Bis das der Frost uns scheidet oder auch Ende gut, vieles gut?!

Es gibt 4 Antworten in diesem Thema, welches 597 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von hilmgridd.

  • Hallo Leute,


    nachdem nun tatsächlich das APR vorglüht, ist es (für mich) an der Zeit, einen Haken an die Saison 2023 zu tun.

    So richtig schön sah es in den Wäldern nicht mehr aus, was auch der permaneten Dauerberieselung geschuldet war.

    Wir waren am vergangenen Samstag nochmal auf unserem Grundstück am Frankfurter Helenesee - Laub harken.

    Zum Glück waren inzwischen alle Bäume mit dem Abwurf fertig.

    Allerdings standen auf den Birkenstümpfen überall einigermaßen frische Leckereien herum.





    Sonntag: auch der Buchenwald am Liepnitzsee (Wandlitz) hatte sich nun vom Laub befreit. Am Boden waren so kaum noch

    Pilze zu erkennen. Bis auf die omnipräsenten Nebelkappen. Dafür waren auf den Buchenstämmen, auch in diesem Revier,

    junge, frische und auch knackige Hallimasch erschienen.



    Irgendwie hatte ich noch damit gerechnet, aber nicht mehr so richtig. :gfiesgrins:



    Ich muss zugeben, bei den Teilen handelte es sich fast nur um Prachtexemplare.



    Die beiden hier hatte ich zwar durch mein 60mm Makro abgelichtet, jedoch aus einem Meter Entfernung.

    Stielduchmesser knapp 4 cm - Höhe gefühlt 10 Meter :ghurra:



    Ich finde, das war dann doch eine zwar späte, aber gelungene Pilzsaison.


    Grüßlis Ingo

  • Was hat der Kerl nur mit seinen Hallimaschen, mag sich der eine oder andere Pilzfreund da denken. Diese üblen

    Waldvernichter gehören doch eigentlich an den Pranger gestellt. Für mich sind das einfach faszinierende Wesen.

    Wenn ich mich nicht irre, ist das größte Lebewesen auf unserer Welt immer noch ein Hallimasch-Mycel im

    US Bundesstaat Oregon.


    Ich hatte meinen ersten Kontakt mit dieser Art bereits in meiner Kindheit. In den Herbstferien fiel die Schulspeisung

    flach und ich durfte im Betrieb meines Vaters eine Woche lang die Kantine frequentieren.

    Dort gab es (um 1977) zum Mittag ein einziges mal tatsächlich Hallimasch mit Salzkartoffeln. Die waren angeschwitzt

    und deftig gewürzt, u. a. mit Räucherspeck. Zumeist wurden da die aufgeschirmten Hüte verarbeitet, weil ergiebiger

    und einfacher zu verarbeiten, als die knackigen Streichholzknöpfchen. Wie z. B. in Bild vier zu sehen.

    Ich war seinerzeit ziemlich mäklig, aber dieses Gericht begeisterte mich sofort.


    Wir sammelten als Familie damals zwar Maronen- und Rotfußröhrlinge, aber an Blätterpilze trauten wir uns nicht ran.

    Nur - diese Hallimäscher schmeckten mir viel besser. Ein Jahr später zog ich dann, nach dem Unterricht, mit meinem

    Fahrrad selber los, um im Hanshäger Forst (bei Greifswald) selbst Hallimasch zu finden.

    So ging das damals los. Wie heisst es noch: alte Liebe rostet nicht.


    Dass Geschmäcker verschieden sind, ist ja auch gut. Es gib wohl auch Pilzfreunde, die essen solche blauen Sachen:



    Da bleibe ich doch lieber bei meinen Armillarien.


    GR Ingo

  • Hallo Ingo,


    Danke für diesen kleinen Einblick in deine Kindheit und deine daraus entstandene Liebe zum Hallimasch.

    Was hat der Kerl nur mit seinen Hallimaschen...

    hatte ich mich tatsächlich schon häufiger gefragt. Nun ist alles klar ==Gnolm8


    Liebe Grüße

    Rotfuß

    "Pilze sind erst einmal nicht anwesend, sie verstecken, verbergen, verschließen und tarnen sich, aber es gibt eine Wahrscheinlichkeit und eine Hoffnung, sie zu finden. Die Suche bedeutet Aufbruch, Verheißung, Abenteuer, und je vergeblicher und erfolgloser der letzte Pilzgang war, desto mehr Spannung, Erfüllung, Belohnung verspricht der nächste." (Hans Helmut Hillrichs: Pilze sammeln)


    Pilzmärchen

  • das kann ich sehr gut nachvollziehen.

    Als Kind sind wir im Spätherbst losgezogen und haben Eimerweise Hallimasch aus den Wäldern der Sächsischen Schweiz geholt. Unterhalb von Hinterhermsdorf, Richtung Kirnitsch( der eine oder andere weiß wo das ist) standen an den Hängen alte Fichtenstuben, voll mit Hallimasch, riesige Flächen. Aufpassen musste man nur vor den dort vorkommenden Kreuzottern. Im Herbst hat man die aber nicht mehr gesehen.

    Der Hallimasch wurde meistens getrocknet indem man die Hüte auf Wollfäden oder festen Zwirn aufgefädelt hat und die hingen dann, als meterlange Ketten, in der Küche zum trocknen. Meine Mutter hat auch sehr viel Pilze Sauer eingelegt u.a. auch Hallimasch.

    Heute steht da gar nix mehr. Die Fichten sind weg, vom Borkenkäfer befallen, vom Menschen gefällt oder abgefackelt. Ein neuer Baumbestand braucht noch Jahrzehnte. Außerdem, am Rand der Kernzone oder in dieser, ist das sammeln sowieso verboten.

    Dort hab ich meine Kindheit verbracht, war Himbeeren und Blaubeeren pflücken, Pilze sammeln, verbotenerweise in der Kirnitsch baden ( max 13°c) und später in der Jugend boofen.

    Ach war das schön.


    Grüße Frank

  • und später in der Jugend boofen.

    jetzt musste ich tatsächlich erstmal googlen. boofen - nicht so schlimm wie meine Vermutung :D

    Ich habe auch tolle Erinnerungen an das Hallimasch - sammeln mit den Eltern. Die beschriebenen Trocknungsschnüre hingen bei uns auch immer im Ferienhaus - Das war richtig toll !

    Grüßle

    Hilmi

    Liebe Grüße aus dem Vogtland

    die Schwarzhex

    :gwinken: Sandra

    (PC 100 - 10 (fürs APR 2020) = 90 - 15 (APR 21) = 75-10 (APR22) = 65 + 7 (APR 22 Auflösung) - 5 (Rätsel-Gedicht)= 67 - 10 (APR 23) = 57 + 5 Gnanzierung = 62 - 10 (Ast-Wette gegen Björn) = 52 )