Hallo zusammen,
die Konidien von Nr. 7 liegen bei 9-10 µm, das paßt dann wohl besser zu Dinemasporium.
Björn
Hallo zusammen,
die Konidien von Nr. 7 liegen bei 9-10 µm, das paßt dann wohl besser zu Dinemasporium.
Björn
Hallo zusammen,
hier ein paar Funde vom letzten Samstag aus dem Stadtwald bevor es dann am Sonntag anfing zu schneien und richtig kalt zu werden.
1. Ciboria amentacea auf alten männlichen Erlenblüten
2. Calycellina alniella an den alten weblichen Erlenzapfen
3. Biscogniauxia marginata
4. Peronospora lamii ex Lamium purpureum
5. Leptosphaeria acuta
6. Unbekannte Anamorphe am Blattstiel eines verrottenden Ahornblatts
7. Eine stachelige Anamorphe an Juncus
Hallo Ulla,
an Trichia persimilis hatte ich im Feld auch zuerst gedacht und war dann wegen des Capillitiums irritiert. Aber wenn die Trichia auch so blasenartige Enden und einzelne Verzweigungen haben kann, werde ich den Fund mal als solche ablegen.
Björn
Hallo zusammen,
am Samstag habe ich vor dem großen Wintereinbruch diesen Schleimpilz im Duisburger Stadtwald gefunden. Die Sporen messen (9.6-13.3) µm bzw. (11.2+-1.0) µm im Durchmesser und haben ein grobmaschiges, unvollständiges Netz. Das Capillitium ist stellenweise verzweigt, mit flachen Spiralleisten, hat an den Enden verdickten Knoten und is 4-5 µm breit.
Aufgrund des Capillitiums geht meine Tendenz zu Hemitrichia und nicht zu Trichia, wo ich dann mit der Sporengröße bei Hemitrichia aurea lande. Geht ihr da mit?
Björn
Hallo Bernd,
deshalb ja die kontinuierliche Beregnung. Es soll sich halt außen immer wieder eine neue Schicht Eis bilden, die dann entsprechen latente Wärme freisetzt. Damit ist klar, daß man mit der Methode keinen ganzen sibirischen Winter überstehen wird, aber wenn es eben hier in Deutschland mal einen Frosteinbruch im Frühjahr gibt, dann reicht das als Schutz aus. Daß die Pflanzensäfte erst unter 0 gefrieren ist natürlich in dem Zusammenhang ganz praktisch, würde aber bei wochenlangem Dauerfrost mit -10°C natürlich nicht helfen.
Björn
Hallo zusammen,
da muß ich mich als Physiker bezüglich des Eises auch mal einklinken. Grundsätzlich kann es im Inneren von so einer Eisschicht durchaus auch kälter als 0 Grad sein. Das ist anders als beim Phasenübergang flüssig-gasförmig, wo das Wasser beim Kochen niemals wärmer als 100 Grad wird. Was den Blüten das Leben rettet ist vielmehr, daß beim Phasenübergang flüssig-fest die Kristallisationswärme frei wird (Phasenübergang erster Ordnung mit latenter Wärme etc.), die dann die Blüte entsprechend wärmt. Wichtig ist dabei aber, daß kontinuierlich Wasser nachgeliefert wird so lange die Temperatur unter dem Gefrierpunkt liegt. Sonst setzt nämlich der umgekehrte Effekt ein und das Eis schmilzt oder sublimiert und entzieht der Blüte dann ganz massiv Wärme. So bald die Temperaturen dann wieder oberhalb des Gefrierpunkts sind, ist das kein Problem mehr, weil dann ja sowieso alles wieder im Langzeitlimes auf positive Temperatur gebracht wird.
Björn
Hallo Nobi,
den Beitrag zu Coprinellus pusillulus hatte ich gesehen und mußte da natürlich auch dran denken. Was mich aber dann doch etwas irritiert hat, war, daß mein Fund so viel kleiner war. Im Vergleich dazu nehmen sich die Funde von Marco ja fast wie Parasole aus
Wenn sich noch ein weiterer dieser Winzlinge zeigt, werde ich mal nach Noppen suchen.
