Hallo Ingo,
Den hatten vier Teilnehmer richtig. Natürlich habe ich auch die alte Bezeichnung (Lyophyllum incarnatobrunneum) oder den Mix aus alle dem gewertet. Für den fleischfarbenen Schönkopf - 2 x geraten - gab es noch zwei Gnadenpunkte. Obwohl der wo ganz anders hingehört.
Leute - könnt ihr mir das vielleicht mal erklären.
wieso Gnadenpunkte? Die deutsche Bezeichnung Fleischfarbener (oder Fleischbräunlicher) Schönkopf ist Calocybe incarnatobrunneum (E.W. Gerhardt) Krieglst., also der von Dir gezeigte Pilz. Der wurde nicht nur in verschiedenen Gattungen - Lyophyllum, Calocybe, Gerhardtia - sondern auch unter verschiedenen Artnamen beschrieben:
Calocybe civilis (Fr.) Gulden 1993
Lyophyllum serieus Romagnesi 1987
Tricholoma borealis Fr. ss. Alessio 1977
Rhodocybe calocyboides Clémencon 1983 (inval.)
Lyophyllum incarnatobrunneum Gerhardt 1982
In Calocybe wäre er jedenfalls sicherlich besser aufgehoben als in Lyophyllum.
M. Bon hat eine eigene Gattung für diese Art aufgestellt, Gerhardtia, da sie schnallenlose Hyphensepten aufweist, was einzigartig in dieser Artengruppe um Calocybe/Lyophyllum ist (abgesehen von nordamerikanischen Arten).
Die Gattung ist natürlich nach E.W: Gerhardt, dem Pilzbuchautoren aus Berlin, benannt.
Ich habe die Art regelmäßig in guten Jahren an ein oder zwei Standorten um Oberhof. Sie sind immer relativ dunkel fleischbraun, den deutschen Namen "Ockerbrauner Prachtritterling" finde ich sehr unglücklich. Weder ist der Pilz ockerbraun, noch ist es ein prächtiger Ritterling. Eher sieht er eben wie ein Schönkopf aus oder wie ein kleiner Rötelritterling. Größere Fruchtkörper als maximal 8 cm hatte ich nie.
beste Grüße,
Andreas