...gute Teile des Rings hängen doch noch am Hutrand. Da ist das Velum einfach an der falschen Stelle gerissen.
Wolfgang
...gute Teile des Rings hängen doch noch am Hutrand. Da ist das Velum einfach an der falschen Stelle gerissen.
Wolfgang
Hallo Timm,
wunderschöne Bilder eines Rötlings. Leider sind "die Blauen" zur Bestimmung recht verworren, und die Stielfarbe sieht auf meinem Display zu rötlich aus für chalybaeum und am Basismycel stimmt der Weißabgleich nicht. Was sind künstlerische Farbverschiebungen und was ist echt? Sind die Lamellen blau mit einer partiell leicht gefäbten Schneide?
Grüße,
Wolfgang
Hallo Raphael,
auf den Basidiolen-Bildern haben mehrere ein abgeknicktes Septum als Überbleibsel der Schnalle. Jede Wette findet man irgendwo auch noch intakte Schnallen, die Präparate sind jedenfalls gut geeignet zur Suche.
Sequenzieren ist jedenfalls eine gute Idee, vielleicht kann Dir auch Kai Reschke irgendwann helfen, der ist noch an Entoloma dran.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Clavaria,
Vom 1. Bild kommt exile schon ganz gut hin, der hat wenig bis kein Blau im Stiel.
Weiteres Merkmal, wenig beachtet: der Basalfilz am Stiel rötet leicht beim Eintrocknen.
Beim dritten glaube ich Dir die fehlenden Schnallen nicht recht. Postest Du noch ein Bild von richtig freigelegten Basidiolen (Lamellenstück zu Matsch zerpflücken - nicht quetschen - und dann in Kongorot mikroskopieren)
Sind die Basidien 2- oder 4-sporig? Wenn einer der Zellkerne abgestorben ist, bleiben die Basidien nur 2-Sporig und der Pilz braucht keine Schnallen mehr. Mit Schnallen könntest Du im Schlüssel in der placidum-Gruppe rauskommen? Bin gerade in Urlaub und habe die FE5 nicht dabei zum nachgucken...
Gruß,
Wolfgang
P.S.: L.oreadiformis ist ein gutes Objekt, um Huhtautschnitte zu üben!
hallo Schupfi,
gönne Dir auf jeden Fall eine ganz neue Rasierklinge, und "Schneiden" bedeutet Ziehen ohne Druck. Einfach nur Drücken würde man "Spalten" nennen, und das dafür geignete Werkzeug eine Axt.![]()
Viel Erfolg!
Wolfgang
Hallo Schupfi,
um bei Huthaut-Präparaten nicht nur ein Wirrwarr zu sehen, brauchst Du einen echten Radialschnitt.
Das ist von der Präparationstechnik schon schwierig. Manche Leute nehmen zwei Rasierklingen zum Schneiden und nehmen das Stück zwischen beiden Klingen. Ich habe auch schon ein Stück eingefroren und dann unter dem Bino geschnitten ( zum Einfrieren unter dem Bino kauft man ein Peltier-Element, das man auf eine Aluplatte klebt, und eine regelbare Gleichstromquelle im Elektronikhandel).
Momentan experimentiere ich damit, an der gefühlt immer gleichen Stelle 20-30 radiale Schnitte zu setzen, und dann mit der Pinzette ein paar Fädchen rauszuziehen und unter dem Mikro bei kleiner Vergrößerung noch ohne Deckglas zu gucken, ob was brauchbares dabei war.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Ameise,
ich würde das vom Bild eher für eine Alge oder Cyanobakterie halten.
Was das rausmachen angeht, würde ich empfehlen, in Privatgärten soweit es geht Natur Natur sein zu lassen![]()
Grüße,
Wolfgang
Hallo Frank,
ein Rötling ist das sicherlich, aber es gibt mehrere Arten die in Frage kommen. Am wahrscheinlichsten ist die geruchlose Form von rhodopolium, aber es könnte auch z.B. noordeloosii oder sericatum sein.
Rötlinge sind mikroskopierpflichtig, der Bon als Literatur ungeeignet (was für die meisten Gattungen gilt, wenn man tiefer einsteigen will). Auf Bon-Niveau solltest Du ganz zufrieden damit sein, die Gattung richtig erkannt zu haben.
