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letzter Beitrag von Beorn am

Einfach mal zum Vorzeigen - Imperator luteocupreus - ein seltener und farbenfroher Röhrling

  • Servus beinand,


    die Fotos sind zwar schon etwas älter, aber das Myzel ist noch immer aktiv. Und wenn es von Jahr zu Jahr wärmer wird, wer weiß, vielleicht breitet er sich ja aus. Es geht um Imperator luteocupreus - früher Boletus luteocupreus. Imperator macht da schon mehr her, was den Namen angeht.




    Der Pilz ist farblich ziemlich variabel - typischerweise ist er gelbhütig mit kupferfarbenen Striemen, kann aber auch altrosa enthalten. Die Oberfläche ist nicht so stark "verpickelt" wie bei Imperator rhodopurpureus, der auch farblich variabel ist (die Trennung ist nicht einfach).


    Ich kenne selber nur einen eizigen Fundpunkt von Imperator luteocupreus. Die Fotos stammen von dort (Großraum München). Unter der gleichen Eiche wächst auch Imperator rhodopurpureus im engen Sinn. Man muss daher immer ein bisserl aufpassen bei der Bestimmung.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo Christoph

    Ein wunderschöner Pilz, den ich zusammen mit Rainer Wald, Ende Juli 2014 in der Vulkaneifel kennengelernt habe. Der Pilz wuchs auf einem südlich exponierten Hang im Kalk-Buchenwald.


    Ein solcher Fund versüßt einem eigentlich schon den ganzen Tag und wer hätte ahnen können, dass dieser Fund schon eine Stunde später in Vergessenheit geraten ist. Wir suchten noch einen Wald in der Nähe auf und konnten unser Glück kaum fassen, als eine Gruppe taufrischer Fruchtkörper auftauchte.


    Kaum 50 m weiter dann eine Gruppe mit 9 Fruchtkörpen von denen einer für ein Schnittbild herhalten musste


    Aus der Ferne leuchtete uns eine weitere Gruppe mit 11 Frk. entgegen


    Am nächsten Tag besuchte Rainer, gemeinsam mit dem "alarmierten" Röhrlingsspezialisten Jürgen Schreiner, das Gebiet erneut und die Beiden sahen insgesamt mindesttens 8 Myzelien mit ca. 50 Fruchtkörpern.
    Ein ausführlicher Bericht von Rainer findet sich im Tintling Nr. 93; Heft 2/2015; S. 15 ff.

    Im Jahr 2017 fanden wir nur wenige 100 m entfernt einen weiteren Standort mit mehrere kleine Grupen


    und auch im oben beschriebenen Bereich waren etliche Fruchtkörper zu finden.


    Im Tintling Nr 31; Heft 2/2002; S.6 ff. berichtet Frank Röger über Funde im Raum Bonn/Meckenheim ab 1998.

    LG Karl

    PS. Der Bericht soll keinesfalls den Eindruck erwecken, dass die Art nicht extrem selten ist. Von einer Ausbreitungstendenz zu sprechen wäre sicher noch verfrüht.

  • Hallo!


    Wunderschöne Pilze!

    Ich kenne bisher nur den gelben rhodopurpureus aus Würzburg. Der dürfte ja recht bekannt sein (also die Stelle), und wenn ich das richtig in Erinnerung hatte, dachten Rudi und co. anfangs da auch an luteocupreus. Denn die sind wirklich ganz schön gelb - aber eben auch Poren und Stielnetz (vor allem bei jüngeren Fruchtkörpern). Bei einigen von Karls Buntboleten hatte ich nach den Bildern vor zwei (drei?) Jahren ja auch schon den Verdacht, daß sich da eine forma xanthopurpureus von Imperator rhodopurpureus eingeschmuggelt haben könnte, aber da sind halt auch bei jungen Fruchtkörpern Poren und Netz schon so schön rot...


    Geniale Pilze jedenfalls, auf die "pickelige" Hutoberfläche muss ich mal noch mehr achten - wenn ich denn mal wieder was aus der Ecke zu Gesicht bekomme. Ist aber bei alten fruchtkörpern verrmutlich dann auch wieder ziemlich variabel, nehme ich mal an.



    LG, Pablo.

  • Servus Karl,


    besten Dank für's Ergänzen. Habe nur gerade kaum Zeit, daher nur diese Ultrakurzrückmeldung ;-)


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • So, jetzt habe ich ein bisserl mehr Zeit zum Schreiben...


