Beiträge von mollisia

    Hallo,


    als "Plage" bezeichnet man die ornamentationslose kahle Stelle unterhalb des Apikulus.

    als "suprahilare Depression" versteht man ein leichte Eindellung an derselben Stelle.


    Sprich, glatte Sporen können nur eine suprahilare Depression haben können, ornamentierte Sporen theoretisch beides.


    Einen Sonderfall gibt es noch bei Cystoderma, da spricht man bei manchen Arten von einem amyloiden Hilarfleck. Da soll dann unterhalb des Apikulus ein amyloider Fleck zu sehen sein, während die restliche Spore nicht amyloid ist. Ist mir persönlich bisher nie gelungen zu erkennen ….


    Dein Mikrobild zeigt wunderschön Sporen mit einer Plage und bei einigen ist auch zu erkennen dass die Sporen im Bereich der Plage etwas nach innen gedrückt erscheinen -> suprahilare Depression (z.B. die beiden oben links).


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo, Arminius!

    Das ist ein Flacher Lackporling (Ganoderma applanatum). Die weißen Stellen sind eigenes Mycel.
    Von den Inhaltsstoffen her hat Ganoderma applanatum nicht viel mit seinen Gattungsgenossen um Ganoderma lucidum (wo bei einigen Arten Heilwirkungen vermutet werden) zu tun. Ansonsten kann ich zur Verwendbarkeit nichts sagen, mich interessieren diese Pilze nur morphologisch und ökologisch.



    LG; pablo.

    Hallo,


    da möchte ich widersprechen, ich bin mir sicher dass das ein Zunderschwamm ist.

    Aufgrund des Alters werden die weißen Stellen vielleicht sogar Schimmel sein, sonst eben sekundär gewachsenes Myzel (von ihm selbst oder welchem Pilz auch immer).


    So hufförmig und mit so einer bläulichgrauen Kruste, das würde mich ausnehmend wundern wenn das ein Lackporling wäre.


    Falls Du den Pilz noch hast, und falls Du Kalilauge zur Verfügung hast (20%+), dann könntest du ein Stück von der obersten Hutkruste abschaben und in einen Tropfen Kalilauge geben - beim Zunderschwamm sollte sich je nach Alter ein mehr oder weniger deutlich rotes Pigment lösen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    an der Uni Marburg hat Prof. Kost darüber geforscht und bei ihm ging es um die Verbindung Monotropa-Tricholoma-Baum.

    Ob auch andere Pilzgattungen/-gruppen da eine Rolle spielen (können) ist meiner Ansicht nach nicht ausgeschlossen, aber eben nicht nachgewiesen (soweit ich weiß).

    Insbesondere da die Gattung Monotropa ja mindestens aus zwei Arten besteht - Fichtenspargel und Buchenspargel - mag es durchaus sein, dass es da artspezifisch unterschiedliche Verbndungen gibt.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    das ist ein Faserling, vermutlich aus der Artengruppe um Psathyrella prona.

    Dunkelbraunes Sporenpulver, aufsteigende Lamellen die aber nicht frei sind, langstielige zerbrechliche Fruchtkörper - das deutet zusammengenommen auf die Gattung Faserlinge hin. Etwa 150 Arten in Europa, die meisten auch von Fachleuten nur mithilfe von Mikromerkmalen sicher zu bestimmen.


    In Frage käme auch der Heu-Düngerling, aber der Stiel passt mir da nicht ganz so recht, und die Wiese sieht nicht frisch gemäht aus.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    Pilze bestimmen ist deshalb so schwierig, weil Du einerseits immer alle Merkmale in ihrer Gesamtheit in Betracht ziehen musst um zu einer Bestimmung zu kommen. Wenn auch nur ein wichtiges Merkmal abweicht, dann ist es sehr wahrscheinlich eben eine andere Art. Andererseits sind Pilze aber oft sehr variabel, und zeigen gerade NICHT alle wichtigen Merkmale. Und die Schwierigkeit liegt darin, so viel Erfahrung zu sammeln, dass man einen Pilz eben auch dann erkennt wenn er nicht typisch ist, nicht alle Merkmale bilderbuchmäßig zeigt. Zu entscheiden, wann eine Abweichung halt in der Variationsbreite liegt, und wann es etwas anderes sein muss - das ist das was die Erfahrung ausmacht und was Dir letztlich kein Buch vermitteln kann.


    Viel Spaß beim Erfahrung sammeln! :)


    Andreas

    Hallo,


    gut, da habe ich natürlich nichts hinzuzufügen, vielen Dank Euch!

    Für mich aber dann doch erstaunlich, wie variabel diese Caudae offensichtlich sind, denn ich habe diese bei meinem nächsten Präparat zwar schön sehen können, aber nur am oberen Ende der Spore und nie dort wo die ursprüngliche hyaline Zelle angewachsen war. Dort zeichnet DOVERI sogar mehrere caudae und schreibt "2 or 3 lower caudae" - bei mir war die nie auch nur eines.


    Dieses Mal hatte ich ein Perithezium mit 32-sporigen Asci, das davor war mit 16-sporigen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Florian,


    danke für den Tipp!

