Beiträge von Wutzi

    Die ökologische Amplitude vom Gelben (Amanita citrina) ist extrem breit, der kann nahezu überall auftauchen, auf sauren wie basischen, nassen bis trockenen Böden, als Mykorrhizapartner von Laub- und Nadelbäumen. Die ökologische Amplitude vom Porphyrwulstling (Amanita porphyria) schließt er mit ein, also die Symbiosen mit Nadelbäumen auf fechteren, sauren Böden.
    Ob's im entsprechenden Überschneidungsbereich zu Kreuzungen der beiden kommen kann, wäre echt mal interessant zu erforschen.



    LG; Pablo.

    Hallo Pablo,


    meinst Du, dass das auch zwischen A. citrina und phalloides möglich sein könnte? 'Oder gibts geratterte Gelbe Knollistiele?

    hallo Peterpan, das ist mir schon klar. Ich frage mich nur ob diese Mengen zum Eigenbedarf auch für nicht geschützte Arten wie beispielsweise Wiesenchampignons oder Butterrüblinge gilt?

    Moin Peter, das ist tatsächlich von Bundesland zu Bundesland in den jeweiligen Landeswaldgesetzen unterschiedlich geregelt. Im Thüringer Waldgesetz heißt es dazu:

    "Jedermann ist berechtigt, sich Früchte wie Pilze, Beeren, Zapfen oder Nüsse oder oberirdische Teile von Pflanzen wie Kräuter und Gräser in geringen Mengen zum eigenen Verbrauch, Pflanzen in der Menge eines Handstraußes, anzueignen."

    Von Andreas Gminder weiß ich, dass das für das Land Thüringen sehr großzügig ausgelegt wird. Da kannst Du schon Einiges an Pilzen heraustragen. Bei den Geschützten Arten ist die 1 kg Regel anzuwenden. Allerdings weiß ich mittlerweile, dass die hiesigen Förster absolut kein Interesse an Kontrollen - aber wohl auch nicht das Wissen haben.

    Moin Kelaz,

    jetzt hast Du leider die Stielbasis abgeschnitten. Bei Champis ist die ziemlich wichtig, weil der Karbolchampignon an der Stielbasis chromgelb anläuft. Deshalb immer den kompletten Pilz durchschneiden. Allerdings fällt der Karboli aufgrund der braunschuppigen Hauthaut aus. Champignons sind ziemlich knifflig. Ich kenne mich mit der Gattung nicht aus. Vielleicht bekommst du noch h einen nützlichen Hinweis, Toi toi.

    Welch ein steiniger Anblick. ==Pilz27


    Allerdings bevorzuge ich selber das Einfrieren der Pilze, so lange ich noch Platz in der TK-Truhe habe. Erst dann ist trocknen eine Option.

    Wie frierst Du sie ein Mausmann? Ich mag Steinpilze und Pfifferlinge eingefroren nur noch so sehr wie ein Mischpilzgericht aus Ockertäublingen, Dachpilz und Samtfußkrempling. Eingefroren geht nur als Pilzfrikadelle oder als fertiges Ragout. Wogegen ein leckeres Steinpilzrisotto oder eine Steinpilz-Sahnesoße für die Pasta aus Trockenpilzen für mich fast besser ist, als mit Frischpilzen. Mein Mann ist da eher schmerzfrei.

    Hallo Claudia

    Dein vermeintlicher C.anomalus sollte ein

    Schleimkopf sein, nämlich Cortinarius anomalochrascens

    Der heisst nicht umsonst so, er sieht vom Hut her aus wie ein zu gross geratener Anomalus , hat aber einen metallisch bläulich glänzenden Stiel

    Im Schwarzwald ein recht häufiger Pilz im feuchten Nadelwald auf Kalk bzw. neutralem Boden

    Hallo Uwe, also bei meiner Schlüsselsuche habe ich mir die Schreiberlinge noch einmal ganz genau angesehen. Jetzt stehen sie in größeren Kollektionen. Aber wir haben sauren Boden und die Hüte haben keinerlei Schleimspur, weder in nassem noch in trockenem Zustand. Können das dann trotzdem Schleimköpfe sein?


