Hallo Thorben,
der Fund fehlt mir in der Gesamtliste für Alme. Ich hatte heute Kontakt zu Ingo Sennepilz und kopiere mal seine Mail hier rein:
Was nun die beiden Formen von Gamundia striatula betrifft (die eine auf
Nadelstreu, die andere auf Peltigera) so sollte man sie meines Erachtens
getrennt kartieren, so wie es in Dänemark schon seit langem praktiziert
wird. Dort aber auch anderswo in Europa hat sich für die auf
Schildflechten parasitierende Spezies Gamundia xerophila als Artname
etabliert (siehe https://svampe.databasen.org/taxon/71848 ) und diese G.
xerophila ist auch in Norddeutschland nicht allzu selten.
Mir sind aus Ostwestfalen mittlerweile 9 Fundpunkte bekannt und wo
Schildflechten in nennenswerten Beständen im Offenland vorkommen, findet
sich meist auch G. xerophila. Dabei ist sie mindestens so verbreitet wie
die ebenfalls auf Schildflechten parasitierende Arrhenia peltigerina. Zu
95 % ist der Wirt die häufige Peltigera rufescens, ich fand G. xerophila
aber auch schon auf P. canina und P. neckeri. Wahrscheinlich werden alle
im Offenland vorkommenden Schildflechten-Arten genutzt. Von der
eigentlichen Gamundia striatula habe ich dagegen nur einen Fund (auf
Heidekrautstreu), allerdings bin ich nahezu ausschließlich im Offenland
unterwegs und kann nicht sagen, was sich so alles auf der Nadelstreu in
unseren Kiefern- und Fichtenwäldern findet.
Ich tendiere nun dazu, meine Gamundia striatula (sofern auf
Schildflechten gefunden) in G. xerophila umzubenennen, zumal dieser
Artname auf pilze-deutschland schon zu finden ist. Ganz aktuell hat
Jesko Kleine (Sachsen) einen Fund aus dem Januar 2023 so benannt,
hinzukommen Funde aus SH.
Ist das aus Deiner Sicht sinnvoll oder sollte man bei Gamundia weiter
auf eine Klärung mittels Gensequenzierung warten? Aus ökologischer Sicht
sind es definitiv zwei verschiedene Arten, das "Problem" ist, dass sie
sich makroskopisch nur in der Färbung und mikroskopisch wohl gar nicht
unterscheiden.
Mir ist bekannt, dass auch Lothar Krieglsteiner dazu tendiert, die Arten
getrennt zu erfassen und ich schließe mich der Auffassung von Ingo an.
LG Karl