Hallo liebe Pilzfans,
kaum hatte ich einige meiner Grundschüler aufgrund von Funden auf dem Schulgelände (Karbol-Egerlinge) zum Thema Pilze sensibilisiert, ihnen Ängste genommen und Vorurteile entkräftet (darüber werde ich vllt. nochmal genauer berichten...die Vorurteile oder Fehlinformationen sind auf Seiten des Kollegiums fast genauso groß), meldeten sie mir ganz eifrig auch gleich mehrere Funde auf dem Schulgelände.
Einer davon waren diese schönen auffälligen Gesellen, die ich als Hygrocybe spadicea bestimmt habe. Ein schöner Perser!
(Einen einheitlichen deutschen Namen fand ich nicht; am plausibelsten erschien mir "Braun-Gelber Saftling". Parey nennt ihn Schwarzgelber Saftling, und im Laux und im Gerhardt ist er gar nicht drin.)
Liege ich richtig, was meint ihr?
Pilzbeschreibung (Fruchtkörper)
WUCHSORT: Wiese auf Schulgelände
WUCHSFORM: Lockere GrĂĽppchen
WUCHSZEIT: September
SUBSTRAT: Wiese/Boden
HUTFORM (Dm, BESCHAFFENHEIT): Dm 2-4 cm, stumpfkegelig bis kegelig, Huthaut seidig-radialfaserig
HUTFARBE: Kastanienbraun bis dunkelbraun
STIEL (LÄNGE, BESCHAFFENHEIT): Länge 4-6 cm, Dm 4-6 mm, zylindrisch, extrem faserig, hohl
STIELFARBE: Leuchtendgelb, wird bei Druck außen leicht bräunlich
STIELBASIS: Nicht verdickt, nicht verfärbt
BESCHAFFENHEIT DER FRUCHTSCHICHT: Dotter- bis leuchtendgelbe Lamellen, gebogt, untermischt, frei, entfernt bis mittel-entfernt stehend
ANSCHNITT: Stiel und Lamellen sind und bleiben gelb, praktisch kein Hutfleisch vorhanden, nur eine dĂĽnne braune Schicht
VERFÄRBUNG: Stiel verfärbt nach Druck oder Reiben leicht bräunlich
SPORENPULVER: WeiĂźlich
GERUCH: Kein besonderer Geruch wahrzunehmen
GESCHMACK: nicht probiert
Hier folgen nun einige Fotos:
1.: Am Fundort. Es wurden schon viele FK der Gruppe ausgerissen, zertrampelt und umgestossen.
2.: Die braune, seidig-radialfaserige Hutoberfläche ist gut zu erkennen. Bei älteren Expl. erinnert sie fast an einen Risspilz.
3.: Am Fundort: So und schlimmer malträtiert fand ich die armen Pilzchen vor. "Pilze=giftig=zerstören" geistert in den Köpfen der Kinder herum. Auf dem Teer des Schulhofs lagen weitere - gerade die größten - FK, fast unkenntlich zu Matsch zertreten.
4.: Wunderschön dottergelbe Lamellen.
5.: Der extrem faserige Stiel wurde durch das Anfassen außen bräunlich.
6.: Seitenansicht
7.: Nahansicht des Hutes, leider teilw. unscharf
8.: Der faserige Stiel stand so unter Spannung, daß er nach Ablösen X-förmig auseinandersprang.
9.: Sporenpulver
Ich hoffe, ihr geht mit meiner Bestimmung mit, oder hat jemand noch eine bessere Idee?
Ich möchte den Kindern, aber auch den Kolleg/innen gerne eine "abgesicherte" Bestimmung an die Hand geben, und weiter mykologisch auf sie einwirken...

(das heißt, belehren und schlauschwätzen...
)
Der nächste Fund der Schulkinder ist hier dokumentiert: 🍄‍🟫 Neuer Schulfund! 👧 Camemberttäubling?
