Beiträge von Digitalpilz

    Hallo Stefan,


    zuallererst: Beschränke dich für den Anfang auf Austernpilz und Kräuterseitling. Die sind leicht zu kultivieren.


    Zur Sterilisation: Lies dich am besten etwas ein, z. B. im Wikipedia-Artikel zur Sterilisation. Dampfsterilisation reicht 121°C für 15 Minuten (Kerntemperatur!). Es gibt Tabellen für Druck und welche Temperatur damit erreicht werden kann. Denn ohne Druck kocht Wasser bei 100°C (im Normalfall). Trockensterilisation ist aber auch mitunter hilfreich, z. B. um Instrumente (Pinzetten, Skalpelle, Zahnstocher etc.) zu sterilisieren, am besten einzeln in Alufolie eingepackt. Das geht dann auch im Backofen bei 180°C für eine Stunde.


    Verwenden kann man einen normalen Dampfdrucktopf. Über Druck und Temperatur brauchst du dir da eigentlich keine Gedanken machen. Allerdings haben "richtige" Tischautoklaven einen Vorteil: es passt mehr rein! Für den Anfang reicht aber definitiv ein Schnellkochtopf. Wichtig ist da, dass die Gläser nicht im Wasser auf dem Boden stehen, also einen Einsatz verwenden. Die Gläser dürfen nicht ganz zugeschraubt werden, der Dampf muss in die Gläser kommen und dadurch vermeidet man auch Druckunterschiede und platzende Gläser.


    Ich verwende übrigens Sturzgläser, also ohne sich verjüngenden Rand. Ganz wichtig in der Pilzkultur ist die Wassermenge im Substrat! Zu feucht und du bekommst schlechtes Pilzwachstum und Kontaminationen. Zu trocken ist natürlich auch nicht gut. Ich verwende ca 118 g Wasser auf 100 g Roggen.


    Ebenfalls kritisch sind die sterilen Arbeitsschritte, also das Beimpfen nach der Sterilisation und Abkühlen. Das richtige Arbeiten ist da aber wichtiger als eine Inokulationsbox. Ich arbeite neben einer Bunsenbrennerflamme. Einen Bunsenbrenner für Ventilkartuschen empfehle ich da. Ferner achte ich natürlich darauf, dass die Arbeitsfläche sauber ist, die Fenster geschlossen und meist trage ich noch eine Corona-Maske.


    Das Strohsubstrat muss nicht sterilisiert werden, wenn man Strohpellets (Einstreu) verwendet. Bei Verwendung von Strohballen wird es komplizierter, weil man die fermentieren muss.


    Das Kulturpilz-Forum, das hier genannt wurde, ist leider ziemlich tot.


    Beste Grüße und viel Erfolg


    Oliver

    Hallo,


    ich habe früher gerne Fotos gemacht, mache ich auch heute noch, aber aus Bequemlichkeit heute meistens mit dem Smartphone. Aber ich habe mir neulich vorgenommen, endlich mal wieder richtige Fotos zu machen. Das werde ich dann aber nicht bei einer üblichen Pilzsammeltour machen, sondern mal extra nur zum Fotografieren herumlaufen. Der Aufwand ist natürlich viel größer: man muss die Ausrüstung herumschleppen, Kamera auf ein Stativ, den richtigen Bildausschnitt einstellen, ggf. noch Weißabgleich und Farbtemperatur und so weiter. Stacking würde ich mit einer Makroschiene machen, wenn ich ein Objektiv ohne Innenfokussierung verwende, die müsste ich allerdings erst noch kaufen.


    Dann die Nachbearbeitung. Wenn man vorher alles richtig gemacht hat, hält die sich zwar in Grenzen, aber dennoch dauert es deutlich länger. Zum Stacken hatte ich früher sowohl Photoshop als auch CombineZP verwendet. Apropos: Da würde mich mal interessieren, wie du die optimale Schrittweite berechnest. Vermutlich findet man dafür auch Online-Rechner, denke ich mir gerade.


    Gerne hätte ich ja mal wieder eine neue Kamera und Objektive und und. Aber leider habe ich derzeit so wenig Geld, dass das absolut illusorisch ist. Und es geht ja auch mit alter Technik. Ich habe noch eine uralte Lumix ... ich überlege gerade welche, woran man schon merkt, wie lange ich die nicht mehr benutzt habe. Zuletzt für UVIVF-Fotos (UV-induzierte sichtbare Fluoreszenz) von Pflanzen. Das mache ich aber auch zuhause und muss die Kamera nebst Ausrüstung dafür nicht herumschleppen. Objektive ... habe ich einige, aber wenn ich im Lotto gewinnen würde, würde ich mir noch das Olympus M Zuiko 60 mm Makro (MFT) holen. So muss ich halt mit Adaptern systemfremde Objektive nutzen, dafür dann auf den Autofokus verzichten.


