Beiträge von boccaccio

    Hallo Jürgen,


    beim Getreiderost ist mir noch nie ein Befall untergekommen, der seinen Wirt getötet hat, ganz egal ob das nun Befall an Getreide oder an Wildgräsern war. Ich hatte jetzt am Wochenende erst wieder Puccinia graminis an Dactylis glomerata, wo der Wirt sich ganz normal entwickelt hat und sogar Blüten/Früchte hatte. Als einziges Beispiel, wo Roste auch mal ihren Wirt dahinraffen, würde mir gerade Birnengitterrost an Juniperus sabina einfallen.


    Björn

    Hallo Uwe,


    deine Bestimmung paßt, wobei der Pilz mittlerweile auf den schönen Namen Ragnhildiana ferruginea hört. Der Pilz ist durchaus häufig und wenn man ihn findet, lohnt sich auch immer ein genauerer Blick, denn mitunter ist er mit einem weißen Belag von Ramularia ragnhildianicola befallen, der als Hyperparasit agiert.


    Björn

    Hallo zusammen,


    weiter geht es mit dem nächsten Rostpilz auf Adoxa moschatellina. Pucicnia albescens bildet sowohl Aecien als auch Telien auf diesem Wirt aus. Mit Aecien befallene Pflanzen sind deutlich deformiert und die Aecien werden in großen Gruppen gebildet. Dies unterscheidet den Pilz von Puccinia impatientis, die ebenfalls Aecien auf Adoxa ausbildet, die allerdings nicht in so großen Gruppen auftreten und wo die Wirtspflanze nicht so stark deformiert ist. Später im Jahr bildet Puccinia albescens dann auch Telien aus. Anders als bei Puccinia adoxae kann man in den Telien auch vereinzelte Uredosporen finden. Außerdem sind die Telien zerstreut auf den Blättern zu finden und werden nicht in Gruppen gebildet wie bei P. adoxae.

    Die Aeciosporen sind hellgelb, rund und mit abfallenden Plättchen versehen. Die Teliosporen sind zweizellig, braun und besitzen eine farblose Kappe an der Spitze.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Aecien


    Aeciosporen in Wasser


    Pseudoperidienzellen in Wasser


    Telien


    Teliosporen und einige Uredosporen in Wasser

    Hallo zusammen,


    am 21.3.2026 habe ich Puccinia adoxae auf Adoxa moschatellina gefunden. Fundort war das Hohnbachtal in Kelmis (Belgien), der Pilz ist aber eigentlich in jedem Bestand seines Wirts zu finden. Er bildet nur Telien aus, die gerne in größeren Gruppen auf der Blattoberseite stehen. Mit Puccinia albescens gibt es eine Verwechslungsart, die aber neben Telien auch noch Aecien ausbildet. Die Teliosporen sind zweizellig, glatt, gelbbraun, haben an der Spitze eine durchsichtige Papille und einen kurzen, farblosen Stiel


    Befallene Pflanze am Fundort


    Telien auf der Blattoberseite


    Teliosporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    am 26.4.26 habe ich in Leutesdorf am Rhein den Rostpilz Puccinia absinthii auf Artemisia absinthium gefunden. Der Pilz bildet auf der Blattunterseite braune, pulverige Uredien aus. Später im Jahr werden dann auch Telien gebildet. Die Uredosporen sind ellipsoid, haben ein stacheliges Ornament und drei äquatoriale Keimporen, die mit einer farblosen, stachelfreien, sehr breiten Kappe bedeckt sind.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Uredien auf der Blattunterseite


    Uredosporen in Wasser


    Björn

    Hallo Elisabeth,


    ich kann dir zwar leider auch nicht sagen, ob und wo man den Import auf der Großpilz-Seite findet. Beim Phytoportal ist ein entsprechender Reiter unter Eingabe > Mykis-Import zu finden. Da es das beim Großpilz-Portal nicht gibt, kann es eventuell sein, daß die Funktion dort noch nicht implementiert ist?!?


    Björn

    Hallo zusammen,


    im Zusammenhang mit der Photosynthese stelle ich mir gerade folgende Fragen:


    1. Photosynthese findet ja nur mit Licht mit Wellenlängen von X bis Y nm statt (können Biologen Zahlen für X und Y liefern?). Was passiert mit den Phloxblüten, wenn wir den Phlox mit Licht außerhalb dieses Wellenlängenbereichs bestrahlen? Ich gebe zu, das entsprechende Experiment könnte den Aufwand eines Küchenexperiments leicht sprengen.


    2. Was passiert, wenn wir beim blauen Phlox alle Blätter entfernen? Dann sollte er ja praktisch keine Photosynthese mehr durchführen können. Findet der Farbumschlag dann trotzdem noch statt?


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern konnte ich im NSG Rheinaue Friemersheim in Duisburg einen Pilz finden, der eigentlich gar nicht so selten ist, der sich aber bislang immer gut vor mir versteckt hat. Es handelt sich um Physoderma graminis auf Elymus repens, also einen Vertreter der Blastocladiomycota. Befallene Pflanzen sind oft verzwergt, bleich und man sieht auf den Blättern bräunliche Streifen. Diese werden von den bräunlichen Dauersporen, die im Pflanzengewebe gebildet werden, verursacht.


