Beiträge von Tricholomopsis

    Lieber Mike,


    herzlich willkommen! Ich finde es wunderbar, dass mit dir ein Flechtenkenner hier dazugekommen ist. Ich selber habe mir vor kurzem den Zweibänder "Die Flechten Deutschlands" zugelegt (Wirth et al.) und hatte/habe vor, mich ein bisserl tiefer einzuarbeiten.


    Bisher habe ich vor allem Pilze an Flechen angeschaut, vor allem an Xanthoria. Ich habe dazu auch – basierend auf Tsurykau & Etayo (2017) – einen Schlüssel erstellt: Pilze an Xanthoria - Weltschlüssel

    Da ich auch an anderen Flechtenparasiten interessiert bin, würde ich eben gerne mehr erkennen, als Xanthoria parietina oder Physcia tenella ;-). Wenn ich mal Bestimmungsprobleme habe oder eine Bestimmung überprüfen lassen möchte, würde ich mich freuen, wenn du mal drüber schauen könntest. Kurz gesagt: ich finde das prima! ==Pilz22


    Anbei ein Foto einer schönen Gebirgsflechte – vom Großglocknergebiet, nahe des Hochtors – eine Solorina:



    Ich vermute Solorina bispora, hatte aber keinen Beleg mitgenommen (damals habe ich mich noch nicht für Flechten interessiert, dabei sind die Solorinae so hübsch... natürlich werden ich das nächste Mal, wenn ich sie finde, einen Beleg machen, reinmikroskopieren usw.). Kann man die makroskopisch bestimmen oder geht es nicht, ohne die Anzahl der Sporen in den Asci zu prüfen?


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Claudia,


    oh ja, das Leben ist wirklich zu kurz, um alles zu machen. Ich werde mich ein bisserl in die Flechten einarbeiten (habe mir gerade "die Flechten Deutschlands" von Wirth et al. geleistet. Zwei tolle Bände - das wird auch wieder Zeit fressen ^^.

    Und es gibt noch so viel Spannendes - man muss einfach schauen, was man machen kann und was nicht. Die Sterne waren für mich einfach seit der Kindheit ein intensives Hobby. Ich habe es erst vor ca. 2 Monaten reaktiviert. Da aber nicht immer Neumond (plus minus mehrere Tage) ist und dann eh nicht immer klarer Himmel, laufe ich nicht Gefahr, mich zu sehr von den Schwammerln abbringen zu lassen. Und da ich das Gegenteil einer Frostbeule bin (wenn's unter 12 Grad wird, dann reicht ein T-Shirt nicht mehr...), bin ich nachts draußen bestens aufgehoben. ^^


    Und was Profanität angeht - ein Blick in die funkelnde Unendlichkeit ist niemals profan.


    Servus Thomas,


    ich habe im Moment keine App (bis auf ein Spielzeug - SkyView free, die ich aber nie nutze). Die App, die du empfiehlst, klingt gut. Ich denke, ich werde die mal ausprobieren ;-).


    Liebe Grüße (an alle),

    Christoph

    Servus Stefan,


    bei Cortinarius violaeceus rieche ich kein Zedernholz. Es ist für mich ein streng aromatischer Geruch, sehr eigen, mit viel Leder... Zedernholzgeruch ist für mich der typische Bleistiftholzgeruch, also so, wie z. B. Russula lepida riecht. Wobei ich noch nicht an Zedernholz selbst geschnüffelt habe - vielleicht riecht es ja wie Cortinarius violaceus?!


    Wie man sieht, jede Nase riecht anders.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servs Tuppie, servus alle,


    ich erinnere mich noch an den Sternenhimmel in den Anden in über 4000 Meter Höhe oder auch an den Sternenhimmel in Patagonien. Glasklare Luft, kaum Lichtverschmutzung... nur gab es damals keine Möglichkeit, g'scheit zu fotografieren. Als ich diese Forschungsreisen gemacht hatte (mykologische Reisen natürlich), war noch die Zeit der Analogfotografie.


