Beiträge von Tricholomopsis

    Also meine Frage: Wie nennen die Stinos (Stinknormalen) unter den Pilzliebhabern solche Pilze, die nur von den echten Pilsners unterschieden werden können eigentlich? Einfach nur Filzröhrlinge oder was?

    Servus Claudia,


    bei den deutschen Namen muss man nicht (und sollte man nicht, finde ich) jede neue Gattungszuordnung in die Benamsung einfließen lassen. So ist der Mairitterling für mich immer noch der Mairitterling, das Maischwammerl, der St-Georgs-Ritterling, aber ganz sicher nicht der Mai-Schönkopf. Es sind halt deutsche Volksnamen.


    Und auf deutsch hat es sich eben eingebürgert, den Namen Filzröhrling dann zu verwenden, wenn kein anderer, älterer, klassischer Namen bekannt ist. Klassisch: Rotfußröhrling (da sagt man nicht "Rotfüßiger Filzröhrling").


    Insofern ist Hortiboletus engelii immer noch das, was bislang als Eichen-Filzröhrling bezeichnet wurde. Das ist ein bisserl der Vorteil des Volksnamens (auch, wenn der hier ebenfalls sehr neu ist, eben aus den 90er Jahren). Auf schlau hieß er schon Xerocomus communis (ss. auct.), Xerocomus quercinus (ungültig beschrieben), Xerocomellus engelii und eben auch Hortiboletus engelii - nebst zig weiteren Namen, Interpretationen usw.


    Warum der Thread zu kompliziert ist, weiß ich hingegen nicht - es geht halt um Artabgrenzungen. H. engelii ist halt der Filzröhrling, der als Merkmale einen rötlichen Stiel mit Längsrillen aufweist, in der Stielbasis karottenrote Punkte aufweist und in der Regel im Hut nicht rötet - und der dem schon lange bekannten "Blutroten Röhrling", jetzt Hortiboletus rubellus (früher Xerocomus rubellus, Xerocomellus rubellus usw.), doch sehr ähnelt (bis auf die Hutfarbe...).

    Und es geht um eine dritte Art, die keinen g'scheiten deutschen Namen hat (Blasshütiger... finde ich zu nichtssagend), der aber typischerweise im Hutfleisch rötet und normalerweise die Karottenpunkte nicht zeigt.


    Der Thread dreht sich um die Unterscheidung dieser Arten. Es steckt also nix hochtrabendes dahinter, sondern nur Erfahrungsaustausch. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich wechsle mal schnell den Kontinent und nehme euch mit in die Mongolei.


    Die Band "The HU" spielt mongolischen Rock'n'Roll auf traditionellen Instrumenten wie z.B. der Pferdekopfgeige.


    Hier zwei Beispiele:


    erst ein offizielles Video (das Lied fängt nach einem kurzen Vorgeplänkel an) - Yuve Yuve Yu ("wie seltsam"):

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    Und hier noch zum Vergleich ein Live-Auftritt_ Agaar Negen Bui (das Gleiche):


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    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich werde zwar sicher nicht am Treffen teilnehmen können - ist sehr weit weg für mich und ich bin terminlich schon sehr voll - aber am 2./3.11. läuft noch die BMG-Tagung (und nicht sehr weit entfernt, Nordwesteck Bayerns). Wenn der Termin auf dieses Wochenende gelegt würde, könnten Teilnehmer der Tagung nicht auch beim Saftlingstreffen mitmachen. Konkurrenzveranstaltungen an nahen Orten könnte man vermeiden.


    Ich weiß natürlich nicht, wer von den Teilnehmern beim Saftlingstreffen dabei wäre, ich kann aber allen, die noch nicht angemeldet sind, auch unsere Tagung wärmstens empfehlen. Zumal wir ebenfalls Exkursionen ins Offenland vorhaben, sprich auf Saftlingswiesen.


    (Den Tagungstermin mit Link findet ihr in meiner Signatur)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Liebe RätselerstellerInnen,


    mir haben die Bilderrätsel Spaß gemacht - war ein wirklich netter Zeitvertreib. Ich steige trotzdem aus dem laufenden Ratebetrieb wieder aus. Den aktuellen Pilz habe ich noch gemacht, werde aber erstmal eine Rätselpause einlegen. Das nur zur Info, damit nicht beim Auflösen zukünftiger Rätsel auf mich gewartet wird ==Pilz26


    Ich werde mich wieder in physisch reale Schwammerl stürzen (es gab hier dauerhaften Regen), da ja eh meine Ferien bald beginnen.


