Hallo Stefan,
U. flectens ist auch richtig. Es hatte sich nur im ersten Beitrag ein Fehler eingeschlichen, der ist jetzt aber korrigiert.
Björn
Hallo Stefan,
U. flectens ist auch richtig. Es hatte sich nur im ersten Beitrag ein Fehler eingeschlichen, der ist jetzt aber korrigiert.
Björn
Hallo zusammen,
ich habe am letzten Sonntag in Lengerich im Kalkbuchenwald auch ein Exemplar von Amanita strobiliformis finden können. Der Fruchtkörper war witterungsbedingt nicht mehr taufrisch und man erkennt makroskopisch auch schon einen sekundären Pilzebefall auf dem Hut. Aber zum Mikroskopieren taugte der Pilz noch.
Fruchtkörper am Fundort
Basidien
Velumsflocken auf dem Hut
Sporen in Wasser
Sporen in Melzer
Björn
Hallo zusammen,
bei meiner Runde um den großen Steinbruch in Lengerich am letzten Sonntag konnte ich am Wegrand Weiß-Klee (Trifolium repens) mit einem üppigen Befall durch den Rostpilz Uromyces flectens finden. Der Rostpilz bildet nur Telien und bildet diese vor allem auf der Blattunterseite, aber auch gerne an Stängeln, die dann meistens deutlich verkrümmt sind. Die Teliosporen sind einzellig, haben keine auffällige Kappe auf der Keimpore und besitzen kleine Warzen, die oft in Reihen angeordnet sind.
Befallene Pflanzen am Fundort
Telien auf der Blattoberseite
Telien am Stängel
Telien auf der Blattunterseite
Teliosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Samstag habe ich in Duisburg am Rhein den Rostpilz Puccinia acetosae auf dem Straußblütigen Ampfer Rumex thyrsiflorus gefunden. Der Pilz befällt verschiedene Ampferarten aus den Untergattungen Acetosa und Acetosella. Insbesondere auf Rumex thyrsiflorus ist er hier bei uns ziemlich häufig zu finden. Der Pilz bildet den Sommer über braune Uredien aus, spät im Herbst werden dann auch Telien mit zweizelligen Teliosporen gebildet. Verwechslungsarten sind Uromyces rumicis, der aber nur auf Ampferarten aus der Untergattung Rumex vorkommt, sowie Uromyces acetosae, der in Deutschland aber verschollen ist, neben Uredien und Telien auch noch Aecien ausbildet und auch schon makroskopisch von Puccinia acetosae verschieden sein soll. Außerdem gibt es noch Puccinia pedunculata, die aber nur auf Rumex scutatus vorkommt.
Befallene Pflanze am Fundort
Uredien
Uredosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Sonntag habe ich in Lengerich den Krönchenrost Puccinia coronata auf Glatthafer (Arrhenatherum elatius) gefunden. Der Pilz ist auf diesem Wirt aber auch auf anderen Gräsern relativ häufig zu finden. Die Uredien sind leuchtend orange, die Telien sind schwarzbraun und lange von der Epidermis bedeckt. Mikroskopisch sind vor allem die Teliosporen mit den namensgebenden Krönchen an der Sporenspitze charakteristisch. Die in der Literatur angebenenen dünnwandigen Paraphysen der Uredien sind nicht immer einfach zu finden (am besten schaut man sich dafür junge, noch geschlossene Uredien an), außerdem kollabieren sie auch leicht. Ferner muß man aufpassen, daß man die Stiele der Uredosporen nicht für Paraphysen hält.
Befallene Pflanze am Fundort
Uredien
Telien
Uredosporen in Wasser
Teliosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Samstag habe ich in Duisburg am Rhein auf Phalaris arundinacea den Brandpilz Ustilago echinata gefunden. Der Pilz ist keineswegs selten und in der Regel auch gut zu finden, da er vor allem die oberen Blätter seiner Wirtspflanze befällt, die auch normale Wuchsgrößen erreicht. Der Pilz macht sich in Form von schwarzen Streifen auf den Blättern bemerkbar, die durch die dunkle Sporenmasse hervorgerufen werden. Funde müssen immer mikroskopiert werden, da es auch einen Vertreter aus der Ustilago striiformis-Gruppe auf Phalaris gibt. Letzterer hat ein feinstacheliges Ornament auf den Sporen, während man bei Ustilago echinata ein groß warziges bis leicht netziges Sporenornament findet.
Befallene Pflanze am Fundort
Sori in den Blättern
Sporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Sonntag habe ich bei einer Runde um den großen Steinbruch in Lengerich den Rostpilz Puccinia pygmaea auf Calamagrostis epigejos gefunden. Der Pilz ist auf diesem Wirt verbreitet zu finden. Makroskopisch fallen die orangebraunen Uredien und die ziemlich kleinen, schwarzen und lange von der Epidermis bedeckten Telien auf. Mikroskopisch hat der Pilz in den Uredien relativ große, dünnwandige und orangebraune Uredosporen zu bieten, so wie dünnwandige, ungekniete Paraphysen. Die Teliosporen sind zweizellig.