    Danke an Karl für die ergänzenden Bilder. Es ist schön zu sehen, dass es in der Vulkaneiffel mehr Fundstellen gibt. In Oberbayern kenne ich nur dieses einzige Myzel, von dem die Fruchtkörper stammen. In Franken gibt es ja einen weiteren nachweis, den Jürgen Schreiner - damals als Erstnachweis - publiziert hat.


    Ich tue mich durchaus schwer, bei rosahütigen Formen den Unterschied zu Imperator rhodopurpureus sicher zu erkennen. Im Moment würde ich am ehesten auf das schon jung so freudig orange Stielnetz gehen. Gelber Hut mit Kupferstreife, woran man ihn am besten erkennen könnte (daher auch der Name) hat er eben nicht immer. Genau genommen sehe ich sie nur auf meinen Fotos - da hat er sie bilderbuchmäßig gezeigt. Das soll aber nicht die Bestimmung von Karl anzweifeln.

    Imperator rhodopurpureus kenne ich zudem nur sehr pickelig, was die Hutoberfläche angeht. Allerdings kann ich die Variabilität von Imperator luteocupreus nicht abschätzen - eben mangels weiterer Myzelien. Vielleicht gibt es ihn auch mit Akne?! Bei Karls Bildern kann man eine leichte Akne erkennen, meine ich.

    Der Ochsenröhrling in Pilze der Schweiz ist übrigens auch nichts anderes als Imperator luteocupreus.


    Ich war lange nicht davon überzeugt, dass Imperator luteocupreus Artrang verdient. Mir wurde aber aus Wien erzählt, dass die Art genetisch abgrenzbar sei. Ob bzw. wo das jetzt veröffentlicht wurde, weiß ich aber gerade nicht. Müsste sich suchen.


    Für Speisepilzsammler ist die Gattung Imperator durchaus interessant - als etwas, das man nicht(!) essen sollte. Einerseits natürlich wegen der extremen Seltenheit. Andererseits aber auch, weil in der Gattung Coprin nachgewiesen wurde. Damit ist das Wissen im diese Röhrlinge auch für Pilzberater relevant.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Ich tue mich durchaus schwer, bei rosahütigen Formen den Unterschied zu Imperator rhodopurpureus sicher zu erkennen.

    Das soll aber nicht die Bestimmung von Karl anzweifeln.


    Der Ochsenröhrling in Pilze der Schweiz ist übrigens auch nichts anderes als Imperator luteocupreus.

    Hallo Christoph,

    bei der Unterscheidung würde ich mich ebenfalls schwer tun. Die rosafarbigen Fruchtkörper auf Bild 2 wurden von Rainer und mir als rhodopurpureus angesehen und erst am folgenden Tag von Jürgen Schreiner als luteocupreus bestimmt.
    Du darfst jede Bestimmung von mir anzweifeln, da das mit Sicherheit mit greifbaren Argumenten geschehen würde und ob berechtigt oder unberechtigt, kann man daraus nur lernen ;)
    Der Ochsenröhrling bei den Schweizern kam mir immer schon merkwürdig vor, da wir den in der Eifel auch schon mehrfach gesehen haben.
    LG Karl

  • Servus Pablo,


    ganz so merkmalsarm sind sie nicht, die Röhrlinge. Nur wird die Mikroskopie halt oft ein bisserl vernachlässigt. Mir fehlt ehrlich gesagt der Vergleich, da ich typische Imperator rhodopurpureus noch nicht in der Reißn hatte (hochdeutsch: in Händen hatte).


    Ich hatte zwischendurch leider einen massiven Käferbefall in meinem Herbar, weshalb ich einige meiner alten Röhrlingsbelege verloren habe.


    Hier konkret aber, zwischen diesen beiden nah verwandten Arten, habe ich aber keie anatomischen Trennmerkmale im Kopf.


    Liebe Grüße,

    Christoph

  • Hallo, Christoph!


    Dann wäre das also mal eine Sache, die man sich angucken könnte, wenn man denn mal beide Pilze parat hätte.

    Wegen dem rhodopurpureus kannst du ja im Sommer mal bei Rudi (Markones) anklopfen, und gegebenenfalls einen Ausflug nach Würzburg machen.

    Das wäre allerdings eben die Gelbhütige Variante. Oder mal bei einem Mittelmeerurlaub nach geeignetem Material gucken.

    Ein Bekannter (Fredo hier im Forum) hat so schöne Bilder vom letzten Jahr von Sizilien gezeigt, da war auch sowas dabei, momentan schwanke ich da alelrdings wieder, ob's eher luteocupreus oder rhodopurpureus oder beides war...



    LG; Pablo.

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