Beiträge von boccaccio

    Hallo Thorben,


    an Orbilia xanthostigma habe ich auch schon gedacht (ist halt die einzige Orbilia, die ich kenne und selten ist die ja auch nicht). Aber ich fürchte so lange ich bei meinem Fund die Sporen nicht klar erkennen kann, wird es bei Orbilia sp. bleiben müssen.


    Björn

    Hallo Nobi,


    ja, ich hatte meinen Fund damals an Uwe geschickt. Er hat diesen auch zwischenzeitlich sequenziert und mir folgendes geantwortet:



    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem zweiten Teil aus dem Duisburger Landschaftspark.


    1. Artomyces pyxidatus hatten wir im Vorjahr schon an einem Holzstapel. Dieses Jahr war sie noch größer und schöner wieder da.


    2. Hypomyces aurantius auf alter Porlingsleiche


    3. Lycogala epidendrum agg.


    4. Gyromitra infula


    5. Trichia decipiens


    6. Steccherinum fimbriatum


    7. Eine Orbilia. Also muß man jetzt eigentlich nur noch Zottos Monographie aus dem Schrank holen und zack hat der Pilz einen Namen... Wenn es nur so einfach wäre! Ich scheitere ehrlich gesagt schon daran zu erkennen, wie genau die winzigen Sporen nun geformt sind.


    8. Auch im Dezember wachsen noch Entolomas. Diese hier hat keine Schnallen, 4-sporige Basidien, keine Zystiden und Sporen von (8.4+-0.5) µm x (6.5+-0.5) µm, Q=1.3+-0.1 bzw. (7.5-9.7) µm x (5.9-7.6) µm, Q=1.2-1.5. Das Pigment der Huthaut scheint interzellulär-inkrustierend zu sein. Die Fruchtkörper haben einen deutlichen Mehlgeruch. Die Lamellen laufen bei einigen Exemplaren deutlich nabelingsartig herab. Die Stiele sind glatt. Die Huthaut ist schwach hygrophan und glatt.

    Damit würde ich in der Funga Nordica bei Schlüssel F über 1, 4, 9, 10, 12 bei E. nigellum landen. Der paßt aber von der Sporengröße her nicht. Vielleicht ist der Hut also doch nicht glatt und es geht weiter bei Schlüssel G über 1, 3, 4, 5, 6,7 aber weder E. rusticoides noch E. lanicum passen hier. Es gibt aber eine Arbeit von Vila et al. aus dem Jahr 2014, wo die Gruppe um E. rusticoides aufgedröselt wird. Da schlüssel ich mich erstmal mit den Spore zu E. flocculosum, was aber geruchsmäßig nicht paßt. Wenn man also alternativ abbiegt, lande ich dann bei E. graphitipes f. graphitipes. Meine Sporen sind zwar einen Ticken zu schmal dafür, aber das mag daran liegen, daß ich vllt. einige nicht optimal liegende Sporen erwischt habe. Für E. graphitipes spricht auch, daß Björn Sontopski die Art an gleicher Stelle vor einem Jahr auch hatte. Da aber dann die f. cystidiatum.


    9. Melampsora pulcherrima ex Mercurialis annua


    Björn

    Hallo zusammen,


    nach der samstäglichen Tour ins Depot stand am Sonntag dann für mich eine kleine Runde im Duisburger Landschaftspark auf dem Programm, denn auch dort gibt es den einen oder anderen Pilz zu bestaunen.


    1. Hyaloperonospora erophilae agg. ex Draba verna


    2. Pseudombrophila bulbifera. Diesmal auch mit ausreichend großen Sporen von (12.1-13.3) µm


    3. Phyllactinia corni ex Cornus sp.


    4. Xylaria hypoxylon


    5. Neottiella rutilans


    6. Albugo candida s.l. ex Draba verna


    7. Ich bin ja regelmäßig im Landschaftspark unterwegs und schaue mir da den Boden relativ genau an. Aber diese Flechten hier sind mir bis dato noch nie aufgefallen. Liegt vielleicht auch daran, daß sie nur im feuchten Zustand so schön aufgequollen und sichtbar sind. Mit Sporengrößen von (25.1+-2.1) x (8.5+-0.8) µm bzw. (21.7-25.9) x (7.3-10.3) µm handelt es sich um Collema tenax


    8. Sphaerobolus stellatus


    9. Polyporus brumalis


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier noch der zweite Teil der fantastischen Tour mit Karl durchs Depot.