    Ich wünsche den anderen RätslerInnen ein gutes Händchen beim Lösen und weiterhin viel Spaß dabei - und an die ErstellerInnen ein Dankeschön in die investierte Zeit. Bilderrätsel zusammenzubasteln ist schließlich mühsam - und dann der PN-Verkehr.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Mausmann,


    das könnte eine Erklärung sein - ich melde mich nie bei youtube an. Ich gebe zwar zu, dass ich googlemail benutze, aber ich habe alle Quervernetzungen ausgeschaltet. Ich habe ja nichtmal einen fb-account. Es wäre aber eine logische Erklärung, dass ich dadurch nicht alles von youtube bei den Verlinkungen anschauen kann.


    Libe Grüße und danke für die Erklärungsmöglichkeit,

    Christoph

    Lieber Peter,


    da kann ich dich nur um mehr Toleranz bitten. Eikes Videos entsprechen auch absolut nicht meinem Musikgeschmack. Ich weiß aber, dass beispielsweise auch meine youtube-Links, die ich ab und zu poste, nicht jedermanns Geschmack sind. Trotzdem teilew ich hier gerne anderen mit, was mich musikalisch bewegt, was ich gerne höre - würde jemand daraufhin schreiben, dass mein sich ständig wiederholender Krach nerve, wäre ich ehrlich gesagt selber genervt. Niemand muss sich anhören, was hier gepostet wird. Und wenn Eike genau diese Form der Musik mag, dazu einen speziellen Zugang hat und sich soweit "outet", das zu hören (wie ich mich "oute", z.B. Black Metal zu hören), dann hat er das m.E. nicht verdient.


    Gefällt etwas nicht, dann kann man das ja schreiben. Aber dass jemand nervt, der seine Musik hier einstellt, finde ich nicht. Im Gegenteil - es darf und soll hier doch bunt sein.


    Liebe Grüße ==Gnolm13

    Christoph


    P.S.: nobi_† - deine Videos sind für mich "nicht verfügbar", wenn ich sie anklicke (The Pogues) - das geht mir immer öfter hier so, auch bezüglich Habicht-Peters Links. Gibt es dafür ne Erklärung oder sind die wirklich so schnell wieder down?

    Servus Rotfüßchen,


    gerne doch ==Gnolm13


    Servus Pablo,


    klar, H. engelii im aktuellen Sinn ist makroskopisch durchaus variabel, insbesondere in Bezug auf die Hutfarben - es können ja im Alter auch Rottöne eingemischt sein oder er kann auch blass ausfallen. Selten können die Karottenbereiche auch fehlen bzw. nur angedeutet sein (wenn man meint, es erkennen zu wollen, sieht man dann doch ein bisserl was ganz unten). Ob es aber mehrere Kleinarten sind, glaube ich jetzt nicht unbedingt (kann mich auch irren). Dafür finde ich die Mikroskopie doch recht einheitlich (ich stütze mich lieber, wenn möglich, auf Mikromerkmale als auf Makromerkmale), wenn auch ähnlich wie H. rubellus. Ganz ohne Makroskopie geht es also nicht.


    Diese recht dunklen Eichenfilzröhrlinge finde ich immer wieder mal im Raum München, und dann auch gerne mal mit den oben erwähnten Rottönen am Hut, die jung aber - im Gegensatz zu H. rubellus - fehlen.


    Ich hatte früher aber bei den Filzröhrlingen zwischendurch aufgegeben und mich auf Boletus s.l. gestürzt. Es gibt definitiv noch unbeschriebene Arten - so habe ich einmal einen Filzröhrling mit frisch amyloiden Sporen in Norddeutschland (im Harly) gefunden, aber das ist ein anderes Thema.


    Mit dem Eichenfilzröhrling hatte ich bisher eigentlich eher keine Probleme. Man muss nur wissen, dass bei H. bubalinus das Röten im Hut auch mal ausfallen kann. Und man braucht Fruchtkörper, die reif genug sind - du hast es im Parallelthread ja richtig geschrieben - dass die Sporenbreite früher erreicht wird und die Sporen dann erst später die richtige Länge bekommen, ist auch bei anderen Röhrlingen typisch (und ein Bestimmungsproblem) - ich nehme mal Butyriboletus subappendiculatus als Beispiel, dessen Quotient im Alter zwischen 3 und 4,4 liegt und damit Welten von B. appendiculatus weg ist. Junge Fruchtkörper haben aber kurze Sporen.

