Beiträge von frank2507

    Danke für die schnelle Antwort. Rita Lüder (6. Auflage) schreibt zur Ziegenlippe auf Seite 163:


    " ...und die Hutoberfläche reißt nicht ein."


    Dieses Exemplar (siehe zweites Foto oben) hat vor dem Wachstum das Buch nicht gelesen ...


    Gruß,


    Frank

    Guten Abend zusammen,


    dieses Einzelexemplar habe ich heute unter einer alten Eiche (Stammdurchmesser fast einen Meter) gefunden. Geruch schwach säuerlich wie Rotfußröhrling. Das Fleisch blaut im Hutbereich nach ein bis zwei Minuten schwach, diese Verfärbung verschwindet nach einiger Zeit wieder. Ist das der Falsche Rotfuß-Röhrling, Eichen-Filzröhrling oder was anderes? Ich bekomme keine Bestimmung hin :(


    Gruß,


    Frank


    Nachtrag: Die Bilder habe ich Frau Dr. Vellinga geschickt und um ihre Meinung gebeten. Sie hat mir tatsächlich prompt geantwortet:


    "yes, i've seen Leucoagaricus leucothites with caps up to 20 cm in diameter, and with rather heavy fruitbodies. I also compared a small part of the DNA (the ITS region) of these huge fruitbodies with those of smaller specimens, and i did not find any difference.

    In other words, I have no doubt that your specimens represent Leucoagaricus leucothites. The French mycologist Marcel Bon described this variant as La. subcretaceus."


    Top! :daumen:

    Hallo!

    In der Vielzahl der Bilder meine ich einen Specht-Tintling und einen Grauen Lärchenröhrling gesehen zu haben. Zum Thema "Mini-Riesenschirmpilz" möchte ich noch anmerken, dass es sich hier nicht um klein gewachsene Exemplare des essbaren Parasol handelt, sondern um eine andere Gattung:


    Schirmlinge – Wikipedia
    de.wikipedia.org


    Die genaue Artbestimmung von Schirmlingen ist nicht gerade trivial und mehrere Arten enthalten Amanitin, also das tödlich wirkende Knollenblätterpilz-Toxin. Nix für die Bratpfanne!


    Gruß,


    Frank

    Einzelverkostung Anis-Zähling Lentinellus cochleatus. Vorgestern hatte ich diese Exemplare gefunden und mich entschlossen, die küchenmykologische Liste um diese Art zu bereichern:



    Für die Bratpfanne habe ich nur ein paar Hütchen abgeschnitten und gereinigt. Zähling trifft für den Stiel in besonderem Maße zu, die Hüte sind eher normalfleischig:



    Bei der Verkostung von neuen Arten bin ich vorsichtig, eine kleine Portion wird gut durchgebraten. Diesmal war es für die sehr dünnfleischigen Hütchen etwas zu viel des Guten, sie sind "very well done":



    Das sehr intensive Anisaroma hat merklich abgenommen, ist aber noch wahrnehmbar. Angenehme Konsistenz und nicht zäh! Für eine Mischpilzpfanne weniger stark durchgebraten sicher eine Bereicherung. Es gibt schlechtere Pilze, aber auch deutlich bessere. Insgesamt vergebe ich 6/10 Punkten bei einer Gesamtbetrachtung.

    Hallo chrissooo!

    Chlorophyllum molybdites ist ein hierzulande sehr seltener Pilz. Allerdings kommt man mit einem reinen Bildvergleich nicht zu einer sicheren Bestimmung. Jede Art hat eine gewisse Bandbreite in ihrer Erscheinungsform und dann kann es u.U. schwierig werden, wenn es - wie hier - mehrere ähnliche Arten gibt.


    Ob es neben den bereits genannten Chlorophyllum-Arten weitere Verwechslungspartner gibt, entzieht sich meiner Kenntnis. Angesichts mehrerer tausend Pilzarten alleine in Deutschland und der durch Globalisierung und Klimawandel stark beschleunigten Verbreitung neuer Pilzarten würde ich das nicht ausschließen. Aus allen Kontinenten können neue Pilzarten zu uns kommen, sogar vom anderen Ende der Welt:



    Gruß,


    Frank

    Hallo chrissooo!


    Ja, der olivieri ist essbar. Richtig ist auch, dass es gerade bei den Safranschirmlingen ein paar giftige Vertreter gibt, die nicht so einfach und sicher zu erkennen sind:




    Gift-Safranschirmling – Wikipedia



    Ich habe schon den olivieri verkostet und finde ihn im Vergleich zum Parasol (M. procera) minderwertiger, weil ihm der angenehm nussige Geruch und Geschmack fehlt. Unabhängig von der Giftigkeit soll es auch gelegentlich zu individuellen Unverträglichkeitsreaktionen kommen. Schließlich ist auch zu beachten, dass man die gut durchgaren muss, weil ungenügend erhitzte Exemplare ebenfalls Probleme bereiten.


