Beiträge von boccaccio

    Hallo Bernd,


    ich kann dir bei deiner Anfrage leider nicht wirklich weiterhelfen, da ich eher selten Porlinge mikroskopiere und insbesondere die sehr festen Porlinge mit trimitischem Hyphensystem meide. Ich hatte bei Fomes fomentarius Skelett- und Bindehyphen gleichzeitig gesehen, dann aber keine generativen Hyphen aufs Bild bekommen.



    Eventuell schafft man das bei dieser Art aber, wenn man einen hauchdünnen Schnitt (evtl. Mikrotomschnitt?) des Hymeniums parallel zur Porenoberfläche erstellt. Da sollte man dann ja in den Poren die generativen Hyphen mit Basidien erkennen können (zumindest wenn der Pilz gerade sporuliert) und zwischen den Poren das Gezumpel aus Skelett- und Bindehyphen. Alternativ sind wahrscheinlich auch die beiden Coriolopsis-Arten gut für so etwas geeignet.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich muß schauen, ob ich es heute zeitlich schaffe, da meine Nichte heute Geburtstag hat. Falls ich dabei bin, kann ich aber berichten, wie NRW erst einen Pilz verloren und dann wiedergewonnen hat. Zu Schwierigkeiten bei der Kartierung von Phytos auf Wasserpflanzen in Grenzgewässern kann ich auch etwas beisteuern.


    Björn

    Hallo Andreas,


    ja, das ist genau diese Harzschicht, die G. resinaceum hat. Was die Sporen angeht, sehen die bei mir auf den Bildern nur glatt aus, weil das ein optischer Schnitt ist. Hier ist noch mal ein Bild angehängt, wo ich auf die Sporenoberfläche fokussiert habe und da erkennt man die feinen Punktierung der Sporen. Die ist zur Unterscheidung der Arten aber nicht geeignet, da alle Ganoderma-Arten dieses Ornament haben. Was die Sporengröße angeht, gibt Ryvarden für G. lucidum 7-11 x 6-8 µm und für G. resinaceum 9-11,5 x 4,5-7 µm an; bei Bernicchia 8-11 x 6-8,5 µm bzw. 9-11,5 x 5-7,5 µm. Ich denke, da sind die Größenunterschiede einfach zu gering für eine sichere Unterscheidung der Arten.



    Björn

    Hallo zusammen,


    wenn es neuere Erkenntnisse als das von Schupfi erwähnte Paper gäbe, sollte diese neuere Arbeit ja offensichtlicherweise die Arbeit von Mentrida et al. zitieren. Wenn man sich dann bei Researchgate anschaut, wo die Arbeit zitiert wurde, gibt es dort nur eine russische-sprachige Arbeit, die etwas zum Artkonzept von D. tricolor/confragosa beiträgt und die auch zu dem Schluß kommt, daß das beides eine Art ist. Es würde mich also schon überraschen, wenn das jetzt doch getrennte Arten sind. Zumal es ja durchaus auch Übergangsformen zwischen Lamellen und Poren bei Daedaleopsis gibt.


    Björn

    Hallo Andreas,


    G. resinaceum hat eine dünne harzige Schicht auf der Hutoberseite, die man unter dem Mikroskop bei einem dünnen "Huthautschnitt" eigentlich ganz gut erkennen kann. Laut Literatur soll diese Harzschicht auch mit dem Fingernagel einritzbar sein und in einer Flamme schmelzen. Rein von der Optik her würde ich deinen Fund für G. resinaceum halten, der kann durchaus auch einen Pseudostiel haben, gerade, wenn er aus solchen Ritzen wachsen muß.



    Björn

    Hallo zusammen,


    beim ersten Bild von Nr. 7 ist ja unten auch ein umgedrehter Fruchtkörper, deshalb kann man dort an Thelephora terrestris einen Haken dranmachen. Bei Nr. 8 bin ich klar bei Th. penicillata, weil man sehr schön dieses pinselige in den Enden des Fruchtkörpers erkennen kann. Das kann Th. terrestris eigentlich nicht.


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    ich hab die Art dreimal gefunden, einmal im Januar, einmal im Februar und einmal im März. Wichtiger als die Temperatur ist aber glaube ich eher die Feuchtigkeit. Und ja, ich hab für die Mikroskopie mit Kongorot angefärbt.


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    in den Zellen sieht man grüne Elemente, also Chlorophyll, damit handelt es sich um Pflanzenzellen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das einfach der Algenpartner der Physcia.