    Och nö, da verliere ich lieber Messer im Wald als Hausschlüssel!

    Ist mir aber auch schon einmal passiert. Nach paniziösem Abklappern des gesamten Weges fand ich ihn dann am Ende neben dem Fahrrad wieder, wo ich das abgeschlossen hatte.

    Ich drücke die Daumen für's Wiederfinden der Metallstückchen!

    Ach Pablo, manchmal verliert mal, manchmal gewinnt der Andere==Gnolm4. Diesmal hatte ich Schwein. Hab selbst gewonnen. Der Schlüssel steckte an der Eingangstür, da konnte ich ihn natürlich nicht finden, da ich auf dem Rückweg den Hintereingang benutzt hatte, der offen stand. :gkopfwand: Aber erst einmal habe ich gesucht, gesucht und gesucht. Gefunden habe ich nur Pilze und so hat sich das Schlüsselsuchen ausnahmsweise gelohnt.

    Hier ein Foto von der kleinen wenige Meter breiten und nur 100 m langem Pilzoase in der Wüste.


    Den mickrigen "Vielleicht"-Schleierling gab's leider nicht in einer Zweitauflage, aber schicke andere Funde.

    Zum Beispiel Kokosmilchlinge, der Duft ist unvergleichlich.



    Vom Gelbblättrigen Hautkopf fand ich einige Exemplare.



    Ich denke, dass ich diesmal den Purpurbraunen Hautkopf festnageln konnte.




    Es gab einen Miniatursaftling, den ich versehentlich umgeschubst habe. Er färbte an den Druckstellen schwarz. Vermutlich einer der Schwärzenden Saftlinge.



    Einer der schönsten Pilze überhaupt stand da unschuldig unter den Fichten.



    Am Waldrand gammelte ein alter Knollenblätterpilz herum. Es ist mir jetzt ein bisschen peinlich, aber ich bin nicht restlos sicher ob das nun der Grüne Knolle ist, oder eher doch ein Gelber. Es gab auf dem Hut einen deutlich wahrnehmbaren hellolivgrünen Bereich. Der Stiel war genattert, aber es fehlten völlig selbst die Reste einer Volva. Die Manschette war flüchtig und riefenlos. Der Geruch war auch nicht nach Honig sondern eher seltsam rettichartig und die Knolle hatte einen auf dem letzten Bild deutlich wahrnehmbaren Rand. Letzteres spricht wohl eher für den Gelben oder? Wie es unter der Huthaut aussieht habe ich dummerweise nicht untersucht.







    Zu guter letzt die Funde des Jahres: Der Pilzspürhund hat ein Rudel großer Pilze entdeckt, die unverzüglich das frisch geschenkt bekommene Dörrgerät einweihen durften. Damit hat überhaupt niemand gerechnet.


    IMG_1414.jpg



    Also Schlüssel suchen finde ich ziemlich doof. Aber eigentlich war ich gar nicht mehr ärgerlich, als ich ohne Schlüssel mit den Pilzen und den Fotos aus dem Wald kam. Es standen noch weitere kleine Pilze herum, Galerinen und weiße kleine Pilzlein, für die ich aber keinen Nerv hatte. Dass die Schlüssel dann am Ende gar nicht weg waren, war nur das Sahnehäubchen.

    Josef, Lieber! Ganz ruhig, der Doktor kommt gleich.

    Für das Pilze sammeln im Flachland sind Körbe gut geeignet. An Hängen eher nicht, da man sie nicht abstellen kann, ohne Gefahr zu laufen, dass sie der Schwerkraft folgen. Wer gibt bei einem spektakulären Fund schon acht, wo er den Korb abstellt und schwups geht alles den Berg runter. Nee, nee, meine Pilzkörbe stehen jetzt zweckentfremdet im Keller und auf dem Dachboden. Ich habe eine gut bestückte Umhängetasche mit Stoffbeuteln, angebundener Lupe und Pilzmesser, da hat frau so auch länger Freude dran. Dann sind da noch ein paar Döschen, manchmal auch ein Kleinteileköfferchen für Unbekannte. Wenn es gute Ernte zu erwarten gibt, habe ich so einen viergeteilten klappbaren Pilzkorb-der aber kein richtiger Korb ist, sondern aus irgendwie verstärktem Stoff und Gaze besteht. So bestückt komme ich ganz gut zurecht.

