Beiträge von boccaccio

    Hallo zusammen,


    die Universität Duisburg-Essen hat ja die Besonderheit, daß sie im Jahre 2003 durch die Fusion der Unis Duisburg und Essen entstanden ist. Entsprechend gibt es auch zwei Campi. Während wir Physiker am Duisburger Campus sind, findet die gesamte Lehramtsausbildung in Essen statt. Heißt also, daß man, wenn man so wie ich in diesem Semester eine Lehramtsvorlesung hat, zwei mal die Woche nach Essen pendeln muß. An und für sich eine eher nervige und zeitraubende Aktivität, aber sie kann sich dann auch lohnen... wenn man z.B. Entyloma gaillardianium auf Gaillardia aristata findet. Den Pilz hatte Jule dort vor vier Jahren auch schon gefunden und es scheint ihm am Essener Campus zu gefallen:



    Björn

    Hallo zusammen,


    nachdem die drei Litauer Dungproben von Bernd durch sind, habe ich bei der APR-Exkursion im NSG Heiden und Magerrasen bei Trupbach Schafdung eingesammelt und in Kultur genommen. Nach ein paar Tagen geht es dort schon munter los, so daß es an der Zeit ist, die ersten Funde vorzustellen.


    1. Coprotus sexdecimsporus


    2. Makroskopisch hatte ich hier beim Auftreten der ersten Fruchtkörper an unreife Ascobolusse gedacht, aber als nach 2 Tagen immer noch kein Violett zu sehen war, wurde ein Fruchtkörper geschlachtet und mit feinwarzigen Sporen von 31 x 15 µm als Thecotheus holmskjoldii identifiziert. Den gab es im letzten Herbst auch schon bei der APR-Tour auf der Wacholderheide in Elspe.


    Björn

    Hallo Ingo,


    auf den Fotos sehen die Hüte tatsächlich blauviolett aus. Im Feld hatte ich gezielt auf den Farbton geachtet und war dort zu dem Schluß gekommen, daß da ein Blauton fehlt. Inwiefern die Fruchtkörper jetzt wirklich ganz jung waren kann ich leider nicht mehr sagen. Ich denke, daß der Fund mir einfach noch mal zeigen will, bei Rötlingsfunden schon im Feld noch genauer hinzuschauen und auch gezielter nach ganz jungen Fruchtkörper zu schauen und daß der konkrete Fund dann zur häufigsten Rötlingsart überhaupt wird: Entoloma sp. :D


    Björn

    Hallo Hans,


    es scheint so, als hätte dich der bekannte Forums-Bug beim Hochladen der Bilder erwischt. Die sind leider nicht sichtbar (eventuell siehst du sie auf deinem Rechner noch, weil sie im Browser-Cache zwischengespeichert sind). Kannst Du die Fotos noch mal hochladen?


    Björn

    Hallo zusammen,


    man kann sich bei den beiden Bryoscyphus-Arten, die ich erwähnt habe, aber leider nicht auf das Wirtsmoos verlassen. Wir hatten im letzten Herbst in Elspe auch einen Bryoscyphus auf Rhytidiadelphus und wollten den erst als B. rythidiadelphi ablegen, aber dann hat das Mikroskop uns in die andere Richtung geschickt.


    Björn

    Hallo Tuppie,


    aber die schwarzen Flecken stammen sicher nicht von Gymnosporangium sabinae. Das wird dann eine anderer Pilz sein. Inwiefern der durch den Gitterrost begünstigt wird, ist natürlich eine andere Frage...


    Björn

    Hallo zusammen,


    gestern waren der APR gemeinsam mit dem Bochumer Botanischen Verein auf einer Pilzekxursion im Laerholz unterwegs. Auch wenn der Wald nicht übermäßig voll mit Pilzen war, gab es doch einige nette und interessante Funde.


    1. Spinellus fusiger auf Mycena crocata


    2. Phyllactinia fraxini ex Fraxinus excelsior


    3. Lyophyllum decastes


    4. Atheniella flavoalba


    5. Calocybe obscurissima


    6. Puccinia coronata ex Arrhenatherum elatius


    7. Sebacina incrustans


    8. Marasmius cohaerens. Jan-Arne drückte mir den Pilz in die Hand und meinte, der habe schöne Setae, die er gerne mal sehen würde. Also habe ich den Pilz unters Mikro gelegt und bin schwer beeindruckt von Setae und Zystiden.

    Lamelle mit Cheilozystiden und Setae

    Sporen

    Huthaut mit Pileozystiden und Setae


    9. Zum Schluß noch das wahrscheinlich Highlight der Tour. Cyanophile Basidien und glatte Sporen führen mich zur Gattung Cristinia. Schnallen, Sporengröße von 5.7+-0.4 x 4.6+-0.3, Q=1.2+-0.1 bzw. 4.9-6.4 x 4.1-5.4, Q=1.1-1.4 und eine weinrote Verfärbung mit KOH dann zu Cristinia rhenana. Bis jetzt bei Pilze-Deutschland mit 10 Funden vertreten, davon noch keiner in NRW.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten Tag des APR-Wochenendes in Hilchenbach ging es dann noch mal auf eine kleine Runde ins Loher Tal, wo wir auch noch einige Pilze einsacken konnten.