    Björn

    Hallo Stefan,


    der Mehltau auf Knoblauchsrauke heißt aber Erysiphe alliariicola ;)


    Ansonsten wird man seine Funde von Großpilzen und richtigen Pilzen beide über das Großpilzportal eingeben können, die Sortierung in die beiden Portale geschieht dann automatisch im Hintergrund. Du kannst sogar jetzt schon Phytos auf dem Großpilzportal eingeben und sie werden dann entsprechend ans Phytoportal weitergeleitet, auch wenn das noch nicht für die breite Masse online geschaltet ist.


    Björn

    Hallo Cognacmeister,


    da ist noch eine Menge zu tun, schau dir einfach mal den Schlüssel in De Lange et al. Stop black and white thinking: Russula subgenus Compactae (Russulaceae, Russulales) in Europe revised, Persoonia 51, 152 (2023) an.


    Björn

    Hallo Uwe,


    also ich würde das nicht als doppelte Arbeit bezeichnen, weil die Daten aus der Excel-Tabelle ja direkt in Mykis importiert werden. Das ist ja nicht so, daß Karl oder Margitta die Daten händisch in Mykis übertragen müßten. In meinem konkreten Fall ist es sogar so, daß Karl mich gebeten hat, ruhig weiterhin die Excel-Tabelle zu pflegen und die Daten nicht über das neue Portal einzugeben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    von mir noch ein Verbesserungsvorschlag zum neuen Großpilzportal. Man hat dort bei Einzeleingaben ja die Möglichkeit ein Foto hochzuladen. Da die meisten Fotos heute ja bereits geogetagged sind, wäre es schön, wenn diese Angaben beim Hochladen aus dem Bild extrahiert und in die Eingabemaske übernommen werden. Dabei sollte aber sichergestellt werden, daß eine eventuell bereits händisch erfolge Eingabe des Fundortes nicht automatisch überschrieben wird, wünschenswert wäre wahrscheinlich ein Hinweis, daß dort ein scheinbarer Widerspruch der Fundorte vorliegt.


    Björn

    Hallo Corne,


    der Erlengrübling gehört ja in die Familie der Kremplingsverwandten, da sollte man also Vorsicht walten lassen - gerade auch, wenn es sich um einen eher seltenen Pilz handelt, der entsprechend selten in Kochtöpfen gelandet ist, so daß man über seltene Komplikationen wie das Paxillus-Syndrom eine zu kleine Datenlage hat.


    Björn

    Hallo Steffen,


    da ich als Linux-Nutzer Mykis auf meinem Rechner nicht nutzen kann, habe ich seinerzeit von Karl eine Excel-Tabelle bekommen, in der ich meine Funddaten eingeben kann. Diese Tabelle schicke ich dann 2-3 mal im Jahr an Karl, der die Daten in Mykis importiert, was seiner Aussage nach relativ unkompliziert funktioniert (wir reden in meinem Fall von ca. 1000 Fundmeldungen pro Jahr). Natürlich wäre es schön, wenn eine solche Tabelle auch direkt im neuen Portal hochgeladen werden könnte (im Pflanzenpilz-Portal gibt es bei der Eingabe auch einen Reiter Mykis-Import, bei dem man Exceltabellen hochladen kann, wobei mir aber unklar ist, ob das genau die Funktionalität ist, die uns hier gerade vorschwebt).


    Ich bin mir sicher, daß Frank dir auch so eine Tabellen-Vorlage erstellen kann, die du dann mit deinem von dir gewünschten Arbeitsablauf befüllst und dann 2-3 mal im Jahr an Frank weiterleitest.


    Björn

    Hallo Peter,


    mir liegen ja vor allem die Phytoparasiten am Herzen, die ein eigenes Portal bekommen (das aber noch nicht für die breite Masse freigeschaltet ist, wobei Phytofunde, die man jetzt über das Großpilzportal eingibt, schon dorthin gespiegelt werden) und dort wird es so sein, daß ein Team von Expert:innen alle Funddaten anschaut und bestätigt, korrigiert oder verwirft.


