Beiträge von mollisia
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Hallo,
es gibt kein offizielles Gremium das deutsche Namen vergibt, und es gibt auch kein Anrecht darauf dass ein bestimmter deutscher Name verwendet werden muss.
Jeder kann sich einen deutschen Namen ausdenken und ihn benutzen. Ob er dann gebräuchlich wird, das entscheidet die Zeit und die Benutzer des Namens. Wenn ein weit verbreitetes Buch einen Namen zu einem Pilz druckt, dann ist es wahrscheinlicher dass er mit der Zeit Allgemeingut wird.
Vor einigen Jahren haben wir - die drei Autoren Bollmann, Reil und Gminder - ein Abbildungsverzeichnis für europäische Pilze erstellt und das wurde dann auch über die Schwarzwälder Pilzlehrschau vertrieben und erfreute sich dadurch auch einer relativ weiten Verbreitung. Wir haben damals versucht, für alle aufgeführten Pilze einen deutschen Namen zu finden, oder eben notfalls zu erfinden. Sicherlich ist da auch einiges an Namen Allgemeingut geworden, auch weil sich manche Autoren zukünftig der Einfachheit halber auf unser Verzeichnis bezogen haben. Aber natürlich hat keiner der Namen einen Anspruch darauf gültig oder gar alleingültig zu sein.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
die Sporen scheinen biguttulat zu sein.
Aufgrund der Wuchsform, dieses flachig-kleingnubbelige, glaube ich weiterhin eher an Gloeoporus/Ceriporiopsis pannocinctus (oder vielleicht sogar C. gilvescens?). So habe ich jedenfalls Gloeporus dichrous bisher noch nie wachsen sehen, auch wenn die struppige Hutkantenoberseite schon passen würde.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
also ich werde zumindest an einigen Tagen da sein. Vielleicht nicht durchgehend, das muss sich kurzfristig zeigen. AUf jeden Fall am ersten Tag und an der Mitgliederversammlung, außerdem soll ich zwischendrin noch nen Vortrag halten.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Chris,
monomitisch, allantoide kleine Sporen, Schnallen, filzig-striegelige Hutoberfläche: Da passt eigentlich nur die Gattung Gloeoporus. Was dann auf Gloeporus pannocinctus hinauslaufen würde, der aber eigentlich einen deutlichen gelblichen bis grünlichen Ton in der Porenschicht haben müsste. Vor allem aber müsste er eine gelige Zwischenschicht zwischen Poren und Huttrama haben. Könntest Du mal ein Stück mit ner scharfen Rasierklinge längs durchschneiden und das Schnittbild posten?
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
ich bin wie einige hier der Ansicht, dass es keine pauschale Antwort darauf gibt, sondern in erster Linie klar sein muss um welche Art der Fragestellung es geht.
Bei Anfragen/Diskussionen zu/um mehr oder weniger große, in Pilzbüchern abgebildete Arten finde ich es immer angebracht den deutschen Namen zumindest mit anzugeben.
Bei sehr fachspezifischen Diskussionen um was-weiß-ich für imperfekte Pilze oder um welche Sporormiella es sich nun handeln könnte - also da wirken deutsche Namen nur hinderlich und eher lächerlich, zumal man sich füpr die meisten erst welche ausdenken müsste.
Weiters kommt es auch auf die Pilzgruppe an, denn so Namensungetüme zu basteln ist auch wenig hilfreich. Auf Teufelkommraus irgendwas zu erfinden gipfelt dann bisweilen in deutschen Namen, die den Pilz gar nicht charakterisieren (sie Dittes Beispiel über Inocybt tjallingiorum). Was allerdings auch bei lateinischen Namen passieren kann, z.B. wenn der Abies-Begleiter mit lateinischem Namen xy. picea heißt, oder Phebia nothofagi in unseren heimischen Buchenwäldern wächst.
Also: Deutsche Namen wann immer möglich und sinnvoll, aber nicht mit aller Gewalgt - das wäre mein Vorschlag.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
scheint definitiv eine Mollisia zu sein.
Aber kommt das wirklich aus diesen grauen dicken Scheiben aus dem oberen Bild?
Zur Bestimmung bräuchte man auf jeden Fall noch ein Sporenbild mit weniger geschlossener Blende, bzw. mit besser eingestellter Kamera, um den Tropfeninhalt genauer sehen zu können. Vermutlich - so scheint es den Bildern nach zu sein - wenige kleine Tröpfchen in den meisten der Sporen.
Ferner noch die KOH-Reaktion, die kannst Du aber auch makroskopisch unter der Stereolupe machen: KOH 20% auf das Hymenium geben und schauen ob eine zitronengelbe Reaktion auftritt. Höchstwahrscheinlich nicht in diesem Fall.