Befallene Pflanze am Fundort
Uredien
Telien
Uredosporen in Wasser
Paraphysen der Uredien in Wasser
Teliosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am Samstag war ich in Duisburg am Rhein unterwegs und konnte auf Elymus repens den Brandpilz Tranzscheliella hypodytes finden. Der ist nicht sonderlich selten und auf Elymus repens, aber auch auf Bromus erectus regelmäßig zu finden. Daneben kann die Art aber auch noch weitere Gräser befallen. Infizierte Pflanzen sind oft etwas kleiner als gesunde Exemplare, außerdem ist der Abstand der Internodien oft verkürzt. Am Halm findet man die braune Sporenmasse, die aus zahlreichen rundlichen und glatten Sporen besteht.
Befallene Pflanze am Fundort
Detailaufnahme der Sporenmasse
Sporen in Wasser
Björn
Hallo Uwe,
Puccinia komarovii paßt hier.
Björn
Hallo Uwe,
die wachsartigen Stäbchen sind die Telien von Cronartium flaccidum. Du kannst im nächsten Frühjahr bis Frühsommer ja mal auf Kiefern in der Nähe nach Aecien schauen, die dann direkt an berindeten Ästen hervorbrechen.
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Samstag konnte ich im Wald nördlich von Altenbeken zahlreiche Exemplare der Hundspetersilie Aethusa cynapium finden, die fast alle mit dem Rostpilz Puccinia nitida befallen waren. Hat man den Wirt sicher bestimmt (was bei weißblühenden Apiaceaen ja nicht immer so einfach ist), ist der Rostpilz eben so sicher ansprechbar, da es auf Aethusa nur einen Rostpilz gibt. Der Pilz bildet hellbraune Uredien und dunkelbraune Telien, die aber bei meinem Fund hier noch nicht ausgebildet waren. Die Uredosporen sind relativ dickwandig und haben deutlich erkennbare Keimporen, die mit einer dicken Kappe bedeckt sind.
Befallene Pflanze am Fundort
Zahlreiche Uredien auf der Blattunterseite
Uredosporen in Wasser
Björn
Das ist jetzt nicht wirklich hilfreich... zumal das Problem des Uploads nicht nur das Großpilzportal, sondern auch das Phytoportal betrifft. Und da werden Funde ja validiert, d.h. ob ein Foto vorhanden ist oder nicht macht schon einen gewissen Unterschied.
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Sonntag konnte ich auf einem Weizen-Acker in der Nähe von Ossendorf bei Warburg den anamorphen Ascomyceten Zymoseptoria tritici finden. Der Pilz ist sicherlich nicht selten und vielleicht sogar in jedem Weizenfeld zu finden, aber man muß natürlich erstmal wissen, daß es ihn gibt und dann gezielt danach suchen. Der Pilz sorgt für die Bildung von gelblichen bis bräunlichen, nekrotischen Blattflecken auf denen man zahlreiche schwarze Pyknidien findet. In den Pyknidien werden die verkehrt-keuligen bis fadenförmigen Konidien gebildet, die 35-70 µm x 1,5-2 µm groß sind und in der Regel 3-4 Zellen haben.
Befallene Pflanzen am Fundort
Blattfleck mit Pyknidien
Detailaufnahme der Pyknidien
Konidienträger und Konidien in Wasser
Konidien in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
die Seite ist wieder aufrufbar.
Björn
Hallo Markus,
wenn der Fruchtkörper nur so spärlich abgesport hat, dann war er wahrscheinlich nicht wirklich reif. Normalerweise hat man da relativ schnell eine entsprechende Menge an Sporen und kann auch durchaus mehr als einen Abwurf mit einem Fruchtkörper machen. Man kann bei Ascomyceten übrigens auch den Fruchtkörper etwas anfeuchten, ein Deckglas auf die Fruchtschicht legen und das ganze dann mit einer Lampe anleuchten. Da sollte man dann binnen 10 Minuten einen Abwurf haben.
Ansonsten kann man so einen Abwurf auch erstmal in Wasser mikroskopieren und anschließend etwas BWB von der Seite hineinziehen. Damit spart man sich ein Präparat. Und Erhitzen funktioniert in der Tat mit einem Feuerzeug. Zeitlich so lange, daß es warm wird ohne daß es kocht.
Björn
Hallo Markus,
stammen die Sporen aus einem Abwurf? Das ist wichtig, weil man nur dann sicherstellen kann, daß die Sporen wirklich reif sind. Und nur bei reifen Sporen kann man das Ornament adäquat beurteilen. Dafür sollte man die Sporen dann übrigens mit BWB anfärben, dadurch wird das Ornament deutlich sichtbar. Außerdem wird bei Scutellinia ggfs. wichtig, ob sich das Epispor beim Erhitzen in BWB+Milchsäure ablöst.