    1. Psilocybe fimetaria


    2. Peziza fimeti


    3. Noch mal Neottiella rutilans. Wir hatten an verschiedenen Stellen immer mal wieder Fruchtkörper eingesteckt, weil es im Gebiet auch N. vivida gibt, aber am Ende entpuppten sich alle unsere Funde als N. rutilans.


    4. Pseudaleuria fibrillosa


    5. Lachnum apalum


    6. Trichoglossum hirsutum


    Björn

    Hallo zusammen,


    diejenigen unter Euch, die meine Beiträge aufmerksam verfolgen, erinnern sich sicherlich noch, daß ich vor einigen Wochen im Rahmen einer längeren Tour auch mal einen kleinen Abstecher in das NSG Brachter Wald, das berühmt-berüchtigte (Pilz)-Depot gemacht habe. Am letzten Wochenende war dann endlich der große Moment gekommen, wo ich mal gemeinsam mit Karl, der das Depot wie seine Westentasche kennt, eine Runde durch das Gebiet drehen konnte und dabei dann dank Karls Betretungserlaubnis auch mal die spannenden Dinge abseits der offiziellen Wege zu Gesicht bekam. Auch wenn man den trockenen Sommer und die fortgeschrittene Zeit im Jahr beim Pilzaufkommen spüren konnte (an etlichen Stellen konnte ich von Karl so Dinge hören wie: "In guten Pilzjahren stehen hier so viele Erdzungen, da weiß man gar nicht, wo man hintreten soll."), gab es trotzdem noch jede Menge tolle Funde, die ich hier vorstellen möchte. An dieser Stelle auch noch mal einen ganz herzlichen Dank an Karl für die tolle gemeinsame Tour!


    1. Neottiella rutilans


    2. Sphaerobolus stellatus


    3. Galerina mniophila


    4. Clavaria greletii


    5. Psathyrella piluliformis


    6. Geoglossum glutinosum


    7. Clavaria krieglsteineri


    8. Clavaria argillacea


    9. Sarcodon squamosus


    10. Nectriopsis lecanodes...denn wenn man schon im Depot unterwegs ist, muß man ja auch eine neue Art für das Gebiet beisteuern :D


    11. Poronia punctata


    12. Conocybe pubescens. Die Art ist laut Karl mit dieser leuchtenden Färbung an Pferdedung auch schon makroskopisch gut erkennbar.


    13. Geoglossum elongatum


    Björn

    Hallo Nobi,


    wieder einmal vielen Dank für dein Feedback zu deinem Fund. Mit so einem geduldigen und erfahrenen Mentor in der Hinterhand macht es Spaß, sich immer weiter mit den kleinen Dungi-Fungis zu befassen.


    Was genau meinst du mit der Komplexität von P. intestinacea? Daß es sich um eine relativ großsporige Art handelt, die entsprechend Zeit braucht um ihre Fruchtkörper hervorzubringen? Und heißt es im Umkehrschluß auch, daß ich nach P. intestinacea nicht mehr mit vielen weiteren Arten rechnen sollte?


    Björn

    Hallo zusammen,


    das Schaf hat Ende letzter Woche mal wieder eine neue Podospora ans Tageslicht befördert.


    Das erste Exemplar hat Sporen von (43.8+-2.1) µm x (26.4+-1.8) µm, (39.9-46.5) µm x (23.1-30.0) µm, Pedicel (22.5-25.5) µm x (6-8) µm. Leider habe ich hier keine Aufnahmen des Peritheciums gemacht. Anhängsel waren leider auch nicht erkennbar - ich fürchte, ich hab mal wieder etwas zu stark gedrückt.


