Doppelgänger des Ziegelgelben Schleimkopfs

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 334 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von frank2507.

  • Hallo zusammen,

    habe gerade gehört, dass der ziegelgelbe Schleimkopf (Phlegmacium varium, wächst bei Fichte) mit Phlegmacium reverendissimum einen praktisch identischen, nah verwandten Doppelgänger bei Tanne hat. Da ich regelmäßig Ziegelgelbe bei Tanne finde gehe ich davon aus, dass ich von denen auch schon welche gegessen habe. Werde wohl mal welche zum Sequenzieren schicken, geschmacklich habe ich nie einen Unterschied zu denen bei Fichte festgestellt und vertragen hab ich sie auch.

    Viele Grüße

  • Sehr interessant!


    Der Ziegelgelbe Schleimkopf war die erste Cortinarie, die ich vor gut 30 Jahren gesammelt und gegessen hatte. Damals hatte ich mich auf ein dünnes Pilzbüchlein verlassen, darin stand sinngemäß, dass es sich um einen guten und leicht zu identifizierenden Speisepilz handelt.


    An einen besonderen Wohlgeschmack kann ich mich jedoch nicht erinnern. Von der KOH Probe und dem violetten Stielring am Lamellenansatz (wenn man die Lamellen entfernt) stand darin freilich nichts und das Internet steckte damals noch in den Kinderschuhen.


    Die Stockschwämmchen hatte ich damals auch gerne und ohne Bedenken gesammelt, der Gift-Häubling hieß damals noch "Nadelholz-Häubling".


    Seit ich die Bandbreite des Rauen bzw. Gelbflockingen Wulstlings erkannt habe



    ist mir auch der Appetit auf Perlpilze vergangen. Auch von diesem Doppelgänger ist in den meisten älteren 08/15-Pilzbüchern nichts zu finden.


    Beste Grüße,


    Frank

  • Hallo,

    die KOH Reaktion scheint identisch zu sein, ebenfalls das violette Lamellenband. Vor Amanita franchetii hätte ich ehrlich gesagt keine Angst; meiner Meinung nach ist es am wahrscheinlichsten, dass die Art die gleiche Essbarkeit wie der Perlpilz hat (sind ja auch eng verwandt). In Nordamerika gelten alle Amanita sect. Validae (zu der übrigens auch die Gruppe um den gelben Knolli gehört) als gekocht essbar.

    Viele Grüße

  • Hallo,


    Sofern die Fotos bei mir farbecht dargestellt werden, hätte ich diese Pilzchen mit Orangeton nicht als den Ziegelgelben Schleimkopf eingetütet.


    Mann darf mich gerne verbessern, aber ich meine Cortinarius varius ist weiterhin der aktuell gültige Name. Nich alle morphologischen Schleimköpfe sind in die neu geschaffene Gattung Phlegmacium gestellt worden. Und die Variecolores bleiben Cortinarius.


    VG Thiemo

    Bestimmungen anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Über die Namensgebung lässt sich streiten, aber das ist hier nicht unbedingt der Punkt. Ich hätte hier noch mehr Bilder vom gleichen Myzel; ich bin mir nicht sicher ob die reverendissimum sind aber die Arten sollen sich schon extrem ähnlich sehen. Hatten auch alle die gelbe KOH Reaktion im Fleisch.

    Viele Grüße

  • meiner Meinung nach ist es am wahrscheinlichsten, dass die Art die gleiche Essbarkeit wie der Perlpilz hat (sind ja auch eng verwandt). In Nordamerika gelten alle Amanita sect. Validae (zu der übrigens auch die Gruppe um den gelben Knolli gehört) als gekocht essbar.

    Viele Grüße

    Ja das könnte zutreffend sein. Allerdings bin ich persönlich da lieber zurückhaltend, denn Ausnahmen bestätigen die Regel, siehe z.B. hier:


    Amanita proxima


    Eier-Wulstling und Ockerscheidiger Eier-Wulstling sind derart eng miteinander verwandt, dass sie zeitweise als Varietäten betrachtet wurden.


    Beste Grüße,


    Frank

  • Ja

    Ja das stimmt, in sect. Roanokenses ist das aber eine andere Sache; die sind etwas komisch. In Nordamerika hat man kürzlich rausgefunden, dass ein paar von deren Knollenblätterpilzen (Amanita sect. Phalloideae) die optisch auch gewaltig so aussehen, eigentlich in diese Sektion gehören, keine Amatoxine enthalten und wenn dann nierengiftig sind.

    https://www.inaturalist.org/observations/341708998

    Viele Grüße

  • das ist ja wirklich interessant! Da ich auch in manchen Weißtannenbeständen unterwegs bin, muss ich mal danach schauen. Aus meinen Aufzeichnungen und der Erinnerung heraus könnte ich jetzt nicht sagen, dass ich diesen "C. varius" mal bei Weißtannen gefunden hätte. Danke!


    Grüßle

    Jürgen

  • Da erinnere ich mich an ein Internet-Video, welches Harald zuehli vor mehreren Jahren einmal verlinkt hatte. Wenn ich mich recht erinnere, gibt es in Afrika eine sehr nah verwandte Art von A. phalloides, die überhaupt keine Toxine enthält.


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    Gruß,