Beiträge von Tricholomopsis

    Servus Ogni,


    Nebenfruchrform bedeutet, dass es das asexuelle Stadium ist, sich der Pilz also nur kloniert. Bei der Ceratiomyxa ist es also keine Nebenfruchtform, sondern eine andere Ausprägung des normalen, sexuellen Stadiums. Wobei Ceratiomyxa poroides mittlerweile auch als eigenständige Art und nicht nur als Varietät angesehen wird, wenn ich da up to date bin.


    Was die Lichenomphalia angeht, sieht man ja den Thallus, also "das Grüne", was das Substrat überzieht. Um die Art zu bestimmen, muss man wissen, wie der Thallus aussieht. Hier sieht es wie ein leicht schleimiger Algenrasen mit kleinen Knötchen aus. Andere Arten der Gattung haben schuppige Thalli.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kersten,


    Ohrföhrmige Seitlinge wachsen auf Nadelholz. Sie haben keinen so deutlich ausgeprägten Stiel wie die von dir gezeigten Fruchtkörper. Rein optisch sieht das hier sehr nach Lungenseitling aus. Das ist aber natürlich keine Verzehrfreigabe.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ogni volta,


    6 hat Beli schon bestimmt.

    7 stimmt: Osmoporus odoratus

    9 ist derTschaga - (Inonotus obliquus n derNebenfruchtform) - stimmt also auch :)

    11 ist definitiv eine Lichenomphalia, man sieht auch den Thallus der Flechte (der "Lamellenpilz" ist der Fruchtkörper der Flechte). Ich tippe ebenmso auf Lichenomphalia umbellifera.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Oehrling,


    für mich riecht der Nelkenschwindlig sehr stark – und war nach reiner Blausäure. Die riecht stechend und nicht nach Bittermandel. Letzteres ist das Aldehyd der Blausäure, welche für uns stark bittermandelartig riecht. Kleine Mengen davon übertönen bereits den stechenden Geruch. Die reine Blausäure können viele Menschen aber nicht riechen. Du gehörst folglich auch zu der Gruppe, die diesen Geruch nicht wahrnehmen können.

    Für mich ist der Geruch sowas von stark und stechend... Nasen sind verschieden.


    Dass der abgebildete Pilz ein Waldfreundrübling i.w.S. ist, wurde ja bereits gesagt. Neben dem Habitat passen auch nicht: die Stieldicke, die Hutform, der nicht gerippten Hutrand und die viel dichteren Lamellen. Kersten: Ich würde dir um Üben raten, in einem Pilzbuch mit ausführlichen Beschreibungen beide Arten zu vergleichen und die Beschreibungen mit deiner Kollektion u vergleichen. Achte auf jedes Detail – die Übung, den Pilz mal komplett zu beschreiben (also auch mit so "Kleinigkeiten" wie Farbe des Basismyzels/der Rhizomorphen, Lamellen pro mm usw.) hilft ungemein, wenn man sich in die Pilzbestimmung einarbeiten will. Hier sind sehr viele Merkmale deutlich anders als beim Nelkenschwindling. Sobald du das aktiv und bewusst erkennst, wirst du die beiden nie mehr verwechseln ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Sebastian,


    ich sehe da auch eher Russula grisea, wobei die Griseinae schon sehr schwierig sind. Das dunkle Spoenpulver und die starke FeSO4-Reaktion sind für Russula grisea s.str. typisch. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die echte Russula grisea s.str. noch nicht selber in Händen hatte.

    Dafür Russula columbicolor, die aber ein deutlich blasseres Sporenpulver besitzt und viel weniger mit FeSO4 reagiert. Makroskopisch geht da aber so gut wie nichts in der Guppe. Mein Fund wurde von Werner Jurkeit nachbestimmt und im Moment ist er in Spanien zum Sequenzieren.


    Was die Besimmung ansich angeht - Oehrling hat da m. E. einiges angesprochen, was sinnvoll ist und dir helfen wird. Ich bin noch größerer Purist - ich schaue immer erstmal alles in Wasser an.


    Was Bestimmungsversuche angeht, bin ich aber nicht so extrem. Wenn du gute Schlüssel hast (ich mag den von Sarnari), dann kommst du gerade bei Russula doch echt weit, wenn du zuerst die wichtigen Merkmale herausmikroskopierst, das Sporenpulver hast und ein paar Chemiereaktionen gecheckt hast. Die Makroskopie ist bei Russula oft tückisch. Man kann aber, wenn man sehr sauber arbeitet, gut einsteigen. Ich habe das auch mal "live miterlebt" - Ludwig Beenken hat über die Mykorrhizen und Rhizomorphen der Täublinge promoviert und musste neu in die Gattung einsteigen. Ihm fehle also die jahrelange Russula-Felderfahrung. Dennoch ist seine Disseration mehr als solide, nein, sie ist sehr gut. Die Bestimmungen waren alle sauber und wurden auch nicht nachträglich revidiert.