    Hallo Claudia,


    von dort bist Du also. Das ist ja eine sehr schöne Gegend mit ihren tollen Bergen. Die wirken irgendwie wie gemalt. In Bad Blankenburg habe ich übrigens meine bisher einzigen Königsfliegenpilze meines Lebens gefunden.


    VG Jörg

    Hallo Jörg, die Könige treffe ich genau so oft wie die roten Fliegenpilze, eigentlich eher häufiger. Landschaftlich ist es hier wirklich wunderschön, aber inzwischen hat das Waldsterben etwas Bedrohliches. Wie wird diese Landschaft in 30 Jahren aussehen?

    Hallo Pablo,

    Das ist jetzt wohl nicht mehr abzuwenden. Vielleicht bekommen wir auch mal ein paar Jahre mit Dauerregen, aber selbst das vermag die jetzt bestehenden Schäden nicht zu kompensieren. Aber Wetterextreme und Dürre werden wohl dominieren. Da niemand weiß, welche Pflanzengesellschaften mit dem inzwischen aridem Mittelgebirgsklima zurechtkommen, wird mir regelrecht schwindlig angesichts des Aktionismus: Aufforsten um jeden Preis. Aber womit denn zum Teufel? Welche Bäume extremer Trockenheit in unseren Breiten auf Dauer stand? Vermutlich hat noch niemand die richtige Antwort, also wird gepflanzt wie immer. Dabei sollte es im Moment doch nicht um forstwirtschaftliche Erwägungen gehen, sondern um Maßnahmen gegen die drohende Bodenerosion. Die ist hier ziemlich sicher, wenn das Baumsterben so weitergeht. Und natürlich langfristig um CO2- Speicher.


    Ich denke, die Pilze werden uns trotz allem erhalten bleiben. Mit denen hat alles angefangen und Sie werden alles überdauern. Zumindest die Saprobionten unter den Großpilzen werden uns noch eine lange Zeit erfreuen Was ich gern wüsste: wie lange halten die Mykorhizzapilze durch? Können die auf Jungbäume ausweichen, wenn die alten tot sind, oder sterben Sie mit dem Wald?


    Hallo, Claudia!


    Ich denke, das vermeintliche Samthäubchen ist auch ein Schleierling.
    In der Untergattung Telamonia (Gürtelfüße) gibt es eine ganez Menge Arten mit so dünnfleischigen fruchtkörpern. Die langen Stiele werden oft entwickelt, wenn der Fruchtkörper sich durch dicke Moospolster schieben muss.



    LG; Pablo.

    Hallo Jungs, Danke für Eure Tipps. Wahrscheinlich habt Ihr wieder einmal Recht. Die Geschichte hier geht am Donnerstag weiter. Ist schon verrückt. Ich musste da heute noch mal hin, weil mein Hausschlüssel irgendwo auf der Strecke geblieben war. Morgen und übermorgen werde ich wohl keine Zeit finden, die Fotos zu posten. Aber Donnerstag sicher😂.

    Hallo Peter,


    es geht immer noch schlimmer. Offenbar wächst bei Dir noch weniger als hier im Thüringischen Schiefergebirge. Dabei denke ich schon immer, dass hier gerade so was wie die zweite Kalahari entsteht.


    Vielleicht kommt ja im Herbst das langersehnte Nass und es gibt für alle Regionen doch noch ein Happy-Pilz-end.

    Ha! Tee aus Pilzen, das hör ich zum ersten Mal. Seit ich Euer Forum hier lese, und ich hab Euch erst vor 2 Wochen gefunden, lern ich jeden Tag so viel Neues dazu. Das ist ja unglaublich!

    Ich habs zum Glück nicht so oft mit dem Magen, aber gibts auch Pilztee gegen Regelschmerzen? Das wär ja mal was feines.


    Hey, ich muss unbedingt mehr lernen. Wie fange ich damit an? Pilzwanderungen von Pilzsachverständigen vermutlich, oder?

    Macht das momentan Sinn, wo eh nichts wächst?

