hallo Lukas,
vermutlich wird Dir mal jemand die Frage stellen, ob/wozu Dir der wissenschaftliche Namen zusätzlich zum deutschen weiterhilft, aber wenn es Dich interessiert bzw Dir Freude macht, ist es immer sinnvoll. Auch wenn Piptoporus betulinus ein netter Zungenbrecher ist, würde ich empfehlen, mit Namen zu beginnen, die Du Dir leicht merken kannst bzw solche, die Du nicht nur auswendigzulernen musst, sondern auch verstehen kannst: Dazu ist das wichtigste erst mal, sich nicht von den ganzen Vorbehalten dem Latein bzw Altgriechischen irre machen zu lassen. Dann wirst Du bald mal bekanntes wiederentdecken und mit neuem verknüpfen können und wie bei allem Schritt für Schritt dazulernen. Egal ob Du Latein in der Schule hattest oder nicht kannst Du mal zum Start in eines der oft als PDF zu findenden, meist recht überschaubaren Lexika der lateinische/griech. - deutschen Pilz(oder auch Pflanzen-namen, weil viele Vorsilben und Worte auch von Botanikern verwendet wurden), blättern. Du wirst sehen, dass dir die Begriffe dort auch im Alltag begegnen werden: Dass beispielsweise "Akros" u.a. "Spitze" heißt, hab ich auch mal so gelernt, und weiß seit dem, dass Akro-polis die Polis, also die Stadt auf der Spitze bedeutet
...und auch in allen romanischen Sprachen wirst Du einiges davon wiederfinden können.
Du wirst auch merken, dass die Mykologen durchaus auch Worte verwendet haben, die Assoziationen herstellen: denke, um den Namen von Boletus Satanas zu verstehen, mal an die Kombination von blutroten Farben, das fahle Grau am Hut, den leichten (Aas-) Geruch nach Verderben und versetz dich zurück in die Zeit, in der Blauverfärbung eines Pilzes noch nicht erklärbar war.. und du bist gedanklich nicht mehr weit von Zauberei, Tod und Teufel entfernt... Oder lies mal die Geschichten rund um den lateinischen Namen der Stinkmorchel... Bzw wirst du dann nie mehr arglos ein winziges Stück von Lactarius pyrogalus kosten, weil da eben "Feuer" und "Milch" schon im Namen steht ![]()
Viel Spaß und einen guten Start, Eberhard
P.S.: musst aber damit leben, dass sich die wissenschaftlichen Pilznamen oft auch schnell ändern und Du, wenn Du beispielsweise mal was publizieren möchtest, dann öters den aktuell gültigen Namen suchen/überprüfen musst.
Ebenso spannend finde ich es auch immer wieder, einen Blick auf die bunte Vielfalt der Volksnamen eines Pilzes zu werfen.