    Ludwig ist aber ein ausgezeichneter Mykologe und arbeitet eben sehr klar, strukuriert und zielorientiert. Nicht von ungefähr hat er es geschafft, als Mykologe auch heute noch arbeiten zu können, aber das ist ein anderes Thema ;-).


    Lass dich also nicht abschrecken. Aber eins sollte klar sein: erst die Merkmale sauber erheben, dann schlüsseln. Und für ersteres muss man wissen, was an Merkmalen wichig ist. ;)

    Und trotzdem: schau auch "unwichtige" Merkmale an. Manchmal entdeckt man so Neues, was vorher keiner beachtet hat.


    Und klar, Kontakt zu Russula-Kennern hilft sehr.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servs Schupfnudel,


    von den Ergebnissen aus Goßbritannien wusste ich noch nichts. Das macht es dann noch schwieriger.

    Da beide Arten ja sympatrisch vorkommen und wohl sympatrisch entstanden sind, muss es ja irgendwas geben, was sie voneinander isoliert. Man sollte dann auch erwarten, dass es irgendein Merkmal gibt, das man greifen kann. Man muss also noch suchen. Oder mehr Kollektionen sequenzieren und dabei noch andere Loci verwenden, um eben zu testen, ob die ITS nur sehr variabel ist und die "Gruppen" durch zu wenige sequenzierte Individuen zufällig entstanden sind oder ob es wirklich Arten sind, die sich auch über andere Loci bestätigen lassen. Schwierig, aber spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Davon bin ich auch ausgegangen. Bei dem ersten Foto bei Naturlicht ist der Stiel blass gelb. Bei den letzten Fotos bei (?) Kunstlicht sind Stieloberfläche und Fleisch intensiv gelb. Ich habe daher die Gelbausprägung einfach ignoriert ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Meiner Meinung nach ist das noch schlimmer als die S. luridus/S. mendax Problematik.

    Servus Schupfnudel,


    mit Suillellus mendax hatte ich nie Probleme.


    Neoboletus xanthopus dagegen, da stimme ich mit dir überein, ist im Moment nicht klar bestimmbar. Wenn aber bei Laubbäumen ein recht glatthütiger Flocki v. a. wärmebegünstigt wächst, der auffallend kleine Stielschüppchen hat und eine gelbliche Sieloberfläche, dann würde es mich sehr wundern, wenn die Sequenzierung nicht N. xanthopus ausspucken würde. Dass aber auch Kollektionen, die man nicht erkennen würde genetisch als N. xanthopus herauskommen, ist klar. Daher ist es eben oft nicht möglich, die beiden Arten zu trennen. Im Bergnadelwald wird man aber nur die filzighütigen finden und da ist es dann klar Neoboletus erythropus. Und im Laubwald, wärmebegünstigt, ist eben leider alles möglich.Und ich traue es mir auch nicht zu, die beiden ohne Sequenz trennen zu können.


    Bei Jörgs Kollektion würde es mich aber schon sehr überraschen, wenn da was anderes als N. xanthopus bei der Sequenzierug rauskäme. Genau so wäre er eben bilderbuchmäßig typisch.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus lubeca,


    die kleinen, karottenfarbigen Punkte in der Stielbasis führen in die Gattung Hortiboletus. Da gibt es dann nicht mehr viele Arten. Hortiboletus rubellus ist viel röter am Hut und auf dem Stiel, Hortiboletus bubalinus würde unter der Huthautim Fleisch röten - damit bin ich, wie schon Jörg zuvor - bei Hortiboletus engelii, dem Eichenfilzröhrling.


    Speisewert? Hm, die werden alle schnell weich, schimmeln schnell - ich würde sagen, es lohnt der Mühe nicht. Der hier ist ja auch schon madig, obwohl noch sehr jung (der Stiel ist noch rein gelb).


    Generell ist es immer gut, die Art zu bestimmen, auch wenn alle in der Gattung essbar sind, weil man so seltene Arten schonen kann. Horrtiboletus engelii ist häufig und sicher nicht gefährdet, da er sehr stickstofftolerant ist, aber ich selber kam noch nicht auf die Idee, sowas zu essen. Eben zu labbrig und zu schnell schimmelig.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jörg,


    Megacollybia marginata galt früher als rein asiatische Art, bis der erste Nachweis aus Tschechien gelang. Vor kurzem wurde ein Fund aus Österreich auch per Sequenz bestätigt. Ein Fund von mir aus Bayern harrt noch derSequenzierung in Wien.


    Das Problem ist, dass noch nicht klar ist, ob Megacollybia platyphylla s.str. nicht auch mal dunkle Schneiden haben kann. Und falls ja, ob das altersbedingt ist oder ob sich solche Fruchtkörper anderweitig unterscheiden lassen.


    Mir ist aufgefallen, dass die Megacollybia-marginata-Fruchtkörper zu den braunen Schneiden auch relativ dunkle, graubraune Hüte haben. Es gibt aber auch hellhütige mit leicht dunkleren Schneiden. Kurz gesagt muss da mehr dokumentiert werden und per Sequenzierung überprüft werden. Es kann auch sein, dass wirklich beide dunkelschneidig sein können und dann nur die Sequenz hilt. Oft genug wird aber im Nachhinein dann doch noch was gefunden. Wer hat schon Breitblätter mikroskopiert? Oder die Rhizomorphen? Oder andere Bereiche, die nich Standard sind?