    Hier bei Hortiboletus ist es auch so. Man sollte bei Röhrlingen auch immer einen alten Schlappen, wenn vorhanden, mitnehmen, um definitiv reife Sporen zu haben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    die Gattung Hortiboletus wird ja im Moment hier rech tintensiv diskutiert. Da passt es ja ganz gut, dass ich bei der Kartierungsexkursion in Penzberg auch einen Hortiboletus einsacken konnte, den ich jetzt und hier vorstelle (weitere Funde und Fundliste finden sich hier: Kartierungsexkursion am 6. Juli 2019 nach Penzberg)


    Heinz Engel hatte als erster erkannt, dass dieser Filzröhrling mit auffallend längsrilligem Stiel und den Karottenflecken in der Stielbasis eine eigenständige Art ist. Er hat sie aber nur provisorisch als Xerocomus quercinus ad. int. beschrieben. Aus diesem Grund wurde die Art ihm zu Ehren mit dem Epitheton engelii versehen.

    Die Gattung Hortiboletus wurde (natürlich) genetisch abgegrenzt. Sie umfasst insbesondere drei Arten: H. bubalinus, H. engelii und H. rubellus.


    Ersterer wächst gerne (aber nicht nur) bei Pappeln und unterscheidet sich durch fehlende Karottenpunkte in der Stielbasis, rötendes Hutfleisch und längere Sporen (Qm um 2,7).


    H. engelii hat Sporen mit Qm rund um 2,1 und hat typischerweise karottenfarbene Bereiche in der Stielbasis, die unter der Lupe klar als "Karottenpunkte" aufzulösen sind.


    H. rubellus ähnelt H. engelii, ist aber jung rot, während H. engelii jung braun ist. Beide wachsen gerne bei Eichen und beide sind stickstofftolerant (wobei ich meine, dass H. engelii etwas mehr Stickstoff als H. rubellus aushält).


    Thomas (nicht hier im Forum) fand bei der Exkursion diesen Einzelfruchtkörper:




    Man sieht gut den deutlich längsrilligen Stiel. Die Hitzewelle hat die Rottöne etwas weggenommen, aber Stielform und -oberfläche passen sehr gut zu Hortiboletus.

    Schneidet man den Pilz durch, so findet man hier sogar mehrere karottenrote Bereiche (unteres Bild, Pfeile), wobei der oben links am deutlichsten ausgeprägt ist.



    Leider habe ich keine guten Fotos der HDS hinbekommen - obwohl der Fruchtkörper frisch aussah, war die oberste HDS bereits beschädigt. Die Endzellen sind relativ kurz und meist stämmig, 29-34 x 6,75-10,5 µm, die subterminalen Zellen maßen ca. 22-29 x 9-12 µm, Zellen deutlich weiter unten sind tendenziell länger - (20-) 40-90 x 7-14 µm. Inkrustationen treten auch an den tiefe liegenden HDS-Hyphen auf, wobei die Inkristation nicht so derb wie bei Xerocomus chrysenteron ist.


    Die Hymenialcystiden sind nicht lageniform, sondern mehr gestreckt zylindrisch (und apikal abgerundet).


    Die Basidien wiederum sind auffallend aufgebläht, deutlich breiter als der Sterigmenansatz. Sie messen ca. 36-51 x 13,5-16 µm.



    Die Sporen messen 9,5-10,8-12,25 x 4,25-5,2-5,75 µm, Q = 1,96-2,1-2,3



    Mir ist aufgefallen, dass die Sporen am hinteren Ende zwar keinerlei Abstutzung zeigen, aber die Sporenwand hier bei manchen Sporen etwas dünner ist (am Foto schlecht zu erkennen, beim Durchfokussieren und direkt im Mikroskop optisch erkennbar...



    Ich werde mal darauf achten und das z.B. mit H. rubellus vergleichen.


    Die Bestimmung ist anhand der Hutfarbe, der karottenorangen Bereiche der Stielbasis und der kurzen Sporen m.E. völlig klar. Auch die Stieloberfläche passt sehr gut. Ergo Hortiboletus engelii in Penzberg (zusammen mit Russula insignis, die nur wenige Meter entfernt wuchs).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus rumpel,


    man kann in Pilzen ja nur nach Stoffen suchen, die bereits bekannt sind. Wenn ein Pilz bislang unbekannte Toxine enthält, dann kann man die auch nicht finden. Beispiel - wieder der Zimtfarbene Weichporling. Erst durch den Kostversuch war klar, dass er giftig ist - und erst dann konnte man hier feststellen, welcher Stoff das Gift ist - es ist die Polyporsäure.


