Beiträge von Wolfgang P.

    Hallo PDPAP,

    Von Nummer 3 (nicht 2, das war ein Fehler in meinem ersten Post) hast Du nicht zufällig noch ein Exsikkat oder zumindest einen Sporenabwurf?


    Früher wurde olivieri und rhacodes gar nicht unterschieden, inzwischen gibt es eine Gegenbewegung, dass alles mögliche olivieri genannt wird.

    Ich habe schon einige Kollektionen bei mir aus der Region mikroskopiert, und die echten olivieri die ich hatte, waren immer mit olivgrauen Tönen, die ich bei dem Fund hier vermisse. C. rhacodes ist im Rhein-Main die deutlich häufigere Art, und würde m.E. von der Variationsbreite Bild 3 mit abdecken.


    Aber ich bin ja lernfähig, am Ende entscheiden Zystiden und/oder Sporen.


    Grüße,


    Wolfgang


    Hi Martin,

    hier das markiert, was für mich wie eine Schnalle aussieht.


    Noch ein Nachtrag: die "dickwandigen" Sporen sind tatsächlich eher mit einem riesigen Öltropfen gefüllt, der fast das ganze Sporenvolumen einnimmt.

    Das könnte man unterscheiden, indem man mit Kongo bzw. Sudan anfärbt. Sudan färbt den Öltropfen, Kongo die Zellwände.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hallo Martin,

    das ist Clavulinopsis corniculata, die geweihförmige Wiesenkeule. Riecht übrigens stark nach Mehl.


    Mit den Schnallen hast Du nicht gut genug gesucht, auf Bild 11 endet die eine Hyphe in der Mitte mit einer Schnalle im unscharfen Bereich.

    Wenn der Pilz - wie bei Dir - überwiegend 1-2-sporig ist, sind Schnallen aber selten (oder fehlend) , denn wenn in einer Hyphe einer der beiden Zellkerne abgestorben ist, braucht der Pilz keine Schnalle mehr beim Wachsen, kann aber dort keine 4 Sporen mehr bilden. Das passiert bei Wiesenkeulen recht häufig.


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Nordland,

    gelborange Arten gibt es mehrere, ohne Mikro oft nicht bestimmbar. An chlorophana glaube ich eher nicht, weil die Lamellen leicht herablaufen.

    Ohne Angaben zu Klebrigkeit von Hut und Stiel oder Schuppigkeit des Hutes ist aber alles weitere nur frei geraten. Ich rate mal insipida.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hi Holzkeule,

    ich möchte ungern über die Bilder bei 123 diskutieren, aber zumindest sehe ich dort beide Farbformen.


    Ob beides dieselbe Art darstellt, wäre mal eine interessante Frage, aber bei Menschen gibt es auch welche mit heller Haut und dunklen Haaren, und solche mit dunkler Haut und weißen Haaren.


    Grüße,

    Wolfgang

    Hallo Holzkeule,


    tatsächlich sehen Deine Stockschwämmchen seltsam untypisch aus.

    Normalerweise bräunt der Stiel von unten nach oben, und die Schüppchen folgen.

    Auch auf dem Gruppen-Wimmelbild sieht alles so aus, als hätten sie zuwenig Licht bekommen...


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo Alis und alle anderen,


    Über Zeigerpflanzen zu Saftlingswiesen:


    der kleine Wiesenknopf Sanguisorba minor ist eine Zeigerpflanze für alte Wiesen. Viel Wiesenknopf = lange kontinuierliche Bewirtschaftung als Wiese.


    Wenn ich im Internet neue Saftlingswiesen suche, gehe ich in die Biotopkartierung des Bundeslandes und achte auch z.B. auf Vorkommen von:


    Hieracium pilosella - Habichtskraut

    Rhinantus minor - Klappertopf

    Thymus - Thymian

    Betonica - Heilziest

    Polygala - Kreuzblümchen

    Helianthemum - Sonnenröschen

    Nardus strictus - Borstgras


    Wo mehrere dieser Arten zusammenkommen, kann man auch Wiesenpilze suchen. Das Umgekehrte gilt leider nicht, es gibt Saftlingswiesen, denen ich das mit meiner Methode "nicht zugetraut" hätte.


    Grüße,

    Wolfgang

    und würd gern mehr in die Materie einsteigen, vorallem im Wald mit einem Buch in der Hand

    Hallo Kaycimayci,

    diese Aussage ist schon ein Widerspruch in sich.


    In die Materie tiefer einsteigen kannst Du nur, wenn Du von Deinem Waldspaziergang 2-3 unbekannte Arten (weniger ist mehr!) mit nach Hause nimmst (jeweils junge und alte Exemplare), diese mit viel Zeit und Ruhe und einer Tasse Tee in einem Buch - besser mehreren Büchern - nachschlägst, auf einem weißen Blatt Papier aussporen lässt um die Sporenpulverfarbe zu ermitteln, und alle weiteren Merkmale nachprüfst. Bald kommen dazu noch ein paar Chemikalien wie KOH, um Farbreaktionen auszulösen...


