Beiträge von boccaccio

    Wenn man noch mal bei den "makroskopisch schwierigen" Arten bleibt, fallen einem auch Inkonsistenzen auf. Nehmen wir mal die Steinpilze: Boletus edulis, B. aereus, B. reticulatus, B. pinophilus. Bis auf B. edulis haben die alle ein "makroskopisch schwierig" bekommen. Hauptschwierigkeit bei den vier Arten dürfte aber ja wohl die Abgrenzung untereinander sein und warum sollte dieses Problem dann nicht bei B. edulis auftreten. Seltsam auch, daß bei B. aereus B. edulis als "Ähnlich" aufgeführt wird, umgekehrt taucht B. aereus bei B. edulis aber nicht unter "Ähnlich" auf. Ähnlichkeit impliziert aber eine Symmetrie: Wenn A ähnlich zu B ist, ist B auch ähnlich zu A.


    Björn

    Hallo Stefan,


    ich habe nicht geschrieben, daß du keine Ahnung hast. Ich habe geschrieben, daß der von der KI-generierte Output wie ohne Sinn und Verstand zusammengetackert wirkt. Schließlich geht es hier doch um den von dir geposteten KI-Text. Und wie ich oben schon geschrieben habe, gibt es kein Patentrezept zur Pilzbestimmung. Im ersten Schritt schaut man mal, wie weit man mit seiner Erfahrung kommt. Das kann bei einfachen Pilzen und großer Erfahrung schon direkt zur Art führen (Beispiel: Amanita muscaria). Manchmal bleiben dann nur noch zwei Arten übrig, die in die engere Wahl kommen und dann schaut man sich eben ganz spezifisch die Unterscheidungsmerkmale dieser beiden Arten an. Manchmal kommt man nur zur Gattung oder hat auch nicht mal eine Idee, in welcher Gattung der Fund steht. Dann nimmt man sich einen Schlüssel und arbeitet sich systematisch von vorne nach hinten durch, was aber letztlich auch einfach ein systematisches Abfragen der Differentialmerkmale ist.


    Und zum Korrekturlesen: Natürlich ist niemand gezwungen, den Text zu lesen. Aber was ist denn der Punkt, wenn man sich erst von der KI einen Text generieren läßt, den dann Menschen mühsam korrigieren müssen? Dann kann man doch einfacher auf existierende Literatur zurückgreifen. Da kennt man immerhin die Autor:innen.


    Björn

    Zitat

    die Angaben "makroskopisch schwierig" stammen von der KI bzw. vermutlich aus den Quellen, an denen sie sich bedient hat.

    Aber wenn man nicht weiß, woher die Informationen stammen, dann sind sie im Zweifelsfall doch komplett wertlos, weil sie eben richtig oder falsch sein können. Und es kann ja nicht Sinn der Übung sein, daß man mit der KI seitenweise Text produziert, der dann von Leuten mit Sachverstand Korrektur gelesen werden soll.


    Zitat

    eventuell macht es ja einen Unterschied, ob man eine schnelle Lernhilfe nur für sich selbst zusammen stellen möchte

    Aber bei einer Lernhilfe muß man sich doch auch erstmal klar werden, was man hier überhaupt lernen möchte. Und ich kann hier nicht erkennen, daß es hier ein klares Konzept gibt, was gelernt werden soll. Vielmehr entsteht der Eindruck als hätte hier jemand ohne große Ahnung von Pilzbestimmung einfach mal Sachen zusammengetackert.


    Björn

    Hallo Steffen,


    natürlich dauert so etwas Jahre. Aber warum sonst sind gewisse Bücher oftmals angekündigt und bis zum Erscheinen wartet man dann gefühlt bis zum Sankt Nimmerleinstag.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wenn es eine Sarcodontia ist, was ich hier von der makroskopischen Erscheinung, dem beschriebenen Geruch und dem Substrat nach für ziemlich plausibel halte, dann ist es Sarcodontia setosa. S. crocea ist eine amerikanische Art, siehe hier. Was das Mikroskopieren angeht, sind Rindenpilze aber eher weniger als mehr Arbeit. Man macht einen Sporenabwurf wie bei anderen Pilzen auch und dazu dann noch ein Präparat der Fruchtschicht (bei Russulales vielleicht auch noch ein zweites für die Gloeohyphen/zystiden, aber das hat man bei Täublingen ja auch). Kein Huthautschnitt, keine Suche nach Zystiden am Stiel...


