Cantharellus sp. . alborufescens ? Mittelmer

Es gibt 17 Antworten in diesem Thema, welches 1.104 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von beli 1.

  • Hallo

    Cantharellus sp.


    Ich habe diese Cantharellus-Art im Mittelmeer unter Steineiche (Quercus illex) im Spätherbst gefunden.

    Ich konnte keinen Geruch feststellen. Der Geschmack war nicht angenehm, er war seltsam, irgendwie bitter und sauer.
    Leisten und auch Stiel bei Berührung mit dem Finger intensiv rot (bräunlich-rote Farbe).
    Die Hütte ändert ihre Farbe nicht bei Berührung mit dem Finger.


    In dieser Region, in der ich diese Cantharellus-Art gefunden habe, hat der verstorbene Professor Focht in den 70er Jahren mehrere Cantharellus-Arten gefunden und beschrieben.

    1. Cantharellus Cibarius

    2. Cantharellus pallidus ( neue giltige Name pallens oder subpruinosus , welche ist giltig ? )

    3, Cantharellus ferruginascens

    4. Cantharellus alborufescens

    5. Cantharellus pallidoamethysteus

    Wie könnte ich meinen Cantharellus-Fund nennen?

    Ich glaube, dass Cantharellus cibarius, pallidus und ferruginascens ausgeschlossen werden können.

    Laut Professor Focht handelt es sich bei Cantharellus pallidoamethysteus um eine endemische Art, die nur in dieser Region und nirgendwo sonst vorkommt. Ich denke , dieser Art kann ebenfalls ausgeschlossen werden .
    Ich glaube, mein Cantharellus Fund könnte Cantharellus alborufescens sein. Ich habe Bilder von Cabtharellus alborufescens auf mehreren italienischen Webseiten gesehen und die Beschreibung dieses Pilzes gelesen, und aus diesem Grund denke ich, dass es sich bei meinem Fund um C. alborufescens handelt.

    Den vorliegenden Daten zufolge handelt es sich um einen sehr seltenen Pilz. Er wurde in Deutschland nur dreimal, in der Schweiz fünfmal gefunden. Auch in Italien ist diese Pilz selten.


    Meine erste Frage , was ist Cantharellus lilacinopruinatus

    Meine zweite Frage , Hat jemand aus dem Forum Erfahrung mit Cantharellus Gatung? Ich habe Vertrocknete Exiskkat


    Bilder Spätherbst 2025


    Junge Exemplar


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    Leisten und Stiel bei Berührung mit dem Finger


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    Reifes Fruchtkörper


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    Leisten und Stiel bei Berührung mit dem Finger


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    Fleisch


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    Letztes Jahr (Herbst 2024) fand ich eine Cantharellus-Artin Mittelmer , bei der ich ebenfalls glaube, dass es sich um Cantharellus alborufescens handelt.


    Bild Herbst 2924


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    LG

  • Servus beli,


    deine Kollektion ist in meinen Augen sogar typisch für Cantharellus alborufescens. Die Leisten sind bei dieser Art jung weiß bzw sehr blass und sie bleiben es zumindest in der Nähe zum Hutrand bis ins Alter. Bei deinen Fotos sieht man die blassen Leisten sehr gut. Jung hat er gerne einen violetten Reif. Solche Ausprägungen wurden als Cantharellus lilacinopruinatus beschrieben, mittlerweile aber von Olariaga et al. (2016) synonymisiert. Dieses paper empfehle ich dringenst, wenn du dich für Cantharellus interessierst. Kannst du hier bekommen: https://www.researchgate.net/p…ugh_a_multigene_phylogeny


    Cantharellus alborufescnes wächst unter immergrünen Eichen, z. B. Quercus ilex (wie dein Fund), und wurde auch als Cantharellus ilicis beschrieben (jetzt ein Synonym). Als Cantharellus henrici wurde die Art auch schon beschrieben, was zeigt, wie variabel sie sein kann (vor allem die Hutfarbe).


    Bei deiner Kollektion passen Standort und Makroskopie super!


    Zu den anderen Fragen:

    Cantharellus pallens und C. subpruinosus wurden synonymisiert, Cantharellus pallens ist der ältere Name.


    Cantharellus pallidoamethysteus kenne ich nicht (auch in der MycoBank finde ich keinen Eintrag unter diesem Namen). Wurde die Art gültig beschrieben?