    Bei anderen Pilzen kennt man bis heute das Toxin nicht, obwohl es sogar Todesfälle gibt - z.B. Grünling.


    Der Nachweis des Toxins eines giftigen Pilzes ist sehr aufwendig und kostet Tausenden Versuchstieren das Leben. Daher - und weil es auch teuer ist - wird heutzutage nur noch in Ausnahmefällen versucht, ein Toxin strukturell aufzuklären. Das passiert dann, wenn die Wirkung sehr "interessant" ist.


    Es fehlt auch das Geld und die Manpower, alle möglichen Arten nach den bislang bekannten Toxinen zu screenen.


    Daher kann man zu vielen Pilzen nur sagen "Inhaltsstoffe nicht ausreichend erforscht" - selbst bei Pilzen, die nicht offensichtlich toxisch sind, da sie gegessen werden.


    Schleichende Toxine gibt es natürlich auch - Pilze können cancerogen sein. Oder sie können Autoimmunreaktionen nach mehrfachem Verzehr auslösen (z.B. Kremplinge - der letzte Todesfall ist nicht lange her - in Nürnberg; die Roten Blutzellen werden vom eigenen Immunsystem angegriffen und zerstört, was zum Tod führt).

    Es gibt weitere Beispiele wie z.B. das Auslösen von Rhabdomyolyse nach merhfachem Genuss (kann auch beim Steinpilz passieren oder bei Rotkappen oder beim Gelben Graustieltäubling usw. - und insbesondere beim Grünling), oder Toxine, die Nervenzellen abtöten können (Erdritterlinge, Seifenritterling)... oder ganz simpel Schwermetallbelastung (Blei, Quecksilber, Arsen)...


    Was Porlinge angeht, weiß man noch sehr wenig, da die ja eben nicht gegessen werden. Nur die Arten, die als medizinal intzeressant erscheinen, wurden wegen ihrer potentiell heilenden Inhaltsstoffe geprüft.


    Kurz gesagt: sehr viel Neuland... Nix Genaues weiß man nicht.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus rumpel,


    du machst den klassischen Umkerhschluss. Aus der Aussage, dass der Zimtfarbenen Weichporling giftig ist, machst du die Aussage, es gebe keinen anderen giftigen Porling bei uns. Es ist nur nicht bekannt, ob andere Porlinge nicht auch giftig sind. Solltest du sich aber durch diverse Porlinge durchprobieren, dann hebe bitte immer Material auf, damit, falls du dich vergiftest, zumindest nachgeprüft werden kann, welche Art das war.


    Bedenke - vor der Vergiftung mit dem Zimtfarbenen Weichporling war bei uns gar kein giftiger Porling bekannt. Wegen des Kostversuchs ist klar, dass dieser eine jedenfalls definitiv giftig ist.


    Als Vergleich - manche glauben, dass alle Ganoderma-Arten Heilpilze seien. Es gibt in Asien eine dem Reishi ähnliche Art (Ganoderma neojaponicum), der extrem giftig ist. Wurde auch erst durch den Tee, der daraus gemacht wurde, publik. Der Pilz schaltet das Immunsystem aus - siehe 15563650.2011.553834. (die Patienten konnten behandelt werden... Antibiotika als Prophylaxe, Abschirmung vor Keimen, das Immunsystem regenerierte sich).


    Frag sich mal, wie viele Menschen all unsere Porlinge schon probiert haben. Woher soll man also wissen, welcher giftig ist?


    Ich drücke die Daumen, dass der Pflaumenfeuerschwamm problemlos ist. Und für alle weiteren - wie gesagt: bitte idealerweise erst fotografieren, dann einen Beleg übriglassen und erst dann essen. Die Nachwelt ist dir sicher dankbar. Raten will ich dir Kostversuche aber nicht. Lass es lieber bleiben.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich hatte hier ja unlängst die Kartierungsexkursion der BMG und des Vereins für Pilzkunde München nach Penzberg beworben. Leider kam aus dem Forum niemand mit - es war aber eine nette, kleine Runde zu siebt. Die meisten potentiellen Teilnehmer aus München waren wohl von der Hitze und Trockenheit abgeschreckt und meinten, dass es sich nicht lohnen würde...