    1. Im Feld hatten wir wegen der gestielten Fruchtkörper an Sistotrema gedacht, das paßt aber mikroskopisch gar nicht. Leider komme ich mit den leicht gestielten Fruchtkörper leider nicht so wirklich auf irgendeinen grünen Zweig.... Ideen sind also willkommen. Sporen messen 5.4+-0.4 µm x 1.5+-0.1 µm, Q=3.7+-0.5, bzw 4.7-6.0 µm x 1.2-1.7 µm, Q=2.9-4.8, sind allantoid und haben an jedem Ende einen Tropfen. Substrat wahr wohl Laubholz. Auffallend die sehr dickwandigen Hyphen mit schmalem Lumen und sehr ausgeprägten Schnallen...


    2. Helvella elastica


    3. Cortinarius bolaris


    4. Puccinia urticae-hirtae ex Carex hirta


    5. Claviceps purpurea ex Phalaris arundinacea


    6. Vermutlich Naucoria melinoides, wird noch von einem Pilzfreund untersucht.


    7. Thekopsora guttata ex Galium odoratum


    8. Xylaria polymorpha


    9. Craterellus tubaeformis

    IMG_7875.JPG


    10. Noch ein paar Sporen von Helvella macropus


    11. Ramularia auf Rumex obtusifolius. Mit den eiförmigen Konidien ist das Ramularia rubella. Interessanterweise war da aber auch noch etwas mit zylindrischen Konidien auf dem gleichen Blatt....


    Björn

    Hallo zusammen,


    am dritten Tag des pilzkundlichen Wochenendes in Hilchenbach waren wir in der Nähe von Krombach an der dicken Buche unterwegs, wo auch wieder etliche Pilze auf uns warteten.


    1. Sphacelotheca hydropiperis ex Persicaria hydropiper


    2. Tapinella atromentosa


    3. Plasmopara angelicae ex Angelica sylvestris


    4. Helvella macropus


    5. Phyllactinia orbicularis ex Fagus sylvatica. Der Pilz soll nicht selten sein und der Wirt ist ja sehr häufig, aber ich habe diesen echten Mehltau jetzt zum ersten Mal gefunden.


    6. Mycena crocata


    7. Lactarius vellereus mit milder Milch


    8. Puccinia graminis ex Agrostis capillaris


    9. Ramaria gracilis


    10. Sarea resinae


    11. Uromyces minor ex Trifolium dubium


    Björn

    Hallo zusammen,


    am Samstag ging es beim APR-Wochenende in Hilchenbach mal zu einem uns noch unbekannten Gebiet: Das NSG Heiden und Magerrasen bei Trupbach. Ein ehemaliger Truppenübungsplatz der Belgier auf saurem Boden. Da dieser Tage ja die Wiesenpilze eher wachsen als ihre Kollegen aus dem Wald, machten wir uns einige Hoffnung auf interessante Funde..... und wurden dann auch nicht enttäuscht.


    1. Panaeolus papilionaceus


    2. Lepista panaeolus


    3. Hygrocybe miniata


    4. Mycena olivaceomarginata


    5. Clavulina laeticolor


    6. Eine blaustielige Entoloma. Die Hüte erscheinen auch bei den ganze jungen Fruchtkörpern ohne Blauton zu sein. Der Hut ist faserig bis feinschuppig und nicht durchscheinend gerieft. Die Huthaut hat intrazelluläres Pigment, die Basidien sind 4-sporig ohne Basalschnalle. Zystiden sind keine vorhanden. Wenn ich dann mit FE5a oder Funga nordica schlüssel, laufe ich mit dem polierten Stiel leider immer ins Leere.


    7. Cuphophyllus virgineus


    8. Weitere gelbe Keulchen, die allerdings sporenlos waren und deshalb unbestimmt bleiben müssen.


    9. Clavaria fragilis


    10. Wenn man im Gras kniet und nach kleinen Keulchen sucht, findet man manchmal auch rosa Zuckerwatte: Laetisaria fuciformis


    11. Eine Hygrocybe, die es leider nicht unters Mikro geschafft hat.


    12. Entoloma conferendum


    13. Dibaeis baeomyces


    14. Entoloma jubatum oder: Ceci n'est pas une Conocybe


    15. Dermoloma cuneifolium


    16. Clathrus archieri war in allen Alterstadien reichlich vorhanden. Sehr schön auch das Hexenei mit dem typischen violetten Basalmycel.


    17. Hier hatten wir im Feld auf besseres gehofft, da die Fruchtkörper recht klein waren. Aber am Ende "nur" Aleuria aurantia


    18. Dann gab es da noch kleine Bovisten mit einem Durchmesser von <1 cm. Im Feld hatte ich gehofft, daß das Bovista pusilla würde. Aber da paßt das Capillitium nicht, das vom Lycoperdon-Typ ist, keine Septen hat und viele Poren aufweist. Die Sporen messen 4.0-5.2 µm, im Mittel 4.4 µm, sind schwach warzig und haben kein Pedicel. Da bleiben dann nicht mehr viele Bovista-Arten im Rennen: B. paludosa und Bryoperdon acuminatum sind habitatsmäßig raus. B. aestivalis s.l. sollte kleinere Sporen und eine Subgleba haben und B. furfuracea sollte vereinzelt Septen im Capillitium haben. Hat da jemand eine Idee zu?