    Wenn ich aber schon den Aufwand treibe, dann würde ich gerne noch einen Farbstandard einsetzen (wie den Colorchecker Passport), da die Farbtreue ja gerade bei der Pilzbestimmung wichtig ist.

    Hach ja... irgendwann.... :)

    Viele Grüße


    Oliver

    Außerdem sollte die Huthaut abgezogen werden, den Stiel(wenn Madenfrei ^^ ) dünn abschälen, zumindest habe ich das so gelernt, das hatte mir vor Jahren der leider viel zu früh verstorbene Nobi, ganz am Anfang, mal erklärt.

    Hallo Daniel,


    warum soll man denn die Huthaut abziehen und den Stiel dünn abschälen? Ich höre das zum ersten Mal.


    Grüße


    Oliver

    Oh der sieht ja spannend aus! Die Röhren sind auch irgend seltsam, also so richtig Röhren seh ich da gar nicht und der Stiel is ja auch so fein knubbelig mit dunklerem Überzug - oder liegt das am Foto?


    Weiß man noch was zum Standort?

    Hallo Krissi,


    das könnte am Foto liegen. Die Verschlimmbesserung von Fotos durch das Smartphone ist manchmal schon arg.


    Zum Standort: Hürtgenwald. Viele Buchen, aber auch Eichen, Kiefern und Fichten und hin und wieder mal eine Birke, wenn ich mich recht erinnere. Sonst schau ich gleich noch mal in die Karte.


    Grüße


    Oliver

    Hallo,


    ich habe vor einiger Zeit (am 10.8.) diesen grünen Röhrling im Hürtgenwald gefunden. Leider hatte ich den nur fotografiert, nicht mitgenommen. Kann mir trotzdem jemand einen Tipp geben, worum es sich handeln könnte? Könnte es sich um ein junges Exemplar des graugrünen Birkenröhrlings handeln? Falls doch nicht: um was sonst? Ich stehe auf dem Schlauch, habe noch nie so einen grünen Röhrling gesehen und finde auch keine. Leider habe ich weder Schnittbild noch Sporenabdruck gemacht.


    Viele Grüße


    Oliver

    mushpits


    - Eine Möglichkeit die Reihenfolge der Bilder zu verändern, am besten durch einfaches Verschieben, wäre schön. In erster Linie geht es dabei um das Hauptanzeigebild.


    Gerade habe ich gesehen, dass ein Update zur Verfügung steht. Ich freue mich sehr! Jetzt geht es ans Testen! :)

    Guten Morgen,


    man sollte halt wissen, mit was für Stoffen man arbeitet und wann die wie gefährlich sind. Also bitte am besten gar nicht an die Finger kommen lassen, schon gar nicht die Finger ablecken oder in die Augen reiben. Bei entsprechender Umsicht bekommt man keine Probleme. Manche sind nicht sonderlich gefährlich, aber machen fiese Flecken (Melzer, Lugol, Eisensulfat).


    Eine Herausforderung sind dabei die Fläschchen, die man verwendet. Die sollten halt dicht sein und dennoch am besten immer aufrecht stehend gelagert und transportiert werden. Idealerweise hat man die Fläschchen dann in einem dichten Gefäß mit Vertiefungen, wo die Fläschchen rein passen und nicht umfallen.


    Ob man das solche Makroreagenzien nun braucht, muss jeder für sich entscheiden. Man kommt dann bei Champignons bis auf Sektionsebene.

    Manche müssen stets frisch angesetzt werden bzw sind nicht lange haltbar, wie z. B. Sulfovanillin.


    Bis auf den Shop von Andreas kenne ich keine Bezugsquellen, wo man fertige Reagenzien in kleinen Mengen bekommt. Anderen Laborbedarf kann man z.B. bei Hartenstein bestellen (http://www.laborversand.de). Tropffläschchen kann man bei verschiedenen Anbietern im Internet bestellen.


    IMHO muss der normale Pilzsammler nicht unbedingt Makroreagenzien haben. Für den Anfang würde es reichen, wenn man das gemeinsam in einem Pilzverein macht und sich von jemandem zeigen lässt, was man damit machen kann und was nicht.