    Heute sieht das ganz anders aus. Man kann per Digitalkamera auch Hunderte von Einzelfotos machen und die dann eben miteinander verrechnen bzw. diese aufaddieren. Dafür erzeugt der Chip in der Kamera ein Hintergrundrauschen - aber das kann man mittlerweile auch wieder rausrechnen lassen. Die Software gibt es kostenlos.


    Sprich: jeder, der eine Kamera mit gutem Objektiv hat und zudem ein Stativ, der kann heute Astrofotos machen, die früher ohne Teleskop nicht möglich gewese wären.


    Da Bergwald gerne weitere Fotos sehen will, zeige ich noch einen Klassiker vor: Messier 51 - das ist eine Spiralgalaxie, die mit einer kleinere Galaxie zusammengestoßen ist und dadurch verformt wurde. Das Galaxienpaar steht im Sternbild der Jagdhunde, unterhalb der Deichsel des sog. Großen Wagens.



    Man muss hier wieder das Bild anklicken, um es größer zu sehen. Ich habe hier keinerlei Nachführung verwendet, also die Erddrehung nicht ausgeglichen, sondern viele viele Einzelbilder zu je 0,6 Sekunden Belichtungszeit gemacht, dann gestackt und mit Photoshop nachbearbeitet.


    Man sieht die Spiralarme, die etwas zusammengestaucht wurden und auch die Verbindung zur zweiten Galaxie knapp rechts oberhalb, wenn man genau hinschaut. Der Kern der größeren Galaxie ist sehr hell - man nennt solche Galaxien auch Seyfert-Galaxien. Da sitzt ein riesiges Schwarzes Loch, das Unmengen an Materie einsaugt, wodurch sehr viel Strahlung erzeugt wird.


    Um die Spiralarme mit einem Teleskop direkt sehen zu können, müsste man sehr viel Geld ausgeben und ein wirklich großes Teleskop kaufen. Mit einer Spiegelreflexkamera plus Teleobjektiv, Geduld und PC geht es aber auch so. Ganz wenig oval sind die Sterne aber noch (wegen der Erddrehung). Da ich mittlerweile einen mechanischen Nachführapparat habe, werde ich das Foto wiederholen, wenn mal wieder ein klarer Himmel ohne Mond sein sollte (spätestens im nächsten Frühjahr, denn im Sommer steht diese Galaxie bei mir in Richtung Augsburg mit entsprechender Lichverschmutzung). Ich habe nur nach Süden einen fast unverschmutzten Himmel (und Süden ist am Wichtigsten).


    Für diejenigen, die sich tiefer auskennen, das Bild nochmal, aber hier mit einem Stern, den ich dank der aktuelle Datenbanken (gab es früher auch nicht) und den aktuellen Missionen wie z. B. Gaia2 nachschlagen konnte und dessen scheinbare Helligkeit nachschlagen konnte.



    Bis zur 6. Größenklasse können wir Sterne mit dem bloßen Auge sehen. Fünf Größenklasse Unterschied bedeuten die 100fache Helligkeit - ein Stern erster Größenklasse ist 100 mal heller als einer der 6. Größenklasse und entsprechend 10.000 mal heller als einer der 11. und 1.000.000 mal heller als einer der 16. Größenklasse.


    Als ich früher mit meinem (kleinen) Teleskop beobachtet hatte, kam ich knapp über 10. Größenklasse. Mit dem (teuren) Achtzöller meiner Schule bis knapp über die 14. Größenklasse - und das schafft man per Foto auch ohne Teleskop.


    Natürlich kann man auch mit einem Teleskop fotografieren, dann kann man viel lichtschwächere Strukturen nachweisen. Aber dann muss die Nachführung sehr genau sein, das Teleskop darf nicht wackeln - die nötige Montierung ist entsprechend teuer und der Aufwand groß. Die Fotos, die ich hier zeige, kann hingegen jeder, der ein Stativ und eine Kamera besitzt, selber machen. Die Nachbearbeitung in Photoshop ist etwas tricky, aber es geht ;-).