    Cantharellus ferruginascens hat zwar auch recht blasse Leisten, sieht aber von den Farben her anders aus: kühle Gelbtöne, teils mit einem eingemischten, kühlen Grünton und nicht bei immergrünen Eichen. Ich hänge ein foto hier an bzw. binde es ein. Die Farben kommen auf dem Digitalfoto nicht sauber heraus. Ganz so blass war er real nicht, aber der Chip verweigerte den künstlichen, kühlen Gelbton mit Hauch von kühlem Grün. Der Fund ist aus Vorarlberg, nicht mediterran.


    (Cantharellus ferruginascens)


    Cantharellus pallens hat am Hutrand leuchtend gelbe Leisten, fällt also auch raus:


    (Cantharellus pallens)


    Am Foto siehst du die dottergelben Leisten am Hutrand ganz gut. Die restlichen Leisten können auch sehr blass sein (hier sind die auch schön gelb), dann ist der Kontrast zum Hutrand besser zu sehen.


    Cantharellus cibarius fällt eh raus, weil er nicht auf Druck fleckt.


    Cantharellus alborufescens, ein schöner Fund!


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph

    Vielen dank für deine Antwort, deine Mühe und insbesondere für deine Einschätzung.

    C. alborufescens ist ein ganz besonderer Fund. Es handelt sich um einen sehr seltenen Pilz.

    An dem Ort, wo ich diese Pilze gefunden habe, wächst neben der Steineiche (Quercus illex) auch die Immergrüne Eiche (Quercus xturneri).


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    Besonderen Dank für die Bilder von Cantharellus ferruginascens. Ich finde diese Pilzart im Raurisertal fast jedes Jahr an derselben Stelle (reine Fichtenwald).

    Dank deine Bilder bin ich mir nun sicher, dass es sich bei meinem Fund zweifelsfrei um C. feruginascens handelt. Diese Art ist ein seltener Pilz


    mein Fund aus reine Fichtenwald


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    In Bezug auf Cantharellus phalydoamethysteus:


    Beschreibung aus dem Buch von Profesor Focht





    Laut Beschreibung im Buch handelt es sich um eine endemische Art, die nur in dieser kleinen Region vorkommt. Sie wurde mehrmals an verschiedenen Orten gefunden, jedoch immer nur in einem Radius von etwa 50 km um Dubrovnik. Sie wurde außerhalb diese Radius nicht gefunden .

    Mikrodaten sind auch dabei .

    Der Professor gibt an, dass er in der ausländischen Literatur keine Beschreibung einer ähnlichen Art gefunden habe.

    Laut Beschreibung hat diese Pilzart im jungen, mit Blättern bedeckten Zustand einen Hut mit violetten Tönen, der jedoch bei Kontakt mit Sonne und Licht vollständig verblasst.


    Ich dachte, ich hätte diese Art vor ein paar Jahren gefunden aber ich bin mir nicht sicher. Alles ist mir ungewöhnlich .

    Fund aus Spätherbs , Jahr 2016 , Fundort mini Olivenplantage , nur ca 10 junge Olivenbäume und eine Steineiche Quercus illex

    Ich habe keine Geruch bei diese Pilze gefunden , Geschmack es war bitterlich säuerlich .


    Ich glaube, dass auf dem Hut dieses Pilzes noch Spuren von violetten Farbtönen erkennbar sind.

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    Ich weiß nicht, wie ich diese Cantharellus-Art nennen soll. Ich kann sie mit keiner anderen Cantharellus-Art vergleichen.


    LG

  • Hi beli.

    mein Fund aus reine Fichtenwald

    Bräunen die denn auch? C. ferruginascens wächst nach derzeitigem Wissensstand im Laubwald - ich finde die bei mir im Auwald unter Eiche. Im Nadelwald wäre ungewöhnlich, siehe verlinktes Paper von Christoph.


    LG.

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  • Bräunen die denn auch? C. ferruginascens wächst nach derzeitigem Wissensstand im Laubwald - ich finde die bei mir im Auwald unter Eiche. Im Nadelwald wäre ungewöhnlich, siehe verlinktes Paper von Christoph.


    LG.

    Hallo Schupfi

    laut Literatur

    Zitat

    "Der Rostfleckige Pfifferling (Cantharellus ferruginascens) wächst als Symbiosepilz vor allem in Mischwäldern, gerne unter Eichen, Buchen und Kastanien, aber auch bei Fichten und Tannen, "


    weiter


    Ich habe Leisten und Stiel nicht mit den Fingern gequetscht, daher weiß ich nicht, ob die Pilze braun werden. Ich habe nur schnell ein Foto gemacht. Jetzt bin ich etwas verwirrt. Was meinst du, um welche Art könnte es sich handeln, wenn es nicht *Ferruginascens* ist?


