Servus Sebastian,
ich sehe da auch eher Russula grisea, wobei die Griseinae schon sehr schwierig sind. Das dunkle Spoenpulver und die starke FeSO4-Reaktion sind für Russula grisea s.str. typisch. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich die echte Russula grisea s.str. noch nicht selber in Händen hatte.
Dafür Russula columbicolor, die aber ein deutlich blasseres Sporenpulver besitzt und viel weniger mit FeSO4 reagiert. Makroskopisch geht da aber so gut wie nichts in der Guppe. Mein Fund wurde von Werner Jurkeit nachbestimmt und im Moment ist er in Spanien zum Sequenzieren.
Was die Besimmung ansich angeht - Oehrling hat da m. E. einiges angesprochen, was sinnvoll ist und dir helfen wird. Ich bin noch größerer Purist - ich schaue immer erstmal alles in Wasser an.
Was Bestimmungsversuche angeht, bin ich aber nicht so extrem. Wenn du gute Schlüssel hast (ich mag den von Sarnari), dann kommst du gerade bei Russula doch echt weit, wenn du zuerst die wichtigen Merkmale herausmikroskopierst, das Sporenpulver hast und ein paar Chemiereaktionen gecheckt hast. Die Makroskopie ist bei Russula oft tückisch. Man kann aber, wenn man sehr sauber arbeitet, gut einsteigen. Ich habe das auch mal "live miterlebt" - Ludwig Beenken hat über die Mykorrhizen und Rhizomorphen der Täublinge promoviert und musste neu in die Gattung einsteigen. Ihm fehle also die jahrelange Russula-Felderfahrung. Dennoch ist seine Disseration mehr als solide, nein, sie ist sehr gut. Die Bestimmungen waren alle sauber und wurden auch nicht nachträglich revidiert.
Ludwig ist aber ein ausgezeichneter Mykologe und arbeitet eben sehr klar, strukuriert und zielorientiert. Nicht von ungefähr hat er es geschafft, als Mykologe auch heute noch arbeiten zu können, aber das ist ein anderes Thema ;-).
Lass dich also nicht abschrecken. Aber eins sollte klar sein: erst die Merkmale sauber erheben, dann schlüsseln. Und für ersteres muss man wissen, was an Merkmalen wichig ist. 
Und trotzdem: schau auch "unwichtige" Merkmale an. Manchmal entdeckt man so Neues, was vorher keiner beachtet hat.
Und klar, Kontakt zu Russula-Kennern hilft sehr.
Liebe Grüße,
Christoph