Pappel-Schüppling nur an Pappel?

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 924 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag () ist von Beorn.

  • Hallo,


    ich möchte anfragen was eure Funderfahrungen beim Pappel-Schüppling sind. Selbst habe ich die Art nämlich noch nie gefunden, aber sie wurde mir heute von einem Ratsuchenden gebracht. Dieser beharrt darauf, den Pilz an einem liegenden Fichtenstamm gefunden zu haben. Zum Beweis ist er sogar noch mal zum Fundort zurück und brachte ein Stück Borke mit. Gut in Holzbestimmung bin ich nicht versiert, aber eine Pappel sieht anders aus, und wäre auch mitten im Wald nicht zu erwarten, denke ich.


    In der Kartierungsdatenbank brd.pilzkartierung.de gibt es einen Fund an Fichte, ist es also möglich? Oder gibt es da eine ähnliche Art an Nadelholz, die mir nicht bekannt ist?





    LG Thiemo

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Thiemo!


    Funde von vermeintlichen "Pappelschüpplingen" an anderen Substraten sollte man sich jedenfalls sehr genau angucken, und auf Pholiota heteroclita überprüfen. Der sieht sehr ähnlich aus, mag aber wohl auch lieber Laubholz als nadelholz.



    LG, Pablo.

  • Hi,


    Danke, den kannte ich nich nicht. In FOTE steht ein auffälliger Geruch als Merkmal - das war schon mal nicht der Fall, der Pilz roch unauffällig. Gute Trennmerkmale sind auch Mangelware. Winzige Unterschiede in Zystidenform und Sporengröße laut FN. Und H.hetroclita auch "nur" an Laubbäumen (insb. Betula, Alnus).


    LG Thiemo

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Thiemo!


    Hast du "The genus Pholiota in central and western Europe" von Jan Holec (2001)? Das ist eigentlich für Schüpplinge das Standardwerk, auch wenn es schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
    Da wird neben dem Geruch auch eine etwas anderes Farbspektrum beschrieben (mehr Gelbtöne bei heteroclita). Im Substratspektrum von populnea tauchen zwar noch ein paar andere Gehölze auf, aber auch da wird kein Nadelholz erwähnt. Auf die Sporengröße geht Holec nicht weiter ein, aber entscheidend bei den Sporen wäre die Anatomie des Keimporus, aber auch das scheint ohne Erfahrung, bzw. beides mal gesehen zu haben, nicht ganz einfach zu sein.



    LG; Pablo.

  • Hallöchen,

    im Gröger wird auch noch auf folgende Unterschiede hingewiesen: faseigeres Velum und schmalere Sporen (..x 4,5-5 anstatt ...x5,5-6µ), sowie ein deutlicher KP bei populnea und ein eine lediglich apikal verdünnte Sporenwand bei heteroclita. Und dann zeigen die Bilder im Pilzkompendium m.M.n. doch 2 deutlich verschiedene Arten.

    Was bedeutet FOTE ?

  • Hallo,

    Hast du "The genus Pholiota in central and western Europe" von Jan Holec (2001)? Das ist eigentlich für Schüpplinge das Standardwerk, auch wenn es schon einige Jahre auf dem Buckel hat.
    Da wird neben dem Geruch auch eine etwas anderes Farbspektrum beschrieben (mehr Gelbtöne bei heteroclita). Im Substratspektrum von populnea tauchen zwar noch ein paar andere Gehölze auf, aber auch da wird kein Nadelholz erwähnt. Auf die Sporengröße geht Holec nicht weiter ein, aber entscheidend bei den Sporen wäre die Anatomie des Keimporus, aber auch das scheint ohne Erfahrung, bzw. beides mal gesehen zu haben, nicht ganz einfach zu sein.

    Das Werk besitze ich nicht. Aber du hast für mir ja netterweise nachgeschaut. :)


    In "Die Großpilze Baden-Württembergs" sind Funde von H.populnea auch auschließlich an Laubholz beschrieben. Wer weis, ob der Herr nicht doch Borken von einem anderen Baum mitgebracht hat. Dennoch erscheint ein Fund an Pappel mitten im Wald (nicht Waldrand) bei uns höchst unwahrscheinlich...


    Auch wenn der Hut schon deutliche rotorange Töne hatte, bleibt wohl bei Hemipholiota sp. mit unklaren Substrat. ?(


    LG Thiemo

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo, Günter!


    Ich glaube, dein Beitrag hatte sich vorübergehend selbst gelöscht.
    Das ist ein löstiger Bug derzeit im Forum, wenn es dich wieder betreffen sollte, bitte einfach mich oder Stefan (Climbingfreak) direkt anschreiben, wir stellen das wieder her.


    Danke für die Hinweis auf Gröger: Da hatte ich gar nicht reingeschaut. Gut zu wissen, das lese ich mal nach und das Werk dürften auch mehr Leute daheim haben, als die Holec - Monografie.


    FOTE steht für "Fungi of temperate Europe".



    LG, Pablo.