    Also am nächsten Tag vom gleichen Köttel noch mal ein Perithecium geschnappt. Diesmal waren die Sporen deutlich größer (48.1+-4.4) µm x (26.5+-2.3) µm, (41.3-56.6) µm x (22.8-33.5) µm, Pedicel (19.5-31) x (6.5-9.5)


    Und vom gleichen Tag noch ein dritter Fruchtkörper, diesmal mit extremer Vorsicht behandelt, so daß auch Anhängsel am Kopf der Spore und unten am Pedicel sichtbar wurden. Hier messen die Sporen (49.3+-2.5) µm x (26.9+-2.0) µm , (44.8-53.5) µm x (24.0-32.5) µm


    Jetzt stellen sich natürlich 2 Fragen: Ist alles die gleiche Art? Ich könnte mir vorstellen, daß Perithecium 1 einfach noch nicht ganz reif war und die Sporen deshalb etwas zu klein geraten sind. Dann wäre noch zu klären, welche Art. Die Anhängsel auf dem vorletzten Bild lassen mich an P. intestinaceum denken, aber dafür sind die Sporen etwas zu klein. Andererseits paßt P. fimiseda auch nicht und die Arten unter 10. im Lundqvist-Schlüssel haben dann deutlich kleinere Sporen. Also doch P. intestinaceum?


    Björn

    Hallo Pablo,


    an Chromocyphella mußte ich bei den Sporen auch sofort denken. Da gibt es mit Chromocyphella lamellata wohl auch eine Art von den Kanaren mit Lamellen, die mikroskopisch ganz gut zu passen scheint. Aber da scheinen die Lamellen dann noch etwas stärker ausgeprägt zu sein. Was mir ansonsten aufgefallen ist: Es gab zwar jede Menge brauner Sporen, so daß ich schon denke, daß die zum Pilz gehören. Aber die Sporen waren nirgendwo auf Basidien zu finden.

    Es bleibt mysteriös...


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Samstag war ich in der Nähe der Krickenbecker Seen unterwegs. Von Hinsbeck aus ging es erstmal zum Gagelhangmoor, dann zur kleinen Renne und zur ehemaligen Raketenstation und anschließend im Bogen um die Seen zurück nach Leuth. Unterwegs fand sich auch der eine oder andere Pilz. Einen Teil hatte ich schon in den letzten Tagen hier und da vorgestellt, jetzt kommt also der große Rest.


    1. Ein Schleimpilz. Sporen messen (8.7+-0.3) µm bzw. (8.2-9.2) µm und ein (Pseudo)capillitium konnte ich leider nicht finden. Auffällig ist, daß das Innere von weißem Material (wie die Außenhaut) in kleine Kammern unterteilt wird. Hat fast etwas von einem Granatapfel. Das Substrat war ein Nadelholzstumpf. Im Feld habe ich erstmal an Enteridium lycoperdon gedacht, aber das paßt vom Sporenornament her nicht. Gibt es Ideen von den Schleimpilzexperten? lamproderma


    2. Am gleichen Stubben dann ein stacheliger Geselle, den ich gerne Mucronella calva nennen möchte. Sporengröße (4.2+-0.2) µm x (2.9+-0.2) µm, Q=1.4+-0.1, (3.7-4.5) µm x (2.5-3.3) µm, Q=1.3-1.7


    3. Neoboletus erythropus im Dezember...


    3. Ascocoryne inflata


    4. Ein Keulchen auf Erlenblättern. Vermutlich wieder mal etwas aus der Typhula setipes Gruppe


    5. Serpula hiemantoides


    6. Hier schwanke ich zwischen Hemitricha calyculata und H. clavata. Sporengröße (7.4+-0.4) µm


    7. Das dürfte Puccinia graminis auf Phragmites australis sein.

    IMG_9574.JPG


    8. Postia ptychogaster


    Björn

    Hallo Andreas,


    ich hatte beim ersten Mikroskopierversuch leider keine Sporen gefunden (bzw. geglaubt, keine Sporen gefunden zu haben), sonst hätte ich da natürlich schon Bilder von gezeigt. Und manchmal hat man ja Glück und der Pilz ist in irgendeiner anderen Weise charakteristisch und einer der Forumsteilnehmer kennt ihn...