Björn
Hallo zusammen,
die mysteriösen Gebilde sind noch weiterhin im mysteriösen Stadium. Aber dafür ist ein ganz dicker Tintling im Anmarsch, den ich dann wohl morgen schlachten kann. Und ich hatte heute morgen auch ganz winzigen Pilz. Hutdurchmesser 1-2 mm, Stiel entsprechend noch viel dünner, mit Caulozystiden. Insgesamt hatte der Pilze stolze 6 Lamellen. Ein Makrofoto ist mir da leider nicht mehr gelungen, aber unters Mikro hat er es gerade noch so geschafft. Die Sporen sind elliptisch und messen (9.2+-0.7) µm x (4.9+-0.3) µm, Q=1.9+-0.1, (8.2-10.6) µm x (4.6-5.6) µm, Q=1.7-2.0. Basidien sind 4-sporig. Auf dem Hut sind zugespitzte Pileozystiden vorhanden. Das bringt mich zu den Setulosi. Da stellt sich dann die Frage, ob Sphaerozysten vorhanden sind. Also es gab im Präparat, das den ganzen Hut beinhaltet, schon runde Zellen. Aber sind das dann automatisch Sphaerozysten oder kann es auch sonst noch runde Zellen geben?
Björn
Hallo zusammen,
hier kann man die Originalbeschreibung auch im Original lesen - doppelt original hält besser und liefert auch myriaspora.
Björn
Hallo zusammen,
ZitatLeider ist immer noch viel zu wenig über diese kleinen und faszinierenden Wesen bekannt.
Wer kennt nicht den Filmklassiker "Dein Dungpilz, das unbekannte Wesen" ![]()
Die Pseudombrophila hepatica hatte ich ja schon einmal im Landschaftspark, damals aber auch in deutlich kleinerer Anzahl. Beide Male waren das übrigens Wildfunde nach feuchter und (für Winterverhältnisse) relativ warmer Witterung. Was das Substrat angeht, kann es natürlich sein, daß da unter den Kaninchenkötteln auch noch Mäusedung lag, von dem aus das Ganze dann auf das Kaninchen übergegriffen hat. Oder eine Maus hat einmal über die Hasenparade drübergestrullert. Aber das wird sich im Nachinein nicht mehr klären lassen.
Beim Ascobolus bin ich dann wohl überstimmt
Ich stimme Euch aber zu, daß die Form tatsächlich nicht wirklich zu A. albidus paßt und auch sonst nichts gegen alten sacchariferus spricht. Was mich nur gerade etwas irritiert: van Brummelen schreibt sowohl bei A. albidus als auch bei A. sacchariferus, daß die Sporen einseitig eine Gelhülle haben. Bei meinem Fund sieht man aber ganz klar auf beiden Seiten eine derartige Hülle (zumindest bei den jungen Sporen). Sowas scheint es aber bei van Brummelen bei keiner Art zu geben. Hat sich mein Pilz da also einfach vertan?
Björn
Hallo Felli,
bei AscoFrance muß ich sie noch reingestellen.
Björn
Hallo zusammen,
von der Peziza mitsamt Hyphomycet liegt noch jede Menge im Kühlschrank. Das kann ich gerne trocknen und aufbewahren. Ansonsten hatte ich die Peziza gerade auch in der Ascomyceten-Gruppe auf FB gezeigt, wo Francois Valade auf Peziza granularis verwies. Nach Vergleich mit entsprechenden Funddarstellungen im Netz scheint das in der Tat gut zu passen.
Björn
Hallo Ralph,
da hast du natürlich vollkommen Recht. Vielen Dank für den Hinweis, habe ich jetzt entsprechend oben korrigiert.
Björn
Hallo Ditte,
ja der Farbkontrast ist schon ein echter Hingucker. Ich werde das Lob mal an die Peziza weiterreichen, die das so schön hinbekommen hat.
Björn
Hallo zusammen,
ich hatte an anderer Stelle ja schon einige Funde vom letzten Samstag aus dem Landschaftspark gezeigt. Jetzt kommen hier die gesammelten Dungpilze auf Kaninchen. Bis dato übrigens fast alles vor Ort gewachsen und gefunden und nicht erst in Kultur. So ein bißchen warmer Winterregen bewirkt eben wahre Wunder!
