Beiträge von boccaccio

    Hallo Oehrling,


    A. echinocephala/solitaria soll wohl einen Grünstich im Sporenpulver haben, d.h. Sporenpulverfarbe kann im Prinzip schon bei der Bestimmung helfen. Und ansonsten gilt ja: Nur, weil man in der Literatur nichts zu chemischen Reaktionen bei einer Gattung findet, muß es die ja nicht nicht geben. Und wenn man Fruchtkörper hat, die auf andere Weise sicher bestimmt sind und man erhebt dann systematisch Reaktionen, ist das ja durchaus spannend.


    Björn

    Hallo Nika,


    wenn ein PSV dir sagt, daß man nicht die wissenschaftlichen Namen lernen sollte, hat er leider keine Ahnung. Wissenschaftliche Namen sind das A und O, nur damit kann man sich sauber über Pilze austauschen. Insbesondere weiß jeder auf der ganzen Welt, was mit einem gewissen wissenschaftlichen Namen gemeint ist. Klar, wissenschaftliche Namen mögen sich ab und zu ändern, aber das System der wissenschaftlichen Namen ist ja so konstruiert, daß die älteren Namen dann zu Synonymen werden, also nicht falsch sind und weiterhin eineindeutig einer Pilzart zuzuordnen sind.


    Björn

    Hallo Schupfi,


    die sehen schon schleimig genug für Glutinoglossum aus. Jetzt kannst du noch schauen, wie die Spori in den Asci septiert sind. Zum Teil hat man da Arten, wo in einigen Asci Sporen mit weniger Septen sind (obwohl die Sporen reif aussehen).


    Björn

    Hallo Rainer,


    die Nr. 5 sieht mir von der Farbe her nicht wie C. argillacea aus. Außerdem ist auf den Fotos auch kein Calluna vulgaris zu sehen, was immer in der Nähe von Heidekeulen zu finden ist. Die Poronia ist natürlich immer wieder ein toller Fund!


    Björn

    Hallo Stefan,


    soweit ich das überblicke, enthalten die Schlüssel mehr Arten als die beiden Bildbände. Ich habe ja weiter oben den Link zur Fuse-Seite eingestellt, wo man einige ausgewählte Schlüssel schon einsehen kann und zumindest eine stichpunktartige Überprüfung des Trüffelschlüssels zeigt, daß dort mehr Octaviania-Arten enthalten sind als im Bildband. Ansonsten kann man natürlich auch einfach abwarten, bis das Buch im nächsten Jahr erschienen ist. Leider geht der allgemeine Trend aber ja zur Effekthascherei und zum Zwang ewig Neues so schnell wie möglich zu präsentieren und dann wird eben über noch unveröffentlichte Bücher sinniert...


    Björn

    Hallo zusammen,


    das Buch ist keine Weiterentwicklung von "Fungi of Temperate Europe", sondern vielmehr der dazu gehörige Schlüsselband. Auf Dänisch gibt es das Buch übrigens schon als

    "Danmarks Basidiesvampe". Eine Vorstellung davon, wie die Schlüssel am Ende aussehen, kann man sich übrigens auch schon hier verschaffen, wo entsprechende Auszüge aus dem Buch zu Paxillus, Hygrocybe s.l und einigen anderen Gruppen zu finden sind.

    Warum man das Buch jetzt bei einer britischen Seite vorbestellen soll, erschließt sich mir nicht. Da hat man dann am Ende nur unnötig mit dem Zoll zu tun und im Allgemeinen kosten die Bücher bei NHBS auch deutlich mehr als bei Anbietern in Deutschland.


    Björn

    Hallo Claudia,


    das ist aber alles immer noch deutlich einfacher als bei den Cyanulas, wo man erstmal wissen muß, ob der Fruchtkörper im jungen Zustand blau war und wo dann auch im Schlüssel ganz viel über Farben läuft.


    Björn

    Hallo Sabine,


    der Rötling Nr. 10 ist einfach bestimmbar, weil er dort schon im letzten Jahr wuchs und bestimmt wurde ;) Im letzten Jahr war er aber auch einfach zu bestimmen. Mit den kopfigen Cheilozystiden und dem filzigen Hut kommt man in die Untergattung Trichopilus, wo man nur noch 8 Arten hat. E. lilacinoroseum hat einen pinken Hut, ist also raus. E. waverenii hat keine Schnallen, ist auch raus. Weil der Hut nicht glatt ist, sind auch E. inutile und E. elodes raus. E. frigidum, E. jubatum und E. fuscotomentosum sind nicht so robust, also bleibt nur noch E. porphyrophaeum übrig, was auch zu den porphyrbraunen Farben paßt.