    Als letztes zeige ich noch einen Kugelsternhaufen - diese Objeke umkreisen unsere Milchstraße. Messier 4 steht recht niedrig über dem Horizont. Man kann ihn in einem Fernglas gut als Nebelfleck sehen. Mit einer Kamera kann man aber schon die ersten Sterne dieses Haufens auflösen. Ich finde ihn ziemlich hübsch.



    Auffällig ist das senkrechte Band aus mehreren Sternen (10. Größenklasse). Daran kann man Messier 4 immer sofort erkennen. Direkt links unterhalb dieses Bandes sieht man einen länglichen Stern - das sind zwei Sterne, die sehr nah beieinander stehen - dafür ist meine Objektivlinse zu klein, um die in zwei Einzelsterne aufzulösen.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    so gerne ich auch Pilze habe, manche sind wirklich üble Krankheitserreger. Die LWF (Bayerische Landesanstalt für Wald und Forsten) berichtet ganz akuell, nämlich heute davon, dass der Pilz Batrachochytrium salamandrivorans in Ebrach (Steierwald) nachgewiesen wurde. Für uns in Bayern ist das eine Hiobsbotschaft. In Westdeutschland (z. B. der Eiffel) ist dieser Pilz leider schon seit Jahren bekannt.


    Dank unserer Globalisierung haben wir (also nicht wir als Einzelpersonen, ich meine unsere Spezies, Homo sapiens) nämlich eine asiatische Pilzart nach Europa (Niederlande, Belgien) verschleppt. Die Feuersalamander scheinen kaum Abwehrmöglichkeiten gegen die Pilzinfektion zu haben. Daher droht der Art das Aussterben, wenn sich die Krankheit weiter ausbreitet. Vom Nordwesten aus breitet sich die Krankheit in Deutschland aus und ist jetzt eben bereits in Bayern angekommen.


    Die LWF rät dazu, keine Feuersalamander zu berühren, um nicht selber Vektor des Erregers zu sein. Im Prinzip reicht es wohl auch, dass man vorher in einem infektiösen Gebiet war und dann mit den kontaminierten Schuhen einen Lebensraum von Feuersalamandern betritt.


    Ich hoffe, dass es zu Resistenzen kommen wird - es wäre katastrophal, wenn der Feuersalamander einfach ausstirbt.


    Hier der Link zur Pressemitteilung der LWF: PM 17/20: Hautpilz bei Feuersalamander nachgewiesen- Internetangebot - LfU Bayern

    Man findet dort Verhalensregeln, um die Krankheit nicht noch weiter zu verbreiten.


    Und hier ein Link Researchgate - da gibt es einen deutschsprachigen Fachartikel über die Krankheit aus dem Jahr 2018: (PDF) Die Salamanderpest und ihr Erreger Batrachochytrium salamandrivorans (Bsal): aktueller Stand in Deutschland

    Wenn ihr Feuersalamander sehen sollet, erfreut euch des Anblicks - es kann sein, dass man diese Tiere bald nur in Büchern und auf Fotos sehen kann. Die Chyridiomyzeten, die Lurche befallen, sind sehr übel (für die Lurche). Es gibt ja weltweit Probleme.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Beli,


    die Risse, sie so wenig rot sind (nur schwach ausgeprägte, rote Subcutis), aber nach längerer Zeit (z.B. die Fraßspur) dann doch rot verfärben und das im Stiel komplett rote Fleisch, lässt mich auch Xerocomellus chrysenteron s. str. vermuten. Aber wie Oehrling schon schrieb - in dem Zustand... schwierig. Zumindest makroskopisch.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Günter,


    schön, dass du auch hier bist :-). Ja, auf die Monographie warten viele schon sehnsüchtig...

    Nur nochmal kurz zu Cortinarius vernus - Cortinarius suberythrinus ist der ältere Name und hätte Priorität. Der wurde bei der Revision der französischen Arten (wie z. B. Cortinarius petroselinus) vergessen. Die anderen sind ja ungültig, der aber ist gültig beschrieben.

