Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Rudi,


    einen grünen Schimmer kann ich beim besten Willen nicht finden.


    dieser kühle, etwas schmutzig gelbgraue Ton, in dem (wegen der Kühle des Farbtons) schon ein bisserl Grün eingemischt ist, ist ganz typisch für den Igelwulstling.

    Das Sporenpulver hat frisch auch einen grünlichen Ton, der aber rasch zu einem Gelb ausblasst.

    Falls du mal einen Igelwulstling mit rotbraunen Lamellen finden solltest - dann hast du Amanita solitaria var. subbeilii (würde den gerne mal selber finden).


    Randnotiz:

    Amanita solitaria ist stark giftig (enthält ein Nierentoxin, das Smithiana-Toxin). In den Funghi Italiana steht er leider immer noch als essbar drin...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claus,


    die Bestimmung ist sehr gut abgesichert - Lactifluus bertillonii. Falls du noch Lust hast: es lohnt sich, die Spitzen der HDS-Haare anzuschauen. Auch dort unterscheiden sich Lactifluus vellereus und Lactifluus bertillonii. Ich will nur nicht im Vorfeld etwas suggerieren. Falls du die HDS-Haarspitzen anschauen willst und fotografierst oder beschreibst, dann löse ich auf, wo der Unterschied liegt (du kannst es natürlich auch selbst nachlesen). ;)


    Schöner Fund - auch bei mir ist Lacitfluus vellereus der deutlich häufigere der beiden.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfnudel,


    früher hatte ich gerne mit den alten Bohus-Artikeln und seinem Schlüssel gearbeitet (ich habe 1988 angefangen, mich mit der Gattung Agaricus intensiv auseinanderzusetzen), um dann später zu pausieren (ich hatte aufgegeben). Dank der Artikel von Parra und der später publizierten Monographie habe ich mich dann wieder intensiver mit Egerlingen beschäftigt. Parra geht sehr detailliert auf die Vela ein und nimmt auch die Mikromerkmale der Ringober- (Velum partiale) und Rungunterseite (Velum universale) ein. Parra schmeißt einiges zusammen, aber ich finde, man kann sehr gut mit der Monographie arbeiten. Ansonsten sammle ich viel Spezialliteratur (Fachartikel in diversen Journals) über die Gattung Agaricus. Da tut sich auch aktuell noch viel. In Sachen Systematik der Gattung (Sektionen usw.) ist der Parra bereits veraltet, aber als Bestimmungsbuch finde ich, ist er ideal. Man muss nur damit leben, dass manche Arten nicht gut bestimmbar sind (da findet man dann ITS-Sequenzstücke als Schlüsselpunkte). Parra erklärt aber die Makromerkmale sehr ausführlich und logisch.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rudi,


    ich bin da skeptisch. Ich kenne Phragmotrichum chailletii sehr gut - es ist eine Art des Winters und Frühlings. Im Hochsommer sind die Pycnidien normalerweise schon kaputt. Zudem sollten sie dann mehr wie ausgeleerte, schwarze, unregelmäßige Becher aussehen, da die Konidienmasse bereits futsch ist. Es gibt weitere, schwarze Coelomyzeten an Fichtenzapfen. Dein Fot zeigt entweder sehr junge Stadien von Phragmotrichum (dann sollte das Foto aus dem letzten Winter sein) oder es ist etwas Anderes.


    Hier sieht man gut, wie die jungen, geschlossenen Pycnidien aussehen (das Foto oben links) - und wie sie dann oben aufreißen und die Sporen entlassen (das Foto oben rechts) - dort siehst du das grieselige schwarze Pulver (die Konidienketten) und die dünne, schwarze Haut am Rand: Phragmotrichum chailletii


    Bei Sommerfunden hat man gewöhnlich eben nur noch diese Haut übrig, was dann wie ein zerfetzter Becher aussieht.