Grüße,
Wolfgang
Hallo an alle,
Die Tulostoma-Arten lassen sich schon makroskopisch leicht trennen:
T. brumale hat eine häutige Exoperidie, die später abblättert, aber in dem ganz oben gezeigten Exemplar noch den dunklen Hof der Endoperidie überdeckt. Einmal mit der Klinge drüberkratzen, dann sieht man den dunklen Hof. Der Stiel ist ockerbraun.
T. kotlabae hat eine spinnwebartige Exoperidie, die (wie auf dem Bild von Pablo zu sehen) Sandkörner einschließt. Die Endoperidie und der Stiel sind weiß.
Grüße,
Wolfgang
P.S.: wunderschöne Eifel-Bilder!!!
Hallo Schmieris Murprise,
vom Bild spricht erstmal nix gegen cepa, aber bei einer doch eher seltenen (oder selten identifizierten) Art sollte man doch mal einen schnellen Blick auf die Sporen werfen, bevor man die Bestimmung durchwinkt.
S.cepa-Sporen haben ein Ornament mit ganz dicken und großen Stacheln.
Kennst Du jemanden mit Mikroskop?
Gruß,
Wolfgang
Hallo Timm,
vergleiche mal mit Delicatula integrella.
Gruß,
Wolfgang
Edit: Norbert war schneller....
Das führt mich zu der Frage, wie ich evtl. die Möglichkeit einer Sequenzierung wahrnehmen könnte. Es wurde ja schon von Wolfgang P. vorgeschlagen. Kann man das als Privatperson veranlassen, wenn ja wo, was für Material braucht es dafür und wird man dabei arm?
Hallo Thiemo,
mit einem kleinen Pilzfragment als Exsikkat und ca. 25€ bist Du dabei.
Für Privatmykologen hat sich Pablo Alvarado in Spanien (alvalab.es - Pedidos) als geeigneter Dienstleister erwiesen (Ich glaube, die deutschen Genlabore werden gerade alle reich, weil sie für Jens Span Corona-Mutanten sequenzieren).
Du müsstest die Probe in etwas Alufolie in einen Briefumschlag stecken und einmal alle Services, also DNA Extraktion, PCR (=Vervielfältigung), Reinigung und Sequenzierung, und phylogenetische Analyse buchen. Dann bekommst Du im einfachen Fall einfach den Namen der Art als Ergebnis, wenn es eine gute Übereinstimmung mit einer Typus-Sequenz gibt.
Oft lohnt es sich, die Sequenzierung vorwärts und rückwärts ausführen zu lassen, dann heben sich bestimmte Fehlerquellen auf.
Im komplizierten Fall passt die Sequenz nicht sauber zu einer der Arten, dann solltest Du auf jeden Fall einen Russulologen wie Felix Hampe hinzuziehen. Oder das Material taugt nix (zu heiß getrocknet, von Fremdpilzen befallen, ...), dann hat sich die Investition nicht rentiert.
Gruß,
Wolfgang
Weiß zufällig irgendjemand, welche Datengrundlage da benutzt wird? Sind es die Daten der möglichen Wetterstationen, dürfte die Lage bei mir schon viel schlimmer sein...
Hallo Murph,
der DWD erläutert selbst, was die Datengrundlage ist:
Bodenfeuchte direkt zu messen ist sehr aufwändig, und wurde daher auch früher nur an einer Handvoll Stationen gemacht.
Die Deutschlandkarte wird errechnet aus den Satelliten-Daten vom Regenradar (und ich nehme an Temperatur, Sonnenstunden etc. für die Verdunstung).
Im sehr kleinen Umfeld weicht das natürlich ab - die Mykologen müssen halt auf Bachtäler, Nordhänge, Quellhorizonte etc. ausweichen, ... oder auf Flechten und Phytopathogene umsatteln ![]()
Grüße,
Wolfgang
Hallo an alle,
der Deutsche Wetterdienst hat inzwischen einen "Bodenfeuchteviewer", bei dem man die Bodentiefe eingeben kann und auch in die Karte hineinzoomen (finde ich supernützlich):
Zur besseren Orientierung muss man sich im Menü die Bundesländer, Städte und Flüsse einblenden.
Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Bodenfeuchteviewer
Für Pilze erforderlich ist m.E., wenn es sowohl an der Oberfläche als auch in 20-30 cm Bodentiefe mindestens dunkelgrün ist (aber nicht dunkelblau = zu nass).
Da sieht man auch wieder, dass bei den "üblichen Verdächtigen" = Brandenburg und Oberrheingebiet in der Tiefe immer noch viel Trockenstress herrscht.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Günther,
ich kenne Maipilze mit und ohne dieses Merkmal der schmalen Lamellen.
Insofern ist es wohl eher eine Hilfe für Speisepilzsammler: weiße Lamellenpilze im Zweifelsfall lieber stehen lassen, wenn sie nicht auch dieses Merkmal haben.
Denn besser einen Maipilz zuwenig im Korb als einen Riesenrötling oder Trichterling zuviel.
Grüße,
Wolfgang
Hi Bernd,
kannst Du bitte bei dem einen Exemplar, das Du hast, den Hut richtig nass machen und nach ein paar Minuten prüfen, ob er schleimige Fäden zieht?
Ich erhöhe auf Pholiota lenta.
Gruß,
Wolfgang
mollisia : ist dafür die SPP-Farbe (auf dem allerersten Bild) nicht zu dunkel??
Hallo an alle,
so richtig überzeugt mich die Bestimmung als Entoloma nicht. Die vielen anheftenden Gräser deuten auf eine feucht klebrige Huthaut, der Stiel sieht so deutlich längsfaserig aus,wie ich es von Entoloma nicht kenne, das Vorkommen als Ring auf der Wiese.... irgendwie passt es halt nicht.
Andererseits habe ich auch keine wirklich überzeugende Alternative. Ich hätte den Pilz erstmal in der Nähe von Pholiota gummosa gesucht, da gibt es Formen ganz ohne sichtbare Schüppchen am Hut. Dazu passen die im Querschnitt gut sichtbar gelben Lamellen.
Gibt es auch ein Foto von einem ganz jungen Fruchtkörper? Wie ist der Hut, wenn er nass ist?
Mit einem Mikro könnte man diese Alternative in 30 sek. entscheiden...
Gruß,
Wolfgang
Hallo Ingo,
das, was Du als "Perispor" bezeichnest, ist m.E. einfach die normale Spore, und in der Mitte eine riesige Guttule (Öltropfen), bei den anderen Sporen sind es viele kleine Öltropfen.Das könntest Du mit Sudan-Färbung verifizieren. Ein "echtes" Perispor würde man im Phasenkontrast gut erkennen.
Der "helle Fleck" in den Sporen bei den Bildern von Sebastian könnte der Zellkern sein, und da sind keine lichtbrechenden Öltropfen.
Die Ähnlichkeit der Sporen ist tatsächlich deutlich, insofern halte ich Deinen Einwand für berechtigt. Auch die Kritik bezüglich der Ökologie, wobei ich zumindest "Fayodia" (inzwischen Gamundia) striatula schon auf Magerwiesen bei mir hatte. Aber kugelige Sporen alleine machen leider auch keine Bestimmung.
Die Bestimmung hängt letztlich daran, ob die Sporen wirklich amyloid sind, bzw. nur ein "echtes" Perispor amyloid ist wie bei Fayodia, oder einfach gar nicht (wie bei Omphalina), und an den Schnallen, wie Christoph schreibt. Da das Exsikkaten-Material aufgebraucht ist, werden wir diese Frage leider nicht mehr klären. Ich denke, es haben trotzdem alle Beteiligten 'was gelernt.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Sebastian,
ich möchte Dich nicht allzu sehr entmutigen, aber ich würde Deine Sporenbilder anders interpretieren. Das erste sieht mehr nach aufgeplatzten Sporen aus, d.h. es wurde zu stark gequetscht.
Beim zweiten ist mir nicht klar, ob hier wirklich ein Perispor zu sehen ist, oder doch eine Spore mit sehr großem Öltropfen.