    Weit gefehlt. Zum einen war es eine landschaftlich schöne Exkursion bei bestem, sonnigen Wetter (was sonst), zudem fanden wir auch wirklich Pilze. Ich habe leider nur Pilze und keine Landschaft fotografiert. Deshalb kann ich auch nur Pilze zeigen. Es sind aber noch nicht alle bestimmt. Die vorläufige Fundliste (auf der noch ein paar Pyrenos und Cortis fehlen) findet sich hier: Kartierungsexkursion am 6. Juli 2019 nach Penzberg


    An Großpilzen fanden wir z.B. Russula insignis, den Milden Kammtäubling, den ich hier gleich vorstellen werde. Dann noch Hortiboletus engelii (Eichenfilzröhrling), Fomitiporia hartigii (Tannenfeuerschwamm) an einer lebenden, alten Fichte (Tannen gab es im ganzen Gebiet nicht bzw. nicht mehr), Melanogaster broomeianus s.l. und etwas kleiner Crepidotus cesatii (diesmal an Schneeball - Viburnum opulus) und noch kleiner Mycena sanguinolenta, den Gemeinen Bluthelmling (und eine Hemimycena spec. sowie eine Parasola spec., die beide als Einzelfruchtkörper vor Ort blieben).


    Zum Täubling...


    Dass es sich um einen Vertreter der Untergattung Ingratae handelt, war schon im Gelände klar. Deshalb habe ich mich auch des Einzelfruchtkörpers angenommen. Der Hutrand war deutlich gerieft, die HDS etwas speckig-klebrig (Substratpartikel hafteten an), der Geruch war unauffällig, vielleicht etwas fruchtig gemischt mit Gummi, aber schwer zu interpretieren. Leider hatten wir erst "geerntet" und dann fotografiert:



    Auffällig waren gelbe Flecken an der Huthaut und eine gelbe Stielbasis bzw. unregelmäßige Flecken an der Stielbasis:


    Der Geschmack war völlig mild, selbst in den Lamellen. Damit kam das, was man früher als Russula pectinatoides bezeichnete (habe den aktuellen Namen gerade nicht im Kopf, das Original ist ein Nordamerikaner), nicht in Frage. Ergo mitnehmen und genauer nachbestimmen.



    Der Stiel war - wie für die Untergattung Ingratae typisch - gekammert hohl.


    Einen halben Hut ließ ich aussporen, abder der weigerte sich beharrlich. Vermutlich war er durch die Hitze und den langen Transport (Wanderung, Einkehren, Heimfahrt) etwas beleidigt. Zum Glück ging es aber auch ohne Sporenpulverfarbe.

    Die Chemie machte es eigentlich schon klar (KOH, NH3) - aber erst strich ich Guajak auf den Stiel - macht man ja so bei Russula. Die Reaktion kam recht bald, nach ca. 3 Sekunden färbte es sich um und nach ca. 10 Sekunden war es tiefblau.



    Da die ganze Ordnung der Russulales potentielle Weißfäuleerreger sind (auch die Symbionten), ist eher das Ausbleiben der Reaktion interessant. Dann bildet der Fruchtkörper nämlich keine Phenoloxidasen. Wie stark die Reaktion aber ausfällt... da traue ich der Aussagekraft eh nicht.


    Interessanter war also KOH - die Stielbasis färbte sich, dort wo sie gelb war, knallorange. Ich hatte Fotos mit dem Handy gemacht, dann aber blöderweise beim Übertragen der Fotos einen Fehler gemacht und die Bilder waren alle futsch (auch die Mikroaufnahmen). Ich musste dann alles nochmal machen und da war der Fruchtkörper schon angetrocknet. Will sagen, die Laugenreaktion war nicht mehr so deutlich, aber noch erkennbar. Ganz unten habe ich Ammoniakdampf verwendet - da wurde die Stielbasis wieder rot:


    Die HDS ist auffällig, denn v.a. dort, wo gelbe Flecken sind, findet man sehr viele Hyphen, deren Endzellen auffällig inkrustiert sind. Selten ist auch die subterminale Zelle mit inkrustiert, meist aber nur die Endzelle. Manchmal sieht man, dass die Inkrustationen gelblich sind, aber das ist variabel. Mein erstes Präparat war voll mit diesen Endzellen - um die Fotos zu wiederholen, musste ich aber dreimal nachpräparieren - die Häufigkeit dieser inkrustierten Elemente schwankt stark - man muss wirklich das richtige Stück erwischen.


    Die Erklärung ist recht einfach: Die gelben Bereiche der Stielbasis und auf der HDS sind Reste des Velum universale, das Russula insignis relativ deutlich aufweist (es reicht aber nicht für einen Abrisskante, makroskopisch ist es v.a. die Färbung). Das Velum ist es auch, das mit Laugen rot wird. Die Strukturen sind aber leicht hinfällig. Am Herbarbeleg kann es daher schwierig sein, dies zu überprüfen (aber es ist mit Fleiß und etwas Glück möglich).