    Und heißt das, dass du die Varietät nevadovernus nicht als was eigenes anerkennst? (ich gehe davon aus, dass Cortinaris verus var. nevadovernus ein Synonym zu Cort. suberythrinus ist. Dann müsste, wenn man die zwei Varieäten anerkennt, Cortinarius vernus als Varietät von Cortinarius suberythrinus runterkombinieren. Will man Cortinarius vernus auf Arteben erhalten, dann müsste man die Varietät nevadovernus eigenständig auf Artrang anerkennen (als Cor. suberythrinus).

    Bin gespannt, was die Monographie dazu sagen wird (oder der ältere Name Cort. suberythrinus wird vorerst ignoriert - ich weiß nicht, ob der Typus in Paris greifbar ist). Gültig ist er aber ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Ja, frisch ist was anderes... und die Farben sind schon teils weg. Man sieht auch kei Detail der Sieloberfläche...


    Auch wenn es wohl wenig bringt, hier einen Bestimmungsversuch zu machen, kann man wohl zumindest manches ausschließen. Der Schwarrzblauende ist auch für mich völlig aus dem Spiel - die Poren zeigen m.E. Reste von einem Orangehauch und das Blauen ist nicht inensiv genug.


    Wenn der Pilz wenigstens vollständig wäre... die Fleischfarbe der Stielbasis wäre nett gewesen. So haben wir einen nicht mehr taufrischen Pilz und es fehlen dem Merkmale, die für die Bestimmung wichtig wären.


    Der Pilz war ganz frisch, also nicht vergammelt. Nach einiger Zeit hat er sich bis ins schwarze verfärbt.
    Hexenröhrling kenn ich eigentlich sehr gut, weil ich die schon Jahrzehnte sammle

    Hm, die Frage ist, was du unter "Hexenröhrlige" verstehst. Es gibt so viele... und ob es dir da nur um die grobe Gruppe bzw. Gattung im heutigen Sinn geht oder doch um irgendeine Art.


    So kann ich beispielsweise selbst "den Flocki" nicht sicher auf die Art ansprechen, wenn er nicht sehr filzighütig ist und keine sehr deutlichen, roten Stielschuppen hat. Neoboletus xanthopus ist nämlich sicher nur per DNA-Sequenzierung bestimmbar.


    Spontan habe ich bei dem Ausgangsfoto an eine Netzhexe gedacht. Der rote Röhrenboden kann fehlen und das Stielnetz kann auch ausfallen. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass beides hier zeitgleich der Fall sein soll... also weg mit dem Bauchgefühl (wegen der Hutpberfläche).

    Neoboletus xanthopus in "schon völlig durch" wäre die weite Option, aber es stimmt, dafür ist der Madenbefall schon sehr deutlich... also vielleicht doch ein Suillellus. Dann wäre die Stielbasis eif weinrot durchgefärbt gewesen... aber das sieht ma hier ja nicht.


    Ergo: ein Vertreter der Boletaceae. Mehr kann ich nicht dazu sagen. Selbst die Gattung ist so für mich unklar. ;)


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    gestern war ich live im Fernsehen und konnte dort über Pilze und auch ein Bisserl auch über mich erählen. Wer mich hier also nur virtuell kennt, kann so sehen, wie ich ausschaue und was ich über Schwammerl erzählen kann (sind aber nur drei kurze Teile in einer etwas längeren Sendung) - und ihr seht auch meine Hündin Tapsie (als Foto, der Hund im Studio heißt Henry und ist immer dabei):


    Wir in Bayern | 24.06.2020 : Mykologe (Pilzforscher) | Upcycling | Kabeljau in Würzkruste mit weißer Polenta


    Der Kabeljau hat übrigens sehr gut geschmeckt. :cool:


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    ich habe irgendwie zu viele Hobbys. Pilze allein sind ja nicht alles. Neben Frau (kein Hobby, klar) und Hund (auch kein Hobby) mache ich viel Musik, ich spiele intensiv Schach und ich habe ein Faible für die Astronomie/Astrophysik. Schon als Kind habe ich unzählie Nächte mit Fernglas und/oder kleinem Teleskop verbracht. Nach langer Pause habe ich hier wieder begonnen, aktiv zu werden. Zum Sterngucken habe ich einen Achtzöller (gehört der Schule, ich kann ihn abr asleihen), um Fotografieren nutze ich aber ganz simpel Kamera und Stativ. Ich habe mir eben eine mechanische Nachführhilfe gekauftt (tickt wie eine Eieruhr und dreht sich mit 15° pro Stunde, um die Erddrehung halbwegs auszugleichen).

