Russula sp. aus dem Nadelwald

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 514 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Oehrling.

  • Guten Abend!

    Ich würde mich über eine Einschätzung der Täublinge freuen.

    Gefunden um Nadelwald mit Fichten und Weymouth-Kiefern.

    Kräftiger Habitus

    Geschmack mild

    Geruch zunächst unauffällig, nach einem Tag zu Hause käsig, leicht unangenehm.

    Huthaut von der Haptik fast wie ein Schmierröhrling, abziehbar dick häutig.

    KOH auf der Stielrunde negativ

    Eisensulfat positiv bräunlich auf dem Stiel

    Beim Sporenabwurf leider geschlampt, gehe aber von recht hellem Sporenpulver aus.


    Bin erstmal bei den Täublingen um Russula foetens gelandet, aber nicht recht glücklich damit.

    Ich kenne Täublinge aus der Sektion Ingratae mit deutlich unangenehmen Geruch und helleren Farben auch aus der Gegend.

    Von der Farbe und dem Habitus könnte man fast R.mustelina vermuten, aber mit so einer glibberigen Huthaut?

    Für einen der Kammtäublinge sind sie mir zu kräftig im Wuchs.

    Wie ist eure Meinung?

    Danke Stefan

  • Hallo,

    angesichts des gebräunten stiels kommt auch einer der Nadelwald-Heringe in die Verlosung, wenn einem der fischgeruch nicht als solcher aufgefallen ist. Wahrscheinlich ist dieser Fall nicht ohne sporenpulverfarbe zu lösen, es kommen einfach zu viele Arten in Frage, und alles bleibt Raterei. Von allen bisher genannten Ideen ist mMn R. integra die charmanteste. R. mustelina hätte mit eisensulfat eine lebhaft lachsorange farbreaktion auf der stielrinde. R. amoenolens ist im Gebirgsnadelwald zu 99 % auszuschließen.

    Von der lamellenfarbe kann man nicht immer auf die sporenpulverfarbe schließen.

    FG Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo Stefan,

    wenn du gefundene Täublinge später bestimmen willst, ist ein ausführliches Datenerheben mit einer präzisen Vorgehensweise unerlässlich, denn es gibt allein in Deutschland etwa 150 Arten. Hast du dagegen nur ein Foto geschossen, ist in den meisten Fällen später nichts mehr zu machen, auch wenn man es gern täte.

    Du musst mindestens:

    - auf die Waldart achten (umstehende Baumarten, Feuchtigkeitsversorgung, pH-Wert des Bodens - da reicht eine Grobschätzung anhand des Bodentyps)

    - wenn es mehrere Exemplare gibt, drei davon mitnehmen (einen jungen, einen mittleren und einen alten - "Kollektion")

    - sofort am aufgenommenen Pilz riechen, um einen flüchtigen Geruch festzustellen

    - nach einem Tag nochmals am Pilz riechen - Täublings-Gerüche können sich über Nacht entwickeln

    - eine Kostprobe nehmen - man kann an den Lamellen lecken oder aber ein Stück Lamelle etwa 30 Sekunden lang kauen (bei Täublingen ist das völlig ungefährlich, selbstverständlich musst du dir sicher sein, dass es ein Täubling ist)

    - einen Sporenabwurf machen, um festzustellen, ob die Sporenpulverfarbe weiß, rahmgelb, ockergelb oder dottergelb ist (DAS IST NEBEN DER GESCHMACKSPROBE DAS WICHTIGSTE ÜBERHAUPT)

    Wenn du all das liefern kannst, kann ein Experte dir entweder die Täublingsart sagen, oder zumindest die Sektion (Untergattung) benennen. Je weniger Dateninput du dagegen lieferst, umso unwahrscheinlicher ist es, dass du ein Ergebnis bekommst.

    Täublinge sind nun mal leider meistens schwer zu bestimmen.

    Viele Grüße

    Oehrling

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