Beiträge von coindigger

    Hallo Frank,


    zum sogenannten "Falschen Perlpilz" steht im "Pilze der Schweiz" Band 4:


    "Der vor allem in älterer Lit. herumgeisternde «Falsche Perlpilz» (A. pseudorubescens) bezieht sich mit grösster Wahrscheinlichkeit auf dunkelviolettbraune, hartfleischige und mit spitzwarzigen Velumresten bedeckte Trockenformen der hier beschriebenen Art. Nach KRIEGLSTElNER (1984a) ist dieses Binomen lediglich als Synonym zu betrachten."

    Spannenderweise ist das ja nahe an deinem Fundexemplar.


    Eine mikroskopische Unterscheidung zum Grauen Wulstling wird lediglich über den Q-Wert der Sporen vorgeschlagen: Die vom Perli sind "länglicher", die vom Excelsa "rundlicher".


    Auf amanitaceae.org finde ich auf die Schnelle jetzt keinen Clou dazu.


    Wenn Du magst und der "Kleine" überhaupt schon Sporen hat, kann ich mal ein paar Messung unter der Photonenschleuder machen.

    Hallo Paul,


    ich verstehe, dass Du das nicht nachvollziehen kannst.

    Aber es ist so häufig, dass Pilze verwachsen und damit unerkennbar, unförmig und sonderbar aussehen. Schau mal auf meinen Avatar - das ist auch nicht selten und manchmal noch viel extremer ausgeprägt.

    Man erkennt die Verwuchsformen dann idealerweise noch am Geruch, am Substrat und an der Konsistenz. Auch Durchschneiden hilft oft. Aber das geht alles bei einem eingestellten Bild nicht.

    Insofern liegt der Leberreischling als verwachsene Form auch für mich schon sehr nahe.

    Satanspilze zu bestimmen ist übrigens simpel: einfach umdrehen!


    Und ja... der roch nach Acrylfarbe.

    :)


    Und das war ein wunderschöner Tagesabschluss dort im Tannenwald!!

    Wir hatten dann auch noch einen Gelb-Grünling aus der Gruppe der Inocyben… aber keiner wollte was genaues dazu sagen... :-o




    Guten Morgen!

    Eine Anleitung dazu habe ich nie gesehen. Ich greife mit dem Messer immer eine Sehne von 15-25mm je nach Hutgröße, so dass man ca. 30 Grad des Hutkreises hat, klappe diesen Bereich zwischen Klinge und Daumen um und ziehe zur Hutmitte ab.

    In vielen Büchern findest Du dann die Angaben von 1/1 (lässt sich bis zur Mitte bzw. gänzlich abziehen) oder 3/4, 1/2 bzw. 1/3 oder 1/4 für die Abziehbarkeit im Verhältnis zum Radius. Bisher konnte ich die Literaturangaben mit dieser Methode gut nachvollziehen.

    Hallo Rudi,

    das erste Mal habe ich das vor bestimmt 30 Jahren in einem Pilzbuch gelesen. Wenn Du nach "Hallimasch" und "Schweine" googelst findest Du bereits unzählige Treffer.

    Habe zwar ad hoc keine Publikation oder keine wissenschaftliche Seite gesehen, glaube aber nicht, dass das alles nur voneinander abgeschriebene Fakes sind.

    Ja, wo wir wieder bei den Gerüchen wären. Also hier in Brandenburg (95% saure Böden) gibt es auch immer wieder richtige Fälblings-Schwemmen. Und ich finde viele Fälblinge riechen in dieser für mich "Bitter"-Richtung. Also schon ähnlich, wie das alte, wasserabweisende Kakao-Pulver. Aber eben auch leicht anders...

    Hallo, Tom!


    Hast du mal geknautscht, gerubbelt und geschnuppert?
    Die Harpunenschwämme aus der Sektion um Hohenbuehelia geogenia riechen allesamt recht ordentlich nach Maipilz.



    LG, Pablo.

    Ha!

    Superlieben Dank Pablo! Absolut mehlig, maipilzig. Nach dem Knautschen in der Nase und nach dem Kauen auch im Mund. Niemals Pleurotus.


    Ich habe auch die Bilder im Großpilze BW Bd.3 Seite 264 angesehen: der Pilz oben im Bild genau so, wie ich hier beschrieben habe: ein aufgeschnittener halber Trichter. Das ist kein vollfleischiger Stiel, sondern eine runtergeführte, eingerollte Hutsektion.


    Da freu ich mich. :)

    Nachher zünde ich noch die Photonen-Wurfmaschine. Habe mir Lanzenbilder aus der Funga Nordia und einer nih-publication geholt.

    Danke Uwe für deine Antwort!

    Das klingt nach einem Plan und ich nehme das gerne für die nächsten Abende mal auf.


    PS: für alle Hohenbuehelia-Zweifelnden: Schaut euch mal das erste Bild - Pilz ganz oben an: die Dinger sind Trichter, die genau auf der Hälfte aufgeschnitten sind. Es existiert kein runder Stiel, sondern die Stielinnenfläche ist die heruntergezogene Hutfläche bis nach unten - so wie eine Trichterinnenfläche sich ebenso unten, innen fortsetzt.

    .

    Ganz lieben Dank euch schon mal!

    gerne schaue ich heute Abend noch mal nach der gelatinösen Huthaut. Problem ist, dass der ganze Pilz sehr schmächtig und dünn ist - selbst die größeren Exemplare sind eher wie eine Art Judasohr mit Lamellen unten dran. Das bedeutet, dass die Huttrama vielleicht gelige 1-2mm misst, die Lamellen dagegen 4-6mm - in Summen nicht mal 1cm Hut.

    Die Sporen sind ja laut Literatur sehr ähnlich, also nicht für eine sichere Unterscheidung ausreichend. dennoch werde ich die Tage mal ein paar Mikro-Bilder machen.

    Was meint ihr, ist das trennende Mikro-Merkmal? Kristalltragende Zystiden in der HDS?

    Hallo Experten!


    Wahrscheinlich habe ich am Wochenende Erdmuschelinge gefunden.

    Habitat: Brandenburger Kiefernwälder, alter Einschlagplatz mit Flechten und uralten Holz-Rinden-Resten. Eher sauer als basisch.


    Was mich wundert:

    Hier sind so viele Bilder im Forum von Funden, die meines Erachtens sehr ähnlich den Pleurotussen sind.

    Was ist bei meinem Fund anders:

    Es gibt gar keinen richtigen, runden Stiel. Von einer Seite sieht es zwar aus wie ein Stiel eines Pleurotus - von der anderen Seite ist es hohl und eingedellt.

    Es gibt so gut wie kein Hutfleisch im Schnitt.

    Der Pilz ist eher schmächtiger - Pleurotus wird aus meiner Erfahrung viel kräftiger.


    Liege ich denn richtig mit der Hohenbuehelia geogenia?





    Hallo Karl,


    dann packe ich mal Mikrobilder anbei.

    Zuerst Sporen, ungefärbt.

    Messungen ergaben im Schnitt 7.70 x 6.50 µm. Könnten theoretisch beide sein.

    Von den Spikes her dürften sie ziemlich ähnlich sein. Die Verbindungen habe ich versucht, mit einer Tiefenschärfe auf die Oberfläche einzufangen... rechte Bildmitte: man sieht zumindest Verbindungen - wie hoch die jedoch sind wage ich nicht einzuschätzen.


    Dann habe ich mir die Lamellenschneiden angesehen. Und zumindest diese Flitteranhänge gesehen, die man bei nauseosa beschreibt. Ich gebe aber zu, noch nicht tiefgründiger Literatur gewälzt zu haben.