    LG

  • Hi beli

    laut Literatur

    Zitat

    "Der Rostfleckige Pfifferling (Cantharellus ferruginascens) wächst als Symbiosepilz vor allem in Mischwäldern, gerne unter Eichen, Buchen und Kastanien, aber auch bei Fichten und Tannen, "

    Welche Literatur? Dein Link führt zu einer google Suche nach Cantharellus ferruginascens.

    Bei meinen Kollektionsbildern sind selbst bei frisch gepflückten deutliche braune Stellen zu erkennen, die ich bei deinen nicht sehe, daher die Zweifel, neben der Ökologie. Die Art bräunt ziemlich stark, das sollte schon auffallen.


    Hier links eine gelbliche Kollektion, rechts eine sehr helle. Beide aus einem reinen Laub-Auwald, vermutlich zu Eiche gehörig, Nadelbäume gibt's hier keine.



    LG.

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  • Hi beli

    Welche Literatur? Dein Link führt zu einer google Suche nach Cantharellus ferruginascens.

    Bei meinen Kollektionsbildern sind selbst bei frisch gepflückten deutliche braune Stellen zu erkennen, die ich bei deinen nicht sehe, daher die Zweifel, neben der Ökologie.


    LG.

    Hallo

    Ich habe auf mehreren Webseiten gelesen, dass Cantharellus ferruginascens sowohl unter Tanne - Fichte als auch in reinen Nadelwäldern wächst.

    Ich weiß nicht, welche Webseite verlässlich ist, aber: Das ist 101% zuverlässig.

    Österreichische Pilzdatenbank


    Pilzdatenbank – Österreichische Mykologische Gesellschaft
    Die Österreichische Mykologische Gesellschaft ist eine Fachgesellschaft. Sie vertritt die praktische und wissenschaftliche Pilzkunde und steht allen…
    myk.univie.ac.at


    Die Österreichische Pilzdatenbank ist eine absolut zuverlässige Datenquelle .

    Öffnen Sie diesen Link und geben Sie Cantharellus ferruginascens ein. Alle kartierten Vorkommen dieses Pilzes werden angezeigt.

    Name des Finders, Fundort und Fundsubstrat werden eingetragen .

    Neben mehreren kartierten Exemplaren wird angegeben, dass Pilze unter Tanne und Fichte in Reine Nadelwald gefunden wurden.

    Die Erfindung von Frau Irmgard Krisai Greilhuber wird dreimal erwähnt. In allen drei Fällen waren Tanne und Reine Nadelwald die Substrate.

    Dies ist ein sicherer Beweis dafür, dass Cantharellus ferrugineus sowohl unter Fichte-Tanne als auch im reinen Nadelwald wächst.


    Ich mache mir Sorgen um etwas anderes: Was ist denn mein Fund wenn nicht C. ferruginascens?

    Eine so helle weißliche Farbe habe ich bei Pfiffirling bisher nur bei C. ferruginascens und C. subalbidus beobachtet, wobei letztere eine amerikanische Art ist.



    LG

  • Hi beli,


    hm ok. Ich bin nach dem Artikel von Christoph gegangen bei dem eine strenge Bindung an Laubbäume vermutet wurde - die Kollektionen hier sind auch aus dem Laubwald, die sequenzierten hier ebenfalls und alle Funde aus DE mit erfasstem Baumpartner sind ebenfalls Laubbäume. Dass die in Österreich in höheren Lagen unter Nadelbäumen wachsen sollen war mir nicht bekannt.


    Vielleicht hat Christoph noch eine Einschätzung dazu - in meinen Habitaten gibt's generell nur C. ferruginascens - für andere Arten müsste ich weiter raus fahren.


    LG.

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  • Hallo Schupfi,

    je länger ich meine weißen Pfifferlinge betrachte, desto mehr glaube ich, dass du Recht hast, denn meine Pfifferlinge haben keine braunen Flecken.


    eine kurze Geschichte dieser weißlichen Pfifferlinge :

    Seit 2016 finde ich diese weißlichen Pfifferlinge im Raurisertal im Reinen Fichtenwald an drei verschiedenen Stellen. Ich hielt sie für Cantharellus ferruginascens.