    Gruß,


    Frank

    Hallo Jan-Arne,


    vielen Dank für deine Einschätzung. Wie ich dem Wikipedia-Artikel entnehmen konnte, ist das ein Artenaggregat, dessen Abgrenzung umstritten ist. Obwohl nicht selten, habe ich Egerlings-Schirmlige noch nicht so oft gefunden und kenne daher die Bandbreite dieser Art nicht aus eigener Erfahrung. In der Literatur wird 5-10 cm Durchmesser angegeben, das entspricht exakt meinen früheren Funden.


    Beste Grüße,


    Frank

    Guten Abend allerseits,


    nach den Regengüssen hat es mich wieder auf Sammeltour gezogen. Noch bevor ich den Waldrand erreichte, erspähte ich ein paar große weiße Pilze auf einer Wiese direkt neben großen Brennholzstapeln. Zuerst dachte ich an große Champignons, dann sah ich ein umgedrehtes Exemplar mit weißen Lamellen. Irgendjemand hatte diese Exemplare schon vor mir erspäht, ein Exemplar herumgedreht, die weißen Lamellen gesehen und dann verworfen.


    Keine 100 Meter entfernt hatte ich letztes Jahr den Fransigen Wulstling gefunden und dachte dann daran, der ist es aber auch nicht.


    Hmmm ...


    Sieht aus wie ein Champignon mit weißen Lamellen, Leucoagaricus?


    Leucoagaricus leucothites hatte ich schon ein paar Mal gefunden und als relativ kleinen und zierlichen Pilz in Erinnerung, mit fast reinweißem Hut und dünnem Stiel. Diese Exemplare hier sind richtig dicke Klopper, Hutdurchmesser bis 17 cm, Stiel bis 4 cm dick. Das junge kugelige Exemplar hat einen deutlich grauviolettlichen Hauch auf dem Hut in Richtung Hutrand, das war bei meinen bisherigen Kollektionen auch nicht der Fall.


    Jetzt frage ich mich, ob das nur extrem gewachsene Exemplare sind oder doch was anderes.


    Fundort 63939 Wörth am Main, Weinbauklima, ca. 160 Meter über NN, Lehmboden auf Buntsandstein. Bäume waren in der näheren Umgebung nicht vorhanden, dafür jede Menge Brennholz.


    Beste Grüße,


    Frank


    Tja, die Krause Glucke ist zwar ein überaus leckerer Pilz, hat aber viele Versteckmöglichkeiten. Neben der "Fleischbeilage" findet man darin regelmäßig Kiefernnadeln, Rindenstückchen und Sand. Gut durchgebraten ist das zwar nicht gesundheitsschädlich, schmälert aber den kulinarischen Genuss erheblich.


    Gruß,


    Frank

    Ja bin leider kein Pilz Profi. Daher sehr vorsichtig.

    Sehr vernünftig! Es gibt alte Pilzsammler und es gibt mutige Pilzsammler, aber keine mutigen alten Pilzsammler ;)


    Hier in Deutschland gibt es mehrere tausend verschiedene Pilzarten. Durch Globalisierung und Klimawandel kommen neue Pilzarten hinzu, viele Pilzarten sind nur mit Mikroskopie und Spezialliteratur zu bestimmen.


    Wenn du dich erstmal auf wenige gut kenntliche Arten mit geringem Verwechslungsrisiko für deine Bratpfanne beschränkst und neben diesem Forum idealerweise noch einen Pilzsachverständigen kontaktierst, bist du auf dem richtigen Weg.


    Beste Grüße,


    Frank

    Vielen Dank euch erstmal :cool:


    Werd nacher mal rüber gehen in den Wald und nochmal in Ruhe gucken. Aber giftig gibt es so keinen mit dem man es verwechseln könnte?


    Gruß Marc

    Hallo Marc01!


    Verwechseln kann man praktisch alles ...

    Das hängt in erster Linie von den Kenntnissen und Aufmerksamkeit sowie Sorgfalt des Betrachters ab.

    Ich kenne Leute, die die Glucke schon mit echten Korallen (Ramaria) verwechselt haben:



    Wie Peter schon völlig zutreffend schrieb, ist eine Bestimmung allein anhand von Fotos immer mit einer Restunsicherheit verbunden. Der angenehm würzige Geruch, mich erinnert er an Maggi-Flüssigwürze, ist m.E. ein gutes zusätzliches Erkennungsmerkmal.


    Allerdings sind Gerüche höchst subjektive Wahrnehmungen und schwer zu beschreiben, zumal sie z.B. witterungs- oder zersetzungsbedingt möglicherweise nicht richtig wahrnehnbar sind.