    Björn

    Zitat
    Immerhin werden durch dermaßen erzeugte Schwurbeleien erhebliche Geldwerte bewegt. Das könnte der Wirtschaft helfen - oder eher nur Einzelnen.

    Dann kann der geneigte Pilzmikroskopiker also in Zukunft das neue Mikroskop durchs Mikroskopieren von eingetrockneten Wasserflecken finanzieren :D


    Björn

    Zitat

    Kein Autor wird Pilze selbst sammeln, die Merkmale selbst feststellen etc. Wie sollte das auch gehen?

    Da möchte ich widersprechen. Ich kenne eine Autorin, die definitiv alle in ihrem Buch vorgestellten Pilze gesammelt hat und deren Merkmale selber festgestellt hat. Die in den Pilzen der Schweiz vorgestellten Arten sind von den Autoren auch alle selber gefunden und mikroskopiert worden.


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    dieses ewige Lamentieren, daß dir hier niemand antwortet (oder deiner Meinung nach nicht schnell genug antwortet), nervt mich einfach nur noch und führt im Endeffekt dazu, daß ich (und mit mir wahrscheinlich auch viele andere Foristen) immer weniger Lust habe, dir zu antworten. Außerdem würde ich (und wahrscheinlich viele andere) mir wünschen, daß du den Forumsgepflogenheiten folgend deine Nachrichten mit einem Hallo beginnst und mit einer Grußformel beendest.


    Zu deiner Frage: Blaue Tomentellas sind zumindest mir nicht bekannt. Es gibt aber die Gattung Amaurodon, die durch ihre blauen Sporen blau erscheinende Fruchtkörper bildet.


    Björn

    Zitat

    Daher würde ich mich sehr freuen, wenn der eine oder die andere Zeit und Lust hätte, einmal darüberzuschauen und etwas dazu zu sagen. Besonders interessieren würden mich natürlich Fehler, problematische Merkmale, falsche Gewichtungen oder Dinge, die für die praktische Unterscheidung anders dargestellt werden sollten.

    Du schreibst doch, daß es dich freuen würde, wenn Leute etwas dazu sagen. Dann sagen Leute etwas dazu und es paßt dir auch nicht. Dann bin ich hier raus.


    Björn

    Hallo Stefan,


    abgesehen davon, daß ich dem Einsatz von KI nicht viel abgewinnen kann (was hier aber ja nicht das Thema ist), erschließt sich mir nicht, was es mit den fünf wichtigsten makroskopischen Merkmalen auf sich haben soll. So bestimmt doch niemand, der Ahnung von der Materie hat, Pilze. Vielmehr muß man bei Pilzen wissen, was mögliche Verwechslungspartner sind (wenn man schon eine ungefähre Ahnung hat, worum es sich handelt) und dann die jeweiligen Differentialmerkmale vergleichen. Daß die 5 Merkmale so etwas nicht wirklich liefern können, sieht man sehr schön bei einigen der Täublingen. Wenn ich einen Täubling im Wald finde, würde ich anhand der oben gelisteten Merkmalen wohl 95% der Täublinge nicht oder falsch bestimmen.


    Björn

    Hallo Nando,


    Leitungswasser ist in Deutschland auch ohne Filterung ein gesundes Trinkwasser. Diese Eiskristall-Fotografie mag ästhetisch ansprechend sein, eine wissenschaftliche Relevanz hat sie nicht. Ebenso wenig kann man an deinen getrockneten Wasserflecken irgendetwas über die Trinkbarkeit des Wasser ablesen.


    Zur von dir verlinkten St.-Leonharts-Akademie: Das ist unwissenschaftlicher Schwurbel, wie man an so Begriffen wie "Entgiftung" oder "Säure-Basen-Balance" sofort erkennt.


