Fund Russula luteoviridians, oder doch nicht?

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  • Hallo,


    ich war Wochenanfang südlich von Fulda, Hessen, in einem Waldgebiet unterwegs.


    Gefunden habe ich eine Krause Glucke und einen Täubling. Das war's.


    Ich hatte nur das Smartphone mit, keine Kamera. Eigentlich dachte ich, das der Täubling der Russula luteoviridians, der Grün-Gelbe Ledertäubling ist.

    Da ich zu Besuch in Fulda war, musste der Pilz 3 Tage im Kühlschrank ausharren, bis ich wieder zu Hause war.


    Der Wald ist ein Mischwald, größtenteils Fichte. Der Pilz stand direkt auf einem mit Gras bewachsenen Waldweg.

    Der Täubling hat die richtige Farbe, die Huthaut ist fest, aber elastisch / gummiartig und kann großflächig abgezogen werden. Sie lässt sich relativ schwer abziehen.

    Der Stiel ist leicht keulig, nach oben hin deutlich schmaler.
    Der Stiel besitzt, insbesondere in Richtung Hut, eine deutliche, wenn auch leichte rosa Färbung. Das Stielende viel den Maden zum Opfer.


    Zu Hause wollte ich ein Sporenbild erstellen. Dazu decke ich den Pilz immer mit einer kleinen Schale ab, um Luftbewegungen und Austrocknen zu vermeiden.

    Leider ist der Pilz zu alt, ich habe kein Sporenbild erhalten.


    Bereits im Wald dachte ich, das der Pilz einen leichten Geruch wie Aas oder Fisch hat. Meiner Begleiterin bestätigte das nicht und meinte, der riecht nur nach Pilz.

    Als ich jedoch heute die Abdeckung lüftete (Sporenbild) stieg mir ein ganz deutlicher, fischiger, leicht nach Aas riechender Geruch in die Nase. Hatte ich mich also doch nicht getäuscht.


    Jetzt passt m. M. nach der Geruch jedoch nicht zum Russula luteoviridians.

    Oder wie seht ihr das?


    Ich weiß, das meine Beschreibung und Bilder nicht dem entsprechen, was ich sonst mache, sorry. :grolleyes:





    Grüße,

    Steffen

  • Hallo Steffen,


    wenn der nach Fisch riecht könnte es einer der Heringstäublinge sein aber im Alter riechen viele Pilze nach Fisch oder Aas. Sehr alt sieht er eigentlich nicht aus. Ich glaube kaum, daß es hier zu einem belastbaren Ergebnis kommen wird.


    VG Jörg

  • Hallo Steffen,


    ich schließe mich Jörg an, die Bestimmung wird wohl nicht möglich sein. Da viele Täublinge sehr variabel in der Hutfarbe sind, muss man bei den meisten Täublingen mikroskopieren. Davon abgesehen gibt es ca. 20 leichtkenntliche Arten, die sich im Feld auch ohne Mikroskop bestimmen lassen (z.B. vesca, violeipes, cyanoxantha, mustelina...)


    Unablässlich für eine Bestimmung ist die Farbe des Sporenpulvers (hier könnte man dann schon Deinen vermuteten Fund, der ein Ockersporer ist, von einem grünen Speisetäubling oder vom Grasgrünen T. unterscheiden). Weiterhin brauchst Du den Geschmack, d.h. ob der betreffende Täubling mild oder scharf ist. Manche Täublinge können auch nur in den Lamellen schärlich sein. Daher probiere ich meist das Stiel- und Hutfleisch separat. Natürlich kann auch der Geruch einen Hinweis geben (Fisch-> Heringstäubling).

    Auch chemische Reaktionen können sehr hilfreich sein. Wenn der fischige Geruch nicht vom Alter herrührt, dann kann Eisen(II)sulfat sehr hilfreich sein, denn der vermutete Heringstäubling färbt sich damit grün. Daneben wird auch Guajak für die Identifikation verwendet. Und natürlich die Umgebung (Bäume/Bodenverhältnisse). Wenn man diese Angaben hat, dann kann man schon mal einen Bestimmungsversuch wagen. Meist verschafft aber erst das Mikroskop Klarheit.


    VG, Andreas

  • Hallo Steffen,

    meiner Meinung nach kommt hier der Violettstielige Pfirsichtäubling (Russula violeipes) in Betracht. Der rosa überhauchte Stiel, die gummiartige Huthaut sowie der fischige Geruch sprächen dafür.

    FG

    Oehrling

    PSVs dürfen weder über I-Net noch übers Telefon Pilze zum Essen freigeben - da musst du schon mit deinem Pilz zum lokalen PSV!

  • Hallo,


    ich danke euch für eure Hinweise.


    Zum Zeitpunkt des Fundes war der Pilz so wie im Foto, also frisch. Nur der Stiel eben sehr madig. Und schon da der ganz leichte Fisch/Aasgeruch.

    Geschmack: hatte ich vergessen, mild, pilzig, unauffällig.

    Chemische Reaktion: habe ich gelesen, ich werde jetzt mal beim Chemieversand meines Vertrauens bestellen...

    Mikroskop: ja, ich weiß... g:(

    Den Russula violeipes hatte ich auch schon auch dem Plan, nur passt da eigentlich die Stielfarbe nicht so ganz, da ich der Meinung bin, das mein Fund nicht alt ist. Denn der Steil ist eigentlich schon gut sichtbar rosa. Es hatte erst 2 tage vorher geregnet. Die Farbe im Bild ist sehr gut wiedergegeben. Daneben stand ein zweiter Pilz, 1 cm Hutdurchmesser, der hatte ebenfalls schon die fleckige Hutfärbung.


    Grüße,

    Steffen