Björn
Hallo zusammen,
bei meiner Wanderung bei Altenbeken konnte ich am letzten Samstag den Brandpilz Thecaphora seminis-convolvuli finden. Dieser befällt sowohl Calystegia sepium, wie hier bei meinem Fund, als auch Convolvulus arvensis. Befallene Blüten sind meistens etwas kleiner als die Blüten von gesunden Pflanzen und sollen sich abends auch nicht schließen. Ob das aber wirklich der Fall ist, konnte ich noch nicht richtig prüfen. Die Staubgefäße infizierter Blüten sind deutlich kürzer und wirken aufgedunsen. Mikroskopisch findet man dann zahlreiche Konidien der Anamorphen darauf. Darunter folgen dann Bilder vom 8.8.2025 aus Cuxhaven, wo ich neben der Anamorphen auch die Teleomorphe gefunden habe. Diese wird nach der Blüte in den Früchten produziert und zeichnet sich durch relativ große Ballen aus grobschollig ornamentierten Sporen aus.
Befallene Pflanze am Fundort
Detailaufnahme der Staubgefäße
Konidien in Wasser
Fruchtstand mit Sporenmasse statt Früchten
Sporenballen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
im Wald nördlich von Altenbeken konnte ich letzten Samstag Silene dioica mit dem Rostpilz Puccinia arenariae finden. Der Rost ist auf diesem Wirt häufig zu finden, kommt aber auch an diversen anderen Nelkengewächsen vor. Oberseits sorgt er auf der Lichtnelke für gelbliche Blattflecken, auf der Unterseite sind dann die Telien zu finden (andere Sporenstadien werden von diesem Rost nicht ausgebildet). Die Telien erscheinen oft weißlich bereift, da die Teliosporen ohne Überwinterung direkt mit Basidien und entsprechenden Basidiosporen auskeimen können.
Befallene Pflanze am Fundort
Telien auf der Blattunterseite
Teliosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
weiter geht es mit dem nächsten Gräserrost vom letzten Samstag aus Altenbeken. Wirtspflanze war Phleum pratense, ein Gras, das eher selten von Rostpilzen befallen ist. Neben einigen Rosten, die nur alpin vorkommen, gibt es auf Phleum Puccinia graminis, Puccinia coronata und Puccinia phlei-pratensis. Der hier gezeigte Fund ist Puccinia graminis. Die Art ist durch die braunen Uredien, die von Resten der Epidermis umgeben sind und die insgesamt auch relativ groß werden können und gerne auch am Stängel auftreten schon makroskopisch ganz gut ansprechbar. Mikroskopisch sind dann die eiförmigen Uredosporen mit vier äquatorialen Keimporen typisch.
Befallene Pflanze am Fundort
Uredien
Uredosporen in Wasser
Björn
Hallo zusammen,
am letzten Samstag war ich bei Altenbeken in der Nähe von Paderborn unterwegs. Auf meiner Tour bin ich an einem Weizenfeld vorbeigekommen, an dem der Weizen mit einem Rostpilz befallen war. Rostpilzbestimmung an Weizen ist relativ dankbar, da insgesamt nur drei Arten vorkommen: Puccinia graminis mit braunen Uredien, die von Resten der Epidermis umgeben sind, Puccinia striiformis, mit zitronengelben Uredien, die in langen Reihen angeordnet sind und Puccinia triticina, der ebenfalls rostbraune Uredien hat, die allerdings typischerweise nicht von Epidermisresten umgrenzt sind und die im Gegensatz zu P. graminis auch keine eiförmigen Uredosporen mit vier deutlichen äquatorialen Keimporen besitzt. Bei dem hier gezeigten Fund handelt es sich also um P. triticina. Neben Uredien waren auch kleine, schwarze Telien vorhanden, die lange von der Epidermis bedeckt bleiben und braune verklebte Paraphysen beinhalten.
Befallene Pflanzen am Fundort
Uredien
Telien
Uredosporen in Wasser
Teliosporen in Wasser, daneben auch verklebte Paraphysen
Björn
Hallo Helmut,
ich würde bei Conocybe ja immer direkt die Monographie von Hausknecht aufschlagen. Und siehe dort: Er gibt als Sporenmaße 9-14,5 µm x 5,5-8 µm an.
Björn
Und jetzt bitte noch mal in ganzen deutschen Sätzen.
Björn
Hallo zusammen,
ich kann der Literatur übrigens nicht entnehmen, daß F. rufa ausnahmslos kleinere Sporen hat. Bei Neubert et al. finde ich folgende Angaben:
F. leviderma: (6)7-8 µm
F. septica var. septica: 7-9(10) µm
F. septica var. rufa: Bisweilen nur 6-7 µm im Durchmesser (was ja eben keineswegs bedeutet, daß die Sporen immer so klein sind)
Bei Poulain et al. finde ich folgende Angaben:
F. leviderma: 6,5-8,5(9,5)
F. septica var. septica: (6,5)7-8(8,5)
F. septica var. rufa: 6-7,5
Berücksichtigt man die entsprechende Variationsbreite, dürfte schnell klar sein, daß man die Arten mit der Sporengröße nicht wird unterscheiden können. Auf den Cortex als sinnvolleres Merkmal ist ja oben schon hingewiesen worden.
Björn
Hallo zusammen,
da schließe ich mich Stefan an.
Björn