    Grüße

    Oliver

    Hallo Josef,


    früher wurden in Rheumasalben und Co ein Stoff verwendet, der die Aufnahme von Stoffen durch die Haut steigert: Dimethylsulfoxid oder kurz DMSO. Das wird aber wegen der Gefahren schon seit vielen Jahren nicht mehr gemacht. Bei offenen Wunden muss man natürlich aufpassen, das ist klar. Das ist aber auch nicht anders bei manch anderen äußerlich auzutragenden Medikamenten.


    Ansonsten hängt die Aufnahme von Stoffen durch die Haut maßgeblich von der Größe der Moleküle ab, ferner vermutlich Durchblutung und Gefäßweite (z.B. weitet Alkoholkonsum die Gefäße).


    Die schwankenden Wirkstoffgehalte, ggf. Anreicherungen von Schwermetallen(?) etc. sind natürlich ein Problem. Da ist ja nichts standardisiert, wie bei Kräutern aus der Apotheke. Und ich wüsste jedenfalls nicht, wie man zuhause den Wirkstoffgehalt messen könnte. Okay, einen Anhaltspunkt hätte ich, aber das ist praktisch nicht gut zu bewerkstelligen:


    Zitat

    Die Spektren für lbotensäure (Absorptionsmaximum bei 211 nm) und Muscimol (Absorptionsmaximum von 207 nm) sind in Abb. 1 und 2 dargestellt.

    Quelle: https://www.zobodat.at/pdf/Z-Mykologie_70_2004_0161-0169.pdf


    Da die Ibotensäure durch Trocknen ohnehin in Muscimol umgewandelt wird, ist es kein großes Problem, dass die Absorptionsmaxima so nah aneinander liegen. Aber wer hat schon einen Photometer zuhause? Zudem noch ein UV-Photometer mit Quarzglasküvetten? Also eher nicht praktikabel. Und sonst fällt mir ad hoc auch nichts ein.


    Am ehesten wäre es also praktikabel, wenn man viele Pilze von verschiedenen Standorten sammelt, trocknet, zerkleinert und zusammen extrahiert. So mittelt sich der Wirkstoffgehalt zumindest ein wenig. Möglicherweise gibt es Messdaten von Laboratorien oder Wissenschaftlern, auf die man zurückgreifen kann, um zumindest grob den Wirkstoffgehalt abzuschätzen. Dabei aber nicht vergessen, dass auch die Ibotensäure zu Muscimol umgewandelt wird.


    Grüße

    Hallo Andreas,


    zunächst noch mal ein ganz großes Lob von mir: ich bin sehr angetan von der "neuen" App und ich staune ehrlich gesagt auch über die automatische Bestimmung der KI, weil die sehr gute Ergebnisse zu liefern scheint. Dennoch würde ich mir ggf einen Hinweis wünschen, dass die KI auch irren kann und man deswegen in einem zweiten Schritt noch mal die Bestimmungsmerkmale abgleichen sollte. Ggf würde es auch Sinn machen zu speichern, ob ein Pilz automatisch bestimmt wurde.

    Hinweis: ich mache das Stand heute praktisch alleine...und in meiner Freizeit - verzeiht mir dementsprechend bitte den holprigen Start.

    Falls du Hilfe brauchst: ich kenne da jemanden. Ansonsten gebe ich gerne auch Feedback über die genannte Mailadresse oder hier.


    Zitat

    Spätestens nächste Woche wird es ein Update geben,

    Juhu! :)


    Zitat

    Was die Inhalte der Trainings betrifft: die Antworten zu dem PSVQuest habe ich selbst nach bestem Wissen und Gewissen zusammengetragen.

    Da gibt es doch noch ein Online-Quiz für die PSV-Prüfung. Vielleicht kannst du den Fragenkatalog samt Antworten nehmen? Afaik sind das aber auch nur die Prüfungsfragen die von der DGfM veröffentlicht wurden.


    Zitat

    PS: die roten Linien werden auf der Karte nur bei einer automatisch zusammengefassten Tour dargestellt und illustrieren die Reihenfolge der Funde basierend auf dem Fundzeitpunkt.

    Ehrlich? Dann müssen meine Daten falsch sein, denn es kann ja unmöglich eine Tour sein, denn zwischen Hürtgenwald und Köln/Leverkusen liegen ja doch ein paar Kilometer. Eigentlich werden die GPS-Koordinaten aber ja automatisch von der Kamera-App erfasst und in den Metadaten der Bilddatei gespeichert ... daher wundert mich, dass da doch einiges durcheinander zu kommen scheint.


    Beste Grüße


    Oliver

    Moin,


    ich finde das mit den Koordinaten am ärgerlichsten, man will ja keine falschen Koordinaten in einer Datenbank.