    Aber jetzt habe ich noch mal die Pilzreste zusammengekratzt und vom Sand befreit und siehe da: Es gibt Sporen (die jetzt im Nachgang auch auf den Fotos oben zu erkennen sind). Damit sind Hemimycena und Marasmius aus dem Rennen. Die Sporen messen (8.2+-0.7) µm x (7.3+-0.6) µm, Q=1.1+-0.1, bzw. (7.2-9.6) µm x (6.5-8.5) µm, Q=1.0-1.3, wobei ich rein optisch den Eindruck hatte, daß einige Sporen deutlich größer waren als die Mehrzahl (ich vermute, daß es Basidien mit unterschiedlich vielen Sporen gibt). Die Oberfläche der Sporen ist rau und wirkte so, als gäbe es dort lauter kleine Grübchen.



    Björn

    Hallo Norbert,


    die kenne ich irgendwie anders...mehr so durchscheinend weiß bis fast schon blau-weiß. Mein Pilz war auch eher seitlich gestielt (das ist aber auf den Fotos nicht so gut erkennbar, hätte ich wohl besser direkt oben beigeschrieben).


    Björn

    Hallo Mike,


    bei der mikroskopischen K-Reaktion konnte ich keinerlei orange-braune Masse entdecken. Da ich intensiv nach den Kristallen gesucht habe, war die Probe auch einige Minuten unter Beobachtung. TLC ist leider außerhalb meiner Möglichkeiten.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei meiner Tour an den Krickenbecker Seen hatte ich am letzten Samstag auch kleine weiße Pilze mit wenigen Lamellen gefunden. Sie wuchsen an einer Wegbüschung im Moos. Pleuro- bzw. Cheilozystiden sind vorhanden und kopfig, Caulozystiden sind ebenfalls vorhanden und ähnlich den Cheilozystiden geformt. Schnallen sind auch vorhanden. Ich hatte erstmal Richtung Hemimycena gedacht, aber mit der Hemimycena-Monographie komme ich zu keinem Ergebnis. Hat jemand eine Idee dazu? Auf Grund der Kleinheit und Sandigkeit der Pilze gibt es leider nur sehr mäßige Mikrobilder...


    Was das hier für Strukturen sind, weiß ich leider nicht. Sind es 1-sporige Basidien? Oder ein weiterer Zystidentyp?


    Björn

    Hallo Mike,


    bei Facebook, wo ich die Flechte auch gezeigt habe, wurde darauf hingewiesen, daß G. elegans charakteristisch dickwandige Sporen hat. Andre Aptroot hat dann angemerkt, daß die positive K-Reaktion auch einfach vom Substrat herrühren kann und daß man besser mikroskopisch das Erscheinen von nadelartigen Kristallen bei K-Zugabe beobachten sollte. Derartige Kristalle gab es aber keine. Die P-Reaktion war dann auch negativ, wobei mein P allerdings schon recht alt und lange nicht in Gebrauch war, daher kann ich nicht mit Sicherheit sagen, daß das noch gut ist. Momentan heißt es also wohl eher Kommando zurück und Graphis scripta agg.


    Björn

    Hallo Bernd,


    was ist heutzutage schon noch eindeutig :D Im Wirth-Schlüssel tauchen auch noch etliche weitere Arten aus, die in Deutschland aber wohl nicht vorkommen. Inwiefern es die in Litauen gibt, weiß ich nicht... Flechten sind halt noch mal die Steigerung von Pilzen, wenn es um Schwierigkeiten bei der Bestimmung geht :D