    Ich werde mal heute abend versuchen, noch besser erhaltene Perithecien zu finden und vielleicht die Caudae besser zu sehen.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    und noch eine letzte Bitte um Bestätigung, oder einen Tipp was noch in Frage käme:

    16-sporiger kleiner weißer Coprotus - da gibt's doch nix anderes wenn die Sporen bis ca. 12-13 µm lang sind, oder?


    beste Grüße,

    Andreas

    Liebe Kolleg*Innen,


    da ich von den Köttelpyrenos echt keinen Plan habe, hier die Frage ob es sich bei dieser 16-sporigen Podospora um P. similis handelt, oder was noch in Frage käme. Beim Vergleich mit der Zeichnung bei DOVERI kann ich nicht allzuviel Übereinstimmung finden, offen gestanden. Aber die Sporengröße mit 38 x 22 µm passt soweit, und was anderes kommt ja irgendwie nicht in Frage, oder doch?


    Lässt sich mit den Bildern was anfangen?


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ich habe inzwischen eine reichliche Ernte dieses lebhaft goldgelben Saccobolus auf meinen Kötteln, und tendiere eher zu Saccobolus succineus. Die Unterschiede zu S. citrinus sind ja marginal, wenn ich das so bei DOVERI (Fungi Fimicoli) lese. Weswegen ich aber zu S. succineus tendiere sind vor allem zwei Dinge:

    1. Die Sporen haben mehrheitlich zusätzlich zum warzigen Ornament noch feine Risse. Das wird für S. citrinus eigentloch nie gezeigt, scheint aber bei S. succineus üblich zu sein.

    2. Die Sporenmaße passen einen Tick besser zu succineus, weil sie relativ kurz sind und dort aufhören, wo S. citrinus eigentlich erst anfängt: 18,2-19,5 x 8,6-9,1 µm


    Aber mir fehlt da natürlich die Erfahrung, das wirklich beurteilen zu können.


    Anbei Fotos von heute, wobei das gelbe Pigment etwas leuchtender, reiner gelb ist als auf den Bilder rauskommt.


    Habt ihr noch ne Idee dazu?

    Hallo Peter,


    bist Du sicher dass das aereus ist? So vom Bild her hätte ich an die dunkle Form von aestivalis gedacht.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo, Grüni/Kage, die orchideenartigen Blätter sind eindeutig einer winterblattbildenden Orchidee zuzuordnen. Könnte sich um Helmknabenkraut oder Dreizähniges Knabenkraut handeln. Finde es sehr interessant, dass die Orchidee trotz der letztjährigen extremen Trockenheit anscheinend dennoch kräftige Knollen bilden konnte, die derart üppige Blätter treiben.

    Hallo,


    ja, das sehe ich auch so, dass das eine Winterrosette ist. AUßer den Neotiella-Arten (also "Orchis" ustuata und tridentata) kommen da aber auch noch die Ophrys-Arten und auch Spiranthes spiralis in Frage.


    Helm-Knabenkraut dagegen macht keine Winterrosetten, und die im Frühjahr angelegten Rosetten sind gelbgrün, glatt und nicht bereift.


    Ich kenne die Bodenverhältnisse dort nicht, sollte aber lehmig-kalkhaltig sein, zumindest basisch.


    Wenn es sich um eine spontane Neuansiedlung handelt, dann dürfte die Bienen-Ragwurz das wahrscheinlichste sein, da diese Art sich ziemlich ausbreitet die letzten 30 Jahre. Alle anderen der genannten Arten sind rückläufig.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Grüni,

    Moin HoBi : Ich fand Anfang Januar das:



    Es gibt ja winterblattbildende Orchideen-Arten. Ob das hier (siehe mein Bericht hier: ❄️ Grünis Winterspaziergang am Würzberg ☀️) oder eure Exemplare solche sind, oder eher Klimawandel-bedingt zu früh rauskommen, weiß ich natürlich nicht. Bestimmen konnte ich meinen Fund so ohne Blüte nicht.

    das dürfte eine Winterrosette sein, ich würde eine Ophrys vermuten. In Frage kommen aber auch die Neotinella-Arten (also Brand-oder Dreizähniges Knabenkraut). Ähnliche Rosetten treibt Spiranthes spiralis, aber die ja nun leider doch seeeehr selten geworden.


    Ganz sicher bin ich mit WInterrosette deshalb nicht, weil ich hier am Harzrand vor drei Wochen auch eine ganze Kolonie Orchideen-Blattrosetten gefunden habe, und zwar auf (sauren) Schlackehalden, so dass da eigentlich alles an Orchideenarten was Winterrosetten treibt ausscheidet.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Karl,


    naja, sooooo Phantasiepreise sind das (leider) gar nicht. Ich hatte vor kurzem einen Satz Band 1-5 bei Ebay angeboten und der ging für 560 Euro weg. Wenn man bedenkt, dass Band 4 soweit ich weiß noch in ein oder zwei Bänden für 19,90 zu haben ist, dann ist 575 Euro für Band 1-3 jetzt nicht sooooo wahnsinnig weit weg ….


