Liebe Täublingsfreunde
Am 09 August fand ich unter Buche/Hainbuche einen ockerlichen Täubling mit dem ich zunächst nichts anfangen konnte

Vier Tage später an der gleichen Stelle dann ein großes Vorkommen

Fruchtkörper stark ausblassend

SPP IVd bis IVe, Geschmack scharf, Guajakreaktion rasch positiv, FeSO4 blassrosa, Dermatozystiden sehr variabel in der Größe, Haare spitz zulaufend, Sporen isoliert stachelig
Bei allen gelben Dottersporen mit scharfem Geschmack blieb immer ein Fragezeichen und ich legte den Pilz vorerst als Russula sp. ab
Vorgestern an gleicher Stelle dann eine weitere Kollektion

Merkmale identisch mit der Kollektion von August:
SPP IVd bis IVe, Geschmachmack in Lamellen und Stielfleisch scharf, Guajakreaktion rasch positiv +++, FeSO4 blassrosa
Sporen breit elliptisch mit isolierrten Stacheln

Größe: 7,9 - 9,3 - 10,7 x 6,3 - 7,3 - 8,3 µm

Haare der Hutdeckschicht

Dermatozystiden variabel in Form und Größe, bis 13 mµ breit


Dann öffnete mir Felix Hampe die Augen: Was hast Du gegen R. cuprea, ich sehe deutliche Divertikel
Die waren in meine Augen so spärlich, dass ich ihnen keine Bedeutung beigemessen hatte, also nochmal hin

Von einem ganz jungen, kleinen Fruchtkörper untersuchte ich erneut die Huthaut und wurde reichlich fündig

Damit war die Bestimmung als Russula cuprea abgesichert. Gelbgrüne Formen von R. cuprea wurden früher als R. urens abgetrennt,
was aber wohl genetisch nicht haltbar ist.
Das passende Ende bilden dann im Laub versteckte, gefärbte Fruchtkörper, die weniger als einen Meter entfernt standen.
Chemie, Geschmack und Mikros identisch. Manche Täublinge hat der Teufel geschaffen

LG Karl