Ich konnte diese Definition von "Ungenießbar" als "Unbekannt" nirgends finden, wäre meiner Meinung nach auch grob fahrlässig eine potentielle Giftigkeit nicht zu erwähnen.
Hallo,
ich glaube hier unterliegst Du einem Trugschluss.
Niemand wird einen Pilz in grob fahrlässiger Weise als ungenießbar bezeichnen, wenn er als giftig bekannt ist.
Viele Pilzbücher vermuten die Giftigkeit einiger Arten - entweder aus der Verwandtschaft bekannter giftiger Pilze oder aus wenigen, aber nicht bis ins Detail zurückverfolgten Vergiftungen.
Zu deinem Trugschluss: Stell Dir vor, ein Pilz schmeckt extrem bitter oder er ist so hart, dass man ihn nicht kauen kann. Niemand hat deshalb je größere Mengen davon verspeist. Biochemisch tiefer untersucht wurde er ebenso nicht. Damit ist er für mich erst mal "ungenießbar". Niemand wird ihn einfach als "giftig" einschätzen. Es gibt ja gar keinen Grund dazu. Es ist durchaus möglich, dass dieser Pilz giftig ist, wenn man es schaffte, davon ein paar Exemplare zu verspeisen...
Ich will damit in keiner Weise sagen, dass dein Ohrlappenpilz giftig sei. Andere Völker könnten so etwas durchaus sammeln und irgendwann lernen auch wir hier in Europa daraus.
Ich will dich nur sehr gerne davon abhalten, Dinge, die als "Ungenießbar" gekennzeichnet sind zu probieren.
Selbst scheinbar essbare Pilze werden nach jahrelangen Erfahrungen und einzelnen Vorkommnissen immer wieder auf giftig heruntergestuft. Siehe Nebelkappe oder Grüner Ritterling. Die Biochemie der Pilze ist an vielen Stellen noch unbekannt. Da lauern langfristige Gefahren. Bspw. mutativ wie auch in der Leber akkumulierend...
Bleib wohl!
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Tom