Das erste Schnallenbild sieht für mich schon nach einer Schnalle aus. Allerdings würde ich Schnallen immer zuerst an den Basidien suchen (alte Gewohnheit von Rötlingen... aber auch in anderen Gattungen die letztendliche Wahrheit). Damit wäre F. bisphaerigerella schon wieder unwahrscheinlich.
Da kein Material mehr da ist, wird der Pilz wohl unbestimmt bleiben. Falls er wieder auftaucht (noch regnet es ja... nicht mehr lange!), würde ich mir den auch unter dem Mikro angucken wollen.
Grüße,
Wolfgang
Hallo Sebastian,
eigentlich habe ich auch keine Ahnung, aber ich sitze neben einem ganz gut ausgestatteten Literatur-Regal. Und der Gattungsschlüssel von Bresinsky nach mikroskopischen Merkmalen in den Regensburger Mykol. Schriften (2003) schlägt für kugelige, amyloide Sporen die Gattungen Fayodia und Clitocybula vor, und mit den 2-sporigen Basidien bleibt dann eher Fayodia.
Weiter geht's in Antonin, Noordeloos (2004): "A Monograph of the genera Hemimycena, Delicatula, Fayodia, ...".
Da wird erstmal nach Schnallen gefragt, was Du leider nicht geliefert hast. Aber so viele Arten sind in der Gattung nicht beschrieben.
Für F. bisphaerigera sind allerdings Deine Sporenmessungen viel zu klein, aber der Frk ist noch nicht reif. Vom Bild ist das ganz vielversprechend:
siehe z.B. auch:
Fayodia bisphaerigera (Fajodka osténkatá)
F. bisphaerigerella könnte bei der Sporengröße noch ein besserer Tipp sein, aber für eine gut begründete Meinung reichen mir leider die Mikro-Angaben nicht.
Vielleicht mal die Basidien in Kongo zeigen? Du müsstest bei den Sporen auch mal gucken, ob sich in KOH ein Perispor (äußere Hülle) ablöst.
Edit: als erstes die Sporen in Melzer angucken, ob es ein amyloides Perispor gibt. Das wäre das Gattungsmerkmal von Fayodia im engeren Sinne. Sonst wäre auch Gamundia striatula ein heißer Tipp.
Grüße,
Wolfgang
Hallo,
Was ich allen Mikroskopikern als Grundausstattung an's Herz legen würde, ist eine gescheite spitze Pinzette. Meines Achtens ist das Nonplusultra die Dumont Nr 7 gebogen, rund 40 -50 EUR, es gibt aber günstigere ähnlich geformte Modelle.
In vielen Fällen kann man die komplizierten Schnitte durch einfachere Zupfpräparate ersetzen. Wohlgemerkt zupfen nicht quetschen, und das mache ich, indem ich die flache Seite der Pinzette geschlossen auf das Lamellenstück auflege und ich dann die Pinzette öffnen lasse.Immer wieder so lange, bis nur noch Matsch sichtbar ist.
Dann siehst Du von den Pleurocystiden nicht nur den Kopf aus dem zu dicken Schnitt rausgucken, sondern alles.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Luca,
ich wollte gerade was falsches zu Weichritterlingen und reinweißem Spp. schreiben, aber gottseidank habe ich nochmal nachgelesen, und ja, auch einige Weichritterlinge können cremefarbenes Spp. haben. Wieder was gelernt...
Da mir auch keine bessere Gattung einfällt, und es in dieser Gattung ohne Mikro nicht weitergeht (und auch mit Mikro sehr oft nicht), würde ich den Pilz dann als Melanoleuca spec. ablegen.
Gruß,
Wolfgang
Hallo Luca,
Du schreibst zum Sporenabdruck "weiß", aber auf meinem Bildschirm sieht er deutlich cremefarben aus. Wie beurteilst Du denn die Farbe bei Tageslicht und einem reinweißen Hintergrund?
Auf meinem Bildschirm hat auch die Hutfarbe einen Stich in's fleischrosa, dann käme mir auch Calocybe carnea (Fleischrosa Schönkopf) in den Sinn.
Grüße,
Wolfgang