    Björn

    Hallo zusammen,


    ich bin ehrlich gesagt etwas erstaunt, warum hier auf einmal das seit vielen Jahren ersehnte neue Portal zur Pilzkartierung so schlecht geredet wird. Erinnern wir uns doch mal bitte daran, daß man bis vor kurzem seine Funddaten in Mykis eingeben mußte (oder alternativ seinem Landeskoordinator eine Exceltabelle zuschicken mußte, in der man Fund für Fund eingegeben hat). Da wurde (zu Recht, wie ich finde), über den mangelnden Komfort geklagt. Jetzt gibt es eine neue Plattform und die muß natürlich ausgiebig getestet werden, bis alle Kinderkrankheiten eliminiert sind. Wenn man die Plattform jetzt nur im kleinsten Personenkreis testen würde, gäbe es viel weniger Feedback und es würde deutlich länger dauern, bis man zu einer Version gelangt, die für die Mehrzahl der Nutzenden befriedigend funktioniert. Daß die Verbesserungen an der neuen Plattform aber nicht von heute auf morgen umgesetzt werden können, dürfte auch jedem klar sein, wenn man weiß, daß auf Seite des RLZ ein Programmierer für die Betreuung des Portals zuständig ist.


    Daß Pilze-Deutschland.de nach wie vor noch online ist, mag zwar den ein oder anderen verwirren, aber ergibt aus meiner Sicht durchaus Sinn, denn als Option für die Darstellung von Funddaten funktioniert diese Seite ja wie gehabt gut, während es dort bei der neuen Plattform sicherlich noch an der einen oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf gibt.


    Zitat

    Es muss einfach gehen, dann wird es auch gemacht.

    Pilzkartierung ist aber nicht einfach! Und zwar unabhängig vom verwendeten Portal. Es geht ja gerade nicht darum, daß auf einmal Hinz und Kunz mit ein paar schnellen Handyfotos auf dem Waldspaziergang zur Kartierung beitragen. Ich bin ja als Validator bei obsidentify aktiv, wo man genau nach diesem Motto Beobachtungen einstellen kann und die Qualität der dortigen Beobachtungen ist geschätzt in 50% der Fälle einfach nur grottig. Der Großteil der validierbaren Funde sind dann Fliegenpilz, Schwefelporling, Steinpilz etc., also alles Arten, die einerseits gut kenntlich sind und andererseits überall vorkommen. Außerdem wird dann gerne auf ein Foto von *jedem* Fliegenpilz im Wald gemacht, statt einfach nur den Fliegenpilz einmal für das jeweilige Gebiet an diesem Tag zu kartieren.


    Umgekehrt möchte man als erfahrener Kartierer [zumindest einer wie ich, der immer noch ohne Handy lebt] nicht ein Foto von jeder gefundenen Pilzart machen. Ich möchte im Zweifelsfall ganz konventionell meine Fundliste schreiben können, die ich dann zu Hause, nachdem ich alle Funde nachbestimmt habe, ins Portal eingebe. Es kommt bei Pilzen ja auch in den seltensten Fällen auf genaue Fundorte an. Meist ist man doch in einem Gebiet unterwegs, schreibt dort seine Liste und gibt die gefundenen Arten dann alle mit dem gleichen Fundort ein.


    Insgesamt kann ich mich des Eindrucks nicht ganz erwehren, daß die lauteste Kritik am Portal von denjenigen kommt, die scheinbar am wenigsten Kartierungserfahrung haben.


    Björn

    Hallo zusammen,


    bei Scholler et al Studies on European rust fungi 2022 wird Pucciniastrum epilobii aufgeteilt in P. epilobii auf E. angustifolium, P. epilobii-dodonaei auf E. dodonaei und P. pustulatum auf allen anderen Epilobium-Arten. Ob man dem jetzt folgen möchte oder nicht, sei mal dahingestellt. Wenn man seine Funde ordentlich mit genauer Wirtsangabe kartiert, läßt dich der Fund ja im Zweifelsfall eindeutig einer der drei Arten zuordnen.


    Björn

    Hallo Uwe,


    wenn Finder, Bestimmer und Eingeber unterschiedliche Personen sind, kann man das bei der Einzeleingabe problemlos eingeben, denn dort gibt es Felder "Sammler der Art" und "Bestimmer". Der Eingeber ist dann ja durch das eingebende Benutzerkonto festgelegt.


    Björn

    Hallo zusammen,


    da es im Porträt bislang nur makroskopische Aufnahmen von Ganoderma resinaceum gibt, ergänze ich mal einen Fund aus dem Duisburger Stadtwald vom 19.8. und 20.8.2025.


    Pilze am Fundort auf Fagus sylvatica


    Poren unter dem Mikroskop


    Sporen in KOH


    Hutdeckschicht in KOH. Über den palisadenartig angeordneten Zellen erkennt man eine hyaline Schicht aus harzigem Material


    Hymenium mit Phloxin gefärbt und in KOH mikroskopiert


    Björn