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letzter Beitrag von DirkW am

"Trockenrasenbecherling" sucht seit 10 Jahren seinen Namen

  • Hallo,


    also nicht dass ich mich da eigentlich einmischen dürfte, da ich ja nun kein spezieller Operculateascomycetenkenner bin. Aber in dem Fall dennoch: Meiner Meinung nach gibt es überhaupt keinen Zweifel an der Gattung Pachyella. Alles spricht dafür, aber auch wirklich alles. Selbst die gelbe Fleischfärbung eigentlich violettbrauner Exemplare kennt man von Pachyella pseudosuccosa und überhaupt ähnlich sich diese makroskopisch ziemlich. Dass Pachyella nur im Wasser und/oder nur auf Holz vorkommen soll stimmt auch nicht, ich habe in Äthiopien auch Pachyella spec. auf trockenem Holz und im Rheintal Pachyella violaceonigra auf lehmigem Aueboden gehabt. Die diffuse am ganzen Asucs entlanglaufende Jod-Reaktion ist bei operculaten wohl auch nur bei Pachyella vorhanden, wenn man vielleicht von ein paar Dungbewohnern absieht. Eigentlich habe ich aus den Postings auch noch nicht herauslesen können, was denn die Argumente gegen Pachyella wären.


    beste Grüße,

    Andreas

  • Hallo Andreas,

    Hallo,

    also nicht dass ich mich da eigentlich einmischen dürfte,

    Jegliche Einmischung, die zur Klärung beiträgt ist sehr erwünscht!:)

    So natürlich auch Deine, die genau in die Richtung zeigt, die Peter Welt ebenfalls favorisiert.:thumbup:

    Eigentlich habe ich aus den Postings auch noch nicht herauslesen können, was denn die Argumente gegen Pachyella wären.

    Hmmm. Ich ging vor allem vom Standort aus. So schrieb ich am 01.12.2019 folgendes zum Thema.

    "Also, eine Pachyella sollte doch völlig andere ökologische Anforderungen stellen, jedenfalls kann ich mir eine Art der Gattung nicht auf nackter Erde vermischt mit pflanzlicher Debris in einer Fahrspur eines Kalktrockenrasens vorstellen!"


    Allerdings kenne ich die Gattung Pachyella kaum, sodass mein Urteil sicherlich zu vorschnell war.

    Bleibt die Frage zu klären, was es neben der Jodreaktion der Asci noch an signifikanten Unterschieden dieser beiden Gattungen gibt!


    Jedenfalls vielen Dank für Deinen interessanten und womöglich richtungsweisenden Beitrag.


    Liebe Grüße

    Nobi

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  • hallo zusammen,


    hier doch mal vier klitzekleine aspekte, die nicht unbedingt mit den europäischen pachyella-arten in verbindung zu bringen sind:


    1. hat nobi bereits erwähnt: die bekannten arten bevorzugen alle sehr deutlich feuchtes terrain.

    2. die sporen sind ornamentiert!

    3. die sporen haben zwei fette öltropfen.

    4. die endzellen des äußeren exzipulums haben haarartige, hyphoide verlängerungen.


    ich sehe es ähnlich wie matthias. die art scheint zwischen peziza und pachyella zu vermitteln. so wie einige andere arten mit schwacher jodreaktion, die aber den halben ascus betrifft (wie zb. peziza subisabellina, von manchen autoren inzwischen zu pachyella gesteckt). da müsste vielleicht eine eigene gattung irgendwann mal kreiert werden ...



    lg


    dirk

  • Hallo,


    ja, geb ich zu, nachdem ja Adelphella babingtonii mittlerweile raus ist aus Pachyella.


    Die Außenstruktur hat kurze Verlängerungen den Bildern nach, so wie bei A. babingtonii, und glatte Sporen kommen z.B. bei Pachyella clypeata vor. Oder gehört die eigentlich gar nicht zu Pachyella?


    Jedenfalls denke ich, dass man zur Artbestimmung die bislang unter Pachyella geführten Arten in Betracht ziehen muss und sonst eher nichts in Betracht kommt. Ob die Arten heute noch alle in eine Gattung Pachyella gehören - nun das weiß man heute ja be keiner Gattung mehr ;-)


    LG, Andreas

  • lieber andreas,


    das ist ja eben der springende punkt! du wirst keine der früheren und jetzigen pachyella-arten finden, die mit diesem fund in übereinstimmung gebracht werden könnten. alles schon durchexerziert hier ...

    aber schau doch einfach mal selber in die häffner-arbeit, solltest du da irgendwas finden schick ich dir zu weihnachten ne flasche wein nach jenaprießnitz;-)

    die beiden glattsporigen arten clypeata und peltata haben riesige sporen mit zwei dicken öltropfen und wachsen auf nassem holz.


    lg


    dirk

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