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich würde den ersten Fund auch für eine Sebacina (incrustans) halten. Die ist offenbar echt nicht selten, wenn man da mal einen Blick für entwickelt hat. Ich hatte sie heute auch wieder. Ist übrigens mikroskopisch ein sehr dankbarer Pilz mit den septierten Basidien. Zum Schlüsseln sei auf das holländisch-belgische Phragmoprojekt verwiesen.


    Björn

    Hi Steve,


    that's definitely a powdery mildew but I don't think it is Erysiphe heraclei. To be honest, I have no idea what the structures in Congored are...but they don't belong to the mildew. The last pictures (in water?) show the conidia. The dumbell shape is characteristic of Leveillula lanuginosa. You can also try to prepare the mildew with the scotchtape method: Just put some scotch tape on the infect part of the plant, peal it off and put it on a microscope plate. That's particularly useful when you have to judge if conidia are formed in chains or if you need to know the shape of the appressoria.


    Björn

    Hallo zusammen,


    am letzten langen Wochenende war der APR mal wieder auf einem pilzkundlichen Wochenende in Hilchenbach. Am Freitag ging es vormittags in die Grube Littfeld. Dort gibt es z. T. ein relativ mageres, ehemaliges Grubengelände, aber auch Laub- und Nadelwald.


    1. Auf dem Grubengelände gab es direkt die ersten Pilze: Arrhenia rustica


    2. Ein Rötling, der in der Bestimmung mit der Sporenform sehr dankbar war: Entoloma conferendum


    3. Die Keulchen hat offenbar niemand eingepackt, weshalb sie unbestimmt bleiben müssen. In unmittelbarer Nachbarschaft wuchs Clavaria falcata und evtl. sind das hier einfach Exemplare der selben Art, die etwas Frost bekommen haben.


    4. Craterellus tubaeformis


    5. Hygrophorus pustulatus


    6. Ramaria gracilis mit typischem Anisgeruch


    7. Neobulgaria pura


    8. Clavulina cristata


    9. Cortinarius camphoratus


    10. Nectriopsis violacea auf Fuligo septica


    11. Caloboletus calopus


    12. Phacellium episphaerium ex Stellaria nemorum

    IMG_7245.JPG


    13. Puccinia graminis ex Festuca gigantea


    14. Claviceps purpurea ex Festuca gigantea


    15. Hydnum repandum


    16. Hübsche Steine gab es auch


    17. Tomentella bryophila

    IMG_7265.JPG


    18. Sarea resinae


    19. Phallus impudicus


    20. Russula queletii


    21. Thelephora palmata


    22. Noch eine Ramaria, wo ich mir jetzt im Nachhinein nicht mehr sicher bin, welche Art es war.


    Björn

    Hallo Klaus,


    vielen Dank für die ausführlichen Erläuterungen zu T. spathulata und T. erumpens und auch für deinen Artikel zu T. spathulata, den du mir ja noch per Email geschickt hattest. Das mit den kleinen Sporen ist in der Tat etwas seltsam. Ich habe jetzt noch mal nachgemessen (und dabei dann auch versucht gezielt die großen Sporen abzugreifen) und lande wieder bei 6.9-8.1 µm x 3.0-3.8 µm. Gerade bei einem Sporenabwurf, wie ich ihn gemacht habe, würde man ja eigentlich voll ausgereifte und somit artgerecht große Sporen erwarten... Es wird ganz klar Zeit, daß die Duisburger Typhulas öfter mal Typhula-Literatur lesen, damit sie wissen, wie groß ihre Sporen zu sein haben ;)


    Björn

    Hallo zusammen,


    20 Uhr ist richtig. Ich werde wohl wenn erst später reinschauen, weil um 19 Uhr ein Onlinetreffen des Mykologischen Arbeitskreises Bergisches Land stattfindet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    wenn ich die Fotos richtig deute, erkennt man auf der Endoperidie einen langsam vergehenden, weißlichen Belag, der an Puderzurcker erinnert. Ulla meinte bei meinem Fund von G. striatum letztens, daß dies typisch für diese Art sei. Ansonsten hilft natürlich, wie Matthias richtig anmerkt, der Blick auf die Unterseite der Endoperidie.


    Björn

    Hallo Maria,


    haben die Fruchtkörper denn auf der Unterseite eine Aushöhlung? Das wäre auch noch typisch für T. mesentericum. Ansonsten soll es ja auch bei Sporengröße und Ornamentation leichte Unterschiede zwischen den beiden Arten geben. Falls du selber kein Mikroskop hast, kannst du mir gerne Material zuschicken und ich schaue mir das dann mal an.


    Björn