Beim langsamen Dehydrieren bekommt die Art meist einen deutlich cremegelben Ton im Hymenium, manchmal nur schwach und manchmal recht auffällig
Ich denke es ist die allgegenwärtige Mollisia "olivaceocinerea ss. Gminder", die aber nichts mit der originalen M. olivaceocinerea Svrcek zu tun hat. Der Pilz muss vermutlich mal Mollisia dimorphospora heißen.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
ah, das hatte ich total übersehen, dass Chris schon Asci gesichtet hatte.
Tja, dann weiß ich auch nicht. Irgendwie glaub ich trotzdem nicht so recht dran, vielleicht sind ja zwei verschiedene Sachen drauf, das Glibberteil und noch ne Mollisia?
chris: Hast Du das getrocknet?
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Florian,
ja, aber ich glaub nicht dran. Ich hab sowas letztes Jahr aus dem Bach gefischt, war schon sehr aufgeregt was das wohl für ne Mollisia sei - hatte auf M. rivularis oder M. casaresiae getippt - und war sehr erstaunt dass es ein imperfekter Pilz war. Keine Ahnung was für einer, hab ihn gefrustet entsorgt

beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
ich glaube das ist ein imperfekter Pilz.
Eine Mollisia sicher nicht, eine Gelatinomollisia schon gleich gar nicht, die Gattung gibt's nämlich nicht. Falls damit Ombrophila hemiamyloidea gemeint sein sollte - nein, der sieht anders aus und wächst strikt aquatisch.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
also ich glaube nicht so recht an unterkartiert. Wenn man mal so gut, was an wesentlich kleineren und dazu noch unscheinbar gefärbten Pilzchen so alles kartiert wurde, dann muss das wirklich ein sehr seltener Pilz sein.
Möglicherweise ist er atlantisch verbreitet, jedenfalls deutet die Verteilung der bisherigen Nachweise schon darauf hin, finde ich.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
und für all die unter Euch, die keine Holunderbüsche in der Nähe haben die gute Nachricht: Der Pilz wächst überall wo Orthotrichum-Polster an Bäumen zu finden sind, nicht nur an Holunder.
Wer sich schwer tut, die Miniteilchen in der Natur zu entdecken, der kann es auch probieren, einfach auf gut Glück Orthotrichum-Polster von den Bäumen sammeln und daheim unter der Stereolupe suchen. Ihr müsst immer an den Grund der Polster kruschteln, aber bei üppigen Vorkommen wachsen die Becherchen auch mal neben den Moosen auf der RInde und sind dann "gut" zu sehen.
Die Art ist sicherlich stark in Zunahme begriffen, weil das Wirtsmoos auch erst seit ca. 20 Jahren massiv zunimmt und vorher recht selten war - laut Auskunft von Jan Eckstein.
beste Grüße,
Andreas
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Alles anzeigen
Danke!

LG, Andreas
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Hallo Peter,
oh, aber ferrugineum ist doch schon durch die fleischigeren Fruchtkörper und den Mehlgeruch was ganz anderes als scrobiculatus/concresecens. Hätte gar nicht gedacht dass die sich morphologisch so ähneln können. Da muss ich mein Konzept von ferrugineum wohl etwas erweitern.
Wenn Du schon Ganoderma valesiacum gerade ansprichst: Gibt es eine Arbeit wo der Typus sequenziert wurde? Das was mir bisher als valesiacum gezeigt wurde halte ich für Ganoderma lucidum der sich an Fichte verirrt hat.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Peter,
cool, danke!
Die scrobiculatum-Gruppe ist schwierig und da ist selbst molekular nicht alles klar. Erst recht nicht wenn man amerikanische und asiatische Arten mit einbezieht.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
meiner Kenntnis nach ist bei allen drei Kursanbietern, die einen F2-Kurs mit Prüfung anbieten, der F1-Kurs die Vorstufe dazu und niemals ein parallel laufender Kurs mit gleichen Anforderungen. Auch schon daraus ersichtlich, dass noch nie nach einem F1-Kurs eine Prüfung angesetzt war, aber andererseits die meisten F2-Kurse damit enden oder diese anschließen.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
und als weitere Vorabinformation: Die neue Rote Liste Thüringens ist im Zuge der Fertigstellung und wird ca. Ende des Jahres bis Anfang 2021 in einem Sammelband mit allen anderen Roten Liste von der TLUG herausgegeben werden.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Peter,
was stellt das Bild dar? Kann ich deinem Text nicht entnehmen, dem scheint irgendwie die Hälfte zu fehlen?