    Mit meinem 200 mm-Tele kann ich damit immerhin 4 Sekunden belichten, ohne dass die Sterne länglich werden. Dann macht man eben mal 100 Bilder (oder mehr), stackt die und hat dann (hoffentlich) schöne Fotos. Falls es euch interessiert, kann ich ab und zu mal welche vorzeigen (manchmal hockt man abends/nachts ja mehr am Mikroskop als am Teleskop/der Kamera).


    Hier ist der sogenannte Hantelnebel (Messier 27) - bitte draufklicken, dann wird es größer und man sieht mehr:



    Ein alter Stern hatte sich hier aufgebläht, seine Hülle abgestoßen und ist dann zu einem Weißen Zwerg kollabiert. Die bei der kleinen Explosion abgestoßene Hülle sieht man jetzt als Nebel um den Stern herum. Der Nebel hat mittlerweile ca. drei Lichtjahre Durchmesser. Da das System 1400 Lichtjahre von uns entfernt ist, sieht man hier auf dem Foto eigentlich, wie der Nebel und der Stern vor 1400 Jahren aussahen.

    Der Nebel ist grünlich, da man vor allem Licht sieht, das durch Anregung von Sauerstoff entsteht. Wenn man genau hinschaut, sieht man etwas Rot am Rand des Nebels - da kollidiert er mit dem dünnen Gas im Weltraum (Wasserstofff leuchtet nach Anregung rot).


    Wer den Hantelnebel selber sehen will - er ist im Sternbild Vulpecula (die kleine Füchsin, wenn man es übersetzt) - und im Fernglas schon als kleinner Fleck zu sehen. Die schwächsten Sterne auf dem Foto sind knapp über der 13. Größenklasse (für die, die das verstehen/nachvollziehen). Bei so schwachen Sternen gibt es wenig Angaben zur visuellen Helligkeit, sondern nur auf gewisse Frequenzbänder bezogen. Jedenfalls müsste der kleine Stern in der Mitte des Nebels nicht der Zentralstern sein, denn der hat nur 14. Größenklasse (Weißer Zwerg, weit entfernt, Oberflächentemperatur mit 100.000 Grad viel viel heißer als die Sonne, aber eben klein und sehr weit weg). Der Stern in der Mitte steht näher uns (scheinbare Helligkeit von 11,75 mag).


    Unabhängig von den physikalischen Details - ich hoffe, ihr könnt die Ästhetik und die Faszination ein bisserl nachvollziehen.

    Für mich ist die Astronomie eine willkommene Abwechslung von der Pilzbestimmung. Der Tag und die Nacht müsste nur mehr Stunden haben...


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Tuppi,


    die Nr. 5 ist was nicht so häufiges:


    Ceratiomyxa poroides - wird auch als Varietät von Ceratiomyxa fruticulosa geführt. Ich bin bei den Schleimern nicht so tief drin, meine mich aber zu erinnern, dass der Artrang wieder aktuell sei. Ich finde fast nur die normale C. fruuticulosa.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Tobias,


    de Cortinarius uraceus habe ich auch nur rein makroskopisch reingeworfen (nach dem verlinkten Foto), um klarzustellen, dass ich keine Bestimmung, sondern nur Ideen äußere ;-). Telamonien nach Foto (bzw. Telamonien überhaupt) bestimmen zu wollen... Für mich sehen da sehr viele gleich aus. Nur der echte Cortinarius vernus im engsten Sinn sieht für mich anders aus, eben nicht mit so deutlichen weinrötlichen Tönen, sondern so, wie Hias ihn im Thread im BMG-Forum dargestellt hat.

    Wäre der Fund dan vom März/April und unter Pappeln, dann hätte ich Cortinarius suberythrinus ernsthaft in den Ring geworfen. So bleibt es für mich ein "Cortinarius vernus s.str. glaube ich nicht". Ich bin aber auch alles andere als bewandert in den Schleierlingen.


