Getigerter Sägeblättling auf Fichte? - Verdächtig!

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 159 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von kruenta.

  • Liebe Pilzmenschen


    Folgender auffälliger Pilz ist mir gestern in Bern in einer kleinen Fichtenschonung auf einem Fichten-Strunk (so meine ich) aufgefallen:


    1)


    Ich musste an den Getigerten Sägeblättling, Lentinus tigrinus denken, den ich vor ein paar Tagen mitten in Leipzig gefunden hatte. Der Geruch war ähnlich: sehr angehm, etwas milchig. Aber es passt so einiges nicht:


    2)

    Der Stiel ist etwas sehr mächtig und hat keine feinfaserigen, dunklen Schuppen.


    3)


    4)

    Es gibt keine für Sägeblättlinge charakteristische gesägte Lamellenschneiden.


    Und der Getigerte Sägeblättling sollte weder auf Fichte noch mitten in einem eher trockenen Wald wachsen.


    Aber ich kann es nicht glauben, ich finde in meiner Literatur und im Netz nichts Passendes für diesen so auffälligen Pilz. Offenbar bin ich auf beiden Augen blind.


    Das einzige, was irgendwie ähnlich ist, ist der Berindete Seitling, Pleurotus dryinus. Dieser wächst momentan nur gerade 200 m entfernt auf einem Buchenstrunk, sieht dort aber ziemlich anders aus, insbesondere ist der Stiel eben berindet und die Schuppen auf dem Hut sind ziemlich farblos. Bei dem soll es schon Funde auf Fichte gegeben haben.


    Wer kann mir helfen?


    Hier noch weitere Bilder:


    5)


    6)


    7)


    8)


    Danke euch und herzliche Grüsse

    Andreas

  • Hallo Andreas,


    an Fichte glaube ich bei dem Stubben nicht. Ich denke eher an ein belaubtes Hartholz. Die Schnittfläche ist dunkel und nicht mehr ganz frisch, aber immer noch glatt. Abgesehen von Löchern, wo die Fasern ausgerissen sind. Der rechte Rand zeigt Spuren eines Bruchs, möglicherweise abgesägt nachdem der Baum abgebrochen war (Schneelast, von anderem Baum mitgerissen?) Oder das Wegsägen erfolgte nicht ganz normgerecht, wogegen aber die Löcher sprechen.


    LG, Bernd

  • Hallo Andreas,


    an Fichte glaube ich bei dem Stubben nicht. Ich denke eher an ein belaubtes Hartholz. Die Schnittfläche ist dunkel und nicht mehr ganz frisch, aber immer noch glatt. Abgesehen von Löchern, wo die Fasern ausgerissen sind. Der rechte Rand zeigt Spuren eines Bruchs, möglicherweise abgesägt nachdem der Baum abgebrochen war (Schneelast, von anderem Baum mitgerissen?) Oder das Wegsägen erfolgte nicht ganz normgerecht, wogegen aber die Löcher sprechen.


    LG, Bernd

    Hallo Bernd


    Danke für deine Antwort. Ich kann deiner Argumentation bestens folgen. Ich habe den Baumstumpf extra fotografiert, aber hier vergessen einzustellen:

    Ich glaube da schon an Nadelholz. Oder siehst du das anders?


    LG Andreas

  • Hallo Andreas, also die helle Rinde sieht schon aus wie Fichte. Und das Holz, als wäre es von Wildschweinen (?) entrindet worden. Die dunkle Rinde wäre dann harzgetränkt. Meine Idee, dass es Apfel oder Kirsche hätte sein können, scheint damit zu entfallen.


    LG, Bernd