    Auffällig ist auch, dass (jedenfalls bei meinen insgesamt vier Präparaten der HDS) keinerlei SV-positiven Pileocystiden vorhanden waren. Sie werden als fehlend bis selten, vereinzelt beschrieben. Die HDS besteht nur aus schmalen, verzweigten, geschlängelten Hyphen, Haaren (ohne Inkrustation) und den Hyphen des Velum universale.


    Die Sporen messen 6-8 x 4,75-6,25 µm, Q = 1,18-1,5


    Das Ornament ist recht kräftig, bis 1 µm hoch im Profil und besteht aus Warzen, kurzen Graten und angedeuteten Netzmaschen, aber ohne diese zu schließen - es ist also eben kein Netz. Die Grate können sich aber verzweigen und über die ganze projezierte Sporenfläche reichen.




    Russula insignis ist eigentlich makroskopisch gut erkennbar - dieser Hut mit Grautönen zusammen mit der gelben Stielbasis und den gelben Flecken am Hut zusammen mit der orangeroten Laugenreaktion der gelben Bereiche der Stielbasis machen die Bestimmung einfach. Die aufälligen, inkrustierten Endzellen bestätigen dann den Fund leicht. In dem tollen Werk von Helga Marxmüller sind die genau so gezeichnet, wie ich sie im Mikroskop gesehen habe.


    Russula insignis ist eine eigentlich sehr wärmeliebende, xerophile Art. Penzberg liegt fast am Alpenrand, sollte also klimatisch nicht passen. Andererseits werden auch dort die Sommer immer extremer und trockener-heiß. Laut Pilze-Deutschland ist es jedenfalls der erste Nachweis am Alpenrand.


    Ich habe um Russula ja meist einen kleinen Bogen gemacht - aber ich muss zugeben, mit Helgas Buch in Verbindung mit Sarnari macht das Bestimmen dann doch Spaß. Ich hatte eh vor, Russula mal genauer anzugehen. Bisher habe ich mich hier nur mit den Weißtäublingen und der Gruppe der Säufernasen intensiver beschäftigt (und ein bisserl noch die Schwärztäublinge angeschaut). Jetzt werde ich aber zukünftig ein paar mehr Russulen unter die Lupe nehmen. Vor allem Speitäublinge werde ich mir mal genauer anschauen - dank des aktuellen Pidlich-Aigner-Artikels in der Ö.Z.P. (zudem habe ich das ominöse Speitäublingsbuch aus Frankreich...). Bevor ich aber endgültig abschweife, mache ich jetzt mal Schluss mit diesem Beitrag.


    Die anderen Arten folgen im Lauf der Zeit. Bald habe ich ja Ferien.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Seass Peter,


    jetzt klärt sich der Blick - ich war nur sehr verwundert, bei einem Naturforum vor verschlossener Tür zu stehen. Selbst der Thread, den du eigentlich verlinken wolltest, ist über das Menü auch ohne Einloggen erreichbar. Über Nobis Link kam ich nur auf eine Seite, bei der ich die neuesten Beiträge anklicken konnte. Über das kleine Symbol, das Peter markiert hat, kam ich dann auf ein Menü und da kam dann auch die Forennavigation in der Kopfzeile, mir der ich ganz normal durchblättern kann.


    Wie gesagt, es hätte mich auch sehr verwundert, wenn ein Naturforum hinter verschlossener Tür werkeln würde. Hat sich ja jetzt geklärt ==Gnolm13.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus RudiS...

    mein Verständnis und rudimentäres Wissen ist, daß ein ehemaliger Admin und der Forenbetreiber unterschiedliche Meinungen hatten und die Zusammenarbeit beendet haben. Wenn Du von "Aktionen die gelaufen sind" sprichst, wäre es schön, wenn Du die benennst, sonst ist Schweigen wohl die bessere Lösung. Ansonsten fühlt sich das für mich nach Nachrede an. Und das mag ich nicht.

    ... und ich mag nicht, wenn mir Nachrede (du meinst wohl üble Nachrede) unterstellt wird.


    Guckst du hier: Unser (Ex)Admin Frank (Takumi) ist nicht mehr Teil des Forums und ich trete als Mod und Jury-Mitglied zurück


    Ich zitiere:


    Zitat

    Deshalb bitten wir auch um Euer Verständnis das wir hier nur folgenden entscheidenden Vorfall veröffentlichen und allen weiteren intern nachgehen möchten, sowie diese nicht öffentlich machen wollen.

