Liebe Pilzmenschen
Heute habe ich in einem öffentlichen Park am Stadtrand auf einem Barfussweg für Kinder einen büschelig gewachsenen Seitling gefunden. Es ist mir nicht ganz klar, ob er in den Holzschnitzeln oder im Laubholzrugel daneben wächst. Jedenfalls ist da Totholz und es ist dort mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kein Substrat aus der Pilzzucht entsorgt worden. Leider sind die Fruchtkörper nicht mehr ganz frisch. Es zeigen sich klar gelbe Stellen auf den Hüten.
Es scheint sich mir um den Zitronenseitling Pleurotus citrinopileatus zu handeln.
Könnt ihr das aufgrund der Fotos bestätigen? Oder glaubt ihr eher an einen Lungenseitling, der sich seltsam gelb verfärbt hat? Ich kenne die Lungenseitlinge und Sommer-Austernseitlinge jedoch eher etwas anders geformt. Geruchlich ist das für mich einfach typisch Seitling.
Ich werde mal einen Fruchtkörper trocknen, um der Sache allenfalls auf den Grund gehen zu können. Der Zitronenseitling wurde in der Schweiz nämlich erst dreimal gemeldet aus der freien Natur. Er stammt aus Ostasien und wird fleissig gezüchtet bei uns. Er ist also ein Neomycet. In Nordamerika gilt er als invasiver Neomycet und breitet sich seit einigen Jahren stark aus in der Natur - in Europa noch nicht. Offenbar liebt er Wärme. Letzteres würde bestens passen zum derzeitigen Fundzeitpunkt.
Eine Vermehrung über Sporen ist in der Schweiz für den Zitronenseitling noch nicht wirklich nachgewiesen. Es dürfte sich in diesem Fall aber so ereignet haben. Direkt nebenan befindet sich ein Wohnquartier mit Einfamilienhäusern und grossen Gärten. Sehr wahrscheinlich wurde er dort irgendwo gezüchtet.
Siehe auch: https://www.waldwissen.net/de/…n-verwilderter-zuchtpilze
Vielen Dank für eure Hinweise.
Liebe Grüsse
Andreas