1. Pseudombrophila hepatica in Massen.
2. Oben erkennt man zwischen den Pseudombrophilas auch einige ganz junge Pilobolusse. In Kultur haben die sich dann prächtig entwickelt. Die Sporen messen (5.3+-0.3) µm x (3.6+-0.3) µm, Q=1.5+-0.1, (4.8-5.9) µm x (3.1-4.2) µm, Q=1.2-1.7, womit ich dann wegen fehlenden Buckels bei Pilobolus roridus lande.
3. Diese gelben Gesellen sind noch nicht ganz reif. Mal schauen, was sich da in Kultur noch tun wird.
4. Hier hat wohl jemand seine Hustenpastillen verloren
Recht dunkle Ascobolusse auf Kaninchendung. Sporen messen (18.1-22.5) µm x (10.5-12.4) µm und haben parallele Riefen. Dann setze ich bei van Brummelen mit der Sect. Ascobolus an und schlüssele über 1* -> 4 -> 5* -> 8* -> 11* -> 12* zu Ascobolus albidus. Geht ihr da mit?
Björn
Hallo Felli,
da bin ich ja beruhigt, daß das Problem mit dieser Peziza nicht unbedingt bei mir liegt ![]()
Ich hab jetzt versucht noch mal ein Bild der mittleren Schicht des Excipulums zu machen:
Mit KOH verfärbt das Hymenium gelb, eventuell auch die Außenschicht ein wenig. Das mittlere Excipulum scheint sich nicht zu verfärben, das ist eher aus dem Hymenium herübergelaufene Farbe
Die Sporen hatte ich mir schon in BWB angeschaut, aber keine schönen Fotos hinbekommen. Heute morgen war ich dann erfolgreicher:
Ich werde dann mal bei Asco-France anfragen
Björn
Hallo zusammen,
am Samstag war ich mal wieder im Duisburg Landschaftspark unterwegs und habe fleißig nach Pilzen gesucht. Neben einigen Dungpilze, die ich noch separat vorstellen werde, gab es auch einige andere Funde
1. Octospora affinis auf Orthotrichum affine
2. Coleroa robertiana ex Geranium robertianum
3. Auf Caragana arborescens dann ein Pyrenomycet. Die Asci reagieren nicht mit Lugol, verfärben sich an der Spitze aber mit Kongorot. Mit der valsoidsen Fruchtkörperform lande ich dann bei Valsaria. Zu der Gattung gibt es einen aktuellen Artikel, der Funde auf Caragana als Valsaria robiniae anspricht.
4. Dann gab es da noch eine Peziza. Die Sporen sind ganz glatt und messen (18.9-21.3) µm x (9.8-11.2) µm. Auffällig sind die gelben Öltropfen in den Paraphysen. Mit dem Hohmeyer-Schlüssel lande ich bei 35 und würde von dort zu 36 tendieren, tue mich dann aber schwer mich dort für eine der drei Arten zu entscheiden. Alternativ zu 38 und dann schließlich zu 19 wo dann P. ampliata oder P. flavida in die engere Wahl kämen. Über Input bin ich hier jedenfalls dankbar.
5. Auf der Pezia war dann auch ein Hyphomycet drauf, zu dem ich aber naturgemäß auch gar keine Idee habe:
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Samstag war ich im Duisburg Landschaftspark unterwegs und habe dabei auch mal wieder eine Flechte eingesammelt: Diploschistes muscorum. Die zeichnet sich dadurch aus, daß sie im jungen Zustand auf Cladonien parasitiert (teilweise sieht man dann die Form der Cladonie noch durchscheinen) um dann später ein unabhängiges Leben zu führen. Außerdem hat sie ganz hübsche Sporen.