    Fund aus 2021 Jahr

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    Fund aus 2016 Jahr - zuerst gefunden

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    Leisten


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    Unweit von dem Ort, an dem ich diese weißen Pfifferlinge gefunden habe, habe ich auch Echte Pfifferlinge (Cantharellus cibarius) entdeckt und sie zum Vergleich zusammen fotografiert.


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    Meine weißlichen Pfifferlinge haben tatsächlich keine braunen Flecken. Um welche Pfifferlingsart handelt es sich?

    Echt krass !

    LG

  • Hallo

    Die weißen Pfifferlinge aus 2016 und 2021 Jahr ( Beitrag nr. 9 ) , die ich im Raurisertal im Reine Fichtenwald gefunden habe, haben keine braunen Flecken.


    Ich habe diese Junge weißliche Pfifferlinge auch im Rauriser Tal 2019 Jahr im reinen Fichtenwald gefunden und sie haben Berühren mit der Finger starke Rostflecken

    Ich glaube, diese Pfifferlinge mit Rostflecken sind Cantharellus ferrugiscens. was meinen sie ?

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    Weiter mit andere Kollektion


    Ich habe diese gelben Pfifferlinge, die bei Berührung braune Flecken bekommen, in Kroatien Landinnen, reiner Laubwald Buche Eiche gefunden. Ich glaube, es handelt sich um Caantharellus ferruginascens.


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    LG

  • Servus Beli,


    erstmal zu Cantharellus cibarius var. pseudoamethysteus. Auf der von dir gezeigten Buchseite steht n. var. (neue Varietät), aber keine lateinische Diagnose etc. In Mycobank finde ich kein solches Taxon, also ist es wohl in der Tat ungültig beschrieben. Einen violetten Überzug können jung mehrere Arten haben, selbst Cantharellus ferruginsacens, ebenso Cantharellus cibarius und natürlich sowieso Cantharellus amethysteus.

    Cantharellus cibarius kann auch fast oder ganz weiß sein. Albinos kann es immer geben. Im Gegensatz zu Cantharellus pallens, C. ferruginascens, C. amethyeteus und C. alborifescens fleckt C. cibarius (frisch) aber nicht auf Druck.

    Cantharellus ferruginasens meine ich im Gelände an dessen seltsamem Farbton zu erkennen, der eingemischt ist. Auf Fotos kommt das selten so rüber, wie ich es live im Gelände sehe. Daher fällt es mir oft schwer, den auf Fotos definitiv zu erkennen. Auf den Fotos von Schupfnudel kommt der kühle Farbton git rübner (jedenfalls auf meinem Monitor) und für mich wöre der typisch. Deine blassen Fruchtkörper in Beitrag #3 sehen für mich mehr nach blassen C. cibarius aus, zumal sie nicht flecken.Die weiteren Fotos bestätigen das, das ich in den blassen Leisten nicht diesen kühlen Farbton erkennen kann.

    Die letzten Fotos des schlankstieligen, gelbhütigen Pfifferlings aus Kroatien würde ich auch als C,. ferruginascens bezeichnen. Bei den blasshütigen, stark fleckenden Fruchtkörpern, die du in dienem letzten Post aus dem Raurisertal zeigst, kann ich wenig sagen. Die Leisten sehen rein weiß aus, was Cantharellus pallens ausschließt. Für Cantharellus ferruginascens sind sie mir aber im Habitus zu kompakt, zu kurzstielig. Die müsste man wohl reifer sehen.

    Ich traue mir nicht zu, jeden Pfifferling am Foto auf Artebene zu bestimmen ;-). Sieht aber interessant aus.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo

    Christoph, vielen Dank für deine Mühe.

    C. pallidoamethysteus wurde von Prof. Focht in den 70er Jahren beschrieben. Damals war das ehemalige Jugoslawien etwas von der EU isoliert, sodass es keinen Kontakt zwischen Pilzexperten gab. Möglicherweise ist dies der Grund, warum diese Art in der Literatur nirgends erwähnt wird. Prof. Focht gibt an, dass die endemische Art eng mit dem Klima in Dubrovnik verbunden ist. Ich kann nirgendwo glaubwürdige Informationen über diese Art finden. Es gibt zwar Online-Meldungen über die Entdeckung dieser Pilze, aber das klingt alles unglaubwürdig.