    Irgendwie verstehe ich auch die Karte bzw die Daten darin nicht. Was bedeuten z.b. die roten Linien?


    Beste Grüße

    Oliver

    Guten Morgen,


    ich habe noch mal nachgeschaut. Der Wirkstoff, dem eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben wird, ist Muscimol (nicht Ibotensäure). Ibotensäure ist instabil und wird beim Entfernen des Wassers (Trocknen) zu Muscimol umgewandelt.


    Klingt für mich danach, als sei es ratsam, die Pilze erst zu trocknen und dann zu extrahieren. Für die Extraktion sollte (heißes) Wasser ausreichend sein. In der englischen Wikipedia fand ich folgendes:

    Zitat

    Muscimol can be extracted from the flesh of the Amanita muscaria by treatment with boiling water, followed by rapid cooling, and further treatment with a basic resin. This is washed with water, and eluted with acetic acid using column chromatography. The eluate is freeze dried, dissolved in water, and passed down a column of cellulose phosphate.[65] A subsequent elution with ammonium hydroxide and recrystallization from alcohol results in pure muscimol.[66]


    In instances where pure muscimol is not required, such as recreational or spiritual use, a crude extract is often prepared by simmering dried Amanita muscaria in water for 30 minutes.[67]

    Basierend auf diesen Informationen würde ich trocknen, zerkleinern, mit heißem Wasser extrahieren und dann entweder reduzieren (Wasser verdampfen) oder auf andere Weise weiter verfahren.


    Ein solcher Extrakt enthält natürlich nicht nur reines Muscimol, sondern alles mögliche (was wasserlöslich ist). Der Extrakt und alle daraus hergestellten Produkte sollten natürlich mit höchster Vorsicht verwendet und aufbewahrt werden, insbesondere sicher vor Kindern und Haustieren. Ob so hergestellte Cremes dann durch äußere Applikation wirken? Kann ich nicht sagen. Man weiß dummerweise auch nicht, wie viel drin ist. Das macht es noch gefährlicher bei unbeabsichtigter Aufnahme, ob durch versehentliches Finger ablecken oder was auch immer.


    Empfehlen würde ich es nicht. Wer das macht, tut das auf eigene Gefahr.


    Grüße


    Oliver

    Hallo Nika,


    warum nicht einfach eine Salbe herstellen? Da gibt es auch haufenweise Bücher und Anleitungen im Netz.


    Zur Extraktion: Statt Wodka könnte man Spiritus (Ethanol vergällt) oder unvergällten Ethanol (teurer) verwenden. Traditionell scheint ja Wodka verwendet worden zu sein, aber fraglich, ob das nur der 40%-ige war. Kaltwasserauszüge wurden aber auch gemacht. Die Löslichkeit von Stoffen in verschiedenen Lösungsmitteln (Ethanol, Wasser) kann man nachlesen oder - eingeschränkt - der Molekülstruktur entnehmen.


    Grüße


    Oliver

    Pilzfreund47³

    Konkurrenz meinte ich weniger im Hinblick auf eine geschäftliche Tätigkeit, ist aber vielleicht auch Ansichtssache, ob man z. B. eine über eine VHS angebotene Pilzwanderung als geschäftlich betrachten möchte, weil der Dozent da ein paar Euro bekommt. Aber ja, ist natürlich auch ein Nebenerwerb. Mehr aber auch nicht.

    Es geht doch aber auch um ganz andere Dinge, wie z. B. die Deutungshoheit, wenn man so will. Die kommerziellen Anbieter sagen ja, dass die DGfM nicht die Deutungshoheit habe, kein Monopol auf Wissen. Es ist aber DIE anerkannte Instiution. Und ja, natürlich geht es auch um neue Kundenfelder oder Zielgruppen oder anders gesagt, um die Kanäle, über die man die junge Generation erreicht. Und auch darum, wie man die immens gestiegene Nachfrage befriedigt.


    Die DGfM verfolgt da imho gute Ansätze, u. a. auch mit der Mushpits-App, aber z.B. auch mit der Pilzcoach-Ausbildung. Es wäre die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, eine etwas abgespeckte Variante zum PSV zu erschaffen, von mir aus "Pilzguide" genannt, von mir aus auch in mehreren Stufen. Ein Pilzcoach darf ja auch zu einer Reihe von Pilzen Auskunft geben, jedoch macht die Pilzcoach-Ausbildung dennoch nicht für jeden Sinn. Wenn so ein Pilzguide dann für einen kommerziellen Anbieter arbeiten möchte, dann hat er wenigstens eine halbwegs solide Basis. PSV wäre natürlich noch besser. Aber da habe ich festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, da die Termine schnell ausgebucht sind und ich zum Beispiel mehrere hundert Kilometer fahren müsste. Vielleicht wäre es also nicht dumm, da ein niederschwelligeres Angebot für die "breite Masse" zu schaffen.