Björn
Hallo Nobi,
nachdem ich mir den Beitrag von 2015 durchgelesen habe und dann auch mal einen Blick in die Funga Nordica geworfen habe, wo die mögliche Zweisporigkeit von C. cordispora erwähnt wird, bin ich mal mutig und sage Coprinopsis cordispora zu ihm. Und jetzt heißt es erstmal warten, was aus diesen unförmigen Gebilden hier werden will:
Björn
Hallo zusammen,
ich hatte mich tatsächlich an den Beschreibungen auf octospora.de orientiert und da kam mit den großen Sporen nur L. hispanica in Frage. Das Wirtsmoos ist aber natürlich auch ein guter Punkt. Ich habe zwar von Moosen leider sehr wenig bis gar keine Ahnung, aber wenn ich einfach mal per Bildervergleich das Moos auf meinen Fotos mit Aloina-Arten vergleiche, scheint das sehr gut zu passen. Der Standort scheint auch adäquat zu sein: Ein südexponierter Hang am Wegrand auf einer Bergbauhalde.
Ansonsten ist der Glibber bei 1. auf inaturalist als Rhodospora sordida bestimmt worden. Das ist wohl eine ziemlich seltene Algenart, die auch solche exponierten, offenen Standorte mag.
Björn
Hallo zusammen,
am Sonntag zog es mich in die Braucker Alpen. Ziel des Tages war der eher selten bestiegene Ostgipfel der Mottbruchhalde, mit 118.5 m über NN der höchste Gipfel der Braucker Alpen. Die Wetterbedingungen waren zum Glück optimal: Strahlender Sonnenschein und blauer Himmel, so daß die Winterbesteigung gelingen konnte. Hier mal ein Eindruck der letzte Meter des ausgesetzten Gipfelgrates:
Am Fuße der Halde hingegen eine Wüstenlandschaft mit an die extreme Trockenheit angepaßten Pflanzen:
1. Weiter unten ist die Mottbruchhalde nicht so lebensfeindlich und man kann seltsame Wesen entdecken. Das hier wirkte im ersten Moment wie ein vom Frost verunstaltetes Moosbecherchen, entpuppte sich im Mikroskop aber dann eher als Alge.
2. Aber etwas weiter gab es dann doch Moosbecher. Mit runden Sporen von 15.5.-18.5 µm und einem Netz mit bogigen Elementen scheint hier Lamprospora hispanica ein heißer Kandidat zu sein.
3. Phragmidium sanguisorbae ex Sanguisorba minor
4. Noch mal Moosbecherchen, wohl wieder Lamprospora hispanica.
5. Octospora affinis ex Orthotrichum affine
Björn
Hallo zusammen,
es geht munter weiter auf der Kuh und die Tintlinge starten durch:
Die Sporen erinnern ein bißchen an Wärmflaschen und messen (10.4+-0.5) µm x (9.3+-0.4) µm, Q=1.1+-0.1 bzw. (9.3-11.3) µm x (8.6-10.1) µm, Q=1.0-1.2
Das Velum auf dem Hut besteht aus globosen, glatten Zellen
Basidien habe ich zwar nicht viele gesehen, aber die wenigen, die vorhanden waren, waren 2-sporig
Mit den globosen, glatten Velumszellen lande ich bei den Nivei. Mit eckigen Sporen unter 12 µm und ohne Ring sind dann noch C. cordispora und C. patouillardii im Rennen, die sich über die Cheilozystiden trennen lassen sollen. Leider konnte ich keine Zystiden entdecken.
Björn
Hallo Hagen,
ZitatHat irgendwer eine sinnstiftende Idee?
Die einzige sinnstiftende Idee, die ich dazu habe, lautet: Den Kürbis nicht mehr essen ![]()
Björn
Hallo zusammen,
du kannst ja mal reinschauen, Ralf. Ansonsten einfach trocknen und gut aufheben. Da hätte ich sowieso nichts gegen, weil ich dann noch mal bessere Bilder von dem Pilz machen kann. Das da oben vom letzten Jahr ist sicher noch nicht das Optimum.
Björn
Hallo zusammen,
aktuell tut sich auf dem Kuhfladen zwar pilzmäßig jede Menge... nur schade, daß es halt kiloweise Iodophanus carneus ist
Aber jetzt stehen ein paar Tintlinge in den Startlöchern, die dann hoffentlich im Laufe der nächsten Tage reif werden. Ansonsten gab es auch großflächig eine Anamorphe, die nach Vergleich mit Beiträgen von Matthias und Thorben für Oedocephalum pallidum halte:
Björn