    Ich habe eine glaubwürdige Quelle gefunden. Auf der Ausstellung in der Stadt Rijeka im Jahr 2016 wurde C. pallidoamethysteus gezeigt. Die Ausstellung wurde von Pilzexperten organisiert.

    Eines der wichtigsten Merkmale von C. phallidoamethysteus ist, dass sich sowohl Stiel als auch Leisten bei Berührung gelb verfärben. Nicht rot wie bei C. alborufescens und nicht braun wie bei C. ferruginascens. C. pallens verfärbt sich ebenfalls gelb, aber gelbe Leisten besitzt, während C. phallidoamethysteus weiße Leisten aufweist.

    C. pallens gilbend und hat gelbe Leisten , C. pallidoamethysteus gilbend aber hat weiße Leisten - Wenn ich in Dubrovnik eine Pfifferling mit diesen Merkmalle finde, werde ich sie auf jeden Fall zur Sequenzierung nach Spanien schicken

    Die letzten Fotos des schlankstieligen, gelbhütigen Pfifferlings aus Kroatien würde ich auch als C,. ferruginascens bezeichnen.

    Danke , , also diese Gelbe sind C. ferruginascens ,

    Bei den blasshütigen, stark fleckenden Fruchtkörpern, die du in dienem letzten Post aus dem Raurisertal zeigst, kann ich wenig sagen. Die Leisten sehen rein weiß aus, was Cantharellus pallens ausschließt. Für Cantharellus ferruginascens sind sie mir aber im Habitus zu kompakt, zu kurzstielig. Die müsste man wohl reifer sehen.

    Ich traue mir nicht zu, jeden Pfifferling am Foto auf Artebene zu bestimmen ;-). Sieht aber interessant aus.

    Fast jedes Jahr finde ich sie an einem Ort, den ich kenne. Ich hoffe, ich finde sie auch nächstes Jahr wieder.


    Cantharellus cibarius kann auch fast oder ganz weiß sein. Albinos kann es immer geben

    Ich werde ein separates Thema zu dieser weißen Variante eröffnen, da ich im Internet einige interessante Diskussionen dazu gefunden habe.

    Christoph und auch Schupfnudiel , vielen dank

    LG

  • Hallo Schupfnudel

    waren die braunen Flecken schon auf C. ferruginascens, als du sie gefunden hast, oder sind sie erst beim Berühren des Pilzes entstanden? Mich würde interessieren, ob diese braunen Flecken zum Pilz gehören oder erst nach der Berührung auftreten. Viele Grüße

  • Hi beli,


    eigentlich haben die beim Auffinden immer schon irgendwo braune Flecken, vlt. mal von extrem jungen Mini-Exemplaren abgesehen. Das intensiviert sich nach dem Anfassen dann noch recht schnell - ein Kollektionsbild ohne braune Verfärbungen würde man glaube ich gar nicht hinbekommen, wenn man die Pilze normal entnimmt.


    Hier ein Beispiel direkt nach Entnahme zusammengelegt:




    LG.

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  • Hallo Schupfnudel, vielen Dank! Genau das hat mich interessiert. C. ferruginascens besitzt also bereits die angeborene Eigenschaft, braune Flecken zu bilden, die sich bei Berührung mit den Fingern vermehren.

    Ich habe alte, vergessene Fotos aus dem Jahr 2016 gefunden. Ich hatte keine Ahnung, dass ich sie besaß. Diese Bilder von Cantharellus Art beweisen, dass C. pallidoamethysteus vielleicht kein Mythos ist. Sobald ich alles sortiert habe, werde ich es im nächsten Beitrag veröffentlichen.

  • Hallo,

    beim Durchstöbern alter Fotos habe ich einige Bilder von Cantharellus gefunden, die ich völlig vergessen hatte.

    Ich war überrascht, diese Bilder warfen ein völlig anderes Licht auf die These über die Existenz der Art C. palliddoamethysteus.

    Die Art Pfifferling Cantharellus pallidomethysteus wurde vom verstorbenen Professor Focht entdeckt und als Endemit beschrieben, der nur im Mittelmeerraum in der Nähe von Dubrovnik + - 50 km wächst.

    Professor Focht gibt in seinem Buch an, dass er in der ausländischen Literatur keine ähnlich beschriebene Art gefunden hat.

    Heute findet sich in der Literatur nirgends eine Erwähnung dieser Cantharellus-Art (außer in dem Buch von Professor Focht).