    Wann hast du diesen kleinen Schwarzen denn fotografiert?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Zwergegelinge haben einen einfachen Ring ohne Zahnradkranz, die Anisegerlinge i.w.S. haben einen doppelten Ring, also einen häutigen Ring, an dessen Unterseite einm Zahnradkranz zu finden ist. Ich würde deinen Egerling auch bei den Zwergegerlingen vermuten. Du müsstest da aber sicherlich ein deutliches Anis- oder Mandelaroma wahrnehmen (auch Zwergegerlinge riechen so).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rotfüßchen,


    Pilzstammtische und / oder Pilzvereine lohnen sich immer! Es ist viel besser, sich real zu sehen und über Pilze zu diskutieren oder gemeinsam auf Exkursion zu gehen, als das virtuell in Foren zu machen. Was nicht heißt, dass man beides machen kann *hihi


    Es wird sicher keiner beißen. Pilzler könne zwar etwas eigen sein (ist halt ein etwas extremeres Hobby, wenn man es intensiv betreibt), aber sie sind meist sehr nett, hilfsbereit, freundlich... (Ich hoffe, das trifft auch für Mittelhessen zu). Und bei zuehli kannst du sicher sein, einen freundlichen, netten, hilfsbereiten und kompetenten Pilzfreund anzutreffen. Und das wird sicher auch für viele andere bei dem Stammtisch gelten.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Schupfnudel,


    Agaricus xanthoderma s.str. hat sogar ein recht auffälliges Velum universale, das an der Ringunterseite eine sehr deutliche Struktur zeigt - sie ist nicht immer zahnradartig aufgerissen, sondern hat gerne eine gerade Abrisskante - siehe z.B. dieses Foto bei Wikipedia, da sieht man das gut: datei:agaricus_xanthoderma_ef.jpg


    Hier ist es wiederum mehr sternartig aufgerissen und bildet einen deutlichen Zahnradkranz: Aranzadi | Zientzia Elkartea · Society of Sciences · Sociedad de Ciencias · Societé de Sciences » Galería fotográfica (dort im Menü auf Agaricus xanthodermus klicken - die direkte Bildadresse habe ich nicht erklicken können.


    Wie Pablo richtig schrieb, ist die Ausprägung des Velum universale als Zahnrad kein Alleinstellungsmerkmal für eine bestimmte Sektion, da es in mehreren Sektionen auftaucht. Selbst bei den Wiesenegerlingen (A. campstris s.str. hat keien Zahnradkranz) gibt es das, so z.B. bei Agaricus pampeanus.


    Allerdings haben alle Zwergegerlinge (subgen. Minores, sect. Minores) keinen Zahnradkranz. Man kann also manche Arten und auch Artengruppen dadurch ausschließen. Mehr aber nicht. Man sollte immer auf das Velum universale am Ring achten. Auch, was dessen Farbe und Konsistenz betrifft (dann kann man z.B. auch Agaricus freirei von den Blutegerlingen unterscheiden - bei ihm ist das Velum universale an der Ringunterseite sehr flockig und am Rand dann braun).


    Jetzt bin ich ein bisserl abgeschweift... Jedenfalls kann ich den Egerling so am Foto auch nicht bestimmen. Auf alle Fälle muss man bei Egerlingen sehr genau beobachten können und wirklich auf jede Feinheit in Bezug auf die Vela, die Stieloberfläche an sich, die Hutoberfläche, Verfärbungen, Geruchsmerkmale (jung, nicht zu alt) usw. achten. Ich mag die Gattung, aber sie ist wirklich alles andere als einfach.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich sehe da ehrlich gesagt ebenfalls Trockenexemplare des Wurzelnden Schleimrüblings - Hymenopellis radicata.


    Der Täubling sieht sehr nach einem der Kammtäublinge aus. Mit etwas Mikroskopie sind die gut bestimmbar. Nur nach Foto dürfte da aber nichts gehen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Exakt so ist es, ganz schön passiv-aggressiver Grundton hier. Aber schön zu sehen, dass es auch noch Menschen gibt, die lesen statt sofort loszupöbeln und andere als Trolle zu beschimpfen. [...]