    Vielleicht sagt ja einer der Cortinariusexperten noch was dazu?!


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: viel Erfolg beim zweiten Kolloquium (falls du's nicht schon hinter dir hast)

    Servus Harald,


    klar sollte der echte Pl. cervinus nach Radi riechen, aber Pilzgerüche sind für viele schwer ausumachen. Und wenn ich lese, dass Radigeruch "nicht unbedingt bestätigt wird", dann ist das kein Ausschluss des Merkmals. Daher vermute ich, dass der Threaderöffner da unsicher ist. Ergo nehme ich nur die Makroskopie her.


    Und Gerüche sind immer so ne Sache. Der Pluteus hongoi, den ich kürzlich gefunden habe, roch nach einer Mischung as Schokolade ("Fälblingsschokolade") und Radi und nicht wie der typische Pluteus cervinus für mich. Ich vermute, dass man, wenn manvier Leute dran schnuppern ließe, auch vier verschiedene Geruchsangaben erhalten würde ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus lubeca,


    die meisten Pilze wurde ja bereits angesprochen - der weiße Träuschling (5) dürfte etwas ziemlich seltenes sein. Ich vermute Stropharia melanosperma. Den würde ich gerne mal selber finden. Falls du einen Sporenabwurf gemacht haben solltest (das ist immer empfehlenswert, will man einen Pilz bestimmen), so fällt auf, dass er rein schwarzes Sporenpulver ohne Violettton hat (bzw. haben soll, ich habe es selber ja noch nicht gesehen). Wenn du den Wuchsort kennst, kannst du ja mal schauen, ob der Pilz nochmal kommt, dann einen Abwurf machen und einen Beleg trocknen.

    Ich kann den dann gerne nachbestimmen (oder andere hier im Forum).

    Sollte meine Vermutung bestätigt werden, wäre es gut, wenn der Fund kartiert würde.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Kröti,


    ich kann den Vorschreibern auch nur recht geben: Ja, es ist eine Art aus dem Aggregat rund um Pluteus cervinus, dem Rehbraunen Dachpilz. Vielleicht sogar im engen Sinn, aber das ist mehr geraten, denn es gibt da viele Arten, die alle fast gleich ausschauen.

    Die freien Lamellen hast du ja gut erkannt - ein wichtiges Merkmal der Dachpilze. Dann die Sollbruchstelle zwischen Hut und Stiel und zuletzt das braunrosa Sporenpulver, das die Lamellen als rosa färbt. Mit dem dunklen, braunen Hut und dem hellen Stiel bist du dann bei deer Fruchtkörpergröße gut bei den Rehbraunen angekommen. Ab dann bräuchte man ein Mikroskop und/oder DNA-Sequenzierung.

    Ich hatte vor kurzem Pluteus hongoi - auch aus dem Aggregat. Dafür ist bei deinem der Hut aber dich zu dunkel und ich sehe schwarze Längsfasern am Stiel, was für Pluteus hongoi untypisch wäre.

    Plutues rangifer hätte stärkere, schwarze Stielfasern und ist ja eine nordische Art.

    Pluteus pouzarianus ist grauer und soll im engen Sinn süß riechen, nach Honig was ich aber erst einmal selber bei einer Kollektion hatte. Die rettichriechenden sind wohl was anderes?!

    Pluteus primus gibt es auch noch und weitere Arten.


    Mich würde aber rein makroskopisch nicht wundern, wenn es wirklich der echte im engsten Sinn wäre - Pluteus cervinus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus HotSaw,


    wie kommst du eigentlich auf Sandröhrling? Du siehst doch, dass dein Röhrling einen Ring hat - ist doch sehr auffällig, ein üppiges Gesamtvelum. Da Sandröhrlinge keinen Ring haben, fällt die Art doch schon raus.

    Beli hat's ja schon geschrieben - es sind Goldröhrlinge, und das recht eindeutig. Die findest du in jedem normalen Pilzbuch beschrieben.