    Möglicherweise liegt der Grund dafür, dass diese Art in der ausländischen Literatur nicht erwähnt wird, darin, dass das ehemalige Jugoslawien in gewisser Weise politisch von der EU isoliert war, dann der Krieg ausbrach und Professor Focht verstarb. In diesen turbulenten Zeiten befasste sich niemand mit Pilzen.

    Ich möchte darauf hinweisen, dass es in Dubrovnik und Umgebung sowie in Split, der zweitgrößten Stadt Kroatiens, keine Pilzzuchtgesellschaft gibt.

    Hier und da, abgesehen von Professor Fochts Buch, fand ich schriftliche Spuren von C. pallidoamethysteus..

    Ich werde einige Belege veröffentlichen, die meiner Meinung nach die Existenz der Art C. pallidoamethysteus bestätigen.


    Ein Buch, in dem diese Art mit all ihren Merkmalen beschrieben wird


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    Ich habe diese Pilze im Jahr 2016 gefunden; ich glaube, es handelt sich um C. pallidoamethysteus. Sie entsprechen der Beschreibung in Professor Fochts Buch.
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    Diese Bilder allein reichen nicht aus, um die Existenz der Spezies zu bestätigen, das ist völlig klar.

    Das wichtigste Merkmal von C. pallidoamethysteus ist folgendes: Diese Art bekommt ockergelbe Flecken, wenn sie mit den Fingern berührt oder beschädigt wird, und zwar ausschließlich auf Stiel und Leisten, keinesfalls auf Hut.

    Dieser Pilz verfärbt sich also nur bei Berührung mit den Fingern ockergelb.

    Ähnliches lässt sich bei C. pallens beobachten, da auch dieser Pilz bei Berührung gelbe Farbtöne annimmt, allerdings mit gelben Leisten. C. alborufescens hingegen verfärbt sich bei Berührung rot und C. ferruginascens bildet braune Flecken.

    Cantharellus pallidoamethysteus ist die einzige beschriebene Art, die in Büchern zu finden ist, die weißliche Leisten hat und bei Berührung mit den Fingern ockergelbe Flecken annimmt.

    Ich nahm vier Pfifferlinge mit nach Hause, weil sie mir fremd und ungewöhnlich vorkamen. Neulich fand ich Ölbaumpilze (Omphalotus olearius) und fotografierte sie zusammen mit den Pfifferlingen zum Vergleich.


    1. So sehen Stiel und Leisten nach dem Pflücken aus. Sie weisen keine gelben Flecken auf.


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    2. Nach ein paar Berührungen mit den Fingern bilden sich langsam ockergelbe Flecken auf dem Stiel und den Leisten . ( Pilz links Cantharellus , Pilz recht Omphalotus

    )

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    3. Als ich den Pilz mit den Fingern berührte, erschienen immer mehr ockergelbe Flecken.

    ( Pilz links Cantharellus - siehe Ockergelbe Flecken an Stiel und Leisten . Pilz recht Omphalotus )


    -


    Wie ich bereits erwähnt habe, gibt es keine beschriebene Cantharellus-Art mit weißlichen Leisten, die nach Berührung mit den Fingern ockergelbe Flecken annimmt. Vielleicht ist Cantharellus palidoamethysteus doch kein Mythos.

    Ich habe diese Cantharellus-Art, die ich hier vorgestellt habe, im Jahr 2016 entdeckt und bin seitdem jedes Jahr an den Ort gekommen, wo ich sie gefunden habe, aber diese Pilze sind dort nicht wieder aufgetaucht.

    Sollte ich jemals wieder so etwas finden (und ich suche jedes Jahr danach), werde ich es sofort zur Sequenzierung nach Spanien schicken.


    FROHE WEIHNACHTEN

    LG

  • Servus beli,


    nur zur Klarstellung: Prof. Focht hat keine neue Art beschrieben. Er hatte eine Varietät von Cantharellus cibarius beschrieben. Gut, das ist historisch bedingt und es kann gut sein, dass er es heutzutage als Art definieren würde.

    Die Varietät Cantharellus cibarius var. pallidoamethysteus wurde nicht gültig beschrieben.


    Zitat

    Möglicherweise liegt der Grund dafür, dass diese Art in der ausländischen Literatur nicht erwähnt wird, darin, dass das ehemalige Jugoslawien in gewisser Weise politisch von der EU isoliert war, dann der Krieg ausbrach und Professor Focht verstarb.