    Beste Grüße,


    Frank

    Hallo Marc01!

    Willkommen im Forum.

    Ja, das ist eine Krause Glucke. Verwechslung ist in erster Linie mit der "Breitblättrigen Glucke" möglich. Krause Glucke wächst fast nur auf Kiefer. Im Bildhintergrund sehe ich eine Buche. Ist da auch noch ein Kiefernstumpf in der Nähe oder hast du den Pilz für das Foto dort hingelegt?

    Gruß,

    Frank

    Hallo Oreokeks,


    zum Thema "Essbarkeit" von Pilzen möchte ich dir noch ein paar Tipps geben:


    Neben der grundsätzlichen Giftigkeit (für alle Konsumenten) gibt es auch noch individuelle Unverträglichkeiten. Meine Frau verträgt keine Schopftintlinge und bekommt davon allergieähnliche Symptome, während ich die dreifache Menge aus der selben Pilzpfanne (!) ohne irgendwelche Symptome verputzt habe. Wenn du also eine neue Speisepilzart probierst, lieber erstmal eine kleine Portion.


    Pilze müssen fast immer gut und ausreichend lange erhitzt werden, um verträglich zu sein. Ich kenne einen PSV, der schonmal als Experte zu einer unerklärlichen Pilzvergiftung in das örtliche Krankenhaus gerufen wurde. Grund der Vergiftung war der Rohgenuss von ein paar Stückchen Rotkappe!


    Vermeide überständige/zu alte Exemplare und lass´ die lieber im Wald stehen, damit sie dort ihre eigentliche biologische Funktion erfüllen können. Gier frisst Hirn, das Resultat sind sog. unechte Pilzvergiftungen durch verdorbene Exemplare.


    Beste Grüße,


    Frank

    Wow, das ging aber fix. Vielen Dank. Die Kauprobe (zäh!) bestätigt die Stielporlingsverwandtschaft.


    Gruß,


    Frank


    P.S.: Bei der Internet-Suche wurde mir gerade die Webseite von Etsy angeboten:

    20 frische Lentinus tigrinus für 7,64 Euro - auf Lager ...

    Guten Abend allerseits,


    die Regenfälle der vergangenen Tage haben endlich die Trockenheitsstarre der vergangenen Monate gelöst und eine erquickliche Ausbeute beim heutigen Waldspaziergang beschert.


    Für die Bratpfanne habe ich genug, es sind aber auch Bestimmlinge dabei. Wie üblich komme ich mit meiner Literatur und einem Internet-Abgleich nicht weiter. Ich möchte diesen Exemplaren aufgrund des ersten Eindrucks den Arbeitstitel "Pholiota" anhängen und freue mich schon über die notwendige Korrektur.


    Lamellenfarbe rahmgelblich bis schwach lachsrosa, an Riesenrötling erinnernd. Sehr dünnes Hutfleisch. Beim Anschnitt ist ein schwacher Geruch feststellbar, der irgendwie an Riesenbovist erinnert. Der Holzstumpen könnte Kiefer sein, jedenfalls stehen fast nur Kiefern in der Umgebung.


    Kein besonderer Geschmack, aber recht zähfleischig.


    Ca. 300 Meter über NN, Weinbauklima bayrischer Untermain zwischen Aschaffenburg und Miltenberg, Lehmboden auf Buntsandstein.


    Beste Grüße,


    Frank


    Daniel: Es freut mich sehr, dass es in deiner Region/Revier ganz gut aussieht. In einigen anderen Regionen von Deutschland (siehe Beitrag von Hukos/Marion) herrscht "mykologische Wüste", um das einmal ganz anschaulich zu umschreiben.


    Natürlich gibt es immer regionale Unterschiede, was das Pilzwachstum angeht. So extrem wie in diesem Jahr habe ich das aber noch nicht erlebt/wahrgenommen. Höchst bemerkenswert finde ich die Tatsache, dass ich praktisch keinen Mykorrhiza-Pilz finden konnte. Es gibt zwar eine Handvoll Pilze, aber das sind Saprophyten bzw. Holzbewohner.


    Gruß,


    Frank

    Hallo Ingo!


    Dein Wort in Gottes Ohr ...

    Wir haben die dritte Septemberdekade und neben den genannten Arten habe ich noch das hier (vermutlich) auf Eiche gefunden:




    Auf den ersten Blick von oben dachte ich an einen Gift-Häubling, aber es fehlt der Mehlgeruch und das dunkle Stielfleisch.


    Also LBM, ich kann die kleinen braunen Dinger einfach nicht unterscheiden :(


    Das war´s dann aber auch an Pilzfunden. Vier Stunden unterwegs und mehrere Kilometer Fußweg ohne einen einzigen Mykorrhiza-Pilz.


    Gruß,


    Frank