    Gerade hier können wir Amateure viel beitragen. Auch das Breitblatt ist richtig spannend - bis das Problem gelöst ist und neben der Sequenz und den Schneiden noch ein drittes, richtig griffiges Unterscheidungsmerkmal gefunden wird. Das macht die Pilzkunde m.E. so absolut genial spannend.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Fionn,


    rein makroskopisch kann das auch Neoboletus xanthopus sein. Der Hut sieht relativ glatt aus, die Stielschüppchen sind klein und der Stiel hat eine klar gelbe Grundfarbe. Deine Bedenken hinsichtlich Neoboletus erythropus sind daher für mich völlig nachvollziehbar (wenn auch weniger wegen der Porenfarbe).

    Um sicher zu sein, müsste man hier im Moment leider sequenzieren, daher nur ein Neoboletus cf. xanthopus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Das meinte ich mit "passt meines Erachtens" - das bezog sich auf beide Pilze (war nicht klar genug ausgedrückt). Beide richtig bestimmt :)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    nur zur Info: Der Jungfernschirmling hat zu teils heftigen Magen-Darm-Vergiftungen geführt, auch in Österreich. Er steht aber in vielen älteren Büchern als essbar.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servs gena,


    passt meines Erachtens. Das Breitblatt ist aber (wieder / immer noch) eine Megacollybia. Insofern: Megacollybia platyphylla. Das Einsortieren bei Clitocybula hat sich nicht bestätigt. Die Gattung Megacollybia ist zudem größer geworden. Bei uns kommen zwei Arten vor: Megacollybia platyphylla und Megacollybia marginata. Dein Foto zeigt erstere.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Wastl,


    für mich ist das auch ein lupenreiner Sommersteinpilz. Der Hut ist ja schon fein areoliert, was der Fichtensteinpilz nie zeigt.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Jörg,


    sehr schön :-). Bei dem Leccinellum pseudoscabrum: wenn die sehr dunkel sind und nicht runzelig- sondern mehr glatthütig, dann prüfe auch auf Leccinellum pseudoscabrum var. brunneobadium (= L. brunneobadium).


    Hemileccinum impolitum kommt im Moment zeitgleich an mehreren Stellen in mehreren Regionen. Bei mir ist er auch deutlich seltenerals Hemileccinum depilatum.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Björn,


    sehr schöner Fund. Ich hatte Russula insignis letztes Jahr nahe der Alpen (auch bei Eiche) gefunden – dort ist es eigentlich zu kühl für die Art. Sie scheint dank des Klimawandels ihr Areal zu vergrößern.


    Das, was an der Stielbasis mit KOH rot wird, ist übrigens auch das Velum universale. Am Hutrand sieht man es manchmal auch makroskopisch als Überzug.

    (Funfact: auch bei Russula ochroleuca und Russula viscida ist die gelbe Stielbasis, die mit KOH rot wird, wegen des stark reduzierten Velums gelb und auch das reagiert das Velum mit KOH)


    Man hat oft nur zu sehr - vielleicht von Pilzkursen - im Kopf, dass Russula kein Velum hätte, dabei stimm das nicht. Der Grundbauplan ist mit Velum universale, es ist nur bei sehr vielen Arten völlig reduziert, bei wenigen noch sichtbar. Und manche Arten haben ja noch einen Stielring vom Velum universale.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus ihr lieben,


    ich danke euch :-). Übrigens: das Rezept werde ich bald nachkochen. Die Zwiebeln waren echt der Hit. Ob ich den Kabeljau aber auch so hinbekomme... mal schauen. Der zerfällt so schnell.


    @Güni/Kagi: Vielseitigkeit war mir immer wichtig. Deshalb wildere ich auch in diversen Pilzgruppen herum und mache nicht nur eine Gattung.

    Ich war auch mal in einer Band aktiv, die nicht an der Schule ansässig ist. Wir haben "Funeral Doom" gespielt und versucht, Soundscapes aufzubauen. Wir kamen aber aus dem Proberaumstadium nicht heraus, war zu zeitintensiv, hat sich aber gelohnt und viel Spaß gemacht. Irgendwie mache ich auch oft viel parallel. Dann fehlt ein bisserl die Tiefe um durchzustarten.


    Ach ja, um das Bild noch etwas bunter zu machen: Ich spiele auch Querflöte, aber vor allem rumänische Panflöte und liebe rumänische Doinas. Panflöte habe ich"richtig" gelernt, während ich E-Gitarre und E-Bass rein autodidaktisch spiele.


    Jetzt muss ich mich aber um ein paar Schwammerl kümmern, die ich vom Dörrex holen muss. Am Sonntag habe ich Psilocybe turficola gefunden - ein Erstfund für mich. Die Lamellen hatten so einen tollen Violetttouch...


    Liebe Grüße,

    Christoph