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
der Milchling ist meiner Ansicht nach Lactarius mediterraneensis. Bei den umgedrehten Bildern sieht man dass der Hutrand wasserfleckig ist - bei der Art ist das meist noch viel deutlicher bis in den Hut hinein mit der Wasserfleckigkeit. Da der Stiel auch wasserfleckig ist, käme als Alternative nur entweder L. zonarius (= L. insulsus ss. Moser) in Frage oder L. acerrimus. Auch wenn die Fungi of orthern Europe den Stielgruben hier keinen taxonomischen Wert zusprechen, meiner Erfahrung nach passt das schon mit den Stielen getropft/nicht getropft.
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Thorben,
also wenn es ein Basidiomycet ist, dann solltest Du vermutlich am ehesten bei Hemimycena suchen. Dort gibt es reduzierte ARten die wenig oder gar keine Lamellen haben.
Bei den Zystiden mit Kollarette bin ich aber nicht ganz sicher, ob das nicht ein Konidienträger ist - kannst Du das auschließen?
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Bernd,
uff, da bin ich ja platt! Denn Du hast sicherlich recht mit Deiner Vermutung! Überprüfen kann ich das zwar nicht mehr, das winzige Pilzchen war komplett weg, aber ich hatte einen Saccobolus-Ascus mit im Präparat - aber dachte ich hätte zwei verschiedene Pilze im Präparat ….
Also schlicht ein unreifer Saccobolus - wusste nicht dass die solche Knicke im Ascus-Apex haben. Ich staune immer noch ….
beste Grüße,
Andreas
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Hallo,
also wenn man überhaupt trennen kann zwischen diesen verschiedenen Sippen, dann sollte CLavulina rugosa, die Runzelige Kammkoralle, immer völlig unverzweigt sein. Dein Fund hat aber deutliche Ästchen, damit fällt die Runzelige auf jeden Fall raus.
Ob man aufgrund der Färbung zwischen Grauer und Gemeiner Kammkoralle (Clavulina cinerea und coralloides/cristata) unterscheiden möchte und kann, das ist persönliche Geschmacksache. Ich hatte früher unterschieden, und die richtig violettgrauen mit gelblich abgesetzter Basis dann cinerea genannt. Alles andere lief bei mir unter coralloides, egal ob weißlich, creme, cremegrau, ob viele Ästchen oder nur ganz wenige.
Das dumme ist, am Standort kommen oft alle Farb- und Fruchtkörperformen durcheinander vor.
beste Grüße,
Andreas
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Liebe Köttelkuschler*innen,
ich bräuchte mal nen Tipp, irgendwie steh ich auf dem Schlauch ….
Ich habe unter 40facher Vergrößerung ein sehr winziges Ascmycetchen auf Schafdung gefunden, das sich wieder erwarten als voll reif herausstellte. Auffallend war, dass es zunächst weißlich-durchscheinend aussah, dann aber gelb wurde. Vermutlich weil es zuerst unterseits und ohne Licht war. Jedenfalls ist das gelbe Pigment sehr leuchten in den Paraphysen als Vakuolen zu sehen. Was aber besonders auffällt, ist der deutliche Knick an der Ascusspitze, den ich eigentlich nur von Thecotheus kenne. Allerdings sind bei meinem Pilz die Sporen glatt. Okay, es gibt auch ein paar glattsporige Thecotheen, aber es passt einfach nix - ich bin offensichtlich in der falschen Gattung. Coprotus dürfte auch ausscheiden, jedenfalls eiere ich mit Ivankas neuem Schlüssel auch ziemlich rum und lande immer im Nirvana.
Ihr kennt diesen auffälligen Asco bestimmt gleich aus der Hand und könnt mir auf die Sprünge helfen, ne?
beste Grüße,
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Hallo,
wobei ich dem morphologischen Konzept in diesem Fall mehr vertraue als dem molekularen, und die costata-Gruppe für congenerisch mit der gibba-Gruppe ansehe und alle in Infundibulicybe führe. Aber eben nur aufgrund der morphologischen Übereinstimmungen, und nur meine persönliche Auffassung ….
beste Grüße,
Andreas
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Hallo Chris,
auch bei den Röhrlingen ist beileibe noch nicht in jeder dieser neuen Gattungen das letzte Wort gesprochen. Daher ist es m.E: durchaus vernünftig, etwas zu warten bis sich die Lage stabilisiert und dann erst die Namen zu wechseln. Vom Art-Auffinden her ist es eigentlich egal, aber das ändern kostet ja auch jedes Mal Franks Zeit und Energie. Daher finde ich es durchaus gut und berechtigt, dies nicht "ständig" zu aktualisieren. Dass die Röhrlinge nicht auf dem derzeit als neuestem Stand angesehenen Stand sind, das ist uns schon bewusst gewesen.
beste Grüße,
Andreas