    Mannomann, was eine Gesellschaft.

    Servus Pilzderp,


    ich gehe einfach mal davon aus, dass dir nicht bewusst, ist, wie schwierig es ist, Pilze einfach nur nach Foto zu bestimmen. Ohne Beschreibung von Merkmalen - z.B. Geruch oder anderen Details, die am Foto nicht zu erkennen sind - kommt man da eist nicht weiter.


    Trotzdem werden, insbesondere von Neulingen, Fotos von Pilzen auch hier gerne angesehen und es werden gerne Bestimmungstipps abgegeben.


    Wenn du aber einen Pilz auf einem Markt kaufst und nur den Namen vergessne hast, dann wäre es für uns Teilnehmer viel einfacher, wenn du genau das auch schreiben würdest. Handelt es sich um einen Zuchtpilz, ist die Artenauswahl viel geringer und es fällt leichter, dir zu helfen.


    Wenn du aber erst schreibst, dass du nur das Foto hast und sonst keinerlei Infos zu dem Pilz hast und danach erwähnst du dann, dass es Zuchtpilze sind, dann wirkt das einfach etwas schräg. Und nein, hier herrscht eben kein passiv-aggressiver Grundton. Und die Gesellschaft hier ist ganz normal. Im Gegenteil - es geht hier eigentlich sehr höflich zu. Grußfloskeln sind auch gerne gesehen.


    Und ein letztes Mal zum Namen -. es ist völlig egal, unter welchem Namen der Pilz vermarktet wird. Der Begriff Samthaube ist einfach nur Unsinn. Es ist ein erfundener Kunstname von Pilzverkäufern. Der Pilz ist der Südliche Ackerling oder aus italienisch eben der Pioppino. Ist letzten Endes aber auch egal. Ich empfehle dir, ein bisserl runter zu kommen. Du hast um Hilfe ersucht und du hast sie bekommen. Insofern ist doch alles o.k.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    "Samthaube" ist ein Kunsname von Pilzzüchtern - siehe z.B. hier: Samthaube | Pilzgarten


    Wert auf diesen - sorry - bescheuerten Namen kam, weiß ich nicht, da er doch sehr an Samthäubchen, also an Conocybe erinnert.


    Was ich mich allerdings frage:

    Ich weiß leider garnichts darüber, habe im Prinzip nur dieses Bild. Die Standard-Augentropfenflasche ist für den Größenvergleich. Kann mir jemand weiterhelfen? :)

    @pilzderp - du weißt, dass du ihn auf einem Markt gekauft hast, es also ein Zuchtpilz ist. Du weißt auch den Namen, unter dem er verkauft wurde (Samthaube). Du weißt aber gar nichts über ihn und hast (in Prinzip?) nur dieses Bild.


    Sollte das ein Test sein, um zu schauen, ob die Foristen hier Cyclocybe aegerita erkennen? Oder was sollte die Anfrage überhaupt?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    speziell für's Habichtla, aber auch für alle anderen, folgendes Fundstück:

    Ят-Ха на эфире Афонтово. Татаромонголы. Bewohner der Republik Tuva werden auf Russisch wohl Tataromongolen genannt (war mir neu).


    Albert Kuwesin ist zwar mittlerweile richtig alt geworden (im Vergleich zu seinen früheren Aufnahmen ist er grau und hat doch gemütlicherweise zugenommen), seinen Stimmfähigkeiten tut es aber keinen Abbruch. Hier kann man auch mal hören, wie laut sein Untertongesang ist (das Mikro hat deutlichen Abstand)


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    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    ich schrieb ja deshalb, dass die Basidien pedunkulat seien, was zur Gattung Intextomyces führen würde. Nur passt da nichts so richtig. Die für Pleurobasidien typischen seitlichen Auswüchse habe ich eben nicht gesehenm dafür immer wieder diese dünne Wurzel, die tiefer unten dann ein Septum mit Schnalle trägt, was aber nur unter Aufwand zu präparieren war. An der von dir markierten Stelle war beim Durchfokussieren kein Septum und auch keine Schnalle zu sehen.