    Björn

    Hallo Ingo,


    Leucocortinarius bulbiger stand auch schon letztes Jahr zur Diskussion und grundsätzlich paßt von der Makro- und Mikroerscheinung her alles. Aber das Bäumchen fehlt dort mit Sicherheit, da habe ich dieses Mal dann eben auch ganz gezielt drauf geachtet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Sonntag habe ich mich mal wieder auf den Weg in die Eifel gemacht. Anders als Karl am Vortag hatte ich nicht unter Regen, Kälte und Wind zu leiden, sondern nur unter Wind und Kälte :D Aber es hat sich gelohnt, denn die Wiese war wieder voll mit bunten Farbtupfern.


    1. Hygrocybe coccinea


    2. Cystoderma amiathinum


    3. Hygrocybe punicea


    4. Hygrocybe chlorophana


    5. Clitocybe nebularis


    6. Gliophorus psittacinus


    7. Hygrocybe quieta


    8. Cuphophyllus virgineus var. ochraceopallida


    9. Versteckt im Gras gab es einen Pilz, der von oben erstmal wie eine Pflaume aussah. Im Feld war ich dann ob der weißen Lamellen etwas ratlos, aber zu Hause hat sich das ganze dann schnell als Entoloma entpuppt. Die sporen messen 6,3±0,4 µm × 6,1±0,4 µm, Q=1±0,1; 5,6-7,3 µm × 5,2-7 µm, Q=0,9-1,1, weshalb Entoloma bloxamii raus ist. Bleibt die Frage, ob das dann eher E. madidum oder E. atromadidum ist. Wenn ich mit den Bildern von Ainsworth et al. vergleiche, liegt mein Fund farblich irgendwie zwischen den beiden Arten.


    10. Ein einfach bestimmbarer Rötling, der dort auch schon im letzten Jahr wuchs: Entoloma porphyropaeum. Sporen messen 9,5±0,7 µm × 6,8±0,5 µm, Q=1,4±0,1; 8,3-11,2 µm × 5,8-7,9 µm, Q=1,3-1,5.


    11. Dann ging es in einen benachbarten Wald, der überwiegend aus Fichten und Weihnachtsbaumplantage besteht. Chondrostereum purpureum


    12. Angriff der Klonkrieger: Clavulina rugosa


    13. Lepista nuda


    14. Imleria badia


    15. Unter Fichte, Milch mild, aber mit einem leicht bitteren Nachgeschmack: Lactarius hepaticus


    16. Hygrophorus pustulatus


    17. Tephrocybe randida


    18. Im Bergnadelwald darf Russula integra natürlich nicht fehlen


    19. Cuphophyllus virgineus


    20. Und zum Schluß dann wieder der Rätselpilz, der auch im letzten Jahr schon auf der Wiese stand. Der Pilz ist geruchslos, der Stiel ist hohl. Fundort mitten auf der Wiese, d.h. Mykorrhiza-Partner sind eigentlich keine vorhanden. Sporen messen 7,9±0,5 µm × 4,9±0,3 µm, Q=1,6±0,1; 7,2-9 µm × 4,5-5,9 µm, Q=1,4-1,8, nicht amyloid, nicht dextrinoid, nicht cyanophil, relativ dickwandig. Zystiden sind scheinbar nicht vorhanden.


    Björn


    15. Gloeoporus dichrous


    16. Und zum Schluß noch ein Lactarius, der an einer feuchten Stelle unter Salix wuchs, wobei aber auch Alnus und Quercus in Reichweite waren. Die Sporen messen 7,3±0,4 µm × 5,9±0,3 µm, Q=1,3±0,1; 6,4-8 µm × 5,2-6,6 µm, Q=1,1-1,5. Damit ist L. lacunarum raus und es kommen eigentlich nur die Erlenmilchlinge in Frage. Die Sporengröße paßt dann am besten zu L. omphaliformis und auch die Huthaut scheint dem nicht zu widersprechen.


    Björn