Merkmal, nämlich die schönen gelben Velumflocken, nicht nur sehr vergänglich sind, sondern offensichtlich auch leicht ausbleichen.


    Das war mir nicht bekannt.


    Gut sichtbar ist es an diesem Doppel, bei dem die linke Hälfte von feuchten Eichenblättern abgedeckt war, während die rechte Bildhälfte Sonnenlicht abbekommen hat:





    Wenn man die Fruchtkörper mit Stielbasis aus dem Boden hebt, sollte man sich das verbleibende Loch gründlich anschauen, denn darin findet man mit etwas Glück noch gelbe Flöckchen von den warzigen Bändern um die Stielbasis, was das zweite markante Merkmal von A. franchetii ist.


    Sollte beides nicht mehr vorhanden sein, wird es sehr sehr schwer. Siehe die Wette "Perlpilz ohne rot" hier im Forum, die letztendlich erst durch ITS Sequenzierung geklärt werden konnte. Es muss gestern für die Parkbesucher "Unter den Eichen" in Wiesbaden irritierend gewesen sein, dass ich mich immer wieder in verschiedene Richtungen auf den Boden geworfen habe (" ... findet der Richtung Mekka nicht?"), aber A. franchetii ist leider nicht so leicht festzumachen und recht variabel - der Perlpilz lässt grüßen. Hier einmal der direkte Vergleich:





    Deshalb beigefügt einige Fotos von diesem recht seltenen Wulstling, um die Bandbreite und verschiedene Reifestufen einmal zu präsentieren:




    Beste Grüße,


    Frank

    Einzelverkostung Glattstieliger Hexenröhrling Suillellus queletii


    Eine wirkliches Massenauftreten dieses eigentlich recht seltenen Hexenröhrlings hat mich veranlasst, ein Dutzend Fruchtkörper abzuernten und der Bratpfanne zuzuführen. Es gab etliche solcher Nester:





    Das ist nach dem Putzen übrig geblieben. Die Verwandtschaft mit dem Wurmstielig ...äh Netzstieligen Hexenröhrling ist nicht zu leugnen, reichlich Abfall für die Biotonne.







    Das Blau ist alsbald verschwunden und ein kräftiges Gelb, was sich nach einer Viertelstunde in Goldbraun verwandelte, war das Resultat.



    Auf dem Teller:



    "Well done" zubereitet, die Probleme mit unzureichend erhitzten Hexenröhrlingen wollte ich vermeiden.


    Schön bissfest, ich kann ehrlich gesagt keinen Unterschied zu normalen Hexenröhrlingen feststellen. Mehr als 7/10 Punkte kann ich aber nicht vergeben. Es fehlt mir einfach die angenehm olfaktorische Komponente, die andere Pilzarten haben. Die Nase steuert ja erheblich zum Geschmack bei, und genau da haben andere Arten mehr zu bieten.


    Fazit: Kann man essen, muss man aber nicht. Unter Artenschutz-Gesichtspunkten erst recht nicht, es gibt bessere Arten mit mehr Duft und Aroma.


    Beste Grüße,


    Frank

    Jung sind sie ganz ohne Rosa und von satanas nicht zu unterscheiden

    Da sagst du was, Rudi... nur wenigen ist der direkte Vergleich am Fundort vergönnt... :giggle:

    Dann will ich mal den direkten Vergleich für die Allgemeinheit ermöglichen:






    Und ich setze noch einen oben drauf und präsentiere ein weiteres hellhütiges Doppelgänger Paar:




    Alle auf einmal als Frischpilz hat man sicherlich nicht oft:





    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Beli! Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich nur flüchtig hingeschaut habe. Die Örtlichkeit heißt " unter den Eichen", ich habe dort jede Menge Eichen gesehen, kann aber nicht ausschließen, dass das mal eine Linde war. Gruß Frank

    Hallo ! Diese Exemplare habe ich auf den Wurzelausläufern einer sehr alten abgestorbenen Eiche in Wiesbaden gefunden. Gibt es den Austernseitling mit schokoladenbraunem Hut? Noch nie gehört oder gesehen! Die helle Form kenne ich , grau, blau und diverse Zwischentöne. Aber richtig schokoladenbaun?


    Beste Grüße,


    Frank


    Hallo,

    Zudem fällt mir kaum ein Ort ein, an dem Pilze anwesend sind, wo überhaupt keine Vegetation in der Nähe ist…

    zumindest eine Art gibt es da, und zwar Podaxis pistillaris.


    VG Jörg

    Irre, was es alles gibt! Der Fruchtkörper hat eine hohe Konzentration an Lanthanoiden und wird von den Aborigines zum Dunkelfärben von weißen Schnurrbarthaaren verwendet.


    Da fällt mir spontan der Spaltblättling ein, der in der Erdölindustrie zur Steigerung der Ölförderung verwendet wird.


    Gruß,


    Frank

    Hallo!


    Beigefügt noch das Schnittbild nach ca. 30 Stunden Lagerung, die meiste Zeit davon im Kühlschrank bei 4 - 6 Grad. Bei einem so seltenen Pilz sollte man m.E. eine möglichst gute Dokumentation anfertigen und der Allgemeinheit zugänglich machen, zukünftige Finder werden es zu schätzen wissen.


    Beste Grüße,


    Frank



    Hallo Nosozia!


    Sehr interessant! Es ist wohl nicht ausgeschlossen, dass da noch andere Myzelien Fruchtkörper hochgeschoben haben. Die von mir hastig (während der Abschlussbesprechung sind wir zu dritt im Schweinsgalopp hin zur Fundstelle und wieder zurück, weil wir möglichst wenig versäumen wollten) aufgesammelten Fruchtkörper wuchsen praktisch neben Caloboletus radicans. Bei flüchtiger oberflächlicher Betrachtung (von oben, nicht abgeerntet!) kann man die leicht verwechseln, erst recht gilt das dann für noch näher verwandte Arten.


    Übrigens war ich vor einer Stunde bei Jürgen und habe ihn die Fruchtkörper gezeigt. Er bleibt nach persönlicher Inaugenscheinnahme bei seiner Meinung, dass zumindest meine aufgesammelten Exemplare keine R. satanas, sondern R. legaliae sind.


    Hier noch zwei Fotos von meiner anderen Kamera. Ausschlag gebend für meine Zweifel waren in erster Linie die rötlichen Hutfarben und dann die rasche und recht intensive Blauverfärbung, insbesondere an den roten Röhrenmündungen. Auch wenn mir in der Gattung Rubroboletus die Felderfahrung fehlt, so wiederspricht das doch so ziemlich allem, was ich zu R. satanas gelesen und gehört habe. Ich bin der Meinung, dass das zu R. satanas nicht passt:



    Beste Grüße,


    Frank