Schwerer Fehler, Gott sei Dank ohne schwere Folgen

Es gibt 28 Antworten in diesem Thema, welches 1.539 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schrumz.

  • Hallo Jürgen,


    an den Schlüsseln ist nichts amtlich, denn letztlich sind Schlüssel ja nur Hilfsmittel, die einen auf die richtige Art bringen können, aber am Ende muß man eben immer mit der eigentlichen Artbeschreibung abgleichen.


    Hier im Ruhrgebiet findet man Paxillus involutus s.l. tatsächlich sowohl in Parkanlagen und ähnlichem, dann gerne unter Birke, aber eben auch in Wäldern. Dort dann einerseits im reinen Laubwald, aber auch in den Kiefernforsten nördlich des Ruhrgebiets auf eher sandigen (aber gleichzeitig nicht zu nährstoffarmen) Böden.


    Björn

  • ich wusste gar nicht, dass diese (schöne) Buch-Reihe und Bände als "amtliche" Schlüsselwerke gelten? Okee;-) Ehrlichgesagt, finde ich nur eine Art von Paxillus bei uns in den Wäldern, und das war bisher immer nur der klassisch und schlüsselbare P. involutus. Ich hab mir mal die ökologischen Daten bei Gröger ein bisschen angeschaut, und da ragen diese selteneren und seltensten Arten ökologisch schon etwas heraus - z.b. vorkommen in anthropogenen Habitaten wie Parks, lichte Laubwälder mit Linde, Hainbuche Pappel (validus) usw usf. Es mag sicher auch kryptische Arten geben, aber ich glaube, dass sich die meisten Arten immer irgendwie ökologisch unterscheiden lassen.

    Lieber Jürgen,


    ich verstehe nicht, warum du dich den Argumenten (insbesondere meinen) verschließt und alles was außerhalb von Paxillus involutus steht, als kryptisch bezeichnest? Und wie kommst du darauf, die als seltenste Arten zu bezeichnen, zumal ich gerade gemutmaßt habe, das obscurisporus nach meiner Erfahrungen durchaus die häufigste Art in diesem Komplex sein könnte?

    Wenn du sagst, du findest nur den klassisch schlüsselbaren involutus, dann beschäftigst du dich offensichtlich nicht mit neueren Erkenntnissen. Hast du denn deine involutus auf Sporenpulverfarbe und Sporenform geprüft? Außerdem reitest du ständig auf ökologischen Merkmalen herum, die spielen hier die geringere Rolle, weil die sich auch bei den verschiedenen Arten überschneiden können.

    Wie die Bestimmung der "Kahlen" Kremplinge vor sich geht, habe ich ja oben beschrieben und wenn man sich damit mal auseindergesetzt hat, ist das wirklich kein Hexenwerk.

    Wenn du nach dem "amtlichen" Werk fragst, hänge ich das hier mal an. Viel Spaß und Erkenntnisse bei der Lektüre.


    Sonntägliche Grüße

    Harald


    Paxillus-Complex.pdf

  • Lieber Harald,


    wenn ich nur zwei Paxillus-Arten gefunden und geschlüsselt habe, bisher: P. involutus und P. rubicundulus, heißt das ja nicht, dass ich alles andere, was ich nicht gefunden habe, ignoriere. Das wäre ja völlig unwissenschaftlich;-) Ich mikroskopiere und schlüssle auch mit Mikro-/Makro-Reagenzien JEDEN Pilz;-) ... und mit verschiedenen Schlüsseln! Und muss auch revidieren, wenn es neue Erkenntnisse gib. Ich bin aber wirklich auch skeptisch, was viele Neubeschreibungen angeht, vor allem aus der Epoche, bevor es Sequenzierungen gab. Ich habe z.B. in meinem Umfeld einige "Arten-Splitterer" kennen gelernt;-)


    Man möge mir meine Skepsis nachsehen.


    Grüßle

    Jürgen

  • Hallo,

    Das mit der Häufigkeit kann aber auch stark regional unterschiedlich sein. In England hatte ich sehr viele Kremplinge in Parkbiomen bei Pappel und Eiche aber hier bei mir in Süddeutschland finde ich eigentlich nur die bei Fichte und Birke im Wald.

    Viele Grüße