    Ignoriere ich die pedunkulaten Basidien, lande ich im Dunstkreis von Hypochnicium s.l., Radulomyces und Globulicium (Globulicium hiemale kenne ich sehr gut aus dem BayerWald, wo dies ein Massenpilz an ansitzenden, abgestorbenen Aststummelchen an Fichten ist - es geht mir nur um den Dunstkreis, bei dem ich landen würde).


    Daher stehe ich so auf dem Schlauch. So bleibt es erstmal ein Corti spec. (dass ich nichtmal eine Gattung habe, hatte ich schon lange nicht mehr). Auf alle Fälle ein interessanter Fund. Vielleicht stoplere ich mal über eine Beschreibung dieses verrückten Dings.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beli,


    dein Link zeigt m.E. Guepiniopsis estonica - Makroskopie und Substrat (Pinus) passen dazu, Dacrymyces capitata glaube ich da nie und nimmer. Nicht alles im Internet ist richtig bestimmt, daher ist ein reiner Bildabgleich per Suchfunktion oft irreführend.


    Was den Fund von Chris betrifft - ohne Mikroskop schwierig, falls überhaupt schon reif. Ich denke da ein bisserl an Ditiola radicata, wobei die Becherform da nicht so wirklich passt. Ich habe aber mit dieser sehr seltenen Art wenig eigene Erfahrung. Hier ein Fund von mir aus Franken (aus dem Jahr 2018).



    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich bin gerade dabei, alle Aufsammlungen einer Kartierungsexkursion nach Penzberg (Oberbayern) aufzuarbeiten. Dabei habe ich einen Corticioiden an Schwarzem Holler (Sambucus nigra) aufgesammelt. Es handelt sich beim Substrat um ein entrindetes Aststück, das unter einem Crataegus am Boden lag.



    Die weißen Kissen sind etwas Unreifes, was auf und neben dem Corti zu finden war. Der Corti selbst ist relativ zäh, creme bis bräumlich, auf Druck etwas ockerlich fleckend, mit gut abgegrenztem Fruchtkörperrand.


    Im Mikroskop fallen die unzähligen Basidiolen auf. Nur wenige Basidien haben Sterigmen - und alle mit Sterigmen waren bereits kollabiert (ich habe den Corti anhand des Trockenbelegs untersucht, da ich es nicht geschafft hatte, alles frisch anzusehen). Auch mit KOH und/oder Kongo in Ammoniak ploppten die stergimentragenden Basidien nicht mehr auf. Man konnte aber erkennen, dass es viele zweisporige, aber auch viersporige Basidien gab.


    Die Basidiolen musste man komplett rausquetschen - und dann sieht man, dass sie einen seitlich ansitzenden Stiel haben. Ich habe kein pleurales Weiterwachsen gesehen, aber der seitliche Stiel lässt stark an Pleurobasidien denken - zumindest aber an pedunkulate Basidien, wie sie bei Intextomyces vorkommen:



    Hier liegt eine Pigmentflocke vom Kongorot (in Ammoniak) im Weg. Beim Durchfokussieren kann man aber gut den Stiel erkennen, der hier aus der Schärfeebene rausgeht - ich habe ihn daher gelb umrandet. Links unten an der Basidie ist keine zweite Auswachsung, sondern da bappt wieder was dran (Pigmentflocke / Batz). Die Basidiolen sind ein bisserl dickwandig, vor allem am Scheitel.


    Hier noch eine Basidiole, bei der man den basalen Stiel sehr gut sehen kann (dafür verschwindet der Scheitel im Unscharfen):



    Ach ja, der breite Teil der Basidien (also ohne Stiel) misst ca. 26-33 x 9,5-11,5 µm - die Basidien / Basidiolen sind also relativ breit.


