Hypholoma tuberosum Redhead & Kroeger 1987

Es gibt 5 Antworten in diesem Thema, welches 171 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Schupfnudel.

  • Hallo zusammen,


    bei unserer gestrigen Pilzausstellung in der Gruga fielen uns in einem Beet sehr zahlreiche Fruchtkörper eines Pilzes auf, den wir zunächst mal für eine Stropharia hielten. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich dann aber, daß kein deutlicher Ring vorhanden ist und Stropharia damit raus ist. Bleiben noch Leratiomyces und Hypholoma. Von der Optik her würde man sicher erstmal zu Leratiomyces tendieren, aber es handelt sich um Hypholoma tuberosum. Das namensgebende Sklerotium habe ich zwar nicht mit ausgegraben (da ich halt nicht wußte, daß es welche auszubuddeln gibt), aber auffällig ist der lange, wurzelnde Stiel, der dann etwas weiter im Boden sicher in ein Sklerotium mündet. Der Pilz ist erst vor knapp 20 Jahren beschrieben worden. Es gibt in Deutschland relativ verstreut einzelne Fundpunkte, insbesondere in Duisburg konnte Kriemhilde Müller den Pilze über einige Jahre hinweg regelmäßig nachweisen.


    Fruchtkörper am Fundort


    Huthaut in Wasser. Hyphen sind z.T. deutlich braun inkrustiert


    Cheilozystiden mit Kongorot gefärbt


    Basidien mit Kongorot gefärbt


    Eine einzelne Pleurochrysozystide neben zahlreichen Basidien


    Caulozystiden mit Kongorot gefärbt


    Sporen in KOH


    Björn

  • Hallo Björn,


    spannender Fund 🙂👍

    Ich werde danach auch mal im Botanischen Garten Bochum Ausschau halten, wenn ich nächste mal dort bin.

    Der Pilz sieht eher unauffällig, vielleicht wird er deshalb so oft übersehen.


    VG : Thorben

  • Hallo Thorben,


    der Pilz ist ursprünglich aus Kanada beschrieben worden. Ob er von dort stammt ist nicht ganz klar, aber er ist mittlerweile wohl weltweit zu finden. Neben europäischen Funden gibt es auch welche aus China, Japan, Australien und Neuseeland. Es kann also gut sein, daß der Pilz in Ausbreitung ist.


    Björn

  • Der Pilz ist erst vor knapp 20 Jahren beschrieben worden. Es gibt in Deutschland relativ verstreut einzelne Fundpunkte, insbesondere in Duisburg konnte Kriemhilde Müller den Pilze über einige Jahre hinweg regelmäßig nachweisen.

    Hallo Björn,

    ein toller Fund, auch wenn Du ihn etwas jünger gemacht hast ;). Dein Fund ist der erste Nachweis in NRW seit knapp 20 Jahren. Ich kann mich noch gut an die Funde erinnern und besonders welche Bestimmungsprobleme wir damals hatten. Im 2001 erschienenen Pilzkompendium von Ludwig, war die Art nicht enthalten und wir wurden erst in der FLORA AGARICINA NEERLANDICA fündig, in der ein Fund aus Belgien von 1998 erwähnt ist.

    Hier mal zwei Bilder von Krimhilde




    LG Karl