    Dieser Schritt war dringend notwendig, da Frank uns und unserem Webmaster ohne unser Wissen u.a. das Administratoren-Hauptzugriffsrecht und die Kontrolle über das Pilzforum entzogen hat.


    Es gab folglich Vorfälle - und dem Besitzer und Betreiber den Zugriff zu sperren, ist für mich schon recht grob. Ich wünsche diesem neuen alten Forum daher ja nur, dass es dort nicht zu entsprechenden Vorfällen kommt. Was daran Nachrede sein soll, frage ich mich allerdings ==Gnolm21==Gnolm11


    Christoph, erklär mir das, bitte.

    Was will ich denn mit dem Menue?

    Servus Malone,


    das ist simpel - wie soll ich denn in einem Form lesen, was da so geschrieben wird, wenn ich keine Möglichkeit habe, das Hauptmenü zu sehen. Beispiel: gibt es eine eigene Ecke über Pilze? Lohnt es sich überhaupt, der Pilze wegen da mitzumachen? Geht es nur um Bestimmung oder nur um die Verwertung? Finde ich da echte Naturfreunde oder eher den Typ "ich fotografiere Orchideen und mache dafür die Wiese platt"?


    Ich jedenfalls finde es etwas schräg, wenn ich in einem eigentlich harmlosen Forum, in dem es offernbar nur um die Natur gehen soll, nicht offen mitlesen kann, ohne mich anmelden zu müssen. Ich habe wenig Lust, auf gut Glück mich anzumelden und damit die virtuelle Teilnehmerzahl künstlich zu erhöhen. Und wenn es einen Grund für dieses Versteckspiel gibt, dann will ich eh nicht mit dabei sein.


    Finde ich eigentlich wirklich ganz simpel.


    Ist aber auch wurscht. Du bist angemeldet, kannst daher wohl alle Beiträge lesen. Schön für dich. Ich bin nicht angemeldet, kann daher nur ein paar wenige Beiträge lesen. Pech für mich. Wobei es mir irgendwie auch wurscht ist. Man kann und muss nicht überall dabei sein. Ich lebe ja sogar ohne Facebook sehr gut, da kann ich auch ohne solche kryptischen Foren gut leben ==Gnolm13


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich verstehs auch nicht... sollte es sich um den Admin drehen, den ich bei den Andeutungen im Sinn habe, dann ist zu hoffen, dass bei dem anderen Forum nicht auch eine antsprechende Aktion seinerseits laufen wird, wie es hier der Fall war.


    Klicke ich auf Nobis Link, kann ich aktuelle Themen lesen (ohne Mitglied da zu sein), aber man kommt offenbar nicht auf das Forenmenü an sich. Bei sowas bin ich eh skeptisch, denn wenn das ganze Forum verdeckt ist und man sich erst anmelden muss, bevor man sehen kann, wie und was dort geschrieben wird, dann frage ich mich, warum es versteckt wird. Ist mir zu kryptisch, kein Forum für mich. Ich bin Naturfreund, kein Geheimbündler... ==Gnolm21==Gnolm10


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Alis,


    alles Gute zum Geburtstag! Möge der Regen, den wir im Moment in Süddeutschland genießen können, auch bei dir spannende Schwammerl sprießen lassen!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Tuppie,


    herzlichen Glühstrumpf zum Burtseltag - äh - herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!


    Ich wünsche dir zum Geburtstag alsbald genug Regen, damit auch in Hessen (ich nenne das auch mal Sahelzone Deutschlands) viele schöne und spannende Schwammerl für dich wachsen... und natürlich alles Gute, Gesundheit und Glück!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jan,


    das graue Velum universale auf dem Hut passt sehr gut zu Amanita strobiliformis. Beli hat aber recht, dass ein häutiger, geriefter Ring nicht so gut dazu passt. Luftgetrocknete Pilze im Methusalemstadium sind aber nicht einfach zu bestimmen. Und per Foto sowieso nicht. Insofern halte ich mich auch zurück, was die genaue Bestimmung angeht.


    Was man aber sehr schön sieht: wie typisch für Amanita sind die Lamellen nicht frei - sie sind hier nur abgerissen und täuschen das Freisein vor. Am oberen Stiel sieht man deutlich die Lamellenreste und die Bruchkante, wo sie alle abgebrochen sind.