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    der Champignon ist Agaricus porphyrocephalus, in der neuen Roten Liste in Kategorie 1 eingestuft.

    Des weiteren kommen dort etliche Saftlinge und Rötlinge vor, auch weitere RL 1 - Arten die teils auch gleichzeitig Verantwortungsarten sind. Natürlich auch einige weitere CHEG-Arten.


    Die von Claudia im letzten Bild gezeigt Entocybe nitida ist aber nicht von der Wiese dort, sondern vermutlich aus dem Siegelbach-Hangquellmoor, nicht wahr?


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Sigrid,


    die Helligkeit bzw. Lichtfarbe kannst Du schnell verbessern, wenn Du Dir eine separate Nachttischlampe mit LED kaufst - gibt's bei IKEA schon vor 10 oder 12 Euro. Als externe Schwanenhalsbeleuchtung unschlagbar günstig.


    Ansonsten ist immer das Problem, dass Du für eine gute Tiefenschärfe auch eine sehr gute Qualität brauchst. Ich würde DIr auf jeden Fall zu einem Zoom-Gerät raten, da kannst Du die Tiefenschärfe stufenlos verstellen im Bereich von 10-40fach oder 8-45fach. Eine 80fache Vergrößerung ist kaum mal von Nutzen und wird im Regelfall dadurch erzielt, dass man statt den 10er-Okularen 20er-Okulare benutzt. Die sind aber meistens schlechter in der Bildqualität wie die 10er - oder entsprechend teuer.


    Da musst Du letztlich selbst entscheiden, wieviel dir ein mehr an Qualität letztlich wert ist. Und in je höheren Preisregionen Du Dich bewegst, umso mehr musst Du noch drauflegen um ein wenig mehr an Qualität zu bekommen.


    Meine Stereolupe ist eine Zoom-Lupe 10-40fach mit LED-Ringbeleuchtung, die kostet etwa 500 Euronen. Da ist qualitätsmäßig aber durchaus noch reichlich Luft nach oben, insbesondere was die Fotografiererei anbelangt. Wenn Du gute Fotos machen möchtest in einem Vergrößerungsbereich von 40fach und womöglich aufwärts, dann wirst Du unter 2000-3000 Euro nichts zufriedenstellendes finden, vorzugsweise Olympus oder Zeiss-Geräte.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo Stefan,


    ja, das ist das Merkmal der Skletthyphen: keine Septen. Zumindest jedenfalls auf hunderten von µm keine.


    Wenn Du mal Schizopora mikroskopierst und einen Schnitt durch einen Zahn ungequetscht (oder wenig gequetscht) anschaust, dann siehst Du ein Mediostratum aus +/- parallelen, dickwandigen Hyphen. Und die haben dann meist doch hie und da mal eine Septe, so dass man sich gar nicht im Klaren ist, ist das schon ne Skeletthyphe oder noch eine generative. Und drum wird die Trama bei Schizopora meist als "pseudodimitisch" bezeichnet.


    LG, Andreas

    Hallo Stefan,


    dieser Wuchs in Form von Polstern, die man auch als Ganzes von der Rinde pflücken kann, den finde ich schon sehr typisch. Auch wenn das Orthotrichum auch mal weniger zusammenhängend wachsen kann. Es wächst aber soweit ich weiß immer nur auf der Rinde und immer von Laubbäumen.

    Laut Lothar kommt Octospora affine auch in anderen Moosen vor (er wollte dem Becherling eigentlich einen anderen Namen geben), so dass es genau genommen gar nicht so ganz wichtig wäre, ob Du da nun Orthotrichum affine oder ein anderes Orthotrichum hast.


    Und wie gesagt, das Moos hat immens zugenommen die letzten ca. 20 Jahre. Die Kartierung des entsprechend zugehörigen Moosbecherchens hinkt halt deutlich hinterher. Abhängig vom Boden ist das sicher nicht, aber vielleicht von der Höhenlage? Ich finde es vor allem oberhalb von 400 Metern, aber vielleicht liegt das auch daran dass ich einfach deutlich seltener in tieferen Lagen bin.


    beste Grüße,

    Andreas

    Hallo,


    ob dick- oder dünnwandig ist ja kein Hinweis auf monomitisch oder dimitisch. Es gibt dickwandige generative Hyphen und dünnwandige Skeletthyphen. Entscheidend ist, ob die Hyphen septiert sind oder nicht. Unseptierte Hyphen kann ich nicht erkennen auf den Bildern, dafür aber reichlich septierte.


    LG, Andreas

    Hallo,


    auf den Mikrobilder bzw. Stereolupenbildern ist nichts zu erkennen. Das letzte zeigt kristalline Strukturen, könnte also durchaus etwas mineralisches sein.

    So große Beläge wären für corticioide Pilze eher ungewöhnlich, insofern könnte Stefan schon recht haben mit seiner Vermutung. Zumindest deutet bisher nichts so richtig auf einen pilzlichen Ursprung hin.


    beste Grüße,

    Andreas