    Von Stockschwammerln würde ich dir dringend abraten, falls du die Pilze essen willst. Wenn du als Einsteiger noch Probleme bei einfachen Arten hast (was völlig legitim ist, jeder fängt mal an), sollte für kulinarische Zwecke von schwierigen Arten die Finger lassen ;-).


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus Tobi Lu,


    rein makroskopisch denke ich hier eher an Cortinarius suberythrinus (= Cortinarius vernus var. nevadavernus). Diese meist zeitig im Frühjahr wachsende Art hat deutlichere weinrote bis Violetttöne als Cortinarius vernus s. str. (der auch im Herbst vorkommen kann). Cortinarius suberythrinus ist - wenn man das alles zu einer Art zusammenschmeißen will - übrigens der älteste zur Verfügung stehende Name. Ich denke aber, dass der deutlicher weinrot-violettstielige was anderes ist als der weniger gefärbte "echte" Cortinarius vernus.


    Für Cortinarius suberythrinus ist Ende Juni halt schon recht spät. April bis Mai passt eher, aber so exakt geht das alles ja nicht. Eine Pappel war nicht weiter entfernt vorhanden?


    Hier wurde das schon sehr ausführlich (mit Originaldiagnose etc.) diskutiert: Cortinarius suberythrinus - ein Wasserkopf im Frühjahr


    Es gibt natürlich weitere, ähnliche Wasserköpfe - auch Cortinarius atrocoeruleus kann im Juni kommen. Cortinarius uraceus wäre auch noch eine Option, denke ich - vergleiche mal diese Kollektion: Cortinarius uraceus, Schlindermanderscheid, 2012. Un cortinaire... | Download Scientific Diagram


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    das Problem ist, was man unter P. expallens versteht. Meine Artauffassung ist genau das, was auch Pablo und Harald zeigen. Typisch ist der glatte Stiel, der helle Hut mit der winzigen, dunklen Mitte und die starke Riefung. Beim Foto von Chris erkenne ich Ps. expallens nicht.


    Parallel wurde auch im Funga austria über Ps. expallens diskutiert: Gedanken zu Pseudoclitocybe - Funga Austria


    Ich finde das, was ich unter Ps. expallens verstehe, in Kalkmagerrasen und in Kalkschotterfluren. Hier Fotos zweier solcher Kollektionen (an einem Tag auf zwei Bereichen der Rothschwaiger Magerwiese bei FFB - ich habe den Fund in der Mycologia Bavarica als Ps. expallens publiziert.)


    Hier sieht man den glatten Stiel... auf denoberen Fotos die abgesetzt, kleinflächig sehr dunkle Hutmitte.


    Liebe Grüße,

    Christoph

    Servus beinand,


    Brevicellicium wächst bei mir sogar noch trotz der Trockenheit, die wir hatten. Ich habe diesen hübschen und sehr häufigen Corti mitten in der Dürrephase gefunden - jetzt regnet es endlich zumindest ein bisserl.


    Brevicellicium olivascens vom 31.3.2020 in Hattenhofen (Lkr. FFB), unterseits an einem liegenden Buchenast, zusammen mit Xylaria hypoxylon.


    Liebe Grüße,

    Christoph


    P.S.: war lange abwesend, weil in diversen Projekten stecken... werde jetzt wieder regelmäßig anwesend sein. :gwinken:

    Servus Nosozia,


    wir mussten die Anmeldung ausschalten, weil wir mit weit über 1000 Spamanmeldungen pro Monat, später pro Woche zu kämpfen hatten. Irgendwie sind wir ins Visier geraten. Wir hoffen, dass durch das Ausschalten die Bots die Seite als inaktiv rausnehmen. Natürlich freuen wir uns sehr über Zuwachs im Forum. Ich kann das Forum sehr gerne aufmachen, damit du dich anmelden kannst. Falls du mir schreibst, wann du dich anmelden willst bzw. den Nick, unter dem du dich anmeldest, dann finde ich dich auch, wenn sofort wieder Junkanmeldungen einschwirren. Wir haben nur manuell freigeschaltet und Capchas genutzt - hat alles nichts geholfen (die manuelle Freischaltung schon, nur war das mehr als mühsam).


    Liebe Grüße,

    Christoph