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letzter Beitrag von Karl W am

Best of Frühjahr 2019

  • Hallo Pilzfreunde,


    nach 2018 war dieses Frühjahr die reinste Wohltat. Zwar war es schon im Februar zu warm und trocken, doch das Wetter hat sich hier danach wieder etwas gefangen und mir reiche Funde spendiert. Die Highlights seht ihr hier.


    Riesenbecherlinge (Peziza varia) in einem Strohballen. Der ganze Ballen war übersät davon.


    Zum ersten mal durfte ich den Leuchtenden Prachtbecherling finden, in einem sandigen Kiefern- Birkenmischwald, in dem ich eigentlich Lorcheln suchte. Den habe ich schon seit Jahren im Visier und hätte ihn an dem Standort nie vermutet. Lorcheln habe ich übrigens keine gefunden.




    Nr. 2 auf der Liste der "drei Roten" kann abgehakt werden: Scharlachroter Kelchbecherling (Sarcoscypha coccinea). Jetzt fehlt mir nur noch der Österreichische Prachtbecherling.


    Käppchenmorcheln (Morchella semilibera) in großer Anzahl, wo sonst nur vereinzelt welche zu finden waren.



    Zitzen-Stielboviste (Tulostoma brumale)


    Spitzmorchel


    Eine Speisemorchel hat sich mitten ins Spitzmorchelgebiet verlaufen. Kein Auwald, keine Esche, kein Streuobst. Nur eine Speisemorchel im Gestrüpp.


    Auf der Streuobstwiese dagegen:



    Und noch ein lecker-knackiges Fresschen für den 1. Mai.


    Aktuell stehen noch einige kleine Schildrötlinge im Garten.

  • Hallo, Holger!


    Tolle Bildreihe und sehr appetitliche Morchelausbeute. :thumbup:

    Der Prachtbecherling steht auf meiner Fundwunschliste, aber der geht mir offenbar aus dem Weg. Toller Fund.

    bei der Peziza melde ich mal Skepsis an: Peziza varia (muss man immer mit "s.l." versehen eigentlich) auf Stroh, und dann noch so gedrängt büschelig, kommt mir ziemlich wunderlich vor. Riesenbecherlinge finde ich in erster Linie auf dickem, mehr oder weniger stark zersetztem Totholz, seltener (scheinbar) auf Erdboden an vergrabenen, kleinen bis dicken Holzstückchen. Mit der Wuchsweise und an Stroh wären eigentlich Blasige Becherlinge (Peziza vesiculosa) die gängigste und häufigste Option (wobei man aber in der Gattung immer durch die Linsen gucken muss).



    LG; Pablo.

  • Servus Holger,

    echt schöne Funde!

    Bei der Peziza schließe ich mich aber Pablo an, für mich sind das makroskopisch eindeutige blasige Becherlinge - auch ohne Mikromermale

    Grüße

    Felli

  • Hhmm, vor Ort hielt ich auch für Blasige Becherlinge, trotz der enormen Größe. Ein Bekannter PSV, der bei der Tour dabei war, hat das Teil mitgenommen und aufgrund der septierten Paraphysen als Riesenbecherling identifiziert. Den Riesenbecherling hatte ich vorher schon von einem anderen Standort unter dem Mikroskop. Dessen Paraphysen sahen teilweise schon aus wie zusammengeschnürte Luftballons. Ok, ich hab' ihm einfach mal geglaubt. Also korrigiere ich mal auf "Blasiger Becherling", danke.

  • Hallo, Holger!


    Hm, die Paraphysenmerkmale sind meiner Ansicht nach oft wenig griffig in der Gattung, weil innerhalb einzelner Arten wohl sehr variabel.

    Auch wenn sie in manchen Schlüsseln (auch in wirklich hervorragenden Schlüsseln) zur Bestimmung benötigt werden. In der Gattung sind allerdings Bestimmungen oft schwierig, Übergänge fließend, Sequenzen (ITS) oft wenig aussagekräftig, morphologische Zusammenhänge (makro- wie mikroskopisch) nicht ausreichend erforscht.

    Hihi, Peziza eben. :)



    LG, Pablo.

  • Hallo Holger,

    mit dem Standort von Caloscypha fulgens ging es mir im letzten Jahr ähnlich. Inzwischen habe ich mindestens 5 Vorkommen auf sandigem Boden bei Kiefern oder Kiefern/Birken. In zwei der Fälle ist sicher noch etwas Schotter im Spiel die weiteren Vorkommen sind auf reinem Sand. Auffallend ist, dass die Fruchtkörper im Gegensatz zu Vorkommen bei Weiß- oder Küstentanne nur 5 - 15 mm groß sind. Mikroskopisch sehe ich jedoch keine Unterschiede.

    LG Karl

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