    Björn

    Hallo Gunnar,


    die Bäumchen wachsen definitiv auf der Blattoberseite, da kann man sie auf einigen der Makrobilder auch schon erahnen. Ob sie auch auf der Blattunterseite vorhanden waren, weiß ich jetzt leider nicht mehr. Zum Mikroskopieren lege ich ein befallenes Blatt in einen Tropfen Wasser auf den Objektträger. Dann zupfe ich mir mit einer Nadel einen befallenen Teil des Blattes heraus. Anschließend zerreiße ich den Teil dann noch weiter mit zwei Präpariernadeln. Am Ende dann ein Deckglas drauf und ordentlich mit dem Radiergummi klopfen und quetschen. Anders als bei manchen anderen Pilzen kann man sich hier beim Quetschen auch richtig austoben, da macht man praktisch nie etwas kaputt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein sehr unscheinbarer und leicht zu übersehender Brandpilz, den ich am 12.8.2025 im Wernerwald in Cuxhaven gefunden habe. Es handelt sich um Doassinga callitrichis auf Callitriche palustris agg. Der Pilz verursacht helle Blattflecken, die aber auch leicht zu übersehen sind. Bei dem hier gezeigten Fund hat der Pilz außerdem einen Rasen aus Basidien auf den Blättern gebildet, der bei genauerer Betrachtung ins Auge fällt. Mikroskopisch hat der Pilz ähnlich wie die verschiedenen Entyloma-Arten Brandsporen, die in den Blättern der Wirtspflanze gebildet werden. Diese keimen dann bei Reife mit Basidien aus, an denen längliche Basidiosporen gebildet werden.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Sporen in Wasser


    Basidien und Basidiosporen in Wasser


    Basidien und Basidiosporen mit KOH gefärbt


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier direkt die nächste Anthracoidea-Art, die wir am 7.8.2024 in der Nähe der Börnerwiese bei Oberwiesenthal gefunden haben. Es handelt sich um Anthracoidea heterospora auf Carex nigra. Auch hier gibt es wieder anfangs von einer weißlich-gräulichen Haut umgebene Sporenballen, die bei Reife als schwarze Kugeln in den weiblichen Ähren der Wirtspflanze zu sehen sind. Die Sporen sind relativ unregelmäßig, dunkelbraun und fast glatt.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Brandpilz, den wir am 25.6.2022 im Rahmen der Kleinpilztagung auf dem Wank bei Garmisch-Partenkirchen gefunden haben. Es handelt sich um Anthracoidea caricis auf Carex montana. Wie andere Anthracoidea-Arten auch erzeugt der Pilz schwarze, kugelige Sporenballen in den weiblichen Blüten/Früchten seines Wirts. Die Sporen sind dunkelbraun, ziemlich eckig und glatt.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Detailaufnahme einer befallenen Pflanze


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein Brandpilz, den man in Küstennähe relativ häufig finden kann: Anthracoidea arenariae auf Carex arenaria. Die hier gezeigten Funde sind vom 15.7.2023 und vom 5.8.2025 und wurden jeweils in Cuxhaven-Sahlenburg gemacht. Dort gibt es eine kleine Düne und sandige Heidelandschaft in Küstennähe, wo dann entsprechend sowohl Wirt als auch Brandpilz in großer Menge auftreten. Der Pilz bildet in befallenen Fruchtständen kleine schwarze Kugeln aus Sporenmasse aus. Diese sind anfangs von einer gräulichen Haut überzogen, geben aber bei Reife das Sporenpulver frei. Die Sporen sind unregelmäßig polyedrisch, glatt und dunkelbraun.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Details der befallenen Fruchtstände


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    hier ein weiterer Brandpilz aus der Gattung Antherospora, den ich am 8.3.25 an der Donau bei Regensburg gefunden habe. Es handelt sich um Antherospora scillae auf Scilla bifolia. Befallene Knospen sind verdickt und wenn sich die entsprechende Blüte öffnet, werden die in Sporenmasse gehüllten Staubblätter sichtbar. Der Befall ist systemisch, d.h. bei einer befallenen Pflanze sind dann alle Blüten voller Brandpilzsporen. Die Sporen sind ellipsoid, olivbraun und haben ein grobscholliges Ornament.


    Befallene Pflanze am Fundort


    Detailaufnahme einer befallenen Blüte


    Sporen in Wasser


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich möchte Euch einen Brandpilz vorstellen, den ich am 23.3. diesen Jahres im Düsseldorfer Südpark gefunden habe. Es handelt sich um Antherospora hortensis, der die Blüten von Muscari armeniacum befällt. Befallene Blüten erscheinen etwas angeschwollen, beim Öffnen der Blüte findet man darin dann die braune Sporenmasse des Brandpilzes. Um den Pilz zu finden, kann man am besten den Schütteltest bei den Blüten machen. Ist die Hand danach mit Sporenpulver voll, hatte man Glück. Die Sporen sind mehr oder weniger ellipsoid, olivbraun und haben ein grobscholliges Ornament.


    Befallene Pflanzen am Fundort


    Detail einer befallenen Blüte


    Sporen in Wasser


    Björn