    Schnallen musste ich suchen, da das Subiculum sehr dicht gepackt ist und subbasidial die Hyphen auch schlecht auflösbar sind. Schnallen sind aber vorhanden - und der Schnallenbogen kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein - hier Beispiele von relativ normalen Schnallen:



    (Subiculum rausgequetscht - Schnallensuchbild) ;)


    Die Sporen waren in Wasser mehr oder weniger kollabiert (obwohl etwas dickwandig - sie erscheinen erst fast eckig, weil eben etwas kollabiert), ploppen aber in KOH wieder gut auf. Sie sind rund bis breit elliptisch und etwas dickwandig - Baumwollblau färbt die Wand, sie sind also cyanophil (zumindest ist es erkennbar). Ich bin mir unsicher, ob die Sporen ganz glatt oder doch etwas rau sind, da oft Sekundärmaterial dran klebt. Zudem fehlt meinem Mikroskop z.B. Interferenzkontrast (ist halt nur ein CH2 von Olympus)... ich meine aber eher, dass sie glatt sind:


    Sporen in Wasser / KOH 3%


    Sporen in Kongorot/Ammoniak


    Die Sporen sind inamyloid und auch nichrt dextrinoid und messen 7,25-8,5 x 6,25-7,5 µm; Q = 1,0-1,2.


    Zusammenfassend:

    Es handelt sich um einen Corti mit Pleurobasidien bzw. zumindest mit pedunkulaten Basidien, wobei die großen, leicht dickwandigen und cyanophilen Sporen inamyloid und glatt sind - Cystiden fehlen - er hat Schnallen und der Fruchtkörper ist recht fest und optisch auffällig...


    Die Kombination sollte eigentlich gut auf eine Fährte führen.


    Eigentlich müsste ich bei Xenasmatella bzw. Aphanobasidium (je nach Gattungskonzept - Phlebiella ist ja ungültig beschrieben) landen. Intextomyces passt weder makroskopisch noch in Bezug auf die Sporengröße / -form, da würden aber die dünn gestielten Basidien hinpassen. Es sollte aber m.E. doch eine Xenasmatella sein?! Nur passt da nichts in meiner Literatur. Ich stehe schlicht gesagt auf dem Schlauch. Vielleicht habe ich auch nur was übersehen?


    Ich scheine langsam einzurosten. :(


    Wer kann helfen?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Rotfüßchen,


    sieht makroskopisch sehr gut für das Wiesenegerlingsaggregat aus. Das Velum universale scheint aber doch recht üppig ausgeprägt zu sein. Sollte der Ring unterseits einen Zahnradkranz zeigen (bevor er dann völlig hinfällig ist), müsste man auch an Agaricus pampeanus denken. Da braucht man letzten Endes aber ein Mikroskop zum Absichern (die Art ist oft auffallend schuppighütig, kann aber auch glatter ausfallen).

    Was zu Agaricus campestris s.str. passt, ist der oberhalb des Rings ziemlich glatte Stiel.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Pablo,


    hinsichtlich der Ontogenie von Rhizomorphen wurde sehr viel angeschaut (z.B. von Agerer) - und der Hallimasch war wohl der allererste, der diesbezüglich untersucht wurde, weshalb manche Autoren den Begriff Rhizomorphe nur auf ihn anwenden, da der egriff für ihn geprägt wurde und seine Rhizomorphen eigentlichgestreckte Sklerotien sind - für andere Rhizomorphen wird dann der Begriff Hyphenstränge verwendet (ich komme aus dem "Agerer-Stall" - und da haben wir den Begriff Rhizomorphen allgemein angewendet). Sklerotien diverser Pilze wurden ebenfalls gut untersucht - bislang wurde - meines Wissens - dort kein echtes Gewebe entdeckt. Bei Polyporus kenne ich nur Pseudosklerotien - da ist es sehr offensichtlich, dass es nur Plectenchyme sind. Für die Sklerotien von Paxillus, Gyrodon und Hygrophoropsis kann ich bestätigen, dass es Plectenchyme sind, weil ich die auch selbst angeschaut habe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    meine Kenntnisstand war bislang, dass Pilze keine echten Gewebe ausbilden, sondern nur Geflechte aus Pilzfäden, also aus Hyphen. Diese Geflechte werden Plectenchym genannt, während echte Gewebe Parenchym genannt werden.