    Befallene Blätter


    Dauersporen in Wasser


    Björn

    Hallo Uwe,


    mir fällt es anhand der Bilder schwer zu beurteilen, ob hier wirklich ein Rostpilz vorhanden ist. Rostpilzpusteln sind ja meistens eher klein, so daß man im Makrobereich fotografiert. Da ist aus physikalischen Gründen die Tiefenschärfe gering, so daß es sich als hilfreich erwiesen hat, wenn man die potentiell infizierten Blätter in senkrechter Aufsicht fotografiert. Das Blatt selber ist ja flach und wenn man in diesem Szenario auf die Blattoberfläche fokussiert, ist dann automatisch das gesamte Blickfeld scharf.


    Hast du ansonsten die Möglichkeit einmal mikroskopisch reinzuschauen? Damit läßt sich ja schnell klären, ob ein Rost vorhanden ist.


    Björn

    Hallo Inge,


    ich denke, daß der Schleimpilz von irgendeinem Hyphomyceten befallen ist, der dann eben einen weißen Rasen auf dem Schleimi bildet. Ansonsten darf man bei Schleimpilzen nicht viel auf KI-Bestimmungen geben. Die KI kann ja nur vorschlagen, was sie so kennt und das sind eben nur wenige Arten. Am Ende gilt bei Schleimpilzen wie auch bei den meisten Pilzen: Das sind Mikroorganismen und zur Bestimmung muß man die eben mikroskopieren.


    Björn

    Zu den Bestimmungen selber: Da gehe ich bei allen drei Vorschlägen mit. Die Uredosporen der Coleosporium-Arten sind eigentlich alle ellipsoid bis unregelmäßig länglich.


    Björn

    Hallo Bernhard,


    das Unterforum hier ist eigentlich für Artenportraits gedacht, d.h. für einen Pilz for Thread. Für Exkursionsberichte gibt es ein separates Unterforum.


    Björn

    Davon war auch nicht die Rede. Aber wenn Temperatur der entscheidende Faktor wäre, dann wäre der Phlox an einem kalten Tag mittags so gefärbt wie an heißen Tagen am Morgen. Davon berichtet Claudia nichts.


    Björn

    Hallo Michael,


    nein, bei Interferenzfarben hat man es im Allgemeinen nicht mit Spektralfarben zu tun. Einfach mal in die Seifenblase schauen, da wirst du nicht die Farben des Regenbogens sehen, da die Interferenz immer eine Farbe aus dem weißen Licht auslöscht und alle anderen nahezu unverändert läßt.


    Gitterstrukturen würde ich hier aber auch ausschließen wollen, weil die ja zeitlich konstant sind. Warum sollte das Gitter morgens eine andere Gitterkonstante haben als abends und dann über Nacht wieder zum Morgenwert zurückkehren.


    Zur ph-Frage: Claudia, kannst du einfach mal eine Blüte pflücken und in Essig und Seifenlauge geben?


    Björn

    Hallo Claudia,


    ich war ja auch bei der Onlinediskussion letztes Jahr dabei, habe aber leider wieder vergessen, was ich da noch alles gefragt habe. Deshalb also hier noch mal im Zweifelsfall die gleichen Fragen wie letztes Jahr: Ist dieser Farbwechsel reversibel? Also werden die Pflanzen, die von blau nach rot gewechselt sind am nächsten Morgen wieder blau? Oder bleiben sie dann bis zum Blühende rot? Oder blüht Phlox sowieso nur einen Tag lang?


    Kannst du auch mal eine blaue Pflanze morgens lichtdicht abdecken und schauen, ob sie sich dann trotzdem verfärbt?


    Björn

    Hallo zusammen,


    heute möchte ich Euch einen Rostpilz vorstellen, der in Deutschland als verschollen galt, bis er 2020 in Mönchengladbach wiedergefunden wurde: Puccinia scirpi. Letztes Jahr habe ich den Pilz dann am 12.7. auf Nymphoides peltata in einer Regenwasseranlage in Duisburg-Großenbaum gefunden. Der Pilz ist relativ auffällig, denn er sorgt für große, gelbe, aufgetriebene Blattflecken auf denen die Aecien gebildet werden. Anschließend vollzieht der Pilz einen Wirtswechsel, hier zu Schoenoplectus cf. lacustris, wo dann im Sommer und Herbst Uredien und Telien gebildet werden, die ich dieses Jahr am 11.8. gefunden habe. Die Aeciosporen sind orange-gelb und mit abfallenden Plättchen ornamentiert. Die Uredosporen sind ellipsoid, hellbraun und haben ein stacheliges Ornament. Die Teliosporen sind zweizellig, glatt und besitzen oben eine verdickte Wand.


    Interessanterweise gibt es aus den Niederlanden relativ viele Beobachtungen dieses Rostpilzes, dort meistens an Nymphoides peltata. Das liegt vermutlich daran, daß die Aecien deutlich auffälliger sind als die Uredien und Telien.


    Befallene Nymhoides peltata am Fundort


    Detailaufnahme der Aecien


    Aeciosporen in Wasser


    Pseudoperidienzellen in Wasser


    Befallene Schoenoplectus Pflanzen am Fundort


    Uredien und einzelne Telien im Detail


    Telien im Detail


    Uredosporen in Wasser


    Teliosporen in Wasser


    Björn