    Gruß,


    Wolfgang

    Hi Matthias,

    aus der Vereinskasse würde ich das nicht bezahlen, ich weiß nicht wie Du darauf kommst. Ggf. kann man in Frankfurt ein paar Proben mitlaufen lassen, aber ansonsten ist das "Privatvergnügen". Leider, weil das BfN zwar schon Daten für die nächste Rote Liste sammelt, sich aber bei den Kosten aus der Verantwortung stiehlt.


    @Pablo: nur mein Bauchgefühl. H. ceracea ist an der Nahe der häufigste Saftling, und ich habe ihn schon an Dutzenden Standorten gesehen. Aber nie so. Eigentlich ist der Taunus ökologisch ähnlich, warum sieht er jetzt anders aus?


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo an alle,


    ich bin bei Werner und halte das für die Überreste einer typischen rhodosperma.


    Die Namen konradii und rickenii sollte man dafür nicht verwenden denn sie sind keineswegs synonym, sondern beschreiben dunkle Formen von mastoidea und wurden FALSCH auf rhodosperma angewandt.


    Leichtes weinröten passt ebenso dazu wie die feine Natterung, und beides schließt Formen von mastoidea aus.


    Gruß,

    Wolfgang

    Hallo an alle,


    von mir auch noch eine Impression des Treffens


    Eines der Highlights für mich war Ramariopsis robusta (Dank wieder an Marvin für's finden). Die Art hat breitelliptische Sporen mit langen Stacheln, während kunzei subglobose Sporen mit kürzeren Stacheln hat. Die dritte weiße, R. atlantica, wurde aus Brasilien beschrieben und das Vorkommen in Europa ist ungeklärt, aber die Art soll kleiner sein, ebenso wie subtilis.



    Immer wieder schön ist die Aprikosenfarbene, Clavulinopsis luteoalba (auch wenn der Weißabgleich der Kamera dazu neigt, die Aprikosenfarbe wegzurechnen):


    Und als Rätsel hat uns das Treffen diesen Saftling beschert, der m.E. mit dem Boertmann nicht zu bestimmen ist, da er einen stark schleimigen Hut wie perplexa hat, aber einen komplett trockenen Stiel. Mal gucken, vielleicht frage ich Boertmann, was er davon hält.



    War toll mit Euch !


    Wolfgang

    Hallo an alle,


    ich konnte das Exsikkat von Glombi eindeutig als Clavaria zollingeri identifizieren: keine Schnallen, 4-sporige Basidien und Sporen ca. 6x4 my.


    Clavulina amethystina sollte dagegen nach CORNER Septen mit Schnallen, 2-sporige Basidien und Sporen 7-11 x 6-8 my mit einem Öltropfen haben.


    Leider wurde das Exsikkat durch den Post-Transport zu Feinstaub zermahlen. Eine Hinterlegung im Senckenberg-Herbar ist damit leider nicht mehr möglich.



    Lustigerweise hat Marvin aber heute auf dem Forums-Saftlingstreffen auch eine zollingeri aus der Wiese gezogen. Nicht so frisch wie die von Glombi, aber immer noch ein Highlight (und mikroskopisch identisch).


    Grüße,


    Wolfgang


    Hallo Schrumz,


    lässt sich natürlich leicht reden, wenn man Deine finanziellen Verhältnisse nicht kennt, aber:


    An einem Marken-Mikroskop hast Du mindestens 20 Jahre lang Freude. Wenn Du also z.B. 1200 € anlegst, sind das 60€/Jahr oder 5 € /Monat. Da gibt es einige andere Hobbies, die teurer sind.


    Wenn Dein Geldbeutel das leider momentan nicht hergibt, solltest Du den Gebraucht-Markt prüfen, wie Thiemo schreibt.


    Grüße,


    Wolfgang

    Hallo Johannes,

    bei Deiner Aufzählung der Bestimmungsmerkmale fehlt das wichtigste, nämlich die Sporenpulverfarbe. Das wäre hier (und in vielen anderen Fällen) entscheidend.


    Grüße,

    Wolfgang


    P.S.: entschuldigen musst Du Dich nicht, hier wird zwar Klartext gesprochen, aber nicht nachtragend. Im Zweifelsfall geht es ja nur um Dein Leben ;)

    Hallo Johannes,

    zu Deinem Pilz: ist Dir bei der Bestimmung klar gewesen, dass es ähnliche, violette Schleierlinge gibt? Wenn ja, hast Du alles richtig gemacht. Wenn nein, hättest Du das Risiko einer schweren Vergiftung in Kauf genommen.


    Zu App oder Buch: sicher könnte der Informationsgehalt einer App genauso hoch sein wie bei einem Buch. Der Unterschied besteht m.E. in zweierlei:

    - erstens werden Bücher, zumindest die der Fachverlage wie Ulmer, Kosmos, etc. korrekturgelesen, während in Apps auch mal Schwachsinn ungeprüft verteilt wird.

    - zweitens in der Erwartung der User, nach max. drei Klicks eine sichere Bestimmung zu haben. Das kann keine App der Welt erfüllen (auch kein Buch), aber verschiedene Apps werben damit, und treiben damit die User noch aktiv in's Risiko.


    Ansonsten hast Du mit Deinem Eingangsposting ja schon bewusst provoziert ("hätte ich überlebt?"), da darfst Du Dich über ein paar Ermahnungen nicht wundern.


    Grüße,

    Wolfgang