    Nur als Anmerkung, weil das in den meisten Büchern falsch steht und leider immer und immer wieder und weiter so von Buch zu Buch oder Auflage zu Auflage kopiert wird.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe das Buch seit Montag - ich werde es in der 2020er-Ausgabe der Mycologia Bavarica besprechen. Und ich muss sagen, dass ich es auch als wirklich gute Ergänzung zu Klenke & Scholler sehe. Es animiert, sich doch mal mit den Phytoparasiten zu beschäftigen. Es ist halt was Anderes, ob man ein wirklich schönes Bilderbuch hat, durch das man sich animieren lassen kann, doch mal den Oomyceten am Giersch mitzunehmen und anzuschauen, oder ob man ein trockneres Fachbuch besitzt.


    Mich wundert, dass der Name Kohlenbeere für einen Brandpilz verwendet wird, da für mich der Name immer mit Hypoxylon s.l. verkmüpft ist und bleibt, aber wenn unter Phytofreunden das so ist, dann ist es eben so ;-).


    Was ich besonders schön finde: Jule hat auch jenseits von den Straminipila (Oomyceten) sowie den Rost- und Brandpilzen und Mehltauen auch andere Pilzgruppen (meist Ascomyzeten wie Pseudopeziza, Leptotrochila sowie imperfekte) mit reingenommen. Und die schöne Phaeobotryosphaeria visci (als Sphaeropsis visci, den früher verwendeten Namen der Anamorphe), deren Epitheton so vertraut klingt! Da muss einem das Buch doch gefallen!


    Man kann es übrigens mit ins Gelände nehmen und so als Einsteiger mal schnell schauen, ob man eine Chance zur Bestimmung hat (Weide: meide! *hihi).


    Mein Schnellurteil: sehr empfehlenswert!


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,

    nachdem die Witterung der letzten Woche(n) sehr heiß und vor allem trocken war, habe ich ganz bewusst noch keine Werbung für den Kartierungstag in Penzberg am Samstag, den 6. Juli 2019 gemacht, um notfalls besser absagen zu können. Jetzt hat es aber ergiebig geregnet, was ein gutes Zeichen ist. Kurzum: wir gehen nach Penzberg!

    Hier die Eckdaten:

    6. Juli 2019, 10.00 Uhr - Kartierungsexkursion der BMG gemeinsam mit dem Verein für Pilzkunde München e.V. in 82377 Penzberg (Oberbayern, Landkreis Weilheim-Schongau)

    Leitung: Dr. Christoph Hahn

    Treffpunkt: Penzberg, Huber See, von der Autbahn A95 kommend vor dem Ortseingang Penzberg rechts abbiegen (zum Campingplatz und Bistro Extra im Gut Hub). Am Campingplatz vorbei in Richtung Bistro, dort am Straßenrand parken. Die Straße (für das Navi) heißt „Vordermeir“.MTB 8234/1.3, 610 m

    Dank der teils ergiebigen Niederschläge hoffen wir natürlich auf ein gutes Pilzwachstum.

    Teilnehmer, die auch Proben zum Selbermikroskopieren mitnehmen, sind natürlich herzlichst willkommen. Natürlich können auch andere, interessierte Pilzfreundinnen und Pilzfreunde teilnehmen. Es handelt sich aber um keine Speisepilzwanderung, sondern um eine Kartierungsexkursion, bei der wir möglichst viele Pilzarten ansprechen und bestimmen wollen.

    Ich freue mich auf viele Teilnehmer ==Gnolm16

    Liebe Grüße,
    Christoph

    Schöne Flattermänner, die ihr da zeigt...


    Servus beinand,


    hier bei mir hat es endlich wieder mal geregnet. Angesagt war Starkregen und Hagel mit bis zu 4 cm Durchmesser. Es hat bei mir aber nur kurz etwas heftiger geregnet und Hagel gab es hier keinen. Weiter im Süden sah es aber nach Weltuntergang aus... immerhin hatte ich jetzt 6 Stunden Dauergewitter nebst Regen. Und morgen hoffentlich mehr...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Radelfungus,


    beim zweiten würde ich allerdings auch die Gattung Antrodia nicht ausschließen wollen. Man müsste wissen, welche Farbe das Fruchtkörperfleisch hat. Für den Eichenwirrling ist mir der Fruchtkörper sehr weiß - ich kann ihn aber auch nicht ausschließen, da die Hitze ja so manche Pilze ausbleicht.


    Beim ersten würde ich auch gerne erstmal die Farbe der Trama sehen wollen, bevor ich überhaupt Phellinus s.l. sagen würde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Trino,


    alles Gute nachträglich zu deinem Burtseltsag! Ich war ein paar Tage offline, weshalb ich nicht früher gratulieren konnte. Ich hoffe, du hast ein schönes Fest gefeiert.


    Liebe Grüße,

    Christoph