    Wäre die Varietät gültig beschrieben worden, wäre sie auch beachtet worden. Focht kannte sicherlich die damaligen Nomenklaturregeln, hat dennoch keinen Typus und keine lateinische Diagnose angegeben.


    Die Interpretation ist schwierig, da ein violetter Reif auf dem Hut bei mehreren Arten vorkommen kann. Blasse Leisten und fleckende Stiele kommen auch bei Cantharellus amethysteus vor. Hier ein paar Fotos vom letzten Herbst:








    Was ein Unterschied sein könnte, ist das Fehlen der Flockenschüppchen bei der Varietät, die Focht ungültig beschrieben hat. Cantharellus amethysteus hat aber eine sehr breite ökologische Amplitude, ich finde ihn im Laub- und Nadelwald, trockenbödig bis nass (hier war es ein montaner, bodenfeuchter, anmooriger Fichtenwald). Die blassen Leistens ind typisch für Cantharellus amethysteus s. str.


    Für mich ist es schwierig, zu interpretieren, was Focht genau gemeint haben könnte oder ob er nur atypisch glatthütige Canth. amethysteus vor sich hatte, sie er dann als zu Cantharellus cibarius zugehörig interpretiert hat.


    Weihnachtliche Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph

    Vielen Dank für deine Antwort , insbesondere für deine Mühe !

    Professor Focht konnte seinen Pilz, den er Cantharellus pallidoamethysteus nannte, keinesfalls mit dem Pilz Cantharellus amethysteus verwechselt haben, und zwar aus folgenden Gründen:

    Er kannte die Art C. amethysteus sehr gut, wie sein Buch beweist.

    In seinem Buch gibt er an, dass ähnliche Arten, mit denen Cantharellus pallydoamethysteus verwechselt werden kann, folgende sind: C. amethysteus, C. cibarius, C. pallidus und C. alborufescens, und erklärt, wie sich Cantharellus pallydoamethysteus von diesen Arten unterscheidet.


    siehe Bild unten " SLICNE VRSTE " auf Deutsch Ähnliche Arten ,

    Die Beschreibung des Unterschieds zwischen C. pallidoamethysteus und C. amethysteus habe ich besonders rot unterstrichen.


    -


    Professor Focht beschrieb in seinem Buch die Größe und das Aussehen der Sporen von Cantharellus pallidoamethysteus.

    -

    -

    Cantharellus pallidoamethysteus Sporengröße 7 - 11 (12 ) x 4,5 - 5,5 ( 6,5 ) um


    Ich habe die Größe dieser beschriebenen Sporen mit Sporen von C. amethysteus verglichen und sie sehen viel größer aus.


    Cantharellus amethysteus Sporengroße 7,5 - 10 x 4,6 - 5,6 um


    Laut Beschreibung fand Professor Focht die Exemplare über viele Jahre hinweg an verschiedenen Orten wie Kroatien, Montenegro und Bosnien, jedoch nur in einem Umkreis von etwa 50 km um Dubrovnik. Er gibt an, dass der größte gefundene C. pallidoamethysteus einen Hutdurchmesser von 18 cm aufwies.

    Da er diese Pilze über viele Jahre hinweg an verschiedenen Orten gefunden hat, kommt eine Störung oder Krankheit des Myzels nicht in Frage.


    Ich habe im Internet etwas sehr Interessantes über C. pallidoamethysteus gefunden.


    Im Jahr 2011 veröffentlichte jemand (ich weiß nicht wer) im Internet Auszüge aus einem Buch des verstorbenen Professors Focht, in dem er die im Raum Dubrovnik wachsenden Pilzarten beschreibt. Unter anderem erwähnte er in einem der Artikel die Art Cantharellus pallidoamethysteus Focht.

    In dem Artikel wird C. pallidoamethysteus genau wie in Professor Fochts Buch beschrieben, aber der unbekannte Autor des Artikels vermutet, dass Cantharellus pallidoamethysteus vielleicht eine Art Variante von Cantharellus lilacinopruinatus sein könnte???


    Ich habe im Internet gelesen, dass C. lilacinopruinatus ein alter Name ist, der in C. alborufescens geändert wurde. Stimmt das?


    In seiner Beschreibung ähnlicher Arten erläuterte Professor Focht den Unterschied zwischen C. pallidoamethysteus und C. alborufescens.


    Ich hoffe, ich finde diesen Pilz wieder.

    LG