    Björn

    Hallo Emil,


    bei den ganz seltenen Arten wie Poronia punctata ist das wahrscheinlich so, daß jeder, der die findet, die auch entsprechend hier zeigt. Beim Fliegenpilz ist das natürlich anders, der wird dann eher selten abgelichtet, so daß die Häufigkeit hier im Forum nicht ganz der Häufigkeit in freier Wildbahn entspricht.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wie an anderer Stelle bereits schon geschrieben, war ich am letzten Samstag in der Nähe der Krickenbecker Seen unterwegs und habe nach Pilzen geschaut. Dabei hatte ich nach Karls Bericht von der Vorwoche natürlich auch einen Abstecher zur Wankumer Heide gemacht. Das Gebiet ist mit Koniks beweidet und entsprechend abgezäunt. Ich habe also eine Runde drumherum gedreht in der Hoffnung, daß auch irgendwo mal ein Pferdehaufen mit Poronias in Zaunnähe liegt. Das war aber leider irgendwie nicht der Fall. Auf halber Strecke um das Gebiet stand dann ein Wagen am Zaun und ich wurde von einem Herrn von der biologischen Station dort angesprochen, ob ich Geocacher sei - wegen meines Sortimentkoffers, der mich auf Exkursionen immer treu begleitet. Ich erklärte dann, daß ich auf der Suche nach Pilzen sei und zeigte dann auch direkt ein paar kleine und unscheinbare Funde, um den Gedanken an Speisepilze im Keim zu ersticken. Er fragte dann weiter, ob ich von der Arbeitsgemeinschaft Pilzkunde Niederrhein sei und ich erklärte, daß ich vom Nachbararbeitskreis Pilzkunde Ruhr stamme. Daraufhin meinte er dann direkt, er habe da etwas für mich, kletterte über den Zaun und kam wenige Sekunden später mit einem Pferdeapfel, gespickt mit Poronia punctata in der Hand wieder. Das war natürlich ein willkommenes, vorgezogenes Nikolausgeschenk, das ich dann ausgiebig abgelichtet und zu Hause auch mikroskopiert habe. Aber seht selber:


    IMG_9597.JPG


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier mal wieder ein Flechtenbeitrag von mir. Ich war am letzten Samstag in der Umgebung der Krickenbecker Seen unterwegs und bin dabei an der kleinen Renne im Wald auf einen Haselstrauch gestoßen, an dem eine Krustenflechte saß. Eigentlich ignoriere ich sowas ja komplett, aber aus irgendeinem Grund habe ich hier dann doch noch mal einen Schritt hingetan und genauer hingeschaut. Das hat sich dann auch gelohnt, denn die Flechte zeigt hübsche Schriftzeichen:

    Leider kann ich kein Chinesisch und konnte folglich den Flechtennamen nicht einfach direkt ablesen :D Also mal "Die Flechten Deutschlands" rausgeholt und geschaut, was es da so gibt. Hauptkandidat war natürlich Graphis, aber es gibt auch noch andere Gattungen mit ähnlichen Arten. Davon ist Graphis aber die einzige Gattung, bei der die Sporen in Lugol blau werden - und das war bei meinem Exemplar der Fall. Der Graphis-Schlüssel will dann aber Details zur Struktur des Excipulums wissen. Das ist bei so harten und spröden Flechten aber alles andere als leicht zu betrachten. Zum Glück steht im Einleitungskapitel auch, daß es in Deutschland nur noch zwei Graphis-Arten gibt: Graphis scripta s.l. (sind wohl mittlerweile vier Arten) und Graphis elegans. Die sind aber leicht über die K-Reaktion zu trennen. Da mein Exemplar mit K erst gelb und dann orange-rot färbte, lande ich also bei G. elegans.

    EDIT: Das war wohl nur eine vorgetäuschte Reaktion. Mikroskopisch gab es keine nadelartigen Kristalle mit K und die P-Reaktion war negativ. Also wohl doch G. scripta agg.


    Hier noch ein paar Mikrobilder. Im ersten Anlauf nicht sonderlich gut geworden:

    Heute im zweiten Anlauf dann etwas besser. Da habe ich die Flechte nämlich großzügig gewässert, so daß sich die Apothecien-Schlitze öffnen und ich ganz bequem mit der Nadel das Innenleben extrahieren konnte.

    Hier noch der Versuch eines Apothecien-Querschnitts


    Björn