Hallo allerseits,
Solche Versuche werden natürlich viel eher kontaminiert, als wenn man in Reinräumen steril arbeiten kann, aber ich bin sicher, wenn du dran bleibst werden sich Erfolge einstellen.
Meiner Erfahrung nach ist steriles Arbeiten oft gar nicht nötig. Jedenfalls nicht, wenn man (gekaufte) Seitlings-Körnerbrut auf Stroh bringt oder - wie hier - Pilze zerschnibbelt und die zum Impfen nimmt. Ich bleibe bei Körnerbrut, weil die halt noch Energie in Form von Nährstoffen mitbringt. Aber das Wichtigste ist IMHO, dass das Stroh nicht zu nass ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Daher würde ich Stroh- und Wassermenge genau aufeinander abstimmen.
Ich habe noch nie einen Mykobag gekauft, sondern benutze stattdessen einfache, aber große Gefrierbeutel, wo ich nach dem Befüllen und Beimpfen mit einer Nadel ganz viele kleine Löcher einsteche. Die kann man nicht autoklavieren, ist aber auch nicht notwendig.
Für steriles Arbeiten ist IMHO ein Reinraum nicht notwendig. Ein Autoklav (Dampfdrucktopf) und ein Brenner reichen da völlig aus. Ferner sollte natürlich die Arbeitsfläche gereinigt werden, hektische Bewegungen sind zu vermeiden, zu beimpfende Platten und Gläser sollten nur kurzzeitig geöffnet werden, kein Durchzug etc. Für die Körnerbrut verwende ich Marmeladengläser in Sturzform mit Schraubdeckel. In die Schraubdeckel mache ich zwei Löcher, etwa 4-5 mm. Das eine wird mit Tesa abgeklebt und ist nur zum Beimpfen (mit Flüssigmycelspritze) und das andere zur Belüftung und wird mit einem Zigaretten-Eindrehfilter zur Belüftung ausgestattet. Das System funktionierte immer gut für mich. Um die Gläser zu beimpfen, könnte man etwas Flüssigmedium mit einem möglichst steril aus der Innenseite des aufgebrochenen Pilzes entnommenen Stückchen beimpfen. Das Beimpfen sollte dann auch steril durchgeführt werden, dafür reicht ein Brenner direkt daneben. Und natürlich Werkzeug vorher sterilisieren oder abflammen.
Grüße
Oliver