    Hallo Karolin,

    was genau Vitalpilze - so heißen die Pilze mit irgendwelchen Heilwirkungen - können, kann ich Dir nicht sagen. Von Bluthochdruck, zur Begleitung bei der Krebstherapie, gegen Magenbeschwerden, antibiotischen Wirkungen habe ich gelesen. Aber Pilze sind wenig erforscht, Chemie zu erforschen ist wohl lukrativer.


    Ich bin aktiv seit 2017 im Forum dabei und ich habe hier unglaublich viel gelernt. Aber gemeinsam mit Pilzkundigen auf die Suche zu gehen ist glaube ich der Königsweg, wenn Du Pilze kennenlernen willst.

    Danke beli, dass der unterschied so deutlich ist, wusste ich nicht. Den Bergporling habe ich noch nicht life gesehen.

    Hallo zusammen,


    ich glaube es immer noch nicht richtig. Seit der letzten Augustwoche gab es keine nennenswerte Niederschläge und demzufolge gibt es so gut wie keine Pilze. Und heute dann beim Abendspaziergang richtige Pilze in frisch! mit Hut und Stiel! Und darunter sogar drei Arten Cortinarien. Dann noch als Sahnehäubchen ein Samthäubchen -Arbeitstitel) ein Steinpilz und ein Kuhmaul. Vielleicht hat jemand einen Namen für den blaubraunweißen Schleierling.


    Es sollte nur ein Spaziergang in die Abendsonne werden


    Der Überlauf des kleinen Teichs steht schon lange trocken, aber immerhin ist noch Wasser drin.



    Dann bog ich auf einen Weg ab, der bei diesem Sonnenstand schon völlig verschattet ist, aber die letzten Nachtfröste mit entsprechenden Raureifmengen abbekommen hat. Das Moos war immerhin so feucht, dass ich trotz des warmen Tages am Abend noch nasse Schuhe bekam. Und da standen sie:


    Es begann mit diesem kleinen Kuhmaul


    Es folgten prachtvolle Hautköpfe mit einem ziemlich unangenehmen Medizinschrank-Rettichgeruch. Wahrscheinlich ist das der Blutblättrige Hautkopf. Möglicherweise auch der Purpurbraune. Bei den jüngeren Exemplaren ist die Huthaut rotbraun. Woran unterscheiden sich die beiden Arten eigentlich mikroskopisch?




    Hier ältere Exemplare.





    Dann folgten diese Schleierlinge mit dickem Fuß, aus denen meine Autokorrektur regelmäßig Schreiberlinge machen will. Sie rochen nach nix, die Kauprobe empfand ich als ganz angenehm. Könnte das der Braunviolette Dickfuß - Cortinarius anomalus sein?




    Wobei ich bei diesem Exemplar wegen der gezackten Lamellen nicht völlig sicher bin, ob es nicht eine andere Art ist. Aber wahrscheinlich ist er nur schon etwas verschlissen.




    Dann tauchte auf einmal der hier auf - völlig madenfrei!


    Den Winzling habe ich erst zu Hause fotografiert. Auch ein Hautkopf, vermutlich der Zimtblättrige Hautkopf.


    Den hier wird man wohl nicht näher bestimmen können. Morgen ist er wahrscheinlich schon Suppe. Vielleicht ist das zu besseren Zeiten einmal ein Samthäubchen gewesen.



    Beim Abstieg vom Berg bot sich wieder das gewohnte Bild dieses Sommers:

    Ein mumifizierter Grauer Wulstling, dem die Feuchtigkeit zum Vergammeln fehlt;


    Ein Methusalem-Samtfuß mit Trockenrissen;


    Fichtenzapfen zersplittern krachend, wenn man auf sie tritt und der Waldboden staubt.


    Die Pilze stehen quasi in den Startlöchern. Sie brauchen nur Feuchtigkeit, damit sie wachsen können. Morgen ist Herbst. vielleicht bringt der das ersehnte Nass.

    Hallo Nobi, seufz. So sieht es also aus, wenn der Regen nicht immer wieder an einem vorbeischrammt. Ich habe mit Neid die dicken blauen Wolken auf dem Radar verfolgt, die sich bei Euch abgeregnet haben. Glückwunsch zu den späten Funden.