    Das sind aber auch nur meine Gedanken zum Thema. Ich bin mir sicher, dass andere an geeigneterer Position da ebenfalls ihre Gedanken machen und da sicherlich qualifizierter sind als ich.

    Puh, ich weiß nicht, ob es Sinn macht hier solche "Nebenkriegsschauplätze" zu eröffnen und ich fühle mich jetzt ehrlich gesagt auch etwas angegriffen. In Deutschland gibt es - wie auch anderswo - einen rechtlichen Rahmen. Ein Gewerbe ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte Gewinnerzielungsabsicht. Du kannst mir aber glauben, dass ich alles andere als geldgierig bin und schon sehr viel völlig kostenlos der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt habe oder für Einzelne etwas kostenlos mache (nichts mit Pilzen, eher Richtung Open-source und auch Reparatur von Geräten etc).


    Ich persönlich will den PSV machen, betrachte das aber nur als Zwischenstation. Mykologischer Berater ist angedacht, im Moment fehlt mir aber leider sowohl Zeit als auch Geld. Fachinformatiker steht auch noch an. Geht im Moment alles nicht so schnell wegen anderer Dinge. Über die Jahre habe ich mehr als eine Berufsausbildung gemacht und bin nun dennoch in einer Lage, wo ich mein Leben komplett neu sortieren muss. Ich habe vieles im Leben kostenlos gemacht, mir hilft nun aber keiner kostenlos, insbesondere keiner, der irgendwas gelernt hat, z.B. im Zusammenhang mit einer Erbschaft und Baufinanzierung, aber auch z.B. Autoreparatur oder anderes. Aber jeder erwartet wie selbstverständlich, dass ich seine Computerprobleme kostenlos oder gehen ein Taschengeld löse.


    Für mich wäre eine PSV-Tätigkeit eher Hobby und halt ein Schritt im Leben. Aber ich verurteile niemandem, der ein paar Euro für Pilzwanderungen und Kurse nimmt, sofern es sich in Grenzen hält. Sowieso sind die Ausgangsvoraussetzungen aber sehr unterschiedlich: während der eine vielleicht als Dipl-Ing einen Haufen Geld nach Hause bringt, kämpfen andere uns wirtschaftliche Überleben. Es ist natürlich leicht andere zu verurteilen, wenn man es selbst nicht nötig hat Geld zu nehmen, weil man genug davon hat.


    Hier ging es aber um einen kommerziellen Anbieter, der sehr erfolgreich den DGfM-geprüften PSV Konkurrenz macht. Wenn man dem begegnen will, dann muss man imho auch mit der Zeit gehen. Das hat eigentlich nicht direkt etwas mit Geld zu tun, eher mit anderen Dingen. Fakt ist aber, dass es für manche eine Rolle zu spielen scheint, dass man als "Pilzguide" ein paar Euro nebenbei verdienen kann. Andere machen YouTube-Videos und verdienen über die Werbung und Produktplatzierung. Das ist etwas, was ich zum Beispiel auch rigoros abgelehnt habe.

    die das einfach als Einkommensquelle betrachten.

    Tut das nicht jeder, der für seine Kurse Geld nimmt?

    Ich würde sagen, dass es bis zu einem bestimmten Punkt eher eine Aufwandsentschädigung ist. Zum Beispiel habe ich früher (zu anderen Themen) VHS-Kurse gegeben. Einkünfte daraus sind bis zu 3000€ jährlich steuerfrei, da gemeinnützig. Etwas anderes ist das bei einem Gewerbe, wo man vielleicht 50€ pro Teilnehmer nimmt. Aber ja, Einkommen ist es in jedem Fall und in der Steuererklärung anzugeben.

    Nur um vorzubeugen: Mir ging es natürlich nicht darum, dass ein PSV rundum abgesichert ist und daher leichtfertig Auskünfte geben sollte! Mir ging es eher darum aufzuzeigen, dass ein DGfM-geprüfter PSV eben geprüft ist und daher ein gewisses Wissensniveau vorweisen kann. Und dass der Weg über die DGfM als anerkannte Stelle imho besser ist, als über eher zweifelhafte kommerzielle Anbieter, die das einfach als Einkommensquelle betrachten.