    Die Gehäuse von manchen Ascomyzeten sehen aus wie Gewebe, also wie ein echter Zellverbund, sind aber nur Zellfäden mit Zellen, die so aussehen, als würden sie aus einem Meristem (Teilungszone) entspringen. Sowas nennt man dann ein pseudoparenchymatisches Plectenchym.


    Und siehe da - jetzt wurden echte Gewebe bei Flechten gefunden - es betrifft den Thallus der Gattungen Leptogium (L. austromericanum, L. burnetiae, L. chloromelum, L. marginellum) und Scytinium (S. gelatinosum, S. lichenoides) - beides Vertreter der Familie der Collemataceae.


    Interessanterweise werden Falten des Thallus, aber auch die Isidien oder die Loben des Thallus durch die regelmäßige Teilung von Meristemzellen ausgebildet. Das bedeutet, dass hier echte Gewebe vorliegen und diese Arten somit letzten Endes sogar echte Organe bilden.


    Andere Gattungen innerhalb der Familie bilden all das wie bisher bekannt pseudoparenchymatisch - es scheint also eine Weiterentwicklung innerhalbe der Familie zu sein, was phylogenetisch auch sehr interessant ist. Diese Pilze haben letzten endes einen Entwicklungssprung vollzogen. Jetzt müsste man eine Zeitmaschine haben, um zu sehen, was sie evolutiv betrachtet aus dieser Möglichkeit machen.


    Echte Gewebe kennt man sonst nur von Tieren, Pflanzen (also Grünalgen i.w.S) sowie Braunalgen. Und jetzt eben auch von Ascomyzeten...


    Publiziert wurde das in der Mycologia:

    William B. Sanders & Asunción de los Ríos (2019): The cellular cortex in Collemataceae (lichenized Ascomycota) participates in thallus growth and morphogenesis via parenchymatous cell divisions, Mycologia 111(2): 206-216, DOI: 10.1080/00275514.2019.1566810


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Nobi,


    ich liebe Yat-Kha bzw. Ят-Ха (und hatte hier, meine ich, auch mal ihre Coverversion von Orgasmatron eingestellt). Unabhängig von ihren bekannten Alben wie z.B. Yenisei Punk finde ich insbesondereDyngyldai richtig genial:


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    Ich mag den Untertongesang von Albert Kuwesin.


    Von dem Stück gibt es ein Fanvideo, das auf einen Film geschnitten wurde, was m.E. auch sehr gut passt:


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    Und wer in ihr Album Yenisei Punk reinhören will:


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    Sedaa kannte ich vorher nicht -danke für den Link (und da klappte es auch mit dem Video). Ich versuche mich ab und zu mit Oberton- und Untertongesang, wobei ich da nur ansatzweise das herausbekomme, was diese Bands vormachen. Vielleicht platzt ja irgendwann der Knoten. Die Obertöne bekomme ich manchmal hin (aber eben nicht so laut), Untertongesang ist aber irgendwie Glückssache und der Ton reißt dann wieder ab. Umso cooler finde ich, wie Yat-Kha und andere entsprechende Bands das hinbekommen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Damit wäre "Ulmus spec." der dritte mögliche Mykorrhizapartner für Kollektion 6.

    Servus Pablo,


    nein, Ulmus bildet Arbuskuläre Mykorrhizen, lebt also mit Glomeromycota in Symbiose. Die Gattung fällt als Partner für eine ektotrophe Art weg. Einzige Ausnahme wären die eher parasitischen Rötlinge, die Rosaceae sowas ähnliches wie eine Ektomykorrhiza aufzwingen - in Bezug auf den Ulmenrötling (bei dem diese Verbindung meines Wissens noch nicht ausgegraben wurde) wäre das noch denkbar, nicht aber eine Verbindung mit einem normalen Ektomykorrhizabildner.


    Liebe Grüße,

    Christoph