Blöd nur, dass ich die nicht mehr erleben werde
Einen neuen Wald an der Stelle werden wir alle nicht mehr sehen. Die nächsten 50-100 Jahre wird es dauern bis die Lücken wieder geschlossen sind.
Nee, nee. So lange braucht das auch nicht. Also zumindest nicht, wenn wir uns nicht vorher selbst von dem Planeten schießen. Nur wird der Wald in 15-20 Jahren nicht viel mit dem heutigen Wald zu tun haben.
Ich meinte das eher darauf bezogen, dass die nächsten 5-10 Jahre das Waldsterben noch in großem Stiel weitergehen wird und die Flächen weiter abgeholzt werden. So lange müssen wir mit dem großflächigen Mottenfraß -sprich Kahschlägen- leben und 10 Jahre braucht es, bis die Kahlstellen wieder einigermaßen zugewachsen sind. Allerdings ist der Wald dann nicht mehr einheitlich dunkelgrün und besteht nicht mehr aus Plantagenholz.
2015 ist ein kleiner Tornado durch mein Tal gefegt und hat auf einer Strecke von vierhundert Metern sämtliche Fichten platt gemacht. Gott sei Dank auf der anderen Hangseite. Die Fichten wurden dann im Folgejahr zusammengesägt und verwertet. Und das Forstamt pflanzte - wie sollte es anders sein - Fichten und Lärchen
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Allerdings war das gar nicht so schlimm, weil die Birken, Ebereschen und was sonst so an Samen angeflogen war, erfolgreich den Hang in Beschlag genommen haben.
Ein paar junge Buchen hatten den Sturm überlebt und ein paar der Nadelbäume sind auch angewachsen. Insgesamt ist ein schöner junger Laubmischwald entstanden, mit wunderschönen Herbstfarben. Ich würde mir noch ein paar Eichen wünschen. Vielleicht kommen ja noch welche, jedenfalls hatte ich einige Eicheln ausgestreut. Dir brauchen aber länger als die Pioniergehölze.
Zwar ist so ein Wald nichts, was den Landesforsten in absehbarer Zeit Einnahmen bescheren wird, aber die Narbe ist verheilt und die Voraussetzungen für künftige CO2-Speicher sind geschaffen. Mehr oder weniger von selbst. Und es wird auch wieder Pilze geben. Denn die